Gen Westen liegt die Freiheit (?)
Das wilde Herz des WestensDies ist die Lebensgeschichte zweier ungleicher Freundinnen kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Phoebe möchte dem Kriegsleid entkommen und mit einem Cowboy, den sie noch nicht einmal kennt, im Westen ...
Dies ist die Lebensgeschichte zweier ungleicher Freundinnen kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Phoebe möchte dem Kriegsleid entkommen und mit einem Cowboy, den sie noch nicht einmal kennt, im Westen neu anfangen. Sie überredet Briana mitzukommen. Zusammen beginnt für die beiden jungen Frauen das Abenteuer ihres Lebens.
Als Leser ist man mittendrin auf dem beschwerlichen Weg im Planwagen Richtung Westen. Diese Reise wird so plastisch beschrieben, daß man regelrecht in die Geschichte eingesaugt wird.
Man erlebt Entbehrungen, Grausamkeiten und Gräueltaten hautnah mit und möchte einfach nur noch mit den Siedlern am Ziel ankommen.
Neue Freundschaften bilden sich, alte Feindschaften werden wiederbelebt. Die Reise verlangt allen das Äußerste ab. Auf so einer beschwerlichen Reise bröckeln alle Hüllen, und am Ende liegt der wahre Charakter bloß. Das finde ich sehr gut dargestellt. Überhaupt ist sie Entwicklung der Charaktere hervorragend gelungen.
Das Buch hat so viele Höhepunkte, daß es trotz des großen Umfangs niemals langweilig wird.
Mich haben einige Passagen sehr zum Nachdenken angeregt. Einige Hintergrundinformationen haben mich dermaßen interessiert und fasziniert, daß ich nebenbei noch etwas recherchiert habe (z.B. das Heimstättengesetz, die Situation der irischen Einwanderer).
Der Autorin ist ein sehr beeindruckendes Buch vor historischem Hintergrund gelungen, das noch eine Weile in mir nachgeklungen hat. Faszinierend finde ich, wie wandelbar die Autorin ist, von der ich schon einige, sehr unterschiedliche Bücher gelesen habe. Gefallen haben sie mir alle.