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Veröffentlicht am 11.09.2022

Spannende Erzählung über Leben auf dem Mond

Artemis
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Artemis ist die erste Stadt auf dem Mond, überhaupt im restlichen Weltall, und wird hauptsächlich von reichen Leuten und einigen Wissenschaftlern bewohnt. Außerdem ist der Mond ein beliebtes Urlaubsziel. ...

Artemis ist die erste Stadt auf dem Mond, überhaupt im restlichen Weltall, und wird hauptsächlich von reichen Leuten und einigen Wissenschaftlern bewohnt. Außerdem ist der Mond ein beliebtes Urlaubsziel. Artemis lebt vom Tourismus und hat eine eigene Kuppel als Besucherzentrum eingerichtet. Dort kann man den Landeplatz der Apollo 11 besuchen und gegen einen Aufpreis sogar einen Mondspaziergang zu den Fußspuren von Armstrong unternehmen. Jazz ist in Artemis aufgewachsen und schmuggelt nun verbotene Luxusgüter für die Reichen in die Stadt. Beispielsweise sind Zigaretten verboten, da ein Feuer verheerenden Schaden in der Kuppel-Stadt anrichten könnte. Jazz erhält vom reichsten Mann der Stadt ein Angebot, das sie nicht abschlagen kann, doch dabei geht einiges schief.

Die Stadt auf dem Mond bildet die Kulisse für die Handlung. Anfangs hatte ich befürchtet, dass es vielleicht nur um Jazzs Schmuggelei und den neuen Auftrag geht, die Stadt also austauschbar mit einer auf der Erde wäre. Das war aber definitiv nicht der Fall. Während der Handlung gab es stets Hinweise, wie Artemis funktioniert und die benötigten Ressourcen hergestellt werden. Auch wenn es für die Bewohner der Stadt mittlerweile Alltag geworden ist, wurden auch immer wieder die geringere Schwerkraft des Mondes und die nicht vorhandene Atmosphäre erwähnt. Jazz bewegt sich sicher durch die unterschiedlichen Kuppeln und dem Außenbereich, wobei ich ihr mithilfe der Karten am Anfang des Buches stets gut folgen konnte. Somit hat Andy Weir die veränderten physikalischen Gegebenheiten und auch chemischen Prozesse immer genauestens und verständlich erklärt. Das besondere Leben in der ersten Stadt im übrigen Weltraum wurde vor meinen Augen lebendig und ich habe mich nicht nur einmal ertappt, auch einer der vielen Touristen in Artemis sein zu wollen.

Jazz war mir als Protagonistin von Anfang an sympathisch, jedoch gibt sie kaum etwas von sich preis, weshalb ich lange gebraucht habe, um Nähe zu ihr aufzubauen. Sie ist eine toughe junge Frau, gewitzt, nicht auf den Mund gefallen und auch schlau. Jazz hat das Schmuggeln nur begonnen, weil sie für ihren Traum viel Geld verdienen möchte. Zum Ende hin hingegen erfährt man viel mehr über sie und ihre Beweggründe, weshalb ich sie dann gänzlich verstehen konnte.


Fazit:
„Artemis“ ist eine spannende Erzählung über die erste Stadt auf dem Mond. Wir folgen Jazz durch die Stadt, während sie schmuggelt und einen großen illegalen Auftrag ausführt. Dabei erzählt Andy Weir auch genau und nachvollziehbar, wie die Stadt und das Leben auf dem Mond funktionieren kann.

Veröffentlicht am 30.06.2022

Fesselnder SciFi-Thriller

Die Apollo-Morde
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Dieses Buch hat hauptsächlich mein Interesse geweckt, weil es von einem amerikanischen Astronauten geschrieben wurde. Obwohl ich Romane & Sachbücher über den Weltraum sehr gerne lese, hätten der Titel ...

Dieses Buch hat hauptsächlich mein Interesse geweckt, weil es von einem amerikanischen Astronauten geschrieben wurde. Obwohl ich Romane & Sachbücher über den Weltraum sehr gerne lese, hätten der Titel und die Einordnung Thriller alleine wohl nicht dazu beigetragen, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Aber ich hab dies definitiv unterschätzt, denn „Die Apollo-Morde“ stehen rasanten Space Operas in nichts nach!

Zu Beginn der Geschichte begleiten wir Kaz als Verbindungsmann zwischen der Regierung und dem Raumfahrtprogramm nach Houston, denn die Apollo-Missionen waren damals im Kalten Krieg vor allem ein Wettlauf mit der Sowjetunion. Apollo 18 in dieser Geschichte ist eine fiktive Fortführung dessen mit dem Ziel interessante Proben und Phänomene auf dem Mond zu entdecken um der Sowjetunion voraus zu sein. Bei den Vorbereitungen durch Simulationen und Testflüge lernen wir die Crew Luke, Tom und Michael kennen. Gekonnt beschreibt der ehemalige Astronaut das Geschehen aus mehreren Perspektiven und Orten (u. a. Houston, Sowjetunion, Raumschiff, Mond), während er immer wieder Hinwiese streut. Vor allem die dezente Bedrohung, die einigen Personen im Buch (noch) nicht ersichtlich war, ist äußerst geschickt dargestellt und hat mich gefesselt. Als der erste Astronaut tot aufgefunden wird und die Crew in den Orbit fliegt, geht das spannende Abenteuer erst richtig los. Etwas schade empfand ich am Schluss, dass ein Detail nicht vollends aufgelöst wurde, aber trotz der vielen unterschiedlichen Personen, die Apollo 18 möglich gemacht haben, geht es vielmehr um die Mission selbst, das große Ganze, wofür der angesprochene Punkt nicht detailliert wichtig ist.

Ich habe es anfangs sehr genossen die Vorbereitungen der Astronauten, der Boden-Crew und der Geologen mitzuerleben. Die Internas und Tests zu begleiten fand ich sehr spannend, denn der Autor hat die Prozesse gut verständlich und interessant geschildert. Ich war so gefesselt, dass mich sogar der erste Tote überrascht hat! Wichtige Zusammenhänge, nicht nur bezüglich der Raumfahrt, wurden öfter durch die auktoriale Erzählweise eingestreut, sodass man stets gebannt dem Geschehen folgen konnte. Auch die Übersetzerin C. Lungstrass-Kapfer muss ich an dieser Stelle loben, weil sie die Geschichte und Begriffe verständlich ins Deutsche übertragen hat. Ich hab mich zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung zurückerinnert, als ich einige Dokus diesbezüglich angesehen habe.


Fazit:
„Die Apollo-Morde“ ist ein sehr spannender und interessanter SciFi-Thriller. Die Geschichte punktet damit, dass sie von einem echten Astronauten geschrieben wurde. Authentisch, leicht verständlich und sehr fesselnd beschreibt der Autor die Apollo-Mission von den Vorbereitungen bis hin zur Landung der Astronauten im Pazifik. Dazu noch der Kampf von USA und Sowjetunion um den Mond, macht es für Thriller-Fans, wie auch für Astronomie-Liebhaber zu einem Must-Read!

Veröffentlicht am 30.06.2022

Toller & realitätsnaher Abschluss einer großartigen Trilogie

Die Hafenschwester (3)
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Nachdem der 1. Weltkrieg überstanden ist, geht es Martha mit ihrer Familie gut, bis die Folgen der Reparationszahlungen zu der Hyperinflation im Jahr 1923 führen. Das Ersparte von Martha und Paul für Ellas ...

Nachdem der 1. Weltkrieg überstanden ist, geht es Martha mit ihrer Familie gut, bis die Folgen der Reparationszahlungen zu der Hyperinflation im Jahr 1923 führen. Das Ersparte von Martha und Paul für Ellas Studium reicht nunmehr lediglich für tägliche Lebensmittel. Also muss Ella zurückstecken und beginnt erste medizinische Erfahrungen als Schwester zu sammeln, während Rudi sein holpriges Jurastudium fortführt und Fredi nach seinem Schulabschluss bei der Polizei anfangen möchte. Doch als die Nazis immer mehr an Macht gewinnen, scheint für Ella ein Medizinstudium aussichtsloser denn je und Fredi sitzt bei seiner Polizeikarriere bald zwischen den Stühlen.

Melanie Metzenthin hat auch im dritten Teil wieder ein umfassendes Bild von der damaligen Zeit geschaffen. Ich mag es sehr, wie sie nicht nur große geschichtliche Ereignisse und wichtige Erfindungen in den Alltag der Protagonisten einbaut, sondern auch viele kleine Details, die das Gesamtbild ergänzen, wie z. B. die Erfindung des Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiels. Die Autorin hat äußerst anschaulich und realitätsnah wichtige historische Ereignisse in Marthas Familie eingebaut und somit nahbare Schicksale geschaffen. Ich finde es ebenfalls toll, dass auch andere Verfolgte außer Juden eine Rolle in der Geschichte spielen. Die Grausamkeit und Gewaltbereitschaft der Nazis gegenüber für sie unangenehme Personen wurde genauso anschaulich dargestellt, wie auch die Rolle der Frau. Melanie Metzenthin hat nicht nur die historischen Begebenheiten, sondern auch die Vergangenheit Hamburgs gut recherchiert und eingearbeitet.

>>Im Augenblick ist es modern, von lebensunwertem Leben zu sprechen. Aber darüber vergisst man leicht, dass Freude und Glück sich nicht an körperlicher Unversehrtheit bemessen [lässt], sondern an den menschlichen Beziehungen, die man pflegt.<<, Martha, S. 279

In diesem Teil der Hafenärztin werden Marthas Kinder erwachsen, kommen im Berufsleben an und verlieben sich. Und dabei haben sich ihre Kinder sehr unterschiedlich entwickelt und mich eines positiv überrascht und von sich eingekommen, da es über sich hinausgewachsen ist. Einige Charaktere haben von Band 1 an eine enorme Entwicklung durchgemacht und genauso haben sich auch meine Sympathien und Lieblingscharaktere geändert. Dadurch wurde ich schon etwas wehmütig, wenn man bedenkt, wo man angefangen hat: Als Martha 14 Jahre alt war, musste sie mit dem Tod ihrer Mutter umgehen und finanziell für sich selbst sorgen. Seitdem ist so viel geschehen, nun sind sogar ihre Kinder erwachsen geworden und sie selbst schon Oma. Ich bin stolz darauf, wie Martha ihr Leben gemeistert hat, habe sie, ihre Freunde und Familienmitglieder so gerne begleitet und wünsche ihr noch viele glückliche Jahre abseits der Buchreihe. Es ist so viel passiert und wenn ich zurückblicke habe ich das Gefühl wirklich ein ganzes Leben zu betrachten.


Fazit:
Mit diesem Band ist „Die Hafenschwester“-Trilogie nun beendet und ich bin schon etwas wehmütig, weil die Autorin mit Marthas Leben so viele Jahrzehnte und wichtige historische Ereignisse auf anschauliche Weise lebendig hat werden lassen. Melanie Metzenthin hat eine großartige Lebensgeschichte um die Hafenärztin und das vergangene Hamburg geschaffen, sodass ich mich sehr auf neue Bücher von ihr freue.

Veröffentlicht am 15.06.2022

A Book to love - ich bin verliebt!

A Place to Love
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Nachdem Junes Vater überraschend gestorben ist und auch ihre Mutter gesundheitliche Probleme hat, haben June und ihre beiden Schwestern die familieneigene Obstfarm „Cherry Hill“ übernommen, wobei hauptsächlich ...

Nachdem Junes Vater überraschend gestorben ist und auch ihre Mutter gesundheitliche Probleme hat, haben June und ihre beiden Schwestern die familieneigene Obstfarm „Cherry Hill“ übernommen, wobei hauptsächlich June das Zepter in der Hand hält. Auf den ersten Seiten, mitten in der Pfirsichernte vermeldet Junes Mutter dann „Da… ist ein Mann […] Er behauptet, er wäre mit dir verheiratet.“ (S. 22) und ich war direkt gefesselt und wollte mehr erfahren!

Die Liebesgeschichte zwischen June und Henry ist toll. Ich hab mich Seite für Seite immer mehr in die beiden und vor allem Henry verliebt. Sie haben einfach so eine tolle Art miteinander, die mir sehr gut gefällt. Die Geschichte hat mich wirklich berührt, weil Lilly Lucas so gefühlvoll und anschaulich schreibt. Ein Pluspunkt ist auch, dass man in einigen kurzen Kapiteln die Kennenlerngeschichte von June und Henry miterleben kann, die sich dann auch perfekt mit der Gegenwart verknüpfen lies. Etwas in der Beziehung der beiden hat mich aber ab einem gewissen Punkt etwas gestört. Ich will das gar nicht anprangern, weil June in mancherlei Hinsicht einfach einen ganz anderen Charakter hat als ich und eine (fiktive) Beziehung nunmal so sein kann. Mit dem Kopf kann ich verstehen, warum June so handelt, mit dem Herzen kann ich ihr Problem diesbezüglich einfach nicht nachvollziehen. Manchmal hat es mich aber einfach gestört, dass sie so passiv war und wichtige Momente von Henry ausgingen, obwohl man eben als Leser/in deutlich spürt, wie viel er June bedeutet. Aber ich liebe die Liebesgeschichte (trotzdem) sehr!

"Ich hab damals zwei Sekunden gebraucht, um mich in dich zu verlieben, Juniper. Und ich habe zwei gebraucht, um mich wieder in dich zu verlieben.", S. 188

Das Setting der Cherry Hill Farm ist einfach unglaublich. Die weiten Obstplantagen, das Wohnhaus mit angrenzender Terrasse und – absolut genial – das bewohnbare Baumhaus sind ein atemberaubender Handlungsort. Ich hatte die Farm mit ihrem namensgebenden Kirschbaum, der auf einem Hügel in der Ferne thront, direkt bildlich vor Augen. Ich träume eh davon, in einem Baumhaushotel zu übernachten: Eine Nacht im Baumhaus von Cherry Hill mit Blick auf die Sterne – gebucht! Denn ich bin wirklich gespannt auf die Liebe der beiden Schwestern Lilac und Maggy, die man in der Geschichte schon ein bisschen erahnen kann und freu mich sehr auf die Fortsetzungen!


Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte, in der mich persönlich etwas gestört hat, die aber auch natürlich nicht perfekt sein kann. Durch den Schreibstil hat die Geschichte mich sehr berührt und ich hab mich mit jeder Seite ein bisschen mehr in June und Henry verliebt. Und die Farm Cherry Hill mit ihrem atemberaubenden Setting nicht zu vergessen! Ich kehre in den Folgebänden auf jeden Fall dorthin zurück!

Veröffentlicht am 22.05.2022

Lebendiger und spannender Krimi während der viktorianischen Epoche

Mord im Gewächshaus
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Die 12-jährige Myrtle ist extrem pfiffig und hat ein Faible für Kriminalistik. Damit hat sie schon früh Erfahrungen gesammelt, da ihr Vater Staatsanwalt ist. Doch im viktorianischen Zeitalter gehört sich ...

Die 12-jährige Myrtle ist extrem pfiffig und hat ein Faible für Kriminalistik. Damit hat sie schon früh Erfahrungen gesammelt, da ihr Vater Staatsanwalt ist. Doch im viktorianischen Zeitalter gehört sich so ein morbides Interesse für eine junge Dame nicht, wodurch sie von Gleichaltrigen eher schräg angesehen wird. Doch mit ihrer Gouvernante, die sie auch unterrichtet, geht sie neugierig vielen interessanten Themen nach. Mit ihrer Beobachtungsgabe hat Myrtle die Gewohnheiten ihrer Nachbarn schon lange erkannt, weshalb sie höchst alarmiert ist, als der Gärtner nicht in Miss Wodehouse Garten zu sehen ist und auch sonst alles viel zu ruhig auf dem großen Grundstück. Kurzerhand benachrichtigt sie mit dem Münztelefon die Polizei. Miss Wodehouse ist tatsächlich gestorben, eines natürlichen Todes. Aber Myrtle ist sich sicher, dass Miss Wodehouse ermordet wurde und fängt deshalb mit der unerschrockenen Miss Judson an ihrer Seite an zu ermitteln.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Myrtle geschildert, wodurch man ihren Ermittlungen sehr gut folgen kann. Ihr noch kindliches Verhalten gepaart mit ihrer naseweisen Art peppt das Geschehen auf und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Es gibt auch einige Fußnoten, die unter anderem Begriffe und Dinge aus dem viktorianischen Zeitalter für die jungen Leser/innen erklären, aber gelegentlich auch zu Myrtles Gedanken beitragen und die Erzählung auflockern. Zu jedem Kapitelbeginn ist ein Absatz aus einem Handbuch für Amateur- und Berufsermittler abgedruckt, der perfekt zu Myrtles praktischer Erfahrung und Erkenntnisse auf den folgenden Seiten passt. Mir hat es gut gefallen, dass die Geschichte während der viktorianischen Zeit spielt. Und obwohl einige gesellschaftliche Regeln dieser Zeit im Buch eine Rolle spielen, ist es keineswegs altbacken.

Fazit:
„Mord im Gewächshaus“ ist ein lebendiger und spannender Krimi für junge Leser/innen mit einer neugierigen und pfiffigen Protagonistin. Das viktorianische Zeitalter bietet einen schönen Rahmen für die spannende und zumal auch amüsante Geschichte.