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Veröffentlicht am 19.05.2022

Unterhaltsame Mystery-Geschichte für Jugendliche

Ancora
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Um eine Schreibblockade zu überwinden und ihren Gedichtband fertig stellen zu können, verbringt Romy den Sommer mit ihren Freunden Aurel und Jannis in Ancora, einem Dörfchen fern ab von jeglicher Zivilisation. ...

Um eine Schreibblockade zu überwinden und ihren Gedichtband fertig stellen zu können, verbringt Romy den Sommer mit ihren Freunden Aurel und Jannis in Ancora, einem Dörfchen fern ab von jeglicher Zivilisation. Hier scheinen die Uhren anders zu ticken, nicht nur, dass es weder Handyempfang noch irgendwelchen technischen Fortschritt gibt, Romy hat auch das Gefühl, dass die Zeit tatsächlich verrückt spielt. Als sie im Notizbuch ihrer Mutter ein Gedicht findet, das erschreckend zu ihren Erlebnissen in Ancora passt, will Romy der Sache auf den Grund gehen - immerhin prophezeit das Gedicht ihren Tod!

"Ancora" von Colin Hadler ist ein Mystery-Thriller, der sich vor Allem an jugendliche Leser richtet. Mich hat die Geschichte ein wenig an die Mystery-Romane aus meiner (längst vergangenen) Jugendzeit erinnert, durchaus spannend und unterhaltsam, jedoch ohne die Leser mit all zu viel Tiefgang zu überfordern. Romy ist eine Protagonistin, die mir sympathisch war, doch auch von ihr habe ich nur so viel erfahren, wie notwendig war, damit sie den Mittelpunkt der Handlung bilden konnte - ihre Freunde Aurel und Jannis fand ich charakterlich recht grob skizziert. Noch weniger konnte ich die Dorfbewohner kennen lernen, es schien, als ob ich sie nur durch Romys Augen sehen konnte - was über ihre flüchtigen Eindrücke hinaus ging, blieb mir ebenfalls verborgen.

Als großen Pluspunkt des Buches möchte ich den Schreibstil bezeichnen, der Autor versteht es, die Spannung über den gesamten Handlungsverlauf hoch zu halten, immer wieder gab es kleine Mysterien, die mich zum weiter lesen verlockt haben. Ein kritischer Leser möchte vielleicht anmerken, dass es (besonders bei der Auflösung) ab und zu leichte Holprigkeiten in der Logik gab, meiner Meinung nach wurde das Lesevergnügen dadurch nur minimal geschmälert. Insgesamt habe ich mich von der Geschichte recht gut unterhalten gefühlt, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Im Großen und Ganzen hat das Buch für mich gehalten, was der Klappentext versprach, die Mystery-Geschichte für Jugendliche unterhält durch viele spannende Momente. Die Figuren hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefgang haben dürfen, doch insgesamt bietet "Ancora" ein unterhaltsames Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 17.05.2022

Temporeich und fantasievoll erzählt

Die magischen Buchhändler von London
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London 1983: Die achtzehnjährige Susan, die bisher mit ihrer etwas verträumten Mutter in einem Häuschen auf dem Land gelebt hat, will endlich ihren unbekannten Vater finden. Zuerst besucht sie "Onkel" ...

London 1983: Die achtzehnjährige Susan, die bisher mit ihrer etwas verträumten Mutter in einem Häuschen auf dem Land gelebt hat, will endlich ihren unbekannten Vater finden. Zuerst besucht sie "Onkel" Frank Thringley, der Susan jedes Jahr Weihnachtsgeschenke geschickt hat, doch ehe sie Antworten bekommen kann, wird der von dem verschroben wirkenden Merlin mit einer Hutnadel gestochen und zerfällt zu Staub. Auf der Flucht vor weiteren ungeheuerlichen Geschöpfen erzählt Merlin, dass er Buchhändler ist und zwar ein Linkshänder, zu deren Aufgaben es gehört, die Ordnung unter den magischen Wesen zu erhalten. Schon bald stellen Susan und Merlin fest, das ihre Vergangenheit mehr miteinander verknüpft ist. als beide ahnten.

"Die magischen Buchhändler von London" von Garth Nix ist eine spannende Fantasy-Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Für mich war es das erste Buch des Autors und die fantasievolle Gestaltung der magischen Wesen hat mir viel Freude bereitet, so dass ich nun Lust bekommen habe, weitere seiner Bücher zu entdecken. Susan, Merlin und dessen Schwester Vivien sind mir trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - ihrer diversen Eigenheiten schnell ans Herz gewachsen, auch die anderen Figuren fand ich umfassend und detailliert beschrieben, so dass ich zu jedem das passende Bild vor meinem geistigen Auge hatte. Ein weiteres Highlight war für mich Hintergrund der Buchläden und die Tatsache, dass bei vielen der Personen immer wieder die Liebe zu Büchern thematisiert wurde.

Den Schreibstil kann ich nur als rasant bezeichnen, wie es für die Protagonisten beinahe während der gesamten Handlung Schlag auf Schlag ging, so temporeich wurde auch der Leser durch den Roman geführt. Dadurch habe ich die Spannung konstant auf einem hohen Niveau empfunden und das Leseerlebnis war für meinen Geschmack viel zu schnell an seinem Ende angekommen. Dabei wurde die Auflösung in einigen offenen Fragen, die anfangs ziemlich großen Raum in der Motivation der Figuren eingenommen hatten, meiner Meinung nach recht knapp abgehandelt, ein Nebenstrang, für den ich mir noch Antworten erhofft hatte, blieb völlig auf der Strecke. Möglicherweise bieten diese Punkte ja genügend Potential für eine Fortsetzung. Dennoch habe ich mich von der fantastischen Geschichte ganz wundervoll unterhalten gefühlt und spreche dafür gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Rasant und fantasievoll erzählt Garth Nix seine Geschichte, dabei glänzt er mit einer Vielzahl magischer Geschöpfe und dem äußerst spannenden Handlungsverlauf. Für mich hat der Roman ein wunderbares Leseerlebnis dargestellt, so dass ich ihn gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 12.05.2022

Gemächlicher Einstieg, später wurde es genau so spannend, wie bei den Vorgängerbänden

Midnight Chronicles - Seelenband
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Am Tag des Blutbades hat Ella sowohl ihren Vater verloren als auch ihren Kampfpartner Owen, der sein Leben opferte um ihres zu retten. Sterbend hatte Owen Ella seine Liebe gestanden, um den Erinnerungen ...

Am Tag des Blutbades hat Ella sowohl ihren Vater verloren als auch ihren Kampfpartner Owen, der sein Leben opferte um ihres zu retten. Sterbend hatte Owen Ella seine Liebe gestanden, um den Erinnerungen zu entfliehen, reist sie nach Prag und hilft dem dortigen Quartier bei der Bekämpfung der zahllosen Geister, die die Stadt bevölkern. Bis plötzlich Wayne auftaucht, mit dem Ella monatelang eine heimliche Beziehung verbunden hat - auch er hat noch mit den Folgen des Blutbades zu kämpfen, Ellas Schuldgefühle verhindern allerdings, dass sie sich wieder näher kommen. Doch außer ihr ist Wayne der einzige Soulhunter in der Stadt und Ella benötigt dringend seine Hilfe...

"Midnight Chronicles - Seelenband" von Bianca Iosivoni und Laura Kneidl ist der vierte Band der Reihe, der es zunächst etwas ruhiger angehen lässt, als die ersten drei Teile. Ella und Wayne kannte ich als Nebenfiguren aus den Vorgängerbüchern, hier habe ich sie noch besser kennen gelernt und sie waren mir beide sympathisch. Da Ella bereits im dritten Band gemeinsam mit Roxy und Shaw nach Prag gereist ist, werden am Anfang Ihrer Geschichte die Ereignisse wiederholt, die ich schon einmal gelesen hatte, was den Einstieg nicht ganz so spannend gestaltet hat, wie ich es erwartet hätte.

Auch Ellas Arbeit als Soulhunter brachte weniger Kampfgeschehen mit sich, als ich es bei den anderen Huntern erlebt habe, so dass sich der erste Buchabschnitt ungewohnt ruhig gestaltet hat - für mich kein all zu großes Manko. Später, nachdem Wayne auf der Bildfläche erschienen ist und Ella unterstützt, nahm das Handlungstempo deutlich an Fahrt auf und ich habe den Großteil der Geschichte genau so genossen, wie die anderen Teile der Reihe. Den Schreibstil mag ich nach wie vor sehr, für mich fühlt sich die Welt der Hunter inzwischen vertraut an, so dass ich jedes neue Buch wie eine Rückkehr zu Freunden empfinde. Die Ereignisse werden abwechselnd aus dem Blickwinkel beider Protagonisten geschildert und es hat mir Freude bereitet, die Entwicklung zwischen Ella und Wayne mit zu erleben. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, so dass ich auch für diese Fortsetzung gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Am Anfang wiederholen sich Ereignisse, die schon im dritten Band zu lesen waren, wodurch sich der Einstieg in die Geschichte für mich etwas schleppend gestaltet hat. Später hat mich die Handlung gefesselt und ich habe den Roman als genau so spannend empfunden, wie seine Vorgänger, so dass ich das Buch gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 28.04.2022

Angenehmes Leseerlebnis mit Kuchenduft und Urlaubsfeeling

Café Meerblick
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Vor einem Jahrverstarb ihre besten Freundin Sophie und Mona ist immer noch tief in ihrer Trauer gefangen. Am ersten Todestag ihrer Freundin erhält Mona eine Kiste, in der unter Anderem ein liebevoller ...

Vor einem Jahrverstarb ihre besten Freundin Sophie und Mona ist immer noch tief in ihrer Trauer gefangen. Am ersten Todestag ihrer Freundin erhält Mona eine Kiste, in der unter Anderem ein liebevoller Brief der Verstorbenen liegt. Wie Sophie es sich darin gewünscht hat, reist Mona spontan nach Norderney, wo die Freundinnen immer wieder herrliche Urlaubstage verbracht hatten. Begleitet von Sophies Tagebuch lernt Mona eine neue Freundin kennen, die ihr den Anstoß gibt, ihr Leben grundlegend zu verändern und einen Traum zu verwirklichen, den sie einst gemeinschaftlich mit Sophie umsetzen wollte.

"Café Meerblick" von Christin-Marie Below ist eine Geschichte, die trotz des traurigen Hintergrunds angenehm zu lesen ist und einen Hauch von Wohlfühlatmosphäre mitbringt. Mona, ihre neue Freundin Caro und auch Sophies jüngere Schwester Franzi sind sympathische Figuren, die ich gern bei ihren Streifzügen auf der wunderbaren Nordseeinsel begleitet habe. Norderney bildet ein ausgesprochen einladendes Setting, wodurch das Leseerlebnis für mich eine Menge Urlaubsfeeling ausgestrahlt hat - ich habe direkt Lust bekommen, selbst spontan an die See zu reisen. Durch Monas Liebe zum Backen hatte ich beim Lesen immer das Gefühl von Kuchenduft um die Nase, deshalb hat es mir sehr gefallen, am Buchende die Rezepte für die beiden Lieblingskuchen der Protagonistin zu finden.

Den gefälligen Schreibstil der Autorin habe ich schon in "Pension Herzschmerz" gemocht und es hat mich sehr gefreut, zwei der Hauptfiguren aus diesem Buch hier kurz in einer Nebenrolle wieder zu treffen. Allerdings hatte ich den Eindruck, Mona und ihren Freundinnen emotional nicht ganz so nahe zu kommen, wie ich es gern gehabt hätte. Tatsächlich fand ich Sophie, deren Erinnerungen immer wieder in Form von Tagebuchausschnitten eingefügt waren, beinahe greifbarer als Mona selbst, die doch im Mittelpunkt der Handlung gestanden hat. Allerdings hatte ich trotz der kleinen Kritik insgesamt ein bezauberndes Leseerlebnis, das ich gern an Freunde romantischer Literatur weiter empfehle.

Fazit: Die Geschichte ist angenehm zu lesen und macht Lust auf Urlaub an der Nordsee. Trotz des traurigen Einstiegs habe ich Wohlfühlatmosphäre empfunden und spreche dafür gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 25.04.2022

Solide Fortsetzung der humorvollen Fantasyreihe

Papier & Blut
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Der Siegelagent Al MacBharais erhält einen Anruf von der Schülerin einer Kollegin, die ihm aufgeregt erzählt, dass ihre Meisterin und kurz darauf eine weitere Siegelmagierin sowie deren Schülerin spurlos ...

Der Siegelagent Al MacBharais erhält einen Anruf von der Schülerin einer Kollegin, die ihm aufgeregt erzählt, dass ihre Meisterin und kurz darauf eine weitere Siegelmagierin sowie deren Schülerin spurlos verschwunden sind. Zusammen mit dem Hobgoblin Buck Foi reist Al nach Australien und trifft dort nicht nur auf eine Vielzahl mörderischer Kreaturen, sondern auch auf den eisernen Druiden und seine Hunde, die den mystischen Ereignissen ebenfalls auf den Grund gehen wollen.

"Papier & Blut" von Kevin Hearne ist der zweite Band der "Chronik des Siegelmagiers" und obwohl Al und Buck hier ein in sich abgeschlossenes Abenteuer bestreiten, finde ich, man sollte zunächst den Vorgänger "Tinte & Siegel" gelesen haben. Denn dort werden nicht nur die Figuren deutlich ausführlicher vorgestellt, es gibt auch einen Handlungsstrang im Hintergrund, der sich durch die Bücher der Reihe fortsetzt. Der etwas kauzige Protagonist Al MacBharrais und sein vorwitziger Hobgoblin Buck waren mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und es hat mir Spaß gemacht, sie erneut begleiten zu können. Neben den bekannten Figuren schuf der Autor einige neue Wesen, die seine fantasievolle Erzählweise untermalen und Al immer wieder in neue, skurrile Situationen bringen.

Den Schreibstil habe ich sehr gemocht, Kevin Hearne schafft eine einzigartige Mischung aus Spannung und Wortwitz. Insgesamt kam die Geschichte meiner Meinung nach nicht ganz an das Vorgängerbuch heran, vielleicht lag es daran, dass ich den schrägen Humor bereits kannte und er sich für mich ein klein wenig abgenutzt hatte, dennoch hatte ich mit dem Roman unterhaltsame Lesestunden und mochte den E-Reader bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. Deshalb spreche ich auch für den zweiten Teil der Siegelmagier-Reihe gern eine Leseempfehlung aus und bin sicher, dass ich auch den nächsten Band lesen werde, sobald er auf dem Markt erschienen ist.

Fazit: Nicht ganz so perfekt wie der Vorgänger, dennoch unterhält auch dieses Buch mit Ideenreichtum, Wortwitz und skurrilen Humor, so dass ich es gern weiter empfehle.