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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2022

Strichmännchen

Silent Death
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Im Prolog des Buches wird die Prostituierte V eingeführt, doch bevor man sich auf sie einstellen kann, wird sie bereits ermordet. Bei ihrer Leiche findet sich die Zeichnung eines Strichmännchens, das vermutlich ...

Im Prolog des Buches wird die Prostituierte V eingeführt, doch bevor man sich auf sie einstellen kann, wird sie bereits ermordet. Bei ihrer Leiche findet sich die Zeichnung eines Strichmännchens, das vermutlich V darstellen soll. Doch wer hat sie ermordet und weshalb? Und welche Verbindung – wenn es denn eine gibt – existiert zu einem 3 Jahre zurück liegenden Mord an einem Mann sowie einem weiteren? Holly Wakefield ist Profilerin und hat bereits mit der Polizei zusammengearbeitet. Da dies für mich das erste Buch von Mark Griffin ist, kannte ich sie und auch DI Bishop noch nicht. Aber das war kein Problem. Die Geschichte wird vorrangig aus Hollys Perspektive erzählt, aber auch aus anderen, unter Anderem der von Bishop. Die Geschichte wird immer spannender und rätselhafter und führt zurück in die Vergangenheit. Auf den Täter und die Auflösung wäre ich nicht gekommen. Ein spannender Thriller mit interessanten Charakteren, den ich innerhalb weniger Tage gehört habe, weil ich einfach so gespannt war, wie es wohl weitergehen wird. Kaja Sesterhenn macht mit ihrer Stimme das Hörbuch zu einem noch spannenderen Erlebnis.

Veröffentlicht am 23.07.2022

Ein neuer Fall für ein spannendes Ermittlerduo

Inspektor Takeda und das schleichende Gift
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Ich mag diese Krimireihe mit dem japanischen Austauschkommissar Ken Takeda und seiner deutschen Partnerin Claudia, zwischen es denen immer wieder "funkt", aber auch zu interkulturellen Missverständnissen ...

Ich mag diese Krimireihe mit dem japanischen Austauschkommissar Ken Takeda und seiner deutschen Partnerin Claudia, zwischen es denen immer wieder "funkt", aber auch zu interkulturellen Missverständnissen kommt. Mittlerweile ist Takeda allerdings bereits ein Jahr in Hamburg und die Anzahl seiner fauxpas hat nachgelassen. Dennoch gibt es auch hier wieder einiges über kulturelle Unterschiede zu erfahren. Man merkt, dass der Autor Henrik Siebold ein guter Japankenner ist.
Erzählt wird der Krimi aus den Perspektiven dieser beiden Personen und so bekommt man immer wieder interessante Einblicke in das Selbst- und Fremdbild.
Doch natürlich gibt es auch wieder einen verzwickten, interessanten Fall. Ein Rechtsanwalt, der dafür bekannt war, Schauspieler, Sportler und weitere Personen des mehr oder weniger öffentlichen Lebens zu verteidigen und zumeist mit Erfolg - wird tot aufgefunden. Recht bald findet sich eine Spur in die Vergangenheit, denn während seiner Schulzeit war eben dieser Anwalt ein Zeuge in einem Mordfall. Aber hat es nicht doch eher etwas mit der Verteidigung des Soapdarstellers zu tun, der des sexuellen Missbrauchs angeklagt wurde, zwar freigesprochen, aber dennoch hat dieser seine Rolle verloren.
Immer tiefer "graben" Claudia und Ken und fördern so manch eine interessante Spur zutage.
Am Ende wird das Tempo noch einmal ordentlich angezogen und alles wird überraschend, aber dennoch logisch aufgeklärt.
Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 13.07.2022

Verwandlungen

Aus Zauberseide und Schwanenfedern
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Verwandlungen sind immer ein großes Thema in Märchen und die diesjährige Anthologie - wieder herausgegeben von Christian Handel - widmet sich diesem Oberthema, wobei sich die Autorinnen und Autoren ganz ...

Verwandlungen sind immer ein großes Thema in Märchen und die diesjährige Anthologie - wieder herausgegeben von Christian Handel - widmet sich diesem Oberthema, wobei sich die Autorinnen und Autoren ganz unterschiedlich diesem Thema annähern.
Ob die Grundlage nun bekannte oder weniger bekannte Märchen sind oder aber auch nur Anlehnungen, hier findet sich von allem etwas.
Ich liebe diese Anthologie seit dem ersten Band und bin immer wieder begeistert, wieviel Arbeit im Detail darin steckt. Jede Autorin/Jeder Autor wird zu Beginn kurz interviewt und so erfahren wir schon etwas über die Entstehungsgeschichte. In der ersten Geschichte geht es um eine Fortschreibung des Märchens "Die sechs Schwäne" und darum, wie es dem Bruder ergeht, der einen Schwanenflügel zurück behalten hat. In der Geschichte von Christian Handel gibt es einen Bezug zur Nibelungensage.
Die Märchen sind mal traurig, dann wieder auch lustig, mit guten und mit schlechten Enden.
Außerdem ist diese Anthologie wieder eine wunderbare Möglichkeit, neue AutorInnen für sich zu entdecken.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Männi und Matte

Verlassen
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Und wieder einmal "entführt" uns Christiane Dieckerhoff nach Lübbenau in den Spreewald. Ich freue mich immer wieder sehr auf und über einen neuen Fall für Klaudia Wagner, die Zugereiste aus dem Ruhrgebiet, ...

Und wieder einmal "entführt" uns Christiane Dieckerhoff nach Lübbenau in den Spreewald. Ich freue mich immer wieder sehr auf und über einen neuen Fall für Klaudia Wagner, die Zugereiste aus dem Ruhrgebiet, die inzwischen sehr gut im Spreewald angekommen ist, was vor allem dem alten Schiebschick zu verdanken ist, eindeutig mein Liebling der Reihe. Dieses Mal dauert es ein wenig, bis eine Leiche auftaucht, aber umso rätselhafter ist die Geschichte um das Geschwisterpaar "Männie" und "Matte". Das Mädchen, "Männi" ist die Ältere, aber auch sie geht noch nicht zur Schule. "Matte" ist ein Kleinkind. Ihre Mutter lässt sie immer wieder tagelang alleine in der Wohnung und schließt sie ein. Diese Rückblicke sind mir sehr zu Herzen gegangen.
Klaudia muss mit Demel zusammenarbeiten, da Thang - mittlerweile Vater von Zwillingen - in Erziehungszeit ist. Da kommt es natürlich zu Spannungen. Dann wird eine Frau vermisst gemeldet, die Ereignisse überschlagen sich und auch das LKA wird wieder eingebunden, so dass wir auch wieder auf Meinert treffen.
Wieder einmal ein toller Krimi mit viel Lokalkolorit. Auch die persönlichen Hintergrundgeschichten kommen nicht zu kurz. Ich freue mich schon jetzt auf einen weiteren Fall.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Lakshmis Geschichte

Die Hennakünstlerin
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Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. ...

Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. Während der Prolog aus Sicht der jüngeren Schwester geschrieben wird, steht jedoch Lakshmi im Mittelpunkt. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Dorf, wird sie im Alter von 15 Jahren verheiratet. Ihr Ehemann schlägt sie und behandelt sie schlecht; lediglich ihre Schwiegermutter stand immer zu ihr und hat ihr viel über Heilkunde beigebracht. Über Agra gelangt sie nach Jaipur und verziert wohlhabenden Inderinnen vorwiegend die Hände mit ihrer außergewöhnlichen Hennakunst. Dabei ist es von Vorteil, dass sie Brahmanin ist und nicht zu einer niedrigeren Kaste gehört. Allerdings muss sie sich immer unterordnen. Malik, ein Straßenjunge, wird zu ihrem Gehilfen. Er hat mir mit seinem Witz und seiner Geschicktheit sehr gut gefallen. Schon bald verändert sich Lakshmis Alltag und auch ihre Träume werden angepasst. Mit der Ankunft der jüngeren Schwester, von deren Existenz sie gar nichts wusste, hat sie Verantwortung für einen anderen Menschen. Unglaublich vielschichtig, berührend und eine Einführung in das Leben einer Frau in Indien in den 50er Jahren. Das Buch hat mir sehr gefallen.