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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2022

Ein wichtiges BUch

Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau
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Phenix Kühnert ist Model, Bloggerin und lautstarke Aktivistin der LGBTQIA-Szene. Sie erzählt in ihrem Buch, wie es ist in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Menschen ausschließt, die nicht der (vermeintlichen) ...

Phenix Kühnert ist Model, Bloggerin und lautstarke Aktivistin der LGBTQIA-Szene. Sie erzählt in ihrem Buch, wie es ist in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Menschen ausschließt, die nicht der (vermeintlichen) Norm entsprechen.

Phenix Kühnert ist - wie sie berichtet - von Geburt an das männliche Geschlecht mit allen seinen Merkmalen zugewiesen. Sie selbst fühlt sich, wie sie beschreibt, von je her anders. Die Erkenntnis, eine Frau zu sein, kommt im Vergleich zu manchen anderen Transgender früh.

„Jeder Lebensweg ist ein eigenständiger, der sich von jedem anderen unterscheidet. Konkrete Antworten, die für die gesamte Community gelten, kann ich nicht liefern, aber ich hoffe, ich kann zum Denken anregen.“

Meine Meinung:

Dieses Buch ist das zweite, das ich in kurzem Abstand gelesen habe und das das Thema Transgender aus Sicht einer Betroffenen schildert.

Interessant finde ich die Querverbindungen zum Leistungssport, in dem man jahrelang, um Medaillen und Prestige willen, transPersonen, quasi missbraucht hat. Dieser Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen.

Im Gegensatz zu „Endlich Nora!“ (Nora Dahmen) fühlt sich dieses Buch hier laut an und an manchen Stellen anklagend. Die Offenheit mit der Phenix die Situation der Transgender schildert, mag manche Leser verschrecken. Sie ist aber notwendig, um veraltete Denkmuster aufzubrechen. Manchmal, wenn ich Zeitung lese, habe ich den (sehr subjektiven) Eindruck, dass es zur Zeit „chic“ ist, sich als queer zu outen. Das hat Phenix ebenfalls festgestellt, wie aus diesem Zitat ersichtlich ist.

„Natürlich stelle ich selbst auch fest, dass meine Geschlechtsidentität in der Medienwelt als Trendthema eingestuft wird. Queer zu sein ist jedoch kein Trend, es geht um Existenzen“.

Sehr gut sind die zahlreichen Begriffe erklärt. Entweder im Text direkt oder als Glossar am Ende des Buches.

Fazit:

Ein sehr guter, wenn auch ein wenig lauter, Einstieg in ein Thema, das für viele Menschen ein wenig befremdlich wirkt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.07.2022

Berlin im August 1936

Drei Tage im August
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Autorin Anne Stern, bekannt durch ihre Reihe rund um die Hebamme Hulda Gold, entführt uns abermals nach Berlin. Es ist August 1936 und der Blick der ganzen Welt ist wegen der Olympischen Spiele auf Deutschlands ...

Autorin Anne Stern, bekannt durch ihre Reihe rund um die Hebamme Hulda Gold, entführt uns abermals nach Berlin. Es ist August 1936 und der Blick der ganzen Welt ist wegen der Olympischen Spiele auf Deutschlands Hauptstadt gerichtet. Für wenige Wochen wird ein weltoffenes und lebendiges Berlin präsentiert. Kaum jemand erkennt, dass dies alles nur Fassade ist und die NS-Diktatur längst mit ihren Repressalien gegen Juden und Andersdenkende begonnen hat.

Das bemerkt auch Elfie, die Verkäuferin in der Chocolaterie Sawade, die seit Jahren auf der prominenten Adresse Unter den Linden angesiedelt ist. Neben Elfie, die zur Schwermut neigt, leben in näherer Umgebung des Geschäftes zahlreiche Personen, die von den Machthabern nicht gerne gesehen werden. Das sind neben Elfie der jüdische Buchhändler Franz Marcus, das Blumenmädchen Rosa, der Barbesitzer El-Hamady, der Leierkastenmann Willi und die hochbetagte Madame Conte mit ihrem Dienstmädchen.

Als das kleine Blumenmädchen am helllichten Tag von der Polizei abgeführt wird, traut sich niemand einzuschreiten und der Buchhändler trägt sich notgedrungen mit Auswanderungsgedanken. Ein Lichtblick für Elfie sind die Gespräche, die sie mit Madame Conte führt. Dabei erfährt sie so manch lange gehütetes Geheimnis.

Meine Meinung:

Anne Stern gelingt wieder sehr gut, die Stimmung dieser Zeit einzufangen. Nachdem alle Welt über die Erfolge der Olympischen Spiele spricht, sieht keiner so genau hin, wie das Leben abseits dieses Spektakels wirklich verläuft. Während andernorts Politik gemacht wird, spielt sich das Leben der kleinen Leute eben in der ehemaligen Prachtstraße ab.

Unter den Linden war in der Kaiserzeit eine mondäne Anschrift. Eine breite Allee mit exklusiven Geschäften und von mächtigen Linden gesäumt. Zahlreiche dieser Bäume, die in diesem Roman auch zu Wort kommen, mussten den aufmarschierenden Soldaten weichen, was von einigen Bewohnern bedauernd besprochen wird.

Die Charaktere sind liebevoll bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Sie alle stellen eine kleine Welt dar, die sich in diesen wenigen Tagen in der der Roman spielt, dramatisch verändern wird. Man kann sich den Mikrokosmos rund um den Pralinenladen sehr gut vorstellen.

Fazit:

Dieser tiefgründigen und eher ruhigen Geschichte, die mir aber gut gefallen hat, gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.07.2022

Was in Apfel, Birne & Co alles steckt

Freche Früchtchen
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Autorin Doris Kern zeigt uns in diesem Buch aus dem Anton Pustet Verlag, was aus folgenden Früchten alles gemacht werden kann.

Apfel
Birne
Brombeere
Erdbeere
Hagebutte
Heidelbeere
Himbeere
Kirsche
Marille
Ribisel
Weintraube
Zwetschke
Zitrusfrüchte
Exoten

Zu ...

Autorin Doris Kern zeigt uns in diesem Buch aus dem Anton Pustet Verlag, was aus folgenden Früchten alles gemacht werden kann.

Apfel
Birne
Brombeere
Erdbeere
Hagebutte
Heidelbeere
Himbeere
Kirsche
Marille
Ribisel
Weintraube
Zwetschke
Zitrusfrüchte
Exoten

Zu allererst können Apfel, Birne & Co natürlich pur verspeist werden. Doch Früchte sind nicht nur zum Nachen da! In einigen steckt noch mehr. Ein paar Beispiele gefällig?

So lässt sich aus den Nüsschen (vielfach als Kerne) der Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren eine Peelingmaske herstellen (Grundrezept S. 92). Andere werden zu Dekoration genützt (Hagebuttenteelichter S. 112, oder Teelichter aus Marillenkernen S. 172). Das Kissen mit Kirschkernfüllung (S. 154) ist längst bekannt.

Zusätzlich können einige Früchte für die Schönheit benutzt werden. Die meisten Rezepte dienen jedoch zum Herstellen von Limonade und Süßspeisen.

Entdecke selbst, was in den frechen Früchtchen so alles steckt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das durch schöne Fotos besticht, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.07.2022

Eine gelungene Fortsetzung

Venezianische Feindschaft
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In seinem 7. Fall bekommt es Commissario Luca Brassoni mit einem verzwickten Kriminalfall zu tun: Der Juwelier Fabio Caliano wird bei einem Raubüberfall schwer verletzt, einer der beiden Wachmänner sogar ...

In seinem 7. Fall bekommt es Commissario Luca Brassoni mit einem verzwickten Kriminalfall zu tun: Der Juwelier Fabio Caliano wird bei einem Raubüberfall schwer verletzt, einer der beiden Wachmänner sogar getötet und der zweite Wachmann ist verschwunden. Alles sieht so aus, als ob der Flüchtige der Täter ist. Doch dann wird der von einem Baugerüst gestoßen und kann, bevor er stirbt einer Passantin noch die Worte „Mord“ und „Feinde“ zuflüstern.

Nun heißt es für Brassoni & Co die Ermittlungen in eine weitere Richtung aus zu dehnen, denn vor einigen Jahren ist auch Caliano sen. ermordet worden. Nimmt hier jemand Rache an der eingesessenen Juweliersfamilie? Und wenn ja, wer?

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist trotz dreier Todesopfer und mehrerer Verletzten kein brutaler Krimi. Die Gewalt wird durch die Einblicke in die Familien der Ermittler abgemildert. So erfahren wir, dass Brassoni und seine Frau Carla Sorrenti an ein zweites Kind denken, Kollege Maurizio Goldini erstmals Vater wird und entsprechend nervös ist sowie, dass an Carlas Arbeitsstätte Veränderungen anstehen. Auch Lucas Cousin, Stefan Mayer, genannt Caruso, darf wieder mitmischen. Diesmal ist seine Rolle ein wenig kleiner ausgefallen, denn neben Brassoni spielt der werdende Vater Goldini eine größere Rolle.

Ach ja, Picco, der kleine Hund der Familie Brassoni-Sorrenti darf durch die Seiten wuseln und erhält auch in der Questura einige Aufmerksamkeit.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, die diesmal ein Venedig im Winter zeigt, und der ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 01.07.2022

Messerscharfe Analysen zum aktuellen Weltgeschehen

Was für ein Jahrhundert
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„Warum passiert, was passiert?“

In mehr als zwanzig kurzen Kapiteln geleitet Kurt Seinitz seine Leser durch das Jahrhundert des Chaos.

Er geht der Frage nach, wie und warum sich die Welt in der Form ...

„Warum passiert, was passiert?“

In mehr als zwanzig kurzen Kapiteln geleitet Kurt Seinitz seine Leser durch das Jahrhundert des Chaos.

Er geht der Frage nach, wie und warum sich die Welt in der Form verändert. Als Berichterstatter des ORF ist Kurt Seinitz an vielen Brennpunkten der Welt gewesen und kennt die meisten der politischen Akteure persönlich. Von Putin bis Dalai Lama, von Gadafi bis Lech Walesa: Kurt Seinitz hat sie alle getroffen.

In seinem Vorwort gesteht er freimütig ein, dass er bis zum 23. Februar 2022 gedacht hat, nichts könne ihn mehr überraschen. Doch dann marschierte Putin in der Ukraine ein und Kurt Seinitz überrascht.

„Die Welt ist aus den Fugen geraten. Sie ist aus dem Zeitalter der Aufklärung, das sich als vernunftgeleitet hielt, in ein Zeitalter der Wirrnis gestürzt.“


Fazit:

Diesen messerscharfen Analysen des aktuellen Weltgeschehens gebe ich gerne 5 Sterne.