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Veröffentlicht am 05.06.2022

Die Realität ist hart aber träumen ist erlaubt

Das Lichtenstein - Modehaus der Träume
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Das Buchcover zeigt uns eine elegant gekleidete Frau. Es ist genau der Stil der Mode, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Modehaus Lichtenstein verkauft wird. Sie wird individuell für die Kundin oder auch ...

Das Buchcover zeigt uns eine elegant gekleidete Frau. Es ist genau der Stil der Mode, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Modehaus Lichtenstein verkauft wird. Sie wird individuell für die Kundin oder auch den Kunden gefertigt und oft auch als Gesamtkomposition, mit den passenden Accessoires, zum Kauf angeboten.
Friedrich Lichtenstein leitet das Warenhaus zusammen mit seinen Söhnen Jacob und Ludwig. Sie müssen ihren Umsatz erhöhen um mit der immer größer werdenden Konkurrenz, im Zentrum von Berlin, bestehen zu können.
Jacob, der sich seit geraumer Zeit mit der Pariser Mode beschäftigt, will auch diesen Chic den Berliner Frauen anbieten. Auch der Vater ist nicht abgeneigt. Leider ist sein jüngerer Bruder Ludwig sehr konservativ und möchte keine großen modischen Veränderungen. Er liebt das Alte und Bewährte.
Jacob Lichtenstein und seine Eltern Friedrich und Marianne haben ihre Wohnungen in der obersten Etage der Modehauses. Beim Personal ist auch Marianne bekannt und beliebt. Sie sieht die Angestellten als eine große Familie.
Jacob gelingt es einen Teil seiner Vorstellungen zur Belebung des Geschäftes mit großem Erfolg zu erreichen, da schlägt das Unheil zu.
Das Lichtenstein, in das große Geldsummen für Umbau, neue Stoffe und Kollektionen geflossen sind, brennt aus. Was das Feuer nicht vernichtete tat das Löschwasser. Auch die Familie Lichtenstein hat keine Bleibe mehr.
Marianne Lichtenstein liegt viel an den Angestellten. Zahlreiche persönliche Schicksale sind ihr bekannt. So wird nach dem ersten Schock, mit vereinten Kräften aufgeräumt und gerettet, was noch zu retten ist. Wenn auch noch in weiter Ferne, das Haus soll wieder eröffnet werden.
Doch dann, Krieg.
Im Sommer 1914 sind die Menschen euphorisch und der Meinung, Weihnachten ist er vorbei. Welch Irrtum.
So lernen wir etliche Mitarbeiter, ihre Eigenarten und Schicksale kennen und begleiten sie fünf Jahre.
Im Sommer 1918 ahnen viele, dass der seit 4 Jahren tobende Krieg sich dem Ende nähert. Dann kommt auch wieder eine bessere Zeit für die Mode. Aber hat sie nicht bereits begonnen mit dem Erfolg der Präsentation im Lichtenstein?
Die Männer wollen sich am Anblick der Frauen erfreuen. Dunkle, triste Farben zeugen vom Elend des Krieges. Man möchte ihn vergessen und wieder ins normale Leben zurück kehren.
Der Schreibstil von Marlene Averbeck ist flüssig und sehr gut zu lesen. Es wurde ein spannender Bogen gehalten. Man muss wissen, wie es weiter geht und legt das Buch nicht gern aus der Hand. Der Auftakt dieser Trilogie ist ihr sehr gut gelungen.
Schade, dass erst im Herbst 2021 der zweite Teil der Lichtenstein Saga, mit dem erwartungsvollem Titel, Modehaus der Wünsche, erscheint.
Gern möchte ich wissen wie die Geschichte des Warenhaus fort schreitet. Raufen sich die Brüder Ludwig und Jacob zusammen? Wie geht die Entwicklung der Mode weiter? Wo finden die Frauen, die gelernt haben, auch in Männerdomänen, Verantwortung zu übernehmen ihren Platz?
Berlin, ein Modezentrum, davon war mir nichts bekannt.
Mich hat das Buch absolut überzeugt und ich kann nur empfehlen es zu lesen.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Brillanter Abschluss der Trilogie

Erntejahre
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Was 1930 in Königsberg mit der 19-jährigen Constanze von Warthenberg begann, findet im Jahre 2004 seinen Abschluss. Drei Generationen von selbstbewussten starken Frauen umfasst diese Trilogie. Der dritte ...


Was 1930 in Königsberg mit der 19-jährigen Constanze von Warthenberg begann, findet im Jahre 2004 seinen Abschluss. Drei Generationen von selbstbewussten starken Frauen umfasst diese Trilogie. Der dritte Band handelt hauptsächlich von Bettina, der Enkelin Constanze´s.
Dieser finale Abschlussband der Warthenberg-Saga berührte mich tief. Bettina, geboren im Jahre 1958 in Braunschweig, ist eine neugierige, junge Frau. Sie hat ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das sie einzusetzen weiß.
Seit dem ersten Buch mit dem Titel „Libellenjahre“ hat mich diese Saga gefesselt. Izabelle Jardin schafft es, mich mit ihrer wunderbaren bildhaften Erzählweise in den Bann zu ziehen. Sie hat einen Spannungsbogen geschaffen, der bis zum letzten Kapitel des dritten Buches anhält. Sehr emphatisch hat sie die deutsche Geschichte, mit ihren Höhen und Tiefen, gerade auch in den „Erntejahren“, geschickt eingebunden. Beginnend 1930 in Königsberg, floss das jeweilige Zeitgeschehen durchgehend in die Handlung der gesamten Trilogie ein. Daher ist es nützlich, die Bücher in der passenden Reihenfolge zu lesen.
Bettina ist vier Jahre jünger als ich, so das mir viele, der damaligen Ereignisse, bekannt waren. Schon in der Schule beginnt sie sich politisch zu engagieren. Sie hinterfragt stets das aktuelle Geschehen, das geprägt ist von Katastrophen, Protestbewegungen, Terror und RAF. Aus der Vergangenheit ihrer Familie weiß sie wenig. Man hüllt sich in Schweigen, was aber oftmals dem eigenen Schutz dient. Schließlich waren Constanze und Clemens in der DDR geblieben. Man hört nichts mehr von ihnen. Keiner weiß warum. Es war die Zeit des kalten Krieges. Ständig brodelt es zwischen Ost und West. Bettina ist eine von Warthenberg, stark und zielstrebig. Als auf der Danziger Werft gestreikt wird ahnt sie, dass es zu politischen Veränderungen in Europa kommen wird. Sie hat den Zeitgeist richtig erkannt. Auch privat hat sie ihr Glück gefunden. Leider erfüllt sich ihr Kinderwunsch nicht nach ihren Vorstellungen.
Im Abschlussband der Warthenberg-Saga kommt die Familie endlich zusammen. Wunderbar fügen sich die einzelnen Teilchen aneinander. Es klärt sich, warum nie ein Wort über den Verbleib von Bettina`s Großeltern zu erfahren war. Die Mauer ist weg. Europa wächst zusammen. Constanze, die sehr viel Leid erfahren hat, kann sich einen Traum erfüllen. Mit den „Erntejahren“ hat Izabelle Jardin diese famose Trilogie beendet. Ich hätte immer weiter lesen können. Bettina, die mir durch ihr Alter sehr nahe stand, ist mir besonders ans Herz gewachsen.
Die 3-teilige Reihe ist ein Lesehighlight.. Sie überzeugte mich zu hundert Prozent. Was für eine Kleinarbeit muss die Autorin für das detailgetreue einflechten deutscher Geschichte bewältigt haben.
Das Buch erhält von mir 5 wohlverdiente Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Deutsche Geschichte einprägsam erzählt. Ein Wechselspiel der Gefühle

Wunderjahre
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Die Warthenberg-Saga geht weiter.

Nachdem ich bei dem ersten Buch „Libellenjahre“ von Anfang bis Schluss des Buches gefesselt war, hat Izabelle Jardin diesen Spannungsbogen gehalten. Sogar noch weiter ...


Die Warthenberg-Saga geht weiter.

Nachdem ich bei dem ersten Buch „Libellenjahre“ von Anfang bis Schluss des Buches gefesselt war, hat Izabelle Jardin diesen Spannungsbogen gehalten. Sogar noch weiter erhöht.
Im ersten Buch, das anfangs noch in libellenhaft leichten Zeiten in Königsberg und Danzig spielte und durch Krieg, und Vertreibung jäh endete, ist im zweiten Buch Nachkriegszeit.

Dreizehn weitere Jahre, von 1949 bis zum schlimmsten Tag, den Berlin meiner Meinung nach je erlebte, den 13. August 1961, umfasst der Roman „Wunderjahre“. Schwere Zeiten. Im Ostsektor mehr als im Westteil der Stadt. In diesen Jahren ist Eva, nun zur Protagonistin des Romans aufgestiegen. Obwohl auch die Liebe nicht zu kurz kommt, ist es eine seelische Achterbahnfahrt, die wir miterleben.
Aufstehen, Krone richten, weiter machen. So erleben wir die Frauen der Familie von Warthenberg. Stolz und unbeugsam. Sie wissen wer sie sind und was sie können.

Die politische Situation in der Nachkriegszeit ,war besonders in Berlin spürbar. Für ein junges 17- jähriges Mädchen zu dem Eva herangereift ist, nicht einfach. Doch sie muss ihren Weg finden, auch wenn ihre Eltern anderer Meinung sind. Aber da ist ja noch Großmutter Charlotte. Das anerkannte Oberhaupt der Familie. Ihre Lebensweisheit gibt sie weiter. Für jeden hat sie ein offenes Ohr. Ihre Ansichten kann sie gut begründen. Damit regt sie zum Nachdenken an.

Die Autorin hat eine Spannung geschaffen, die man gern durchdringen möchte. Aber, sie wird bis zum Ende dieses zweiten Teils der Saga gehalten. So fieberte ich mit Eva mit, die wie ihre Mutter Constanze immer wieder sehr viel Leid ertragen muss. Es ist ein sehr emotional geschriebenes Buch, das mich nicht nur einmal zu Tränen rührte.
Unsere Zeitgeschichte, so vermittelt zu bekommen, ist schon etwas Besonderes. Das geteilte Deutschland, die Zonengrenze, die mitten durch Berlin ging und die dadurch, zerrissenen Familien, welche schon durch den Größenwahn Hitlers so viel ertragen mussten, viele wissen nicht, wie es war.

Ich möchte nicht spoilern. Die Handlung ist sehr fesselnd und hat mich zu hundert Prozent überzeugt und mitgenommen. Das jähe, unerwartete Ende des Buches macht die Wartezeit auf den dritten Band nicht leicht.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Die empfindsame Frau hinter der Ikone

Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne (Ikonen ihrer Zeit 2)
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Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe, die vom Ullstein Verlag unter dem Motto „Ikonen ihrer Zeit“, herausgegeben wird.

Juliana Weinberg hat das Leben Audrey Hepburn in einen sehr gut geschriebenen ...

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe, die vom Ullstein Verlag unter dem Motto „Ikonen ihrer Zeit“, herausgegeben wird.

Juliana Weinberg hat das Leben Audrey Hepburn in einen sehr gut geschriebenen Roman erzählt. Dadurch erhält der Leser einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt und wird nicht nur mit Daten konfrontiert. Es wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der mich in seinen Bann zog.

So erfuhr ich erfuhr einige Dinge aus ihrem viel zu kurzen aber wirkungsreichen Leben, die ich nie bewusst wahr nahm. Geboren in Brüssel war sie Britin, wie ihr Vater. Das musste in Kriegszeiten, in denen sie bei ihrem Großvater in den Niederlanden lebte, verheimlicht werden. Die Mutter, eine Adlige, gab ihr dort den Namen Edda.

Die Gliederung in fünf Teile, die in einzelnen Kapiteln strukturiert sind, hat mir gut gefallen. Der Prolog beginnt mit der sechsjährigen Audrey im Jahre 1935 und endet auf einem Flug nach Äthiopien im März 1988. Zu diesem Zeitpunkt engagiert sich für das Kinderhilfswerk UNICEF als Sonderbotschafterin. In dessen Auftrag ist sie unterwegs. Im sozialen Engagement fand sie ihre Erfüllung.

Wir tauchen tief in die Gefühlswelt der Audrey ein. Bekannt und hervorgehoben sehen wir sie als wunderschöne Schauspielerin, die den Modestil der 50iger und 60iger Jahre prägte. Aber sie war viel mehr.
Das kleine Schwarze und große Sonnenbrillen waren für sie bezeichnend. Sie war das Vorbild für den Modestil der damaligen Zeit. Daher finde ich das Cover mit dem langen schwarzen Kleid nicht so gelungen.
Der Weg zu ihrer Berühmtheit war sehr steinig. Viele Umwege musste sie gehen.

Das kleine Mädchen, das Balletttänzerin werden wollte aber auf Grund der Hungersnot in den letzten Kriegsjahren mangelernährt war, musste diesen Traum schnell aufgeben. Aber immer wieder hat sie einen Plan um Geld zu verdienen. Beruflich hat sie alles erreicht. Im privaten Leben musste sie viele Schicksalsschläge einstecken.

Sehr emotional und spannend hat Juliana Weinberg die Biografie Audrey Hepburns in diesem Buch verarbeitet. So kam mir der Mensch, hinter der Schauspielerin, viel näher.
Es passiert sehr viel zwischen den beiden Buchdeckeln, auf über 600 Seiten.
Ein wirklich lesenswertes Buch, das ich gern weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Mit Willensstärke und Wissensdurst wird ihr Traum zur Wirklichkeit

Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit 1)
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„Es geht darum, aus dem Leben einen Traum und aus dem Traum
eine Wirklichkeit zu machen“ - Zitat: Marie Curie -


Dieser Roman ist der Erste in der Reihe, Ikonen ihrer Zeit, die der Ullstein ...

„Es geht darum, aus dem Leben einen Traum und aus dem Traum
eine Wirklichkeit zu machen“ - Zitat: Marie Curie -


Dieser Roman ist der Erste in der Reihe, Ikonen ihrer Zeit, die der Ullstein Verlag herausgibt.
Marie Curie ist eine wirkliche Lichtgestalt, die ihren Träumen folgte. Ein Vorbild für alle nachfolgenden Generationen. Zeitlebens musste sie mit Schwierigkeiten kämpfen. Die waren für sie ein ständiger Ansporn ihren Traum zu verwirklichen.

Susanna Leonard hat ein komplexes Bild dieser willensstarken Frau gezeichnet. Mit ihrem Schreibstil hat sie mich sofort in ihren Bann gezogen. Die Personen sind so beschrieben, das ich sie vor mir sah und einzelne Szenen vor meinen Augen hatte, als wäre ich dabei gewesen.
In diesem Buch steht die private Marie Curie im Vordergrund. Es beginnt im Jahr 1926 auf dem Friedhof. Ihr Mann Pierre liegt dort schon viele Jahre begraben. Marie besucht ihn um mit ihm Zwiesprache zu halten. Dort ist sie ihm nahe. So erzählt sie ihm, dass ihre älteste Tochter am nächsten Tag heiraten will....... Wie geht es ihnen, Madame le Professeur, ruft eine Frau. Es ist die Witwe des Bürgermeisters. Gemeinsam mit ihrer Tochter und deren Baby kommen sie näher. Marguerite ist eine ehemalige Studentin, die jetzt ihre Doktorarbeit schreibt. Ihr großes Vorbild ist ihre ehemalige Professorin. Als die junge Mutter ein besticktes Seidentuch zusammen falten will, weckt das Erinnerungen in Marie, die sie überwältigen.
Die beiden Frauen bitten sie, sie ihnen zu erzählen. Eigentlich ist sie sehr zurückhaltend und gibt nicht gern persönliche Dinge Preis. Doch diesmal ist es anders.

So kommt es, dass Marie Curie aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Aufgewachsen in Warschau, damals unter russischer Herrschaft, hatte sie es sehr schwer. Ihre Eltern waren Lehrer und auch ihr Weg schien vorgezeichnet. In ihrer polnischen Heimat musste sie russisch sprechen. Auch in der Schule.

Marie ist nun 59 Jahre, lebt mit ihren Töchtern in Paris in ihrer Traumwohnung am Ufer der Seine. Es ergibt sich nun öfter, dass sie private Einblicke in ihr Leben als Studentin, Ehefrau, Mutter und Forscherin zulässt, auch um andere Frauen zu ermutigen, ihren Weg zu gehen. Sie hat es vorgelebt. Immer ist sie ihrem Traum gefolgt. Nie verlor sie ihr Ziel aus den Augen. Mit ihrer Begierde nach Wissen und ihrer Sturheit, hat sie es ganz nach oben geschafft. Als erste Frau lehrte sie als Professorin an der Sorbonne. Als erste Frau wurde sie mit dem Nobelpreis geehrt. So wurde sie Vorbild für nachfolgende Wissenschaftlerinnen.

Mir hat diese als Roman angelegte Biografie der Marie Curie sehr gefallen. Er zeigt auf, zu was eine Frau fähig ist, auch in der damaligen Zeit. Da war es bahnbrechend.

Dieses Buch erhält von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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