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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2017

Wie aus einer anderen Zeit

Die neun Prinzen von Amber
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Fantasy ist ein zeitloses Genre, es kann sowohl in der Zukunft, als auch in der Vergangenheit spielen. Bei dem heutigen Stand der Technik und Entwicklung sind auch unserer Fantasie keinerlei Grenzen mehr ...

Fantasy ist ein zeitloses Genre, es kann sowohl in der Zukunft, als auch in der Vergangenheit spielen. Bei dem heutigen Stand der Technik und Entwicklung sind auch unserer Fantasie keinerlei Grenzen mehr gesetzt.

Mit den Chroniken von Amber hat Klett-Cotta ein Juwel aus den 70er Jahren neu aufgelegt, das eine ganz besondere, wenn auch etwas angestaubte Form dieses Genres darstellt.

Dieser erste Band einer fünfteiligen Reihe erzählt die Geschichte des Prinzen Corwin, der ohne sein Gedächtnis in einem Krankenhaus auf der Erde erwacht und sich auf die Suche nach seinen Erinnerungen und seiner Bestimmung macht. Dabei findet er sich schon bald im Kampf gegen seine vielzähligen Geschwister um den Thron von Amber wieder.

Die Geschichte ist fantasievoll, verlangt aber auch dem Leser viel Vorstellungskraft ab, da der Schreibstil sehr geradlinig ist und ausschweifende Umschreibungen vermeidet. Die Ausschmückung muss also der Leser in seinem Kopf selbst besorgen.
Auch die Vorstellung des Autors von Fantastik kann mit den heutigen Ansprüchen des Lesers nur schwer Schritt halten. Hier macht sich eben der Altersunterschied des Buches zum Leser bemerkbar. Wenn man sich allerdings darauf einlässt, dass ein Großteil der "Arbeit" bei einem selbst liegt, kann einen das Buch scho gut unterhalten.
Es weist zwar auch ein paar Längen auf, kann aber mit überraschenden Wendungen beeindrucken.

Fazit:
Das Buch ist stellenweise gewöhnungsbedürftig, dadurch aber auch etwas Außergewöhnliches. Wenn man sich auf dieses Abenteuer einlässt, entführt es einen in eine fantastische, vergangene Welt!

Veröffentlicht am 16.06.2017

Liebesgeschichte mal anders

Ein Lord mit gewissen Vorzügen
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Dieser Roman entspricht in seinen Grundzügen all den anderen Liebesgeschichten aus der Feder Lynsay Sands' und trotzdem unterscheidet er sich in einem bestimmten Punkt. Anders als in anderen Reihen erzählt ...

Dieser Roman entspricht in seinen Grundzügen all den anderen Liebesgeschichten aus der Feder Lynsay Sands' und trotzdem unterscheidet er sich in einem bestimmten Punkt. Anders als in anderen Reihen erzählt er die gleiche Geschichte des ersten Bandes dieser Trilogie, nur aus Sicht der (im ersten Band noch als Nebenfigur auftretenden) Schwester der damaligen Hauptfigur. Dementsprechend erscheint die Handlung nicht wirklich überraschend, sondern sehr bekannt. Und ehrlicherweise kann ich nicht genau sagen, ob es mich stört oder mir gefällt.

Nichts desto trotz ist es eine wunderbare, humorvolle Liebesgeschichte, die auch unabhängig von den anderen Bänden der Trilogie gelesen werden kann (was ich hier wahrscheinlich sogar eher empfehlen würde).

Veröffentlicht am 16.06.2017

nach anfänglichen Beschwerden zu empfehlen

Silver Dragons - Ein brandheißes Date
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Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe für dieses Buch einen zweiten Anlauf benötigt...

...aber der hat sich gelohnt. Obwohl es mir zuerst schwer fiel, in diese Geschichte hinein zu finden, nimmt sie doch ...

Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe für dieses Buch einen zweiten Anlauf benötigt...

...aber der hat sich gelohnt. Obwohl es mir zuerst schwer fiel, in diese Geschichte hinein zu finden, nimmt sie doch schnell an Fahrt auf und ich kann rückblickend nicht einmal den Finger darauf legen, woran ich beim ersten Versuch gescheitert bin.

Die Geschichte um Gabriel und May ist genauso erfrischend lustig und mit Wortwitz gespickt wie die ersten vier Bände um die Drachenwelt. Auch alte Bekannte aus diesen ersten Büchern finden sich schnell wieder. Und auch die Geschichte ist wie immer spannend und hakenschlagend geschrieben.

Fazit:

Für alle Fans von Drachen eine echte Empfehlung.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ungleichgewicht

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Das Thema Kinderwunsch ist wie ein Fremdkörper, der jede Beziehung beeinflusst und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und wenn man "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" so liest, bekommt man das ...

Das Thema Kinderwunsch ist wie ein Fremdkörper, der jede Beziehung beeinflusst und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und wenn man "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" so liest, bekommt man das Gefühl, dass es selbst die gefestigten Paare ins Trudeln bringt und keine Frau die perfekte Antwort finden kann.

Die alten Schulfreunde Felix und Matze machen mit ihren Partnerinnen Urlaub in Südfrankreich, dabei könnten die beiden Paare nicht unterschiedlicher sein. Linn und Matze befinden sich mitten in einer Kinderwunschbehandlung und müssen sich von Felix einladen lassen, da sie sich den Urlaub nicht leisten könnten. Eva und Felix hingegen sind scheinbar glückliche Eltern mit zwei Kindern, Eva schafft den Alltag als Mutter offenbar mühelos. Doch die gemeinsame Zeit hebt nach und nach so einige Geheimnisse und Probleme ans Tageslicht.

Das Kammerspiel macht anfangs richtig viel Spaß und zeigt auf knappe, aber unterhaltsame Weise die Unperfektheiten der Figuren auf. Das Thema Kinderwunsch von so grundverschiedenen Seiten präsentiert zu bekommen, ist auch richtig einfühlsam dargestellt.

Aber leider driftet die Geschichte nach und nach ins absurde ab. Überspitzte Szenen nehmen Überhand und die Balance kippt ins Ungleichgewicht. Da hilft es auch nicht, dass sich die Dynamik zwischen Eva und Linn auf positive Art entwickelt.

Den negativen Schlussstrich zieht dann das offene, deutungsarme Ende des Buches.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Episodenhaft

Tage des Lichts
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Ein Leben in sechs Episoden erzählt- das klingt doch eigentlich nach einem ganz spannenden Konzept. Zumal man mit Ivy in ihre Bohemiene-Familie eintauchen darf, in der schon immer die Kreativität und freie ...

Ein Leben in sechs Episoden erzählt- das klingt doch eigentlich nach einem ganz spannenden Konzept. Zumal man mit Ivy in ihre Bohemiene-Familie eintauchen darf, in der schon immer die Kreativität und freie Liebe regiert.

1938 begegnen wir Ivy zum ersten Mal. Es ist Ostern, die Familie kommt zusammen und ihr Bruder Josef will allen seine neue Freundin Frances vorstellen. Währenddessen hadert Ivy mit dem Leben und ihrer Plan- und Ziellosigkeit. So ganz scheint sie nicht in die künstlerische Vielfalt und den Überschwang ihrer Familie zu passen. Doch dann stirbt Josef überraschend und Ivy kämpft ihr Leben lang mit den Konsequenzen.

Eigentlich klingt das alles nach Drama und großen Gefühlen. Die liefert uns Megan Hunter auch mit Sicherheit. Und doch fühlte sich dieses Buch an, als würde ich das alles durch einen starken Filter betrachten.

Megan Hunters Roman dominiert ein blumiger, mit Metaphern beinahe überladener Schreibstil, der mir im Laufe des Buches immer bekannter erschien. Bis mir wieder einfiel, woran er mich erinnerte: "Die Harpye"- was wenig verwundert, stammt doch beides aus derselben Feder.

Ich bin mit beiden Büchern nicht ganz warm geworden, vermutlich weil ich permanent das Gefühl hatte, einen Großteil der versteckten Bedeutungen nicht verstanden zu haben. Auch bleiben die Figuren unnahbar und so fällt es schwer, mit ihnen mitzufiebern und zu leiden.

Insgesamt hat dass Buch Potential und wenn man den Stil mag, kann es ein tolles Leseerlebnis bieten.

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