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Veröffentlicht am 30.07.2022

Reis und Nudeln auf Spanisch

Paella olé
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Die Paella ist hier die Königin, aber auch andere spanische Gerichte kommen in diesem wunderbaren kleinen Kochbuch zur Sprache. Gut, wie immer wird auch hier nicht jeder alles mögen – bei mir fallen beispielsweise ...

Die Paella ist hier die Königin, aber auch andere spanische Gerichte kommen in diesem wunderbaren kleinen Kochbuch zur Sprache. Gut, wie immer wird auch hier nicht jeder alles mögen – bei mir fallen beispielsweise alle Puddings aus dem Raster (mag ich einfach in keiner Variante). Aber manchmal kocht man ja auch rein für andere, nicht für sich selbst. Da ist es toll, das passende Rezept im Repertoire zu haben. Schade ist für mich eben hier, dass keine Süßspeise dabei ist, die kein Pudding ist. Dafür schwelge ich aber bei der Fideua-Tortilla! Ganz mein Ding!

Aber zunächst werden mal die wichtigsten Zutaten vorgestellt, die man für die spanische Küche benötigt. Hier wird auch gleich klar, dass man am besten erst mal eine Grundausstattung zusammenstellt, da die Zutaten doch ein wenig exotisch sind. Anschließend finden sich Rezepte für Brühen und Aioli. Damit hat man dann ganz chemiefrei die beste Voraussetzung für gelungene Gerichte.

Die Rezepte für die unterschiedlichsten Paellas machen schon beim Lesen enorm Appetit. Hier kommt jeder auf seine Kosten, ob Fans von Meeresfrüchten, Fisch, Geflügel, Fleisch oder Gemüse! Wer hier noch nicht Hunger bekommen hat, der wird bei den Reisgerichten ganz sicher welchen haben! Auch hier finden sich Fisch, Meeresfrüchte, Wild, Fisch, Geflügel oder Gemüse. Bei den gebackenen Reisgerichten findet sich auch Lamm. Für mich die große Überraschung – die Nudelgerichte! So lecker! Aber auch Suppen (sowohl mit Reis, als auch mit Nudeln) finden sich im Buch, ebenso gebackene Gerichte – womit wir wieder bei „meiner“ Fideua-Tortilla wären!

Die Gerichte sind nicht gekennzeichnet, ob vegetarisch oder nicht. Ein paar Varianten sind sogar vegan. Es gibt immer eine kleine Erklärung zu den Rezepten, eine Liste der Zutaten und die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ein tolles, großformatiges Foto zeigt die fertige Köstlichkeit. Auf die Angabe von Kalorien, Nährwerten oder Zeitbedarf (insgesamt) wurde komplett verzichtet. Einzig die Angabe über die Menge ist vorhanden.

Die Rezepte sind allesamt ein bisschen aufwändig. Das sollte und darf aber nicht abschrecken. Kochen ist immer mit Arbeit verbunden, besonders wenn die Speisen so reichhaltig, so bunt, so umwerfend sind. Kein Kochbuch für „alle Tage“, aber eines für tolle Highlights. Ich gebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 29.07.2022

Witzige Idee

OPTImal Regional - Das Grillbuch für den OPTIgrill von Tefal
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Die OptiGrill-Community hat entschieden: diese 32 Gerichte aus 16 Bundesländern sind die besten! Die Rezepte dafür wurden dann für den OptiGrill angepasst und in diesem Buch zusammengefasst.

Liegt es ...

Die OptiGrill-Community hat entschieden: diese 32 Gerichte aus 16 Bundesländern sind die besten! Die Rezepte dafür wurden dann für den OptiGrill angepasst und in diesem Buch zusammengefasst.

Liegt es nun an der Community oder Tefal? Auf alle Fälle finde ich hier leider sehr wenige Rezepte, die tatsächlich eines Rezeptes bedürfen. Das meiste schafft man wirklich einfach selbst und mit ein wenig Koch- und Grill-Geschick. Dennoch finde ich das Buch interessant und auch ein bisschen witzig.

Auf alle Fälle ist es eine kleine kulinarische Reise durch die Republik. Die Lebensmittel bekommt man überall (und bitte passend zum Buch auch regional kaufen!), aber das „regional“ ist hier im doppelten Wortsinn gemeint: Die Lieblingsrezepte der 16 Regionen, die sich doch teilweise stark unterscheiden.

Zu allen Gerichten gibt es ein Foto. Außerdem natürlich eine Zutatenliste und die Beschreibung der einzelnen erforderlichen Arbeitsschritte. Zusätzlich ist vermerkt, für wie viele Personen die Rezepte jeweils sind. Auch Angaben zu Vorbereitungs- und Grillzeit finden sich. Sehr nett finde ich die Idee, die Rezepte mit dem jeweiligen Wappen des Bundeslandes zu versehen.

Auch wenn hier keine große Kochkunst gezeigt wird, ist das doch eine witzige und coole Rezeptsammlung für den Einsatz des Kontaktgrills. Mit unter zehn Euro auch noch preiswert. Da kann man vier Sterne geben.

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Er oder sie

Nur du und ich
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Ellie, die junge Studentin, und der Literaturprofessor Steven machen auf Long Island in einem abgelegenen Haus einen romantischen Kurz-Urlaub. Nur sie beide. Endlich dürfen sie ihre Gefühle zeigen, müssen ...

Ellie, die junge Studentin, und der Literaturprofessor Steven machen auf Long Island in einem abgelegenen Haus einen romantischen Kurz-Urlaub. Nur sie beide. Endlich dürfen sie ihre Gefühle zeigen, müssen sich nicht verstecken. Dass sie in einen Schneesturm geraten sind, ist ihnen egal. Sie sind sich ja selbst genug! Doch dann stellt sich heraus, dass beide ihre Geheimnisse haben und nur eine Person überleben wird!

Der Anfang klang sehr nach Durchschnitts-Liebes-Schmonzette. Doch dann klang immer mehr durch, dass unter der Oberfläche ganz andere Dinge liegen und es Überraschungen geben wird. Zwischenzeitlich hatte ich den Gedanken, dass mal gut ist und man nun zum Ende kommen könnte. Es ging irgendwie nicht voran, alles trat auf der Stelle. Doch dann hat mich Laurie van Renburg kalt erwischt und mir ein paar Dinge vor den Latz geknallt, dass mir der Atem stockte!

Die Entwicklung der Figuren ist erstaunlich unterschiedlich, aber insgesamt in sich stimmig und nachvollziehbar. Dennoch ist nichts wirklich vorhersehbar und bis zum Ende ist tatsächlich nicht eindeutig, wer überleben wird. Kaum meint man, das sei klar, wendet sich das Blatt wieder. Oft genug mag man den Kopf schütteln, doch am Ende erkennt man, dass jede Wendung wichtig und richtig war. Ein ganz dickes Lob dafür!

Neben Steven und Ellie spielt eine weitere Person in eingestreuten Kapiteln eine Rolle. Wir lernen bis auf diese nach und nach alle näher kennen, erfahren mehr aus ihren Leben und ihrer Herkunft. Dabei kristallisiert sich dann schon heraus, dass nicht nur eine Psyche geschädigt ist, aber der Umgang mit der Ursache nicht für jeden so einfach ist, die Folgen noch weniger.

Die Story greift ein brisantes Thema auf, das lange Zeit auch alle Medien beherrschte und nun leider wieder stark in den Hintergrund gerutscht ist. Die Autorin hat es in einem ausgefallenen Rahmen auf ganz eigene Art behandelt. Und da, wie ich finde, sehr gelungen. Am Ende kommt ein ganz besonderer „Kracher“, der meiner Meinung nach ein Geniestreich ist.

Leider haben ein paar Stellen zu starke Längen mit sich gebracht und die eine oder andere Szene war dann doch ein bisschen zu viel. Gut dagegen gefällt mir nach wie vor, dass es auch Stellen gab, die einen gewissen (recht schwarzen) Humor beinhalten. Wer intelligente Thriller liebt und ungesagte Zusammenhänge erkennt, der ist hier bestens bedient. Das Buch ist nicht perfekt, aber besonders und ausgefallen, kein schnöder Abklatsch eines abgedroschenen Themas, sondern ein völlig neuer Ansatz bei einem wichtigen Thema. Gerne bewerte ich dies mit vier Sternen.

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Veröffentlicht am 20.07.2022

Interessant, spannend, aber auch mit Schwächen

Als das Böse kam
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Juno lebt mit ihrem Bruder und den Eltern auf einer kleinen Insel. Kontakt zur Außenwelt haben sie nur durch „Onkel Ole“, der die Zeitung bringt, und die Fahrt auf die andere Seite des Sees mit dem Ruderboot, ...

Juno lebt mit ihrem Bruder und den Eltern auf einer kleinen Insel. Kontakt zur Außenwelt haben sie nur durch „Onkel Ole“, der die Zeitung bringt, und die Fahrt auf die andere Seite des Sees mit dem Ruderboot, die der Vater einmal im Monat alleine macht, um Lebensmittel zu besorgen. Die Routine wird jäh unterbrochen, als Juno die Familie versehentlich in große Gefahr bringt, weil „Onkel Ole“ sie verbotener Weise gesehen hat.

Das Buch liest sich großteils wie ein Jugendbuch, hat aber von Anfang an einen guten Spannungsbogen. Ein ums andere Mal bin ich aber ein bisschen wütend auf Juno gewesen, da sie – trotz all der seltsamen Umstände – reichlich naiv handelt. Fragen, die ich mir bis zum Schluss des Buches gestellt habe, sind ihr nie in den Sinn gekommen. Leider wurden viele meiner Frage auch nie beantwortet, was mich doch ein wenig unbefriedigt zurücklässt. Allein schon die Schilderung der Blockhütte, die zweistöckig ist und ein gefliestes Badezimmer hat, stößt mir etwas auf. Wie kam diese edle Behausung auf die Insel, ohne dass das jemand gemerkt hat? Wovon lebt die Familie? Warum kaufen sie Eier (hat man nicht als erstes Hühner, wenn man eine kleine „Farm“ hat?), haben aber Milch? Woher kommt der Strom?

Die Figuren sind recht gut gelungen, auch wenn ich Boy als stimmiger empfinde, als Juno. Lucas Rolle wird nicht so ganz deutlich, aber es gibt eine – meiner Meinung nach erschreckende – Andeutung. Man muss bei diesem Buch sehr auf die Feinheiten achten, um nichts Wichtiges versehentlich zu überlesen. Das ist ein Dreh, der mir sehr gut gefällt, der allerdings auch zu Unzufriedenheit führen kann.

Meiner Meinung nach hat es hier einige Sinnlücken und Logikfehler, die das Lektorat hätte bemerken und ändern müssen. Zwar bin ich bei Romanen/Thrillern immer bereit, dem Autor eine gewisse künstlerische Freiheit zuzugestehen, aber in sich stimmig sollten die Dinge dann doch sein.

Dennoch hatte ich eine sehr schöne Lesezeit. Das Buch liest sich weg wie nix und es gibt einige kleine und größere Wendungen, die erstaunlich sind, schockierend, gut eingefädelt. Langweilig war mir auf keiner Seite! Der Ansatz ist super, bei der Ausführung fehlt mir aber ein bisschen zu viel.

Ganz zum Schluss möchte ich noch eine kleine Besonderheit erwähnen (aber nicht ganz verraten). Im Buch wird irgendwann etwas erwähnt, das man am Ende unbedingt wissen möchte und wenn man nicht aufgepasst hat, nachblätternd suchen muss. Wenn man die Stelle nicht findet, haben Autor/Verlag einen kleinen Extra-Hinweis ganz beiläufig „hinterlassen“. Das gefällt mir super gut!

Vielleicht wäre das Buch tatsächlich sinnvoller als Jugendthriller eingestuft? Die Thematik ist sicher auch für diese Altersgruppe interessant. Mir fällt die Wertung deshalb recht schwer. Aber dafür, dass ich das Buch enorm schnell gelesen habe, insgesamt viel Lesespaß hatte und der Hinweis mir so gut gefällt, wären drei Sterne einfach zu wenig, deshalb gebe ich vier Sterne, trotz meiner Kritik.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Weltbewegende Ereignisse

Flug 416
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Bill und Carrie Hoffmann sind ein typisch amerikanisches Ehepaar mit zwei Kindern, Scott und Elsie. Es hat sich der normale Alltag eingeschlichen und sie kämpfen mit den alltäglichen, üblichen Problemen. ...

Bill und Carrie Hoffmann sind ein typisch amerikanisches Ehepaar mit zwei Kindern, Scott und Elsie. Es hat sich der normale Alltag eingeschlichen und sie kämpfen mit den alltäglichen, üblichen Problemen. Dass Bill für einen Kollegen einspringt und dessen Flug übernimmt, ist zum Teil auch eine kleine Flucht vor den Problemen. Der Abschied ist nicht besonders herzlich. Das macht beiden ein wenig zu schaffen, als kurz nach dem Start klar wird, dass Bill nicht zufällig einspringen musste und der vermeintliche Handwerker Carrie und die Kinder gekidnappt hat, um Bill dazu zu bringen, das Flugzeug mitsamt allen Passagieren abstürzen zu lassen, um Frau und Kindern das Leben zu retten. Für Bill steht aber vom ersten Moment an fest: Er will alle retten, die Passagiere und seine Familie.

Sicher, an vielen Stellen im Buch wird maßlos übertrieben und mit Klischees gespielt. Aber dennoch ist es sehr gelungen und absolut fesselnd. So gebannt war ich schon lange nicht mehr von einer Story und ich kann mir eine Verfilmung sehr gut vorstellen – die wird dann was für meinen filmbegeisterten Mann. Ein wenig erinnert mich einiges an „Speed“, aber das ist nicht negativ gemeint. Hier hat es viele Komponenten, die zusammen einen richtig guten Thriller ergeben, wenn man dazu bereit ist, ein paar kleine Schwächen zu übergehen.

Der Schreibstil ist eingängig und geradlinig, trotz diverser Perspektivwechsel. Ganz unschwurbelig und ohne den Leser oder Hörer als dummes Kind hinzustellen, schafft es die Autorin, den Schrecken des geplanten Attentats sehr real werden zu lassen. Es passt alles zusammen und die Motivation ist zwar nicht wirklich logisch, aber für mich zumindest eben eine Erklärung. Man muss es nicht verstehen – man kann es ja sowieso nicht verstehen, wenn Menschen solche Dinge tun. Trotz aller Übertreibungen und Klischees öffnet die Autorin auch die Augen für Dinge, die wir gern übersehen.

Die Figuren sind allesamt einfach typisch amerikanisch. Das mag die einen stören, für die anderen ist es unwichtig. Ich kann damit leben und finde, es passt zum Setting und zum Plot. Eine Story ohne starke Figuren bleibt blass. Hier bringen die Figuren eine Menge knallige Farben ins Spiel und selbst die weniger sympathischen haben ihre wichtige Funktion. Ohne sie wäre die Story sehr platt.

Ob die Wendungen überraschend sind oder man sie erahnen konnte? Das liegt im Auge des Betrachters. Auf alle Fälle sind sie intelligent gemacht und geben dem Konstrukt Stabilität. Im Grunde ist alles einfach nur erschreckend logisch.

Auch wenn ich wirklich gefesselt war, gebe ich „nur“ vier Sterne. Das liegt an den Namen, die ich unglücklich gewählt finde und die mich immer mal wieder ins Stolpern brachten. Und es liegt an der ein oder anderen Unstimmigkeit, sowie Übertreibungen. Dennoch eine klare Empfehlung, denn Spaß macht die Story auf alle Fälle und wie gesagt – ich kann mir das als Film so richtig gut vorstellen (und ich bin kein Film-Gucker!).

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