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Veröffentlicht am 03.07.2022

Ein spannendes Setting, wundervolle Charaktere und ganz viel Hoffnung.

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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Yadriel entstammt einer geheimen Familie von Brujx, in welcher jedes Mitglied mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist. Traditionellerweise sind die Frauen in der Lage, Kranke & Schwache zu heilen, ...

Yadriel entstammt einer geheimen Familie von Brujx, in welcher jedes Mitglied mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist. Traditionellerweise sind die Frauen in der Lage, Kranke & Schwache zu heilen, während es den Männern möglich ist, die Geister von Toten sicher ins Jenseits zu befördern. Doch Yadriel passt nicht in diese Muster. Sein Outing als transsexueller und schwuler Junge war denkbar schwer und dauert auch nach wie vor an, denn seine Familienmitglieder wollen ihn nicht als Brujo in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Er fühlt sich verstoßen und möchte dabei nichts weiter, als dazuzugehören. So ist es Schicksal, als er versehentlich einen unbekannten Geist zum Leben erweckt und in diesem - nebst seiner besten Freundin Maritza - einen besonderen Weggefährten findet. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach den Umständen, die zu seinem Tod geführt haben. Und vielleicht ist es auch eine Reise, auf der Yadriel endlich seine Unsicherheiten überwindet.

Wow. Ich bin noch ein wenig sprachlos, weil mich die Geschichte wirklich sehr gefesselt hat. Dabei muss ich gestehen, dass ich mir das Buch gar nicht unbedingt gekauft hätte, hätte ich nicht die Möglichkeit bekommen, es vorab zu lesen. Denn die Thematik fand ich zwar unglaublich spannend, jedoch lag sie weit entfernt von dem, was meiner Lese-Komfortzone entspricht. Umso dankbarer bin ich jetzt, Yadriel und Julian kennengelernt haben zu dürfen. Und all’ die anderen Charaktere, die mir in den letzten Tagen so sehr ans Herz gewachsen sind, und mich zugleich manchmal in den Wahnsinn getrieben haben. Maritza mit ihrer Unverfrorenheit und einer Selbstsicherheit, die ich mir selbst wünschen würde. Sie verkörpert für mich das Konzept einer starken und unabhängigen Frau, die für sich einzustehen weiß. Davon brauchen wir auch heute noch viele mehr. Manchmal wirkte sie jedoch auch ein wenig unsensibel, aber auf eine Art und Weise, wie man sie ihr nicht übel nehmen konnte. Yadriel mit seinem unerschütterlichen Sinn für das Gute in jedem Menschen, allerdings auch einer Naivität, die zuweilen leicht frustrierend war. Dann aber überraschte er wieder mit seinem Mut und seinem Ehrgeiz. Und schließlich Julian mit seiner unbändigen Energie und seinem Optimismus, zugleich aber auch einer erschreckend emotionalen Seite und einer Sturheit, die ihn hin und wieder einnahm. Was ich damit sagen möchte: die Figuren trugen in sich bereits eine solche Vielfalt, wie sie in der Handlung weitergetragen wurde. Es wurde nicht das gesamte queere Schema abgedeckt - was auch kaum innerhalb eines Buches möglich gewesen wäre - aber es sind doch einige wichtige Dinge zur Sprache gekommen. Allen voran das Gefühl, nicht einmal von der eigenen Familie als das akzeptiert zu werden, was man ist. Unsicherheiten, die sich im Alltag auftun. Angestarrt zu werden. Für nicht genug gehalten zu werden. Sich verstecken zu wollen. Das alles wurde durch die Hauptfigur so gut zum Ausdruck gebracht, dass man sich unheimlich gut in die Situation hinein fühlen konnte. Ich habe viel gelernt, gelacht, geweint, und wieder einmal verstanden: Liebe, Freundschaft und Vergebung gibt es in allen Kulturen, Sprachen und Lebensformen. Und es ist immer gleich erfüllend. Wir sollten wieder öfter nach links und rechts schauen. Einander wahrnehmen und unsere Unterschiedlichkeit wertschätzen. Denn das macht uns schließlich aus.
Das für mich persönlich Wichtigste, das ich aus diesem Buch jedoch mitgenommen habe, ist ein Gefühl der Hoffnung, das auch in den schwierigsten Zeiten da sein kann.
Es fühlt sich absolut falsch an, an dieser Stelle noch Kritik am Geschriebenen zu äußern, aber da es mir mehrfach aufgefallen ist, komme ich nicht ganz drumherum. Ich hatte zwischendurch immer mal wieder Schwierigkeiten, den Dialogen richtig zu folgen. Manchmal war es, als würden ein paar Sätze fehlen, was meinen Lesefluss kurzzeitig gestört hat. Aber das kann natürlich auch durch die Übersetzung passiert sein. Außerdem ist das Meckern auf hohem Niveau, denn das Buch hat mich ehrlich begeistert!
Bonuspunkt: das Exemplar war signiert UND hatte ein passendes Lesezeichen und sogar eine Rezeptkarte beiliegen. Ich bin ausgeflippt, als ich das gesehen habe…danke an Vorablesen, den Dragonfly Verlag und den Autor, für diese gelungene Überraschung!

Fazit: Eine Geschichte über innige Freundschaft, die Tat der Vergebung, und Liebe - im wahrsten Sinne des Wortes - über den Tod hinaus. Ganz nebenbei wird außerdem wichtige Aufklärung betrieben und man erfährt Spannendes über die Traditionen des Dia de Muertos. Mal eine ganz andere Romantasy und für mich definitiv ein Lese-Highlight!

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Herzensempfehlung für eine leichte, unterhaltsame Lektüre

Wie man sich einen Lord angelt
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Seitdem sowohl ihre Mutter als auch später ihr Vater gestorben waren, musste Kitty sich als älteste der fünf Talbot-Schwestern um das Wohl der Familie sorgen. „Sorgen“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn ...

Seitdem sowohl ihre Mutter als auch später ihr Vater gestorben waren, musste Kitty sich als älteste der fünf Talbot-Schwestern um das Wohl der Familie sorgen. „Sorgen“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn statt einem zufriedenstellenden Erbe, hatten sie ihnen lediglich ein sanierungsbedürftiges Haus auf dem Land und obendrauf noch einen Berg von Schulden hinterlassen. Und Ehe Kitty sich versah, war auch ihr Verlobter verschwunden und damit auch die Sicherheit für ihre Zukunft. Doch sie wäre nicht Kitty Talbot, wenn sie nicht schon einen Einfall hätte, mit dem sie sich und ihre Schwestern aus der Misere würde retten können…also auf nach London, und in die Welt der Reichen. Wenn sie eines besaß, dann Charme und jede Menge Mut. Ob ihr diese Eigenschaften allerdings nützlich oder hinderlich waren, das würde sich erst zeigen…

Bevor ich meine Meinung zum Buch schreibe, muss ich mich erst einmal outen: ich habe bisher weder eines der Werke von Jane Austen gesehen, NOCH die Serie Bridgerton geschaut. Dies werde ich allerdings so bald wie möglich nachholen müssen. Denn wenn ich mich dank diverser wundervoller Zeitreiseromane schon vorher in das London der Regency-Zeit verliebt hatte, so bin ich diesem Setting nun vollends verfallen.
Der super leichte und lockere Schreibstil hat mich schnell in die Handlung gebracht und nach einer Weile bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Ich hatte bei einigen Geschichten in der Vergangenheit das Gefühl, ich würde auf etwas Bestimmtes warten, und konnte das Lesen an sich nicht wirklich genießen. Hierbei war es anders. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, die ein oder andere Sache über damalige Gepflogenheiten dazugelernt und die Charaktere so spannend gefunden, dass ich selbst nach dem dritten oder vierten Ball noch Freude daran hatte, die Schilderungen von jenen zu lesen. Möglicherweise hat das die auktoriale Erzählperspektive bewirkt. Man hatte stets einen guten Überblick über das gesamte Geschehen und war fast dazu geneigt, den Figuren aufgrunddessen Ratschläge geben zu wollen. Das war mal etwas ganz Neues, hat allerdings eine Menge Spaß gemacht.
Kitty fand ich als Protagonistin sehr erfrischend, da sie charakterlich das genaue Gegenteil von mir ist. Alles was sie sagte und tat, sprach zudem gegen jegliche Regeln und Sitten der Adelsgesellschaft. Aber genau die Rolle des bunten Hundes machte sie in meinen Augen zu einer besonderen Figur, deren Weg zum Glück ich gerne begleitet habe.
Für mein Romantikherz hätten es ein weeeenig mehr süße Szenen sein können, aber Kitsch wäre in Anbetracht der Londoner Gesellschaft und der Protagonisten vermutlich gar nicht so passend gewesen.

Noch kurz zur Cover- und Umschlaggestaltung: traumhaft schön! Sie hätte treffender nicht sein können. Einzig die Klappe am Umschlag fand ich während des Lesens etwas unpraktisch, allerdings verleiht sie dem Buch einen edlen Touch.

Fazit: Ein absolutes Herzensbuch für mich, weil es viele schöne Werte vermittelt, und vor allem unglaublich unterhaltsam ist. Ich hatte wunderbare Lesestunden im London des 19. Jahrhunderts und wäre liebend gerne länger geblieben!

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!

2 Seelen. Das erste Buch der Unsterblichkeit
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Kela hat in ihrem Leben schon große Verluste verkraften müssen. Ihre beiden Eltern sind nicht mehr für sie da und auch ihr Großvater ist kürzlich verstorben. Alles was ihr noch bleibt, ist ihr Bruder Brandon, ...

Kela hat in ihrem Leben schon große Verluste verkraften müssen. Ihre beiden Eltern sind nicht mehr für sie da und auch ihr Großvater ist kürzlich verstorben. Alles was ihr noch bleibt, ist ihr Bruder Brandon, ein sanierungsbedürftiges Haus - das zudem noch voller Rätsel zu stecken scheint - und ihre beste Freundin Suki, die sie gelegentlich in den Wahnsinn treibt. In ihren jungen Jahren hat sie das Gefühl, bereits am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen zu sein. Doch mit dem Einzug drei geheimnisvoller Männer nimmt das Übel erst richtig seinen Lauf und bald schon verliert sie auch die übrige Kontrolle über ihr Denken und Handeln. Nun hilft ihr womöglich nur noch, darauf zu vertrauen, dass sich alles Fügen wird. Doch genau das fällt ihr zunehmend schwerer, denn Vertrauen ist ein hohes Gut. Einmal in den falschen Händen, kann es schweren Schaden anrichten…

Es ist tatsächlich das erste Buch, das ich vom Autorinnen-Duo Rose Snow lesen durfte, und entsprechend gespannt war ich darauf. Dank des sehr authentischen Schreibstils kam ich gut in die Geschichte rein und habe mich mit den Geschwistern Kela und Brandon sofort wohlgefühlt. Auch der kleine Oscar hat sich ganz schön schnell in mein Herz geschlichen. Die übrigen Charaktere sind - weder für die Protagonistin, noch für den Leser - besonders schnell zu durchblicken, aber genau das braucht es in meinen Augen, um eine spannende Fantasy zu kreieren. So hatte man das Gefühl, selbst in Kaleas Haut zu stecken und mit ihr gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen, durch tiefe, dunkle Täler und über leuchtende Berge. Immer dem Instinkt folgend.
Passend dazu: der philosophische Touch an der ein oder anderen Stelle hat mir besonders gut gefallen! Ich finde es immer schön, wenn man aus Büchern auch wieder etwas mit in die reale Welt und für sein eigenes Leben nehmen kann.

Fazit: ICH BRAUCHE BAND 2! Dass ich mich in die Charaktere, das gesamte Setting und die Story verliebt habe, ist stark untertrieben. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mir so gut gefallen hat und werde mich - um die Wartezeit bis zum nächsten Teil zu überbrücken - mit Sicherheit den anderen Reihen von Rose Snow widmen. Und das solltet ihr auch tun. Zuerst dürft ihr euch aber diesem Werk annehmen! ;)

PS: Ja keine Scheu vor den über 450 Seiten! Die fliegen nur so dahin, versprochen.

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Gelungener Auftakt einer neuen Zeitreise-Story!

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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Für die 15-jährige Zoe beginnt mit ihrem Austauschjahr in London eine aufregende Zeit. Doch nur dank ihrer zwei Freundinnen und der Idee einer wöchentlichen Mitternachtsparty, kommt im Internat Dunwick ...

Für die 15-jährige Zoe beginnt mit ihrem Austauschjahr in London eine aufregende Zeit. Doch nur dank ihrer zwei Freundinnen und der Idee einer wöchentlichen Mitternachtsparty, kommt im Internat Dunwick House etwas Fahrt auf. Ehe sie sich versieht, landet sie im Jahr 1816 und findet sich nach anfänglichen Verwirrungen gut in ihrem neuen Leben als Zofe zurecht. Doch noch immer bleibt die Frage, was oder wer sie überhaupt ins 19. Jahrhundert verschlagen hat, und zunehmend auch, wie sie ihren Weg wieder zurück finden kann. Doch all’ das ist komplizierter, als sie es je hätte erahnen können…

Aniela Ley war mir bisher noch nicht als Autorin bekannt, da ich auch nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe für Jugendbücher gehöre. Ich habe in den letzten Jahren aber eine derart schlimme Sucht für Zeitreisegeschichten entwickelt, sodass ich nicht um dieses Buch herumkam. Zudem gefiel mir das Cover farblich und mit den schimmernden Metallikdetails super gut.
Am Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, weil ich mich persönlich überhaupt nicht mit den Charakteren identifizieren konnte. Ich befürchtete, dass der Schreibstil die gesamte Handlung über etwas kindlich und überzogen bleiben würde, aber das war glücklicherweise nicht der Fall. Sobald Zoe in der Vergangenheit ankam, wurde die Sprache entsprechend gediegener und passte sich so dem Setting an. Dieses hat mir persönlich besonders gut gefallen. Obwohl die Protagonistin auch in ihrer Rolle als Zofe nicht wirklich für 1816 zeitgemäß agierte, machte sie mir das im Umfeld der sonst sehr beherrschten Nebencharaktere umso sympathischer. Insbesondere im Beisammensein mit Hayden, der charakterlich absolut auf sie abgestimmt ist, musste ich einige Male Schmunzeln. Richtige Romantik kam im ersten Band leider noch nicht auf, was mich aber gar nicht so sehr gestört hat. Zoe’s Leben im Hause Arlington wurde so lebhaft und bunt geschildert, dass es einfach Spaß machte, sich von der Geschichte mitnehmen zu lassen. Im Grunde habe ich, neben dem eher albernen Anfang, nur eine einzige Sache auszusetzen: die Leseprobe von Band 2, die netterweise schon im Buch integriert ist, hat den fiesesten Cliffhänger überhaupt…und dann muss ich mich auch noch bis zum Herbst gedulden! Meeeeh.

Fazit: Eine super lustige Zeitreisenstory mit einer liebenswürdigen (und leicht überdrehten) Protagonistin, die man als Fan der Thematik auf jeden Fall gelesen haben sollte. Aber vielleicht eben erst dann, wenn die Wartezeit auf den zweiten Band nicht mehr so lange ist.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Zwischen Vertrauensfragen, Nilkrokodilen und Kleopatra.

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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{4,5 Sterne}
Inez Olivera wohnt bei ihrer Tante und ihren beiden Cousinen in Buenos Aires, während ihre Eltern die meiste Zeit des Jahres in Ägypten verbringen. Sie träumt schon ihr ganzes Leben lang davon, ...

{4,5 Sterne}
Inez Olivera wohnt bei ihrer Tante und ihren beiden Cousinen in Buenos Aires, während ihre Eltern die meiste Zeit des Jahres in Ägypten verbringen. Sie träumt schon ihr ganzes Leben lang davon, dass ihre Eltern sie mit auf ihre Abenteuer nehmen. Als sie in einem Brief ihres Onkels vom Tod ihrer Eltern erfährt, begibt sie sich alleine auf die Reise nach Ägypten, um mehr über die Umstände in Erfahrung zu bringen. Mit dabei hat sie einen Ring, der im letzten Paket lag, das sie von ihrem Vater erhalten hatte. Ihr Instinkt, diesen mitzunehmen, erweist sich als nützlich, als eine Magie darin entflammt, die ihr erste Hinweise auf uralte Geheimnisse liefert. Diesen auf der Spur trifft sie auf den Engländer Whit, der für ihren Onkel zu arbeiten scheint. Doch kann sie ihm vertrauen?

Das Cover sowie der Farbschnitt sind wunderschön und absolut passend zum ägyptischen Setting der Geschichte gestaltet, ebenso wie die goldenen Veredelungen darauf. Auch die gelegentlichen Illustrationen im Buch gefallen mir sehr gut und fügen sich perfekt in die Geschichte ein - warum, das möchte ich noch nicht verraten. Ich hätte mir aber sogar noch mehr davon gewünscht, um sich die Schauplätze noch besser vorstellen zu können. Was nicht bedeutet, dass die Beschreibungen nicht detailliert genug sind. Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen. Nur an wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass in der Übersetzung nicht die treffenden Worte gefunden worden sind, was den Lesefluss ein wenig gestört hat. Das hat sich aber nicht durch das ganze Buch gezogen, weshalb ich darüber hinwegsehen kann. Was ich allerdings ein wenig schade fand, war, wie spät die Protagonistin gewisse Zusammenhänge erst verstanden hat, obwohl sie schon viel früher offensichtlich waren. Das war störend und hat die Geschichte länger gezogen, als sie hätte sein müssen. Andere Geschehnisse und Wendungen kamen aber auch für mich unerwartet und waren sehr clever platziert. Überhaupt passiert in dieser Geschichte sehr viel, vor allem im späteren Verlauf. Und alles wirkt sehr gut recherchiert und ausgearbeitet, was bei einer derart vielschichtigen Handlung immens wichtig ist. Auch emotional wurde ich mitgenommen, durch die Höhen und Tiefen von Inez’ Reise. Eine Reise, die zum Glück noch nicht zu Ende ist und eine Menge offener Fragen nach dem ersten Band zurücklässt. Ich freue mich schon jetzt sehr auf Band 2 und bin sehr gespannt, wem sie dann ihr Vertrauen schenkt - und ob zurecht oder fälschlicherweise. Und auch, inwiefern Magie dann eine Rolle spielen wird. Diese kam mir bisher noch etwas zu kurz.

Fazit: Ein spannendes historisches Familien- und Liebesdrama im Ägypten des 19. Jahrhunderts, mit einem Funken Magie und jeder Menge Abenteuer. Etwas blutig wird es auch, vor allem aber für unsere Leser:innenherzen. Also seid gewarnt, bevor ihr euch mit Inez’ ungestümer Art einlasst! ;)

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