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Veröffentlicht am 26.09.2022

Eine autonome Insel?

Auf See
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Yada wächst in der sogenannten Seestatt auf, einer autonomen Insel vor Deutschland, bei der ihr Vater der Ideengeber und Projektentwickler ist. Doch ist der Entwurf dieser eigenstaatlichen Utopie wirklich ...

Yada wächst in der sogenannten Seestatt auf, einer autonomen Insel vor Deutschland, bei der ihr Vater der Ideengeber und Projektentwickler ist. Doch ist der Entwurf dieser eigenstaatlichen Utopie wirklich so perfekt? Yada stößt auf immer mehr Ungereimtheiten, auf die ihr Vater ihr keine Antworten zu geben vermag. Auf der Suche nach ihrer Mutter und ihrer wahren Identität gerät sie in einen Strudel aus Hilflosigkeit, dem Gefühl des Ausgeliefertseins und stößt an ihre Grenzen. Aus der Sicht verschiedener Protagonisten erfahren wir in diesem dystopischen Roman von der Seestatt und in Einschüben von anderen vermeintlich visionären Ertwicklungen autonomer Gesellschaften. Wir begleiten u.a. die junge Protagonistin Yada, die an vielen Stellen naiv wirken mag, allerdings stets authentisch in ihrer Rolle bleibt. Allen Figuren folgt man gerne, allerdings wird stets eine erzählerische Distanz gewahrt, sodass man die Entwicklungen als Außenstehender gespannt verfolgt, aber nicht zu sehr in das Geschehen involviert ist. Die intellektuell anspruchsvollen Einschübe waren mir teilweise etwas zu ausführlich, auch in den anderen Passagen hätte die ein oder andere Kürzung dem Lesefluss nicht geschadet. Insgesamt ein faszinierender Roman, der aktuelle Thematiken aufgreift und niveauvoll in Sprache und Plot beleuchtet. Darüber hinaus ist das Cover sehr ansprechend und ästhetisch!

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Veröffentlicht am 22.07.2022

Was ist Familie?

Beifang
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In der Zechensiedlung Beifang am Rande des Ruhrgebiets lebt in den Nachkriegsjahren der Hilfsarbeiter und zwölffache Vater Winfried Zimmermann. Sein Enkel Frank beschäftigt Jahre später die Frage nach ...

In der Zechensiedlung Beifang am Rande des Ruhrgebiets lebt in den Nachkriegsjahren der Hilfsarbeiter und zwölffache Vater Winfried Zimmermann. Sein Enkel Frank beschäftigt Jahre später die Frage nach seiner Herkunft, seiner Familie und den Umständen, die den späteren Lebensweg eines Menschen prägen. Zentral sind dabei Erzählungen von Gewalt, Armut und Ausweglosigkeit, die die Generationen vor ihm prägten. Auf den Spuren seiner Verwandtschaft sucht Frank zugleich eine Antwort auf sein eigenes Leben. In klarer, schnörkelloser Sprache erzählt Martin Simons unaufgeregt von den verschiedenen Lebensentwürfen der Protagonisten, die oft schon in der Kindheit vorgezeichnet sind. Diese teilweise verworrenen und undurchdringlichen Lebensstile sind in ihrer Eigentümlichkeit fast schon normal. Was es bedeutet, Vater zu sein, Verantwortung zu übernehmen und der Umgang mit jener Verpflichtung sind zentrale Themen in diesem Roman, der ebenso viele Fragen stellt, wie er Antworten zu geben versucht. "Letztlich machen die Umstände die Tat - und von denen würde ich, sosehr ich mich auch bemühte, nie mehr als eine schwache Ahnung haben." (S. 117)

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Veröffentlicht am 08.07.2022

Ein buchiges Abenteuer

Das Antiquariat der verlorenen Dinge
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Clara reist nach Jahren wieder in den alten Buchladen in Lyon, in dem sie in ihrer Kindheit eine schöne Zeit mit ihrem nunmehr verstorbenen Großvater erlebt hat. Dort möchte sie mit dem Wunsch später Buchbinderin ...

Clara reist nach Jahren wieder in den alten Buchladen in Lyon, in dem sie in ihrer Kindheit eine schöne Zeit mit ihrem nunmehr verstorbenen Großvater erlebt hat. Dort möchte sie mit dem Wunsch später Buchbinderin zu werden ein Praktikum absolvieren. Doch irgendwas stimmt in dem schmucken Antiquariat ganz und gar nicht. Zusammen mit dem Neffen der Antiquarin, Théo, entspinnt sich eine spannende Suche nach der Wahrheit. Der Roman aus der Feder von Daphne Mahr verspricht ein actionreiches und spannendes Abenteuer mit sympathischen und liebevoll gezeichneten Figuren. Die Einführung der Protagonisten und des Geschehens sind gut vorstellbar gezeichnet. Das Setting Lyon wird traumhaft dargestellt und die Reiselust sofort entfacht. Untermalt wird das Erlebte mit einer feinen Prise Humor, die das Abenteuer perfekt macht. Das Buch eignet sich sowohl für jüngere Leser als auch für Erwachsene, die Ereignisse bleiben überraschend. Eine Empfehlung für Liebhaber von buchigen Geschichten mit Fantasy-Touch!

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Düfte, Düfte, Düfte

Hüterin der Schmetterlinge - Das Versteck des Kleopatra-Falters
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Stella lebt mit ihrer Familie auf einer Schmetterlingsfarm, auf der sie mithilfe der Kleopatra-Falter magische Seifen, Öle und Cremes herstellen. Doch eines Tages sind die Kleopatra-Falter verschwunden ...

Stella lebt mit ihrer Familie auf einer Schmetterlingsfarm, auf der sie mithilfe der Kleopatra-Falter magische Seifen, Öle und Cremes herstellen. Doch eines Tages sind die Kleopatra-Falter verschwunden und tauchen auch nicht mehr auf. Wo können sie nur hingekommen sein? Stella macht sich mithilfe des neuen Klassenkameraden Victor auf die Suche, der sehr viel von Schmetterlingen zu verstehen scheint. Das Buch ist der Auftakt einer Reihe, der erste Band ist jedoch in weiten Teilen in sich geschlossen. Das Setting in der Provence ist faszinierend. Wir betreten eine Welt voller Düfte und Heilmittel und haben alles genau vor Augen. Die Spannung kommt auch nicht zu kurz, wir fiebern mit den sympathischen Protagonisten mit. Die Auflösung ist nicht wahnsinnig überraschend, da wir aber noch weitere Geheimnisse zu lüften haben und die Spannung daneben bestehen bleibt, störte mich dies nicht. Ein ungewöhnliches Setting mit mutigen Figuren, die ihre Familie beschützen und viele Rätsel lösen müssen. Vom Verlag empfohlen für Kinder ab 10 Jahren. Nun heißt es, auf Band 2 hinzufiebern.

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Veröffentlicht am 22.06.2022

Alles fängt mit einem Maulwurf an..

Kuckucksei-Syndrom
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Bürstensteif steht unter der Fuchtel seiner Mutter und hat sich sein ganzes Leben in Disziplin geübt. Doch mit einem Maulwurf im Garten beginnt sich sein Leben zu verändern. Nach und nach muss er auf die ...

Bürstensteif steht unter der Fuchtel seiner Mutter und hat sich sein ganzes Leben in Disziplin geübt. Doch mit einem Maulwurf im Garten beginnt sich sein Leben zu verändern. Nach und nach muss er auf die Veränderungen in der Außenwelt reagieren, während er auch in seinem Inneren wächst. Das Buch liest sich wie eine Parabel, die sich mit Humor, bisweilen Zynismus, dem ehemaligen Oberfeldwebel und seiner resoluten Mutter nähert. Dabei verändert sich die Beziehung der beiden und einige Geheimnisse treten ans Tageslicht. Ein sehr unterhaltsames Sittengemälde, das in seiner Kürze viele Themen anschneidet und dabei durchaus auch anspruchsvoll ist. Ein Buch, das überrascht, zum Schmunzeln sowie zum Nachdenken anregt und dabei den schmalen Grat zwischen Ernsthaftigkeit und Humor trifft.

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