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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2022

Eine Frau kämpft für die Kinder

Die Tucherbin
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Im Jahr 1837 ist Köln zu einer Industriestadt geworden. Es gibt Arbeit, doch die Arbeiter leiden bittere Not. So müssen auch Kinder bis zu 14 Std. in den Fabriken arbeiten. Als Corinna Winterfeldt, die ...

Im Jahr 1837 ist Köln zu einer Industriestadt geworden. Es gibt Arbeit, doch die Arbeiter leiden bittere Not. So müssen auch Kinder bis zu 14 Std. in den Fabriken arbeiten. Als Corinna Winterfeldt, die Erbin eines Tuchfabrikanten, den Arzt Doktor Ludewig bei seinen Patientenbesuchen im Armenviertel begleitet, ist sie über das Elend der Menschen schockiert. Sie beschließt, einer Frau mit ihren beiden kleinen Kindern zu helfen. Jedoch hat ihr Onkel andere Pläne mit ihr. Corinna soll seinen Geschäftspartner August Wohlfert heiraten, in dessen Fabrik ebenfalls Kinder unter den schlimmsten Bedingungen arbeiten müssen. Für Corinna ist es unmöglich, einen solchen Mann zu heiraten und zu lieben. Corinna macht ihn auf die katastrophalen Umstände in seiner Fabrik aufmerksam, doch erst nachdem sich ein schrecklicher Unfall ereignet hat, kann sie ihn zum Nachdenken bringen.
Dieser Roman beschreibt eindringlich die Verhältnisse, in denen sich die Arbeiter zur damaligen Zeit befinden. Sie arbeiten für einen Hungerlohn und selbst kleine Kinder müssen in den Fabriken bis zum Umfallen schuften, um das Leben der Familie zu sichern. Der Hunger ist allgegenwärtig und eine Schulbildung gibt es für sie nicht.
Thea Blum hat in diesen Roman historische Personen einfließen lassen und sie gekonnt mit der Handlung verwebt. Die einzelnen Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt. Der Schreibstil führt flüssig durch diese fesselnde Geschichte.
Mein Fazit:
Ein spannendes Buch über das Bestreben einer jungen Frau, die Arbeitsbedingungen in den Manufakturen zu verbessern. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.07.2022

Gänsehautfeeling pur

Déjà-vu
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Während draußen ein Schneesturm tobt, machen es sich Romy Leyendecker und ihre 14jährige Tochter zuhause gemütlich. Romy ist davon überzeugt, dass ihre Familie unter dem göttlichen Schutz steht. Als plötzlich ...

Während draußen ein Schneesturm tobt, machen es sich Romy Leyendecker und ihre 14jährige Tochter zuhause gemütlich. Romy ist davon überzeugt, dass ihre Familie unter dem göttlichen Schutz steht. Als plötzlich ein junges Pärchen an die Tür klopft, dessen Auto liegen geblieben ist, gewährt Romy ihnen Unterschlupf. Von der Außenwelt abgeschieden, nimmt nun das Unvorstellbare seinen Lauf.
H.C. Scherf hat mit diesem Roman wieder ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Die Handlung ist voller Spannung, die sich Seite um Seite ins Unermessliche steigert. Unvorhersehbare Wendungen sorgten dafür, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und auf einen Rutsch lesen musste. Die relevanten Protagonisten sind sehr gut und nachvollziehbar beschrieben und so habe ich mit Romy und Emma gelitten und gezittert, gehofft und gebangt. Der Ausgang dieses Thrillers traf mich völlig unerwartet.
Mein Fazit:
Ein Gänsehautthriller, den ich Liebhabern diese Genres ans Herz legen möchte. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.07.2022

Zutiefst bewegend

Findelmädchen
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Die 6jährige Helga und ihr 7jähriger Bruder Jürgen leben seit 10 Jahren bei Pflegeeltern in Frankreich. Ihre Eltern sind verschollen und die beiden können sich an die Zeit vor ihrer Aufnahme in der Familie ...

Die 6jährige Helga und ihr 7jähriger Bruder Jürgen leben seit 10 Jahren bei Pflegeeltern in Frankreich. Ihre Eltern sind verschollen und die beiden können sich an die Zeit vor ihrer Aufnahme in der Familie nicht erinnern.
Weihnachten 1955 bekommen sie die Nachricht, dass ihr Vater lebt und sie in Köln erwartet. Kurz darauf reisen sie in ihre Heimat an den Rhein. Jürgen findet eine Arbeit bei den Ford-Werken und Helga hilft ihrem Vater in seinem neuerbauten Büdchen. Doch sie möchte das Gymnasium besuchen. Ihr Vater verwehrt ihr dieses und meldet sie statt dessen auf einer Haushaltungsschule an. Diese schließt ein Praktikum in einem Waisenhaus mit ein. Entsetzt und hilflos muss Helga mit ansehen, wie die Kinder dort behandelt werden. Vor allem ein Besatzerkind, dessen Vater ein Farbiger ist. Helga möchte dieses Kind beschützen, doch ihr sind die Hände gebunden.
Lily Bernstein hat die Zeit der Nachkriegsjahre sehr gut recherchiert. Das damalige Handeln, Denken und Fühlen der Menschen ist für uns heute kaum noch vorstellbar und sehr erschreckend. Die Protagonisten kommen sympathisch und authentisch auf den Leser herüber. Die aufwühlende und bewegende Handlung ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig und führt lebendig durch diesen Roman.
Obwohl ich den ersten Teil „Trümmermädchen“ nicht gelesen habe, war ich sofort in der Geschichte drin.
Mein Fazit:
Ein hervorragend recherchierter Roman, fesselnd von Anfang an. 5 Sterne und ein ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.07.2022

Die Suche nach Abby und Finley

Briefe an Abby
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Mia sieht keine Zukunft mit ihrem Verlobten Nick und möchte sich von ihm trennen. Doch Nick will Mia nicht verlieren und sie lässt sich zu einem Versöhnungsurlaub mit ihm überreden. Am Ziel angekommen, ...

Mia sieht keine Zukunft mit ihrem Verlobten Nick und möchte sich von ihm trennen. Doch Nick will Mia nicht verlieren und sie lässt sich zu einem Versöhnungsurlaub mit ihm überreden. Am Ziel angekommen, findet Mia alte Liebesbriefe und beide wollen ihrer Herkunft auf den Grund gehen.
Dieser Roman, den ich eher als Märchen für Erwachsene bezeichnen möchte, stellt für Mia und Nick ihr gesamtes Dasein auf den Kopf. Denn sie müssen erkennen, dass alles bisherige infrage gestellt wird und sie Erkenntnisse erlangen, die über jegliche Vorstellungen hinaus gehen.
Die Handlung ist äußerst fesselnd, unvorstellbar und doch faszinierend. Das Kopfkino ratterte nur so. Einfühlsam und liebevoll hat Perry Payne die relevanten Protagonisten beschrieben und so konnte ich mich sehr gut in Mia hinein versetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Mit einem gewohnt leichten und lockeren Schreibstil führt der Autor durch diese Geschichte.
Mein Fazit:
Wieder hat es Perry Payne geschafft, mich mit seinem Buch zu beeindrucken und zu überzeugen. Dieser spannende und außergewöhnliche Roman bekommt von mir 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.07.2022

Eine mutige Liebe

Solange gehört das Leben noch uns
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Inas Großvater verbringt seine letzten Lebenstage im Teresien-Hospiz. Hier lernt Ina Richard kennen und glaubt, er sei ein Besucher oder Helfer. Dann erkennt sie, dass der junge Mann schwerkrank ist und ...

Inas Großvater verbringt seine letzten Lebenstage im Teresien-Hospiz. Hier lernt Ina Richard kennen und glaubt, er sei ein Besucher oder Helfer. Dann erkennt sie, dass der junge Mann schwerkrank ist und hier auf sein Ende wartet. Doch beide haben sich schon rettungslos ineinander verliebt. Richard erzählt Ina von seinem Lebenstraum, den er sich nicht mehr verwirklichen kann. Verzweifelt Ina setzt Ina alles daran, ihn für Richard wahr werden zu lassen. Doch wird sie es schaffen, denn seine Kräfte schwinden täglich immer mehr?
Dieser Roman hat mich tief berührt. Josefine Weiss hat hier ein sehr schweres Thema sensibel und liebevoll umgesetzt. Einfühlsam schildert sie die Gefühle, Gedanken und Handlungen der relevanten Protagonisten. Authentisch und nachvollziehbar ist das Hospiz mit der liebevollen Behandlung seiner Gäste beschrieben.
Dieses Buch hat mich tief berührt und nachdenklich zurück gelassen. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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