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Veröffentlicht am 15.06.2022

Spannende und informative Entführung in das Reich der Bücher und deren Geschichte

Papyrus
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„Papyrus“ erzählt die Geschichte der Welt in Büchern und das Buch nimmt einen auf die Reise von den Anfängen der Bibliothek von Alexandria (Teil 1) bis zum Untergang des Römischen Reiches (Teil 2) und ...

„Papyrus“ erzählt die Geschichte der Welt in Büchern und das Buch nimmt einen auf die Reise von den Anfängen der Bibliothek von Alexandria (Teil 1) bis zum Untergang des Römischen Reiches (Teil 2) und liest sich dabei wie ein spannender Roman und überhaupt nicht wie ein Sachbuch.
Es wird nie langweilig, wenn man gemeinsam mit der Autorin durch die Bibliothek in Alexandria wandert oder Irene Vallejo bei ihrem ersten Besuch einer Bücherei begleitet und das ist, was das Buch so besonders macht. Es ist keine rein chronologische Erzählung beginnend im antiken Griechenland und endend im Römischen Reich und Aufzählung sowie Aneinanderreihung von Namen, wichtigen geschichtlichen Ereignissen und Jahreszahlen, sondern eine Erzählung, die zwar informativ ist, aber munter zwischen den verschiedenen Jahrhunderten und ihren gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen springt sowie durchsetzt ist mit persönlichen Anekdoten der Autorin. Auf allen Seiten schwingt die Liebe und Leidenschaft zur Literatur und Büchern mit und geht auf die Leser*innen über. Fesselnd und unterhaltsam geschrieben ist das Buch eine Liebeserklärung an Bücher, das Lesen und die Literatur.

Nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ist das Buch ein Genuss. Passend zum Buchtitel ist eine Papyrus-Staude auf dem Buchcover abgebildet, die aufgrund ihrer Goldprägung einen direkt ins Auge fällt.
„Papyrus“ sollte definitiv in keinem Bücherregal eines Buchliebhabers fehlen!

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Veröffentlicht am 05.06.2022

Wunderschön wie der Regenbogen - ein wichtiges und informatives Buch über LGBTIQA+

Queergestreift
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Bunt, unterhaltsam, informativ und ungemein wichtig – "Queergestreift - alles über LGBTIQA+" ist ein Buch, das auf ganzer Linie überzeugen kann und ich jeden nur empfehlen kann, dass einen informiert und ...

Bunt, unterhaltsam, informativ und ungemein wichtig – "Queergestreift - alles über LGBTIQA+" ist ein Buch, das auf ganzer Linie überzeugen kann und ich jeden nur empfehlen kann, dass einen informiert und aufgeklärt zurücklässt.

Allein schon die grafische Gestaltung des Buchinnern sowie das Cover machen das Buch lesenswert. Bunt und vielfältig zieht sich als Motto que(e)r durch das ganze Buch. Auch wenn "Queergestreift" aufgrund der poppigen Gestaltung den Anschein erwecken mag, es handelt sich hierbei um ein Buch für Jugendliche, ist dies überhaupt nicht der Fall. Die Themen rund um Geschlecht, Sexualität, Identität und Vielfalt für mehr Toleranz und weniger Diskriminierung gehen jeden an und werden so präsentiert, das jede Altersgruppe, jung und alt sich angesprochen fühlen.

Zum Aufbau ist zu sagen, dass jedem Buchstaben der LGBTIQA+-Community ein Kapitel gewidmet ist, beginnend mit L für Lesbian und endend mit A+ für A_Sexual, Stichworte werden im Text zusätzlich farbig hervorgehoben und erklärt. Die Inhalte und Themen werden auf respektvolle und empathische Art und Weise vermittelt, der lockere Schreibstil macht es insgesamt leicht zu lesen.
Vieles habe ich schon vor der Lektüre gewusst, aber ich habe auch viel Neues dazu gelernt, auch über mich selbst, also ein Buch, das informiert, aber auch zum Nachdenken anregt, genau wie es sein sollte.
Besonders gut gefallen haben mir auch die Vorstellungen, Interviews und Zitate von Personen aus der LGBTIQA+-Community, die dem Ganzen noch eine persönlichere Note gegeben haben.

Das Buch macht einfach nur Spaß zu lesen, es ist informativ, aktuell, unterhaltsam und präzise geschrieben sowie ansprechend gestaltet.

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Veröffentlicht am 05.06.2022

Privatermittler Oded Chefer auf Verbrecherjagd queer durch Tel Aviv

Der letzte Schrei
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Schon allein das schrill gestaltete Buchcover von "Der letzte Schrei" von Yonatan Sagiv mit einem roten Lippenstift, an dem ein roter Blutstropfen herunterläuft im Mittelpunkt deutet an, dass es sich hierbei ...

Schon allein das schrill gestaltete Buchcover von "Der letzte Schrei" von Yonatan Sagiv mit einem roten Lippenstift, an dem ein roter Blutstropfen herunterläuft im Mittelpunkt deutet an, dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Kriminalroman handelt. Im Mittelpunkt steht nicht ein zynischer, grübelnder und auf hart machender lonely wolf, als Ermittler:in, sondern Oded Chefer, ein geschwätziger und eher erfolgloser schwuler Privatermittler aus Tel Aviv, der von sich selbst als Frau spricht und oftmals die falschen Schlüsse zieht. Auch lässt er sich häufig von gut aussehenden muskulösen Männern ablenken und träumt vom großen Durchbruch, der ihm Ruhm und Geld einbringt. Sein neuer Auftrag scheint da genau der Richtige zu sein, um dieses Ziel zu erreichen. Oded soll sich um das 15-jährige Pop-Sternchen Carine Carmeli kümmern und herausfinden was sie bedrückt. Was für Oded anfangs als einfacher Auftrag wirkt, der ihm Zutritt in die Welt der Schönen und Reichen von Israel verschaffen wird, nimmt bald eine tödliche Wendung. Ebenso scheint das Verschwinden von Gabriela, einer transsexuellen Frau, ebenfalls in Verbindung mit seinem Fall zu stehen.

Im Laufe der Ermittlungen tauchen die Leser:innen gemeinsam mit Oded in die Abgründe in die israelische High Society ein, werden Zeuge einiger Probleme Israels und dessen Gesellschaft wie z. B. die Kluft zwischen Arm und Reich, die sozialen und ethnischen Spannungen sowie Rassismus, der besonders im widersprüchlichen Umgang mit Immigranten und Flüchtlingen deutlich wird. Passend zum LGBTQ-Thema wird auch die gewisse Verletzlichkeit der Community aufgrund der inhärenten gesellschaftlichen Diskriminierung ihr gegenüber angesprochen.
Trotz der ernsten und gesellschaftskritischen Themen ist der Kriminalroman kein düsterer, sondern ein spannender und eher humorvoller Krimi. Ein perfektes Gleichgewicht zwischen lauten und teils schrillen sowie leisen Tönen, was sich ich auch in Odeds Charakter widerspiegelt. Oded spricht ohne Filter, er ist sarkastisch, oftmals politisch inkorrekt, provozierend und unverschämt in seinen Reden und Verhalten, aber hinter all dem steckt auch ein verletzlicher und unsicher Mensch, der voller Mitgefühl ist.

Was "Der letzte Schrei" auch so besonders in meinen Augen macht, ist die Tatsache, dass die im Buch vorkommenden LGBTQ-Charaktere die Helden der Ermittlungen sind. Oft sind sie nur die Opfer, werden stereotyphaft und auf erniedrigende Weise dargestellt, aber hier dürfen sie laut, bunt, queer und stolz auf ihr Anderssein sein.

Fazit: Ein erfrischend anderer Krimi aus Israel, der spannend und humorvoll geschrieben ist und Lust macht auf mehr Fälle mit Oded als Privatermittler. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.05.2024

Spannende Jagd in der Dämmerung

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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"Die Dämmerung" ist der 2. Band der packend erzählten Reihe rund um Art Mayer und Nele Tschaikowsky.
Wie von Marc Raabe gewohnt, zeigt der Autor auch hier wieder sein Talent glaubwürdige stimmungsvolle ...

"Die Dämmerung" ist der 2. Band der packend erzählten Reihe rund um Art Mayer und Nele Tschaikowsky.
Wie von Marc Raabe gewohnt, zeigt der Autor auch hier wieder sein Talent glaubwürdige stimmungsvolle Thriller zu schreiben, die von Anfang bis Ende zu fesseln wissen und voller Wendungen und spannender Momente sind.
Kleiner Wermutstropfen: Ganz so gut wie der erste Teil, "Der Morgen", ist der Nachfolgeband nicht, was dem Lesegenuss jedoch keinen Abbruch tut.

Für das bessere Verständnis der Handlung und vor allem der Beziehungen der Charaktere ist es von Vorteil den 1. Band der Reihe gelesen zu haben, bauen doch einzelne Handlungsstränge auf diesen auf.

Art und Nele werden zu einem grausamen Tatort im Wald gerufen. Bei der Leiche handelt es sich um Charlotte Tempel, eine beliebte und bekannte Persönlichkeit aus dem Charity-Bereich. Schnell gerät ihre 21-jährige Tochter Leo unter Mordverdacht.
Auf der Suche nach dem/die Täter, hilft Art und Nele eine Tonbandaufnahme, die sie in die Vergangenheit einer Frau und deren Geschichte ihrer Schwangerschaft eintauchen lässt, womit auch Art persönliche Verbindungen zu haben scheint.

Wie schon aus "Der Morgen" gewohnt, wechseln auch hier sich Kapitel mit Rückblenden in die Vergangenheit und Kapitel aus verschiedenen Charakterperspektiven erzählt, ab, wodurch der Spannungsbogen konstant hochgehalten wird.
Kurze Kapitel, ein atmosphärischer und direkter Schreibstil, der sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, lassen einen zudem schnell in die spannende Handlung eintauchen, deren einzelne Handlungsfäden erst zum Ende hin logisch miteinander verknüpft werden.

Einblicke in das Leben und die Gedanken- und Gefühlswelt der handelnden Personen sorgen für nötige Verschnaufpausen.
Ganz so actionreich und dramatisch wie der 1. Band präsentiert sich "Die Dämmerung" jedoch nicht. Man merkt der Geschichte deutlich an, dass hier das Fundament für einen fulminanten Höhepunkt bzw. Showdown im 3. Band gelegt wird. Besonders der neugierig machende Epilog bestätigen diesen gewonnen Eindruck.

Fans von Marc Raabe und dem 1. Band werden jedoch nicht enttäuscht sein. Denn es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen und mit dem Lesen aufzuhören, denn Raabe schreibt so leb- und bildhaft als wäre man selbst dabei.
Beste Thrillerunterhaltung.

4.5 Spannungssterne von 5

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Netter Mädels-/Frauenabend in Buchform

Zum ersten Mal
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Locker, ehrlich und mit einer guten Prise Humor erzählen die beiden Autorinnen in „Zum ersten Mal“ von ihrem Weg ins Erwachsen- und Frauwerden. Dabei nehmen sie kein Blatt vor den Mund: Zwischen erster ...

Locker, ehrlich und mit einer guten Prise Humor erzählen die beiden Autorinnen in „Zum ersten Mal“ von ihrem Weg ins Erwachsen- und Frauwerden. Dabei nehmen sie kein Blatt vor den Mund: Zwischen erster Menstruation, unpassenden Kommentaren, Essstörungen, Verliebtheit und Freundschaft beleuchten sie all die schönen, schrägen und auch unangenehmen Seiten des Erwachsenwerdens.

Das Buch fühlt sich an wie ein langer, vertrauter Abend mit guten Freundinnen, bei dem man gemeinsam lacht, inne hält und merkt: „Ja, genau so war das bei mir auch.“ Besonders beeindruckend ist die Offenheit, mit der beide Autorinnen über sehr persönliche Erfahrungen sprechen – ohne Pathos, aber mit viel Wärme und Menschlichkeit.

Durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart bleibt das Lesen abwechslungsreich, man springt förmlich mit den Autorinnen durch verschiedene Lebensphasen. Allerdings ging mir dabei stellenweise etwas der rote Faden verloren; einige Übergänge wirkten ein wenig abrupt. Dennoch überwiegt das Gefühl, diesen ehrlichen, authentischen Stimmen gerne zuzuhören.

„Zum ersten Mal“ ist ein Buch, das man sich als junges Mädchen oder junge Frau gewünscht hätte – tröstlich, witzig und unglaublich echt.

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