Am Ende wird alles gut, sonst ist es nicht das Ende
The MaidMolly Gray, die liebenswerte Protagonistin aus „The Maid „ von Nita Prose lernt früh, dass sie anders ist. Sie bekommt manche Dinge nicht mit, kann Gesichtsausdrücke nicht deuten und nimmt dass was man ...
Molly Gray, die liebenswerte Protagonistin aus „The Maid „ von Nita Prose lernt früh, dass sie anders ist. Sie bekommt manche Dinge nicht mit, kann Gesichtsausdrücke nicht deuten und nimmt dass was man ihr sagt gerne für bare Münze. Schon als Kind wird sie für ihr Anderssein gehänselt, wird aber aufgefangen durch die Liebe ihrer Großmutter, die sie alleine aufzieht. Mit ihrer Hilfe bekommt sie auch eine Stelle als Zimmermädchen im Regency Grand. Hier sind ihre besonderen Qualitäten , die Vorliebe für wiederkehrende Routinen gefragt, und sie ist ohne Zweifel das gründlichste und zuverlässigste Zimmermädchen des Hotels. Doch mit dem Tod ihrer Großmutter verschwindet ihre wichtigste Stütze im Alltagsdschungel und schon wird Molly in einen Mordfall hineingezogen.
Ich habe diesen humorvollen Wohlfühlkrimi , der im Hörbuch so grandios von Anna Thalbach vertont wurde sehr genossen. Molly‘s etwas einfältige Art und ihre Versuche mit den Weisheiten ihrer Großmutter das Leben zu meistern , waren wunderbar nachzuverfolgen, da die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird. Es war wirklich zu süß, wenn sie morgens an den Hotelzimmertüren höflich anfragte, ob es recht wäre das Zimmer jetzt wieder in den Zustand höchster Perfektion zurückzuversetzen. Die Schulungen des Hoteldirektors Mr. Snow hatte sie wie ein Schwamm aufgesaugt und für den Umgang mit den Gästen umgesetzt. Das machte sie sehr sympathisch und liebenswert, aber man konnte sich auch gut vorstellen, dass sie nicht nur prädestiniert für Fettnäpfchen war, sondern mit ihrer besonderen Art auch schnell ausgenutzt werden würde.
Ich habe Anna Thalbach total gerne gelauscht. Sie hat neben Molly auch den anderen Haupt- und Nebenfiguren ganz individuelle, einzigartige Stimmen gegeben, wobei ich besonders den mexikanischen Tellerwäscher erwähnen möchte, dessen Akzent ich so sehr mochte.
Diese Geschichte lebt wirklich von ihren Figuren und war ein echter Hörgenuss.
Der Untertitel - Ein Zimmermädchen ermittelt- ist allerdings irreführend. Molly entdeckte den Toten im Hotel zwar als Erste, machte sich mit ihrer Naivität aber auch schnell zur Verdächtigen, dabei hätte sie eigentlich eine perfekte Zeugin sein können, denn sie hatte zweifellos einen Blick für Details. Wunderbar übrigens auch das Hotelsetting. Es hat riesigen Spaß gemacht die Pracht eines Luxushotels vom Blickwinkel einer Bediensteten zu sehen.