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Abibliophobia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Mädels

Was vor uns liegt
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Das Cover ähnelt vielen aktuellen Romanen, aber die Story ist so unique, wie sie nur sein kann.
Ich liebe Freundinnen-Cliquen mit Geheimnissen, also lasst uns beginnen herauszufinden , wer welches Päckchen ...

Das Cover ähnelt vielen aktuellen Romanen, aber die Story ist so unique, wie sie nur sein kann.
Ich liebe Freundinnen-Cliquen mit Geheimnissen, also lasst uns beginnen herauszufinden , wer welches Päckchen mit sich trägt und welches Geheimnis als Erstes ans Licht kommt. Die Frauen fühlen sich auf unterschiedliche Weise gefangen und sind aus unterschiedlichen Gründen dort. Eins haben sie alle gemeinsam: sie möchten mehr vom Leben.
Man braucht ein wenig, um reinzukommen, bei so vielen Frauen, aber Stück für Stück lernt man sie und ihre Herkunft kennen. Man begleitet sie fast schon wie ein heimlicher Beobachter und fühlt sich beim Lesen fast schon ertappt, dass man so viel aus ihrem Leben erfährt. Alle Mädchen fühlen sich in der Gemeinschaft sehr wohl, wollen aber trotzdem fliehen. Die Nonnen erfüllen genau das Klischee, das man von einem Internat hat. Als Xenia abhaut bekommt man einen ersten schonungslosen Blick hinter die Kulissen. Die Kapitel sind sehr lang und teilweise recht zäh. Das Buch ist ein wenig wie eine italienische Version von Jane Austen.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Keine leichte Kost

Eine Insel im Meer
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Eine schwedische Kinderbuchautorin? Das hat doch schon einmal sehr gut funktioniert. Ich bin gespannt auf die spannende Reise der beiden Schwestern von Wien nach Schweden und ich bin gespannt auf mein ...

Eine schwedische Kinderbuchautorin? Das hat doch schon einmal sehr gut funktioniert. Ich bin gespannt auf die spannende Reise der beiden Schwestern von Wien nach Schweden und ich bin gespannt auf mein erstes Jugendbuch, das ich lesen werde als Erwachsene.
Dieses Buch behandelt die Flucht zweier Schwestern aus Wien nach Schweden zur Zeit des Nationalsozialismus. Ernster kann ein zu behandelndes Thema kaum sein, eine kindgerechte Aufbereitung ist eine absolute Herausforderung vor der ich großen Respekt habe. Sie ist Annika Thor allerdings sehr gut gelungen. Das Buch ist einfühlsam und kindgerecht verfasst mit der nötigen Schwere und Ernsthaftigeit, aber ohne Angst zu machen. Die liebevollen Illustrationen runden das insgesamt sehr gute Bild ab. Steffi und Nelli leben zwar in unterschiedlichen Familien, sehen sich aber dennoch jeden Tag. Tante Märta klingt alt und teilweise gruselig, ist aber ein herzensguter Mensch. Die Rückblicke zwischendurch zeigen, wie schwer und auswegslos die Situation für die Eltern war, die ihre Kinder allein in ein fremdes Land schickten. Das Buch ist sehr gut erzählt und genau deshalb hat es, wenn man es als Erwachsener liest noch mehr Schwere und Wucht und nimmt den Leser ganz schön mit.
Das Buch ist absolut kindgerecht und es stellt Fragen, auf die auch Erwachsene keine richtige Antwort haben, weil das Warum und die grausame Zeit keine Erklärung haben.

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Veröffentlicht am 14.09.2023

Obsessiv

Zeiten der Langeweile
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Ich bin genauso alt wie die Autorin, ich habe gestern mein neues Handy eingerichtet und war maximal genervt davon und ich verbringe sowieso zu viel Zeit mit Handy und Social Media. Die ideale Voraussetzung ...

Ich bin genauso alt wie die Autorin, ich habe gestern mein neues Handy eingerichtet und war maximal genervt davon und ich verbringe sowieso zu viel Zeit mit Handy und Social Media. Die ideale Voraussetzung also, um dieses Buch zu lesen. Das Cover und der Klappentext überzeugen mich und ich bin wahnsinnig gespannt. Das erste Buch das ich lese indem es um Corona geht. Es passt einfach alles, weil ich genau das Alter der Protagonistin habe und mit ihr auf eine nostalgische Zeitreise gehen kann. Das Buch besticht durch eine klare Beschreibung fast emotionslos, die einen dennoch in seinen Bann zieht. Durch das Buch wird einem erst einmal bewusst wie viele Spuren man im Internet hinterlässt. Man bekommt es fast mit der Angst zu tun. Die Protagonistin wird immer fanatischer, man fragt sich ob sie nicht von einem ins andere Extrem gerät und damit genauso ihre Zeit verschwendet. Sie wird immer paranoider, schaltet ihre Kamera dauerhaft aus und das als Dozentin die Vorlesungen hält. Das nimmt alles schnell Überhand. Es ist mutig, aktuelle Themen wie Corona und Impfgegner mit in die Story zu nehmen, selbst aktuell konnte man sich kaum dran erinnern, wie das alles war. Wird das Buch in 10 Jahren gelesen wird keiner wissen, worum es geht, andererseits ist social media ja auch im permanenten Wandel und der Status quo bei Veröffentlichung schon wieder ein anderer. Mit jeder Seite wird es immer übertriebener: wie bei allen Situationen und Lebenseinstellungen denke ich, dass ein vernünftiges Mittelmaß gesund ist ohne in beide Extreme abzurutschen. Stellenweise ist sie schon sehr besessen. Unabhängig von Corona isoliert sich sich schon sehr. Eine eigene Einstellung haben ist ok, aber andere Leute verteufeln, die diese Meinung nicht teilen ist schon sehr intolerant, besonders wenn man selbst Rücksichtnahme einfordert. Kritische Reflexion ist ok, aber es sollte nicht das gesamte Leben inkl. Jobwahl bestimmen. Digitale Ruhe ist ok, aber wenig bis keine soziale Interaktion ist schon sehr schwierig. Insgesamt war mir das Buch dann doch zu eingefahren und extrem.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Empathie ja oder nein?

Verheizte Herzen
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Das Cover ist Geschmackssache, ich bin kein Fan großer Blumen, aber es fällt auf jeden Fall auf. Der Titel ist äußerst passend und der Klappentext vielversprechend. Als Erstes kam mir in den Sinn, dass ...

Das Cover ist Geschmackssache, ich bin kein Fan großer Blumen, aber es fällt auf jeden Fall auf. Der Titel ist äußerst passend und der Klappentext vielversprechend. Als Erstes kam mir in den Sinn, dass das Thema wirklich mal neu ist. Persönlich habe ich keine Bezugspunkte dazu, da ich noch nie Geliebte war 😊, umso spannender ist das Thema. Ich verurteile Betrug seit und wollte einfach wissen, inwiefern das Buch einen Einfluss auf meine Meinung und Werthaltung hat – würde ich vielleicht sogar Mitleid mit der Protagonistin haben?
Bücher und ihre Themen müssen einen reizen und das ist hier definitiv der Fall. Wie denke ich über das Thema nach Abschluss der letzten Seiten? An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, als organisierter aufgeräumter Mensch machen mich die eingerückten Zeilen etwas nervös 😊 Auch die Geschwindigkeit mit der man die Seiten liest (da sie wenig Text beinhalten) ist neu für mich. Die direkte Ansprache an ihren toten Geliebten ist sehr eindringlich, man spürt die Trauer und Verzweiflung, noch bevor man irgendetwas über diese Person erfährt.
Ein Verlust ist ein Verlust und jeder hat das Recht auf seine Art zu trauern.
Ein paar Sätze treffen mitten ins Herz wie z.B. „Woher sollen wir wissen, welche Tage später einmal Wendepunkte sind?“. Die Sprache ist klar und schonungslos, beizeiten derb, aber einen Liebesroman mit schwülstigen Sätzen hatte ja auch niemand erwartet. Gekonnt werden das Kennenlernen und der Anfang der Beziehung in die Tragödie eingesponnen. Die Spannung bleibt, da der Leser zu Anfang noch nichts über den Tod des Geliebten erfährt. Trotz weniger Worte auf den einzelnen Seiten, kommt unfassbar viel Inhalt mit, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Zwischendurch entdeckt man immer wieder liebevolle Elemente zwischen den knallharten Sätzen: an einigen Stellen fast poetisch und dann wieder kühl und brutal. Obwohl ich skeptisch war und es nicht wollte, muss ich sagen, dass mich das Buch schnell gefesselt hat. Der Schreibstil zieht in einen Bann, ob man will oder nicht.
Geschickt werden die Verletzungen der Vergangenheit eingewebt bis zur schwierigen Kindheit zurück, sehr gut dargestellt. Die Autorin hat einen sehr guten Blick für Details, Schilderungen sind niemals überflüssig, sondern sagen immer etwas aus. Zwischendurch nervt das Weinerliche und Besitzergreifende allerdings sehr. Es wird an einigen Stellen so getan, als wäre eine Affäre etwas Gesellschaftsfähiges, das man sich ab und an mal gönnen darf. Natürlich mag man die Protagonistin nicht, sie ist kalt, lügt, ist gewissenlos und drängt sich nach dem Tod wie eine Psychopathin ist das Leben und die Familie der Witwe. Aber ein wenig versteht man sie doch und am Ende stellt sich die Frage: Würde man es vielleicht ebenso machen, wenn man solch einen Verlust erlitten hat und macht uns genau diese Frage vielleicht sogar so große Angst?

Veröffentlicht am 15.02.2020

Hatte ich mir anders vorgestellt

Sweet Sorrow
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Da ich bereits von "Zwei an einem Tag" begeistert war, hatte ich mich sehr auf den neuen Roman von Nicholls gefreut. Vorab schon einmal: das ist das schönste Buch, das ich in den Händen gehalten habe. ...

Da ich bereits von "Zwei an einem Tag" begeistert war, hatte ich mich sehr auf den neuen Roman von Nicholls gefreut. Vorab schon einmal: das ist das schönste Buch, das ich in den Händen gehalten habe. Die Idee keinen Schutzumschlag zu verwenden, sondern ein glänzendes, hochwertiges und absolut liebevoll gestaltetes Cover hat mich optisch komplett überzeugt.
Man beginnt das Buch mit gemischten Gefühlen, da man automatisch an die eigene erste Liebe denkt, man schwelgt in schönen Erinnerungen. Die witzige und selbstironische Einführung von Chrles Lewis, dem nach seinem Schulabschluss die Welt offensteht, hat mich überzeugt. Er ist ein typisch unsichtbarer Junge, der erst nach der Schulzeit zu sich selbst findet. Die Sprache ist herrlich bildhaft, gerade wenn es um Sachen wie den ersten Kuss geht. Dann begegenet Charlie endlich Fran Fischer und erst kann man sich überhaupt nicht vorstellen, dass auch den beiden ein Paar wird.
Dies ist kein reiner Liebesroman, es geht ums Erwachsen werden, um die Trennung der eigenen Eltern, um Freunde , um Depressionen, um Familie und eben auch um die Liebe. Die Geschichte ist sehr realistisch erzählt, nichts wird verklärt, dramatisiert oder ramtischer beschrieben als es ist. Ein toller sachlicher Stil, der mich sehr beeindruckt hat.
Charlie ist nicht nostalgisch und verschwendet nicht viele Gedanken an seine Vergangenheit, aber ausgerechnet dann holt sie ihn wieder ein. Man wartet mit Spannung darauf, ob es zu einem Wiedersehen zwischen ihm und Fran kommt. Die Überleitungen sind intelligent gewählt, sodass man immer wieder Neues über Charlies Familie und ihre Entwicklung erfährt. Zwischendurch zieht sich die Geschichte allerdings etwas, die Theaterproben sind für meinen Geschmack nicht besonders spannend.
Dennoch ist dies endlich mal ein authentisches Buch über die erste Liebe, kein Hollywoodkitsch, sondern eine Geschichte mit langsamer Annäherung und großer AUfregung. Man erinnert sich daran, wie unbeholfen man selbst damals war, wie die Beziehung langsam wächst und eventuell auch auseinander geht. Ein schönes Buch mit einem realistische Ende, kein klassisches, aber dennoch ein Happy End. Es kommt allerdings nicht an die anderen Romane von Nicholls heran.