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Veröffentlicht am 17.07.2022

Welch schönes Buch!

Die sieben Jahreszeiten
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Klappentext:

„Schon als Kind gab es für Isabelle Van Groeningen nichts Schöneres, als mit den Händen in der Erde zu wühlen und sich am Grün und an wunderbaren Blüten zu erfreuen. Später machte sie ihre ...

Klappentext:

„Schon als Kind gab es für Isabelle Van Groeningen nichts Schöneres, als mit den Händen in der Erde zu wühlen und sich am Grün und an wunderbaren Blüten zu erfreuen. Später machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und hat seither unzählige Gärten gestaltet und bepflanzt. In Die sieben Jahreszeiten – denn für Gärtner*innen gibt es mehr als vier – schreibt sie über das Glück und die Herausforderungen des Gärtnerns, über Fragen der Gestaltung ebenso wie die des richtigen Standorts, gibt wertvolle Hinweise zu Pflanzung und Pflege und stellt die wichtigsten Pflanzen vor, von Schattenstauden über Kletterrosen, Dahlien und Zwiebelblumen. Und sie erinnert uns daran, was das Wichtigste am Gärtnern ist: Ein Garten tut der Seele gut.



Die sachkundige und passionierte Pflanzengestalterin Isabelle Van Groeningen führt uns durchs Jahr und durch ihre Gärten – ein Rundgang mit vielen Tipps und Lieblingspflanzen!“



Jeder (Hobby)Gärtner weiß genau was mit den sieben Jahreszeiten gemeint ist. Aber wie erlebt sie jeder von uns? Anders oder doch gleich? Isabelle Van Groeningen erzählt uns hier ihre Sicht der Dinge zum Thema Garten. Ab der ersten Seite spürt man ihre Leidenschaft, ihren Enthusiasmus und das steckt auch den Leser unweigerlich an. Es gibt, wie überall im Leben, Positives und Negatives zu berichten. Und schlussendlich erkennen wir Leser uns selbst darin wieder. In den (kurzen) Geschichten die Van Groeningen hier notiert hat, erfährt der Leser einiges über sie selbst aber auch eine Art gewissen Plausch über den Gartenzaun - von Gleichgesinnten zu Gleichgesinnten sozusagen. Es beruhigt schnell wenn man liest, dass auch bei ihr mal Pflanzen kränkeln oder eingehen.

Tenor über allem ist aber eines, und das wird jeder (Hobby)Gärtner nur bestätigen: Ein Garten tut der Seele gut! Wir erleben mit Van Groeningen das komplette Gartenjahr hindurch mit ihren Erfahrungen. Die Autorin nimmt uns an die Hand und wandelt mit uns durch ihren Garten - schöner geht es nicht!

Die Geschichten sind alle unheimlich kurzweilig und liebenswert geschrieben. Man taucht ein wenig ab und kann mal andere Gartenarbeit genießen. Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 14.07.2022

Die Natur hat uns vieles voraus!

Quallen altern rückwärts
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Klappentext:

„Verglichen mit anderen Erdbewohnern dauert ein Menschenleben nur einen Wimpernschlag: Kalifornische Redwoods können fünftausend Jahre alt werden, einige Quallenarten kehren ihren Alterungsprozess ...

Klappentext:

„Verglichen mit anderen Erdbewohnern dauert ein Menschenleben nur einen Wimpernschlag: Kalifornische Redwoods können fünftausend Jahre alt werden, einige Quallenarten kehren ihren Alterungsprozess um und manche Bakterien sind sogar unsterblich.



Molekularbiologe Nicklas Brendborg nimmt die Leser:innen mit in die entlegensten Winkel der Welt und die modernsten Forschungslabors; unterwegs zu den ältesten Menschen, zu Zombiezellen und zu Experimenten, die unsere grundlegenden Vorstellungen vom Leben auf den Kopf stellen.



Dabei geht Brendborg einer zentralen Frage der Menschheit nach: Wie kann ein langes und gesundes Leben gelingen?“



Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, wie Quallen altern? Ich auch nicht. Aber wie wir unsere Falten im Gesicht bekämpfen, dass wissen wir alle. Wir altern denn eigentlich die Tiere? Genau diese Frage wird hier wunderbar sachlich, fachlich und dennoch mit einer gewissen Prise Humor beleuchtet. Der Autor Nicklas Brendborg nimmt uns hier mit auf eine extrem spannende Reise mit. Manchesmal hatte ich das Gefühl eher eine Geschichte von Star Trek hier zu lesen aber nicht von unserer Natur! Vieles scheint hier schier unglaublich und dennoch ist es wahr und vor allem real! Wir leben mit mehr als außergewöhnlichen Lebewesen zusammen die definitiv schlauer sind als wir Menschen. Es gibt Quallen die den Alterungsprozess umdrehen und eben immer jünger werden! Ein mehr als interessantes Thema war die Herstellung künstlicher Zellen. Was vielen wie Science-Fiction erscheint, kann aber für Menschen mit extremen Brand/Säure-Verletzungen etc. vielleicht das Leben retten.

Der Autor hat eine. wunderbare Art sein Wissen dem Leser näher zu bringen ohne dabei langweilig oder belehrend zu wirken. Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne für dieses hochwertig gestaltete Buch!

Veröffentlicht am 14.07.2022

Alles hat einen Ursprung

Von der Kunst, die Früchte zu zähmen
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Klappentext:

„Erst wurde genascht, dann gehegt, schließlich gezüchtet: Bereits die frühen Menschen aßen wildwachsende Früchte und Beeren. Mit Beginn des Ackerbaus begann man, gezielt Bäume und Sträucher ...

Klappentext:

„Erst wurde genascht, dann gehegt, schließlich gezüchtet: Bereits die frühen Menschen aßen wildwachsende Früchte und Beeren. Mit Beginn des Ackerbaus begann man, gezielt Bäume und Sträucher anzupflanzen, die ersten Obstgärten entstanden. Sie wurden zur Nahrungsquelle, zu Orten der Zusammenkunft – und inspirierten Künstler. So ist die Geschichte der Fruchtkultivierung auch eine Geschichte der Menschheit und als altes Kulturerbe moderner denn je, wie Bernd Brunners fesselnd geschriebenes und reich illustriertes Porträt der verborgenen Gärten und ihrer Früchte zeigt.



Wir erfahren, dass die ersten Obstgärten vielleicht Oasen mit Dattelpalmen waren, in denen Wüstennomaden rasteten, und dass die Ureinwohner im Amazonasgebiet schon Jahrhunderte vor der Kolonialisierung Mosaikgärten pflegten. Der moderne Obstanbau entwickelte sich über Jahrtausende hinweg. Mit dem Wachstum der Bevölkerung breiteten sich die Obstbäume aus den üppigen Gärten der Wohlhabenden und der Klöster auf Felder und an Straßenrändern aus und veränderten so die Landschaft, während sie zugleich die Hungrigen ernährten….“



Es gibt ja so Garten-Bücher die muss man einfach lesen, denn man erfreut sich nicht nur daran, man geht dann auch mit stolz geschwellter Brust in sein grünes „Wohnzimmer“ namens Garten und betrachtet die eben belesenen Früchte, Blumen etc.. Speziell geht es hier in diesem wunderschönen Sachbuch um Obst und seine Entstehungsgeschichte. Alles hat einen Ursprung doch wo lag dieser und wie kam Himbeere und Co. in unsere Gärten? Ja, hier wird „Von der Kunst, die Früchte zu zähmen“ gesprochen und man erfährt ein beachtliches Wissen mit einer Menge Fotos, Zeichnungen und Gemälden. Autor Bernd Brunner nimmt uns gekonnt an die Hand und beleuchtet eine gewisse Historie die einem so nicht unbedingt geläufig war. Obstgärten haben lange Geschichten hinter sich und sind eng mit dem Menschen verwurzelt. Das Wie und Warum erfahren Sie in diesem wunderschönen Buch. Der Autor beschreibt flüssig und frei von seinen Gedanken, Wissen, Nachforschungen und Erkenntnissen.

Dieses Buch erhält eine absolute Leseempfehlung von mir und somit 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 14.07.2022

Wir müssen umdenken!

Über dem Orinoco scheint der Mond
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Klappentext:

„Alles hängt mit allem zusammen, und wir Menschen sind ein Teil des Ganzen der Natur. Diese Einsicht ist in unserer technologisch-ökonomisch geprägten Welt in Vergessenheit geraten, mit immer ...

Klappentext:

„Alles hängt mit allem zusammen, und wir Menschen sind ein Teil des Ganzen der Natur. Diese Einsicht ist in unserer technologisch-ökonomisch geprägten Welt in Vergessenheit geraten, mit immer negativeren Folgen für unsere natürliche Mitwelt, unsere Lebensgrundlagen und letztlich uns selbst. Wie kommen wir da wieder raus? Harald Lesch und Klaus Kamphausen entwerfen ein Welt- und Menschenbild, das den Menschen wieder als Teil der natürlichen Zusammenhänge begreift und ihn als Wesen zeigt, das erst im Für- und Miteinander sein volles, zukunftsfähiges Potential entfaltet – ein Welt- und Menschenbild, das sich von der Durchrationalisierung und -ökonomisierung des Lebens verabschiedet und dem Staunen und Mitfühlen wieder mehr Platz einräumt. Ein Leitstern ihrer Überlegungen ist der Naturforscher Alexander von Humboldt, der vor über 200 Jahren den südamerikanischen Fluss Orinoco bereiste.“



Das Autoren-Duo befasst sich hier mit recht essentiellen Fragen und versucht in gewisser Weise Antworten zu liefern bzw. jeden Leser dazu zu animieren selbst welche darauf zu finden. Die Thematik die angesprochen wird ist äußerst prekär. Egal in welcher Art und Weise - ob Handel, Leben, oder das Zusammensein von uns Menschen - wir müssen darüber gründlich nachdenken und etwas verändern. So geht es nicht weiter. Die Schäden die durch unser Tun entstehen kosten nicht nur Geld sondern auch Ressourcen und auch die Kraft eines Jeden von uns. Wollen wir das? Ein großer Marker dieser Geschichte ist das Tun und Handeln Alexander von Humboldt‘s. Die beiden Autoren reflektieren gekonnt, nutzen Beispiele oder versuchen diese entstehen zu lassen. Seine Reise auf dem Orinoco in Südamerika wird hier zum Leitbild und bietet besondere Überlegungen die eigentlich aktueller nicht sein könnten. Erschreckend manches Mal gerade weil über 200 Jahre dazwischen liegen.

Lesch und Kamphausen nutzen einen ruhigen und verständlichen Sprachverlauf. Ihre Worte sind verständlich und ohne Fachbegriffe - typisch Lesch eben wie man ihn aus dem TV oder anderer Literatur eben kennt.

Für dieses besondere Buch mit seinen wirklich sinnvollen Überlegungen gibt es 5 von 5 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 14.07.2022

Die Natur ist unberechenbar, genau wie der Mensch

Wo die Wölfe sind
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!ein Lesehighlight 2022!



Klappentext:

„Inti Flynn kommt nach Schottland, um Wölfe in den Highlands wiederanzusiedeln. Als Wissenschaftlerin weiß sie, dass die wilden Tiere die einzige Rettung für die ...

!ein Lesehighlight 2022!



Klappentext:

„Inti Flynn kommt nach Schottland, um Wölfe in den Highlands wiederanzusiedeln. Als Wissenschaftlerin weiß sie, dass die wilden Tiere die einzige Rettung für die zerstörte Landschaft sind. Als Frau hofft sie auf einen Neuanfang. Sie ist nicht mehr die, die sie einst war, hat sich von den Menschen zurückgezogen. Denn die Wolfsbiologin besitzt die seltene Fähigkeit, Gefühle von anderen Lebewesen körperlich nachzuempfinden. Als ein Farmer tot aufgefunden wird und eine Hetzjagd auf ihre Tiere beginnt, muss sie sich ihren Ängsten stellen: Ist der Wolf oder der Mensch die Bestie in den Wäldern? Und wird sie je wieder menschliche Nähe zulassen können – oder von der Wildnis verschlungen werden, die sie retten will?“



Bereits nach ihrem, für meine Empfindung, großartigem Debüt „Zugvögel“ war die Vorfreude auf das neue Werk „Wo die Wölfe sind“ von Autorin Charlotte McConaghy groß! Ich würde keinesfalls enttäuscht! Ihre Geschichte rund um die Protagonistin Inti Flynn und eben ihre „Freunde“, die Wölfe, hatte von allem die richtige Prise inne. Wir erleben hier Spannung, Emotionen, charakterstarke Figuren, bildhafte Beschreibungen des Handlungsortes und der Natur und eine gewisse aktuelle, sinnbildhafte Darstellung unserer Zeit. Die Geschichte rund um Inti ist rund und tiefgründig erzählt, sodass der Leser immer einen roten Faden sieht und am Ball bleibt. Das Inti eine gewisse Fähigkeit besitzt, wirkt dabei keinesfalls als Spielerei oder mystisch, es wirkt eher wie der versteckte Sinn um den wild-gewordenen Menschen (!) zu entfliehen. Autorin McConaghy fügt immer wieder Metaphern ein um der Geschichte den gewissen zweiten Blick zu geben wie eben Intis Gabe oder eben allein das Bild des Wolfes an sich. Die Einen lieben ihn und sind beeindruckt das er wieder in den heimischen Wäldern zu Haus ist und die Anderen bekommen es mit der Angst zu tun oder eben Wut wenn ihre Tiere durch den „bösen“ Wolf getötet werden. Gerade hier im Norden Deutschlands ein mehr als aktuelles Thema! Wie also nun richtig handeln? Für Inti ist es klar aber es wird ein Kampf für alle und es stellt sich immer wieder die Frage was richtig ist und was falsch. McConaghy benutzt feine, ausgesuchte Worte für diese Geschichte, verstümmelt nichts, lässt es oft laufen und Klischees werden komplett ausgeblendet. Sie erzählt so wunderbar flüssig und treffend, dass man die Geschichte fast am Stück lesen möchte. Der Spannungsbogen ist immer wieder gekonnt da und auch das Netz an Widrigkeiten wird immer wieder eingerissen und neu gesponnen. Die Autorin hat auch hiermit wieder bewiesen wie stark sie erzählen kann, besonders von der Natur und ihren beiden Seiten. Wer sich mit dem hier genannten Thema auskennt, sieht es ein wenig wie Mr. Jekyll und Mr. Hyde. Es gibt immer Gut und Böse und es wird es immer geben. Die Natur wird nach wie vor unberechenbar sein, genau wie wir Menschen. Die Autorin hat hier, für meine Begriffe, wieder einen absolut zweideutigen Buch-Knaller verfasst, der enorm intensiv und aussagekräftig ist.

5 von 5 Sterne für dieses Buch!