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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2022

Toll geschriebene, emotionale Achterbahnfahrt

Für einen Sommer unsterblich
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Gerade noch freute sich Claude auf den Road Trip mit ihrer besten Freundin, da lässt ihr Vater eine Bombe platzen: Ihre Eltern werden sich trennen und sie muss die Sommerferien mit ihrer Mutter verbringen. ...

Gerade noch freute sich Claude auf den Road Trip mit ihrer besten Freundin, da lässt ihr Vater eine Bombe platzen: Ihre Eltern werden sich trennen und sie muss die Sommerferien mit ihrer Mutter verbringen. Aber nicht etwa zuhause in der Nähe ihrer Freunde, sondern auf einer kleinen Insel ohne Handynetz und Internet vor der Küste Georgias, auf der die Familie ihrer Mutter Wurzeln hat.
Claudes Geschichte ist ganz klar ein Jugendbuch und eine Coming-of-Age-Geschichte. Es sind ihre letzten Sommerferien vor dem College und schon allein deswegen ist alles im Umbruch. Die Trennung ihrer Eltern, die baldige Trennung von ihrer besten Freundin und dann auch noch die räumliche Entfernung von ihrem Zuhause – Claude verliert den Boden unter den Füßen.
Ich mochte Claude sehr und empfand ihre emotionalen Gedankengänge als sehr nachvollziehbar, auch wenn ich nicht mehr zur direkten Zielgruppe gehöre. Sie grübelt, sie schwankt, sie macht Fehler, sie liebt und hasst und schneidet sich die Haare ab – es ist emotionale Achterbahn pur. Aber trotz allem verliert sich Claude nicht und lässt die wichtigen Menschen weiterhin an ihrem Leben teilhaben, das machte sie sehr sympathisch.
Jennifer Nivens Buch habe ich wirklich gerne und leider viel zu schnell gelesen – wegen der toll geschriebenen Entwicklung der Protagonistin, aber auch dank der süßen Liebesgeschichte, die die Autorin hier untergebracht hat. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung für alle Teenies und solche, die das gerne mal waren.

Veröffentlicht am 08.06.2022

Gelungene Fortsetzung, aber auch für Neueinsteiger

Zimt – Auf den ersten Sprung verliebt
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Vicky und ihr Freund Konstantin haben eine ganz besondere Fähigkeit: Gelegentlich machen sie Ausflüge in diverse Parallelwelten und tauschen mit ihren dortigen Ichs die Plätze. Leider passiert das stets ...

Vicky und ihr Freund Konstantin haben eine ganz besondere Fähigkeit: Gelegentlich machen sie Ausflüge in diverse Parallelwelten und tauschen mit ihren dortigen Ichs die Plätze. Leider passiert das stets ohne Vorwarnung und ohne, dass sie es in irgendeiner Weise kontrollieren könnten. In ihrem neuen Abenteuer landen Vicky und Konstantin immer wieder in der gleichen Parallelwelt, in der sie zwar auch zusammen sind, aber doch so einige Dinge ganz anders laufen. Es sind aber nicht nur ihre Doppelgänger, die ihnen während der Ausflüge in ihrer eigenen Welt Probleme bereiten. Ein unbekannter Junge lauert ihnen auf und spricht mysteriöse Drohungen aus.

Nach längerer Zeit an eine Buchreihe anzuknüpfen ist auf jeden Fall gewagt – vor allem wenn sie so erfolgreich war wie die Zimt-Reihe. Aber ich konnte nicht widerstehen und bin nun sehr froh drum, denn es hat sehr viel Spaß gemacht, wieder in Vickys Welt einzutauchen.

Vicky und Konstantin sind auf jeden Fall ein tolles Team. Ich finde, die Autorin hat hier eine tolle Balance gefunden zwischen diversen alterstypischen Zweifeln und Irrungen und dann doch wieder recht selbstbewussten und starken Figuren – das macht die beiden wirklich sehr sympathisch.

Bei den Nebenfiguren haben mir insbesondere Vickys Eltern sowie ihre Tante nebst Freund gefallen – mit ihnen gibt es so einige herrlich amüsante Momente! Ihre Freunde hingegen sind mir manchmal etwas zu blass. Hier würde ich mir ab und zu wünschen, dass die Figuren etwas längere Auftritte bzw. mit etwas mehr Tiefe bekämen.

Alles in allem konnte mich die Fortsetzung der Zimt-Reihe sehr begeistern. Toll finde ich dabei auch, dass der neue Band unabhängig von den anderen gelesen werden kann, aber gleichzeitig auch die Leser der vorherigen Bände abholt.

Veröffentlicht am 08.06.2022

Sommerlektüre mit besonderen Charakteren

Ein unendlich kurzer Sommer
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Ein in die Jahre gekommener Campingplatz wird einen Sommer lang zum Zufluchtsort für eine Gruppe von Menschen, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen dorthin verschlagen hat. Dazu gehören Lale, die ...

Ein in die Jahre gekommener Campingplatz wird einen Sommer lang zum Zufluchtsort für eine Gruppe von Menschen, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen dorthin verschlagen hat. Dazu gehören Lale, die ihr Leben auf Pause gesetzt hat, und Christophe, der nach seiner Ankunft Lales simplen Alltag auf dem Campingplatz völlig durcheinanderbringt, aber auch Gustav, der grantige Besitzer des Anwesens, der trotz seiner Verschlossenheit alle irgendwie zusammenführt.
Das Buch ist eine wunderbare Geschichte über einen Sommer an einem eigentlich nicht wirklich einladenden Ort, an dem sich eine wunderbar eigene Gemeinschaft bildet. Ich würde mich nicht unbedingt als Campingfreund bezeichnen – aber nach dieser Lektüre wollte ich am liebsten auch ein paar Tage dort am See verbringen.
Getragen wird die Geschichte von einer Besetzung aus einer ganzen Reihe von eher eigenen Charakteren. Jeder hat so sein kleines oder auch größeres Päckchen zu tragen und trägt sein Stück zu dieser besonderen Gemeinschaft bei. Ich mochte sie allesamt und fand die Figuren klasse geschrieben – keine wirkte künstlich oder eindimensional.
Im eigentlichen Sinne spannend ist das Buch nicht, aber es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, die Entwicklung der Gemeinschaft und der Beziehung der einzelnen Figuren untereinander zu verfolgen – nicht zuletzt auch deswegen, weil der Aufbau nicht 08/15 ist (so kommt etwa da, wo man einen Showdown vermutet, eben doch keiner).
Insgesamt eine, wie ich finde, richtig schöne und besondere Sommerlektüre, die mit einzigartigen Charakteren begeistern kann und wunderbar diese ganz bestimmte Atmosphäre von langen Sommertagen vermittelt.

Veröffentlicht am 08.06.2022

Klassischer Krimi mit Extra-Kniff

Der Tote aus Zimmer 12
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Nach einem recht dramatischen Ausstieg aus ihrer Karriere als Lektorin lebt Susan nun mit ihrem Lebensgefährten auf Kreta und führt dort ein Hotel, was sich aktuell eher stressig und ziemlich frustrierend ...

Nach einem recht dramatischen Ausstieg aus ihrer Karriere als Lektorin lebt Susan nun mit ihrem Lebensgefährten auf Kreta und führt dort ein Hotel, was sich aktuell eher stressig und ziemlich frustrierend gestaltet. Als sie überraschend um die Mithilfe bei dem Verschwinden einer Person bzw. bei einem alten Mordfall gebeten wird, muss sie daher nicht lange überlegen und reist innerhalb kürzester Zeit zurück nach England, um ihre Recherchen zu beginnen.
Wer schon einiges von Horowitz gelesen hat, der darf sich auch hier wieder auf seinen ganz eigenen Schreibstil freuen, der mich schon in diversen Büchern gut unterhalten hat. Auch hier erwartet den Leser ein eher klassischer Krimi, bei dieser Story hat sich Horowitz aber zusätzlich einen besonderen Kniff ausgedacht: Ein Buch im Buch. Diese Idee finde ich toll und wurde grundsätzlich auch gut umgesetzt. Allerdings ist aus diesem Grund ein ganz schöner „Schinken“ aus dem Buch geworden.
Susan als Protagonistin hat mir durchweg richtig gut gefallen. Die Geschichten – die „Ermittlungen“ von Susan wie auch der Roman, den Susan im Zuge der Recherchen erneut liest – mochte ich beide gleichermaßen. Es macht Spaß mitzurätseln, auch wenn die Verknüpfungen zwischen den beiden Fällen für den Leser nur schwer zu entdecken sind, wie ich finde. Horowitz hat hier wirklich viel Liebe zum Detail bewiesen: Diese ganzen Verwicklungen und Zusammenhänge – das muss man erst mal so hinkriegen.
Insgesamt hat mich Horowitz wieder einmal gut unterhalten und ich würde einen weiteren „Fall“ mit Susan auf jeden Fall lesen wollen. Ein paar Seiten oder auch ein paar Konstruktionen weniger hätten mir allerdings noch besser gefallen. Für Freunde des klassischen Krimis ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

Veröffentlicht am 08.06.2022

Kurzweilige Unterhaltung für Fans des Genres

Wie man sich einen Lord angelt
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Kitty Talbot ist als älteste von fünf Schwestern in einer glücklichen Familie aufgewachsen. Leider erstreckte sich dieses Glück nicht auf ihre finanziellen Mittel: Nach dem Tod ihrer Eltern ist fast kein ...

Kitty Talbot ist als älteste von fünf Schwestern in einer glücklichen Familie aufgewachsen. Leider erstreckte sich dieses Glück nicht auf ihre finanziellen Mittel: Nach dem Tod ihrer Eltern ist fast kein Geld mehr übrig und Kitty braucht eine schnelle Lösung - in Form eines reichen Ehemannes.
Die Bewerbung des Buches mit „einer Mischung aus Jane Austen und Bridgerton“ empfinde ich auf alle Fälle als zutreffend – wobei es bei Letzterem eher die Buchreihe als die Serie ist. Wer gerne typische Regency-Romane liest, der ist hier auf jeden Fall genau richtig.
Den für dieses Genre eher untypischen Rollentausch – Frau sucht Ehemann – empfand ich als gelungen. Dieser Aspekt sorgt dafür, dass sich das Buch von ähnlichen Geschichten abhebt.
Sowohl Kitty als auch Lord Radcliffe waren mir sympathisch. Die anderen Charaktere, besonders innerhalb der beiden Familien, blieben für meinen Geschmack etwas zu blass.
Alles in allem bietet dieser Roman kurzweilige Unterhaltung für alle Fans des Genres, und ich habe ihn richtig gerne gelesen.