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Veröffentlicht am 08.06.2022

Kurz vor der Geisterstunde

23 Uhr 12 – Menschen in einer Nacht
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Auf dem Cover des Buches steht, es wäre ein Roman in zwölf Geschichten. Dies ist aber nicht ganz richtig, denn es sind eher zwölf Kurzgeschichten, die mal mehr, mal weniger skurril sind. Gemeinsam ist ...

Auf dem Cover des Buches steht, es wäre ein Roman in zwölf Geschichten. Dies ist aber nicht ganz richtig, denn es sind eher zwölf Kurzgeschichten, die mal mehr, mal weniger skurril sind. Gemeinsam ist allen, dass die jeweiligen Beteiligten letztendlich auf einer Raststätte gelandet sind und nun ein Resümee ziehen. Da ist zum Beispiel das Pferd, das in einem Anhänger steht und keine Ahnung hat, was ihm bevorsteht und warum. Es erzählt mir seine Geschichte. Da ist eine Frau, die nach über zehn Jahren Ehe ausgebrochen ist, allerdings auf eine Art und Weise, die nicht gerade üblich ist. Die Wege dieser Personen und des Pferdes haben sich noch nie gekreuzt und werden dies auch in Zukunft wahrscheinlich nicht tun. Es sind Momentaufnahmen bestimmter Handlungen oder Rückblicke gelebter Leben. Dies ist interessant und stellenweise sehr kurios, ganz ernst nehmen sollte man das Buch tatsächlich nicht. Ich liebe Kurzgeschichten und wurde wunderbar unterhalten. Meine Phantasie schlug Purzelbäume und amüsierte sich prächtig. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung. Wer skurrile Literatur mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Tragischer Fehler

Der große Fehler
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An einem Freitag den 13., im Jahre 1903, wird Andrew Haswell Green auf den Stufen seines Hauses erschossen. Es ist nicht der erste Mordanschlag auf ihn, aber der erfolgreichste. Ein großer Aufschrei geht ...

An einem Freitag den 13., im Jahre 1903, wird Andrew Haswell Green auf den Stufen seines Hauses erschossen. Es ist nicht der erste Mordanschlag auf ihn, aber der erfolgreichste. Ein großer Aufschrei geht durch New York, das Entsetzen ist groß, gilt der Ermordete doch als verantwortlich für den Central Park, den Bronx Zoo, das American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art und vieles mehr. Wer war der Mann, der mit 83 Jahren so brutal aus dem Leben gerissen wurde, und warum wurde er ermordet?

Anfangs hatte ich große Probleme damit, in das Buch hineinzufinden, was daran lag, dass ich etwas anderes erwartet habe. Aufgrund des Klappentextes und des Umstandes, dass ich keine Rezensionen zu Büchern, die mir bereits aufgefallen sind und mich interessieren, lese, habe ich einen Kriminalroman erwartet und lag damit meilenweit davon entfernt, um was es tatsächlich geht, nämlich eine Geschichte über das Leben und Schaffen von Andrew Haswell Green. Dieser war eine bedeutende Persönlichkeit, die mir aber bis zum lesen des Buches absolut unbekannt war. Nachdem ich mich davon verabschiedet hatte, einem Kriminalfall beizuwohnen, entwickelte sich eine facettenreiche und interessante Story, die mich ins 19. Jahrhundert versetzte und wunderbar unterhalten hat.

„Ein Mann stirbt mit zwanzig Jahren, und es ist eine große Schande. Er stirbt mit dreißig oder vierzig und ist uns viel zu früh genommen worden. Aber wenn jemand das hohe Alter von dreiundachtzig Jahren erreicht, wendet sich der Blick nach dem Schock am Ende in die andere Richtung, selbst in einem Mordfall. Dann lautet die eigentliche Frage: Wie um alles in der Welt hat er so alt werden können?“ (Seite 81)

Immer wieder sprang die Geschichte in der Zeit zurück und durchleuchtete Kindheit und Jugend von Andrew Green sowie seine Jahre als Erwachsener. Sein Aufstieg, sein Werdegang, seine Karriere und sein zurückgezogenes, oft einsames Leben boten Stoff für spannende Erzählungen und haben mich mal mehr, mal weniger erstaunt. Eine wunderbar altmodische Sprache, kurze Sätze, lange Sätze, kluge Sätze und ein feiner Humor machten das Lesen zu einem Vergnügen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine Biografie in Romanform so begeistert, umso erfreuter bin ich nach der Lektüre dieses tollen Buches, das ich gerne weiterempfehlen möchte. Volle Punktzahl gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Freunde sind wichtig

Die kleine Elster Elsa - Viktor in Not!
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Die beiden Elstern Elsa und Viktor haben Spaß mit ihren Freunden am See, als vor lauter Übermut ein Unfall passiert. Viktor wird verletzt und braucht Hilfe. Alle seine Freunde helfen mit, ein neuer Freund ...

Die beiden Elstern Elsa und Viktor haben Spaß mit ihren Freunden am See, als vor lauter Übermut ein Unfall passiert. Viktor wird verletzt und braucht Hilfe. Alle seine Freunde helfen mit, ein neuer Freund wird gefunden, der schon immer da war, aber übersehen wurde, und eine Moral von der Geschichte gibt es auch. Im Teamwork geht es halt am besten! Es handelt sich hierbei um ein Kinderbuch, das ab drei Jahren empfohlen wird und das sich wunderbar zum Vorlesen eignet. Ich fand die Illustrationen ganz zauberhaft und wünsche mir fast ein Kind herbei, dem ich das Buch gerne vorlesen würde. Von mir gibt es fünf Frösche, Pardon, natürlich meine ich Sterne. (Vor-) Lesenswert!

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Veröffentlicht am 28.05.2022

Mörderische Justiz

Der Verdächtige
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Lacy Stoltz arbeitet bereits seit über zehn Jahren bei der staatlichen Gerichtsaufsichtsbehörde, die dafür zuständig ist, gegen korrupte oder eines anderweitigen Fehlverhaltens beschuldigte Richter vorzugehen. ...

Lacy Stoltz arbeitet bereits seit über zehn Jahren bei der staatlichen Gerichtsaufsichtsbehörde, die dafür zuständig ist, gegen korrupte oder eines anderweitigen Fehlverhaltens beschuldigte Richter vorzugehen. Der letzte große Fall ist bereits drei Jahre her und so ist sie ganz froh über die Ablenkung, als sich eine Frau bei ihr meldet und mysteriöse Andeutungen macht. Anfangs weigert diese sich, Lacy ihren Namen zu verraten und erzählt eine unglaubliche Geschichte. Sie berichtet, ihr Vater sei vor über zwanzig Jahren ermordet worden, sie hätte nun den Mörder gefunden und nicht die Tatsache, dass dieser Richter sei, wäre verstörend, sondern der Umstand, dass sie auf weitere Morde gestoßen ist, die ebendieser Richter begangen haben soll. Beweise gibt es nicht, lediglich Indizien und Verdachtsmomente, was die Sache nicht einfacher macht.

Die Anwältin Lacy Stoltz ist mir bereits aus dem Buch „Bestechung“ bekannt, das man allerdings nicht lesen muss, um das vorliegende Buch zu verstehen. Es gibt zwar einige Andeutungen, aber diese spielen fast keine Rolle für die aktuelle Geschichte. Wie immer konzentriert sich der Autor nicht nur auf Lacy, sondern springt zwischen den Beteiligten hin und her, was mir hier besonders gut gefallen hat, weil die Sicht des Richters unglaublich interessant und spannend war. Das Buch fängt unspektakulär an, fast langweilig könnte man sagen, Lacy ist nicht wirklich sympathisch, aber das ist wohl ihrem Beruf geschuldet, in dem man nicht immer mit der Wahrheit konfrontiert wird und ein wenig abstumpft. Als es dann endlich richtig losgeht, der Fall ins Rollen kommt, explodiert die Spannung förmlich und ich kann nicht glauben, dass auf dem Cover steht, dass es sich um einen Roman handelt. Hier würde ich eher von einem Kriminalroman, an manchen Stellen sogar von einem Thriller sprechen. Eine außergewöhnliche Story, ein ungewöhnlicher Fall und eine überzeugende Auflösung haben mir spannende Lesestunden beschert. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Machtspiele

City on Fire
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Wir schreiben das Jahr 1986, Danny Ryan und sein bester Freund Pat Murphy, Sohn des Oberhaupts der irischen Mafia, die in den Straßen von Providence, Rhode Island, ihr Unwesen treibt, genießen das Leben. ...

Wir schreiben das Jahr 1986, Danny Ryan und sein bester Freund Pat Murphy, Sohn des Oberhaupts der irischen Mafia, die in den Straßen von Providence, Rhode Island, ihr Unwesen treibt, genießen das Leben. Es gibt einen Pakt mit der italienischen Mafia-Familie Moretti, man lebt mehr oder weniger friedlich nebeneinander her und profitiert gelegentlich voneinander. Dies ändert sich jäh, als der Bruder von Pat einem Moretti die Frau ausspannt. Die Situation spitzt sich zu, Drohungen werden ausgesprochen, Ultimaten gestellt, bis die Situation völlig eskaliert und es ein erstes Opfer gibt. Dabei wird es nicht bleiben.

„Die Nonnen haben früher immer gesagt, der Teufel kommt in Gestalt eines Engels. Das Schlimmste macht man immer aus den besten Beweggründen. Das Abscheulichste tut man für diejenigen, die man am meisten liebt.“ (Seite 322)

Es geht um Familie, Freunde, Loyalität und Verrat; es geht um Liebe, Sex, Prostitution und auch Leidenschaft; es geht um Heroin und andere verbotene Substanzen, die Verteidigung von Territorien, um Schutzgeld und Macht; es geht um Gier, Korruption und anderen Schmutz. Es geht Auge um Auge, Zahn um Zahn, verletzte Eitelkeiten, arrogante Persönlichkeiten, dumme Versprecher und schlaue Schachzüge. Eine Story, die Thriller und Tragödie gleichermaßen ist und förmlich nach einer Verfilmung schreit. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte doch nicht zum Ende kommen. Habe gebangt, gelitten, geweint und geflucht. Der Schreibstil des Autors begeistert mich immer wieder aufs Neue, denn obwohl er fast ausschweifend erzählt, bleibt es durchgehend spannend und kein Wort ist zu viel. Ich wäre nun bereit für den zweiten Teil, denn dieser war grandios! Fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung gibt es von mir. Das war meisterlich!

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