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sam36

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2022

Spannung pur !

Das Haus der stummen Toten
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Als Eleanor ihre Großmutter Vivianne zum wöchentlichen Sonntagabenddinner besucht, öffnet eine ihr fremde Person die Tür und geht davon. Drinnen findet Eleanor ihre Großmutter ermordet vor. Da sie unter ...

Als Eleanor ihre Großmutter Vivianne zum wöchentlichen Sonntagabenddinner besucht, öffnet eine ihr fremde Person die Tür und geht davon. Drinnen findet Eleanor ihre Großmutter ermordet vor. Da sie unter Gesichtsblindheit leidet, konnte sie den Täter aber nicht erkennen. Bei der Testamentseröffnung erfährt sie, dass sie und ihre Tante einen Gutshof geerbt haben, den sie sich gemeinsam mit dem Notar Rickard anschauen wollen. Doch der Hof Solhöga hat noch einige Überraschungen in petto und lässt die kleine Gruppe so schnell nicht wieder gehen.

Das Haus der stummen Toten ist eines der spannendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der einsame Gutshof, die Gefühlskälte der Großmutter und der Wintersturm stellen eine düstere Stimmung her, ein ideales Setting für den Krimi. Die Gesichtsblindheit der Protagonistin ist ein spannendes Merkmal, das die Geschichte auf gute Art verkompliziert, denn, wem kann Eleanor trauen ? Die Rückblenden ins Jahr 1965 zu dem Hausmädchen Annika sind eine angenehme Abwechslung und lassen den Leser bald vermuten, dass die Story doch nicht so einfach sein wird.

Der Schreibstil ist klar und flüssig und sehr spannend. Ein absolutes Muss für jeden Krimifan !!!

Veröffentlicht am 29.12.2022

dicke Empfehlung

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Die 19-jährige Anna tritt nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester eine neue Stelle als Obduktionsassistentin an und assistiert gleich an ihrem ersten Arbeitstag bei der Untersuchung der berühmt-berüchtigten ...

Die 19-jährige Anna tritt nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester eine neue Stelle als Obduktionsassistentin an und assistiert gleich an ihrem ersten Arbeitstag bei der Untersuchung der berühmt-berüchtigten Schauspielerin Adele Röckl. Diese soll ins Wasser gegangen sein, jedoch glaubt Anna nicht an einen Selbstmord. Skandalreporter Fritz Nachtwey, alias Adliger Friedrich von Weynand, versucht zunächst Anna über die Schauspielerin auszuhorchen, entwickelt dann aber Interesse an Anna selbst.

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und mit dem Bild des damaligen Münchens auch sehr passend für einen historischen Roman. Den Titel "Fräulein Anna Gerichtsmedizin - die Prinzregentenmorde" empfinde ich als sehr sperrig. Ich verstehe, dass man möglichst viele Informationen in den Titel reinpacken möchte und auch auf den doch sehr ungewöhnlichen Beruf Annas hinweisen möchte. Ich kenne keine anderen Bücher oder Bücherreihen, in denen eine junge Dame Anfang des 20. Jahrhunderts in der Gerichtsmedizin arbeitet, daher ist verständlich dass man dieses Alleinstellungsmerkmal hervorheben möchte. Trotzdem wie gesagt ist der Titel sperrig und hätte mir eine flottere Version besser gefallen.

Die junge Anna erscheint mir sehr naiv, was allerdings in 1912 wegen der damaligen Erziehung durchaus normal gewesen sein wird. Kein Wunder, dass sie sofort auf den findigen Reporter Nachtwey hereinfällt. Fritz bzw. Friedrich hat durchaus seine Macken, entpuppt sich aber als guten Ermittler und so etwas wie einen Freund für Anna. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und auch die damaligen politischen Verhältnisse und Sitten werden ausführlich beschrieben. So tritt manchmal die eigentliche Ermittlergeschichte etwas in den Hintergrund, was mich aber nicht weiter gestört hat. Die Geschichte liest sich sehr flott und ist bis zum Ende spannend. Eine dicke Empfehlung für Fans von historischen Krimis, die auch gerne das "Drum Herum" kennenlernen möchten.

Veröffentlicht am 12.11.2022

für Liebhaber von historischen Geschichten

Die Tochter der Hungergräfin
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Nach dem Tod ihres Sohnes wird Gräfin Louise Juliane von Sayn und Wittgenstein die Grafschaft streitig gemacht, von sowohl Kurfürsten als auch der eigenen Familie. Vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges ...

Nach dem Tod ihres Sohnes wird Gräfin Louise Juliane von Sayn und Wittgenstein die Grafschaft streitig gemacht, von sowohl Kurfürsten als auch der eigenen Familie. Vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges kämpft sie mit allen Mitteln um ihr Recht, für sich aber vor Allem für ihre beiden Töchter. Die Geschichte wird aus Sicht von Ernestine, der ältesten Tochter, erzählt.

Ernestine wächst in einer Zeit auf, in der das Wort eine Frau vor Gericht nur halb so viel gilt als das eines Mannes. Trotzdem gelingt es ihrer Mutter sich Respekt und Gehör zu verschaffen und zu gleicher Zeit immer das wohl ihres Volkes im Auge zu haben. In diesem Sinne wird auch Ernestine früh in die Pflichten einer guten Regentin eingeweiht. Der Schreibstil ist etwas distanziert, sodass es teilweise schwer ist sich mit Ernestine zu identifizieren. Der Stil passt anderseits hervorragend zu der damaligen Zeit, in der der Umgang miteinander, sogar in der eigenen Familie, von so vielen Benimmregeln und stetiger Zurückhaltung und eben Distanziertheit bestimmt wird.

Der Spannungsbogen wird gut gehalten und das Ende ist rund, wobei ich persönlich gerne noch ein wenig mehr über den weiteren Verlauf der Geschichte gelesen hätte. Ein zweiter Band wäre durchaus möglich gewesen.

Insgesamt eine spannende Geschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit. Eine Empfehlung für Liebhaber von historischen Geschichten, in denen sich ein(e) einsame(r) Protagonist(in) gegen die herrschenden Konventionen durchsetzt.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Krimifans kommen auf ihre Kosten

Rachejagd - Gequält
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Als die Journalistin Anna Jones eines Tages einen Brief geschrieben mit ihrem eigenen Blut erhält, ist klar: Edward Harris, der Mann, der sie 3 Jahre zuvor zusammen mit ihrer Freundin Natalie entführt ...

Als die Journalistin Anna Jones eines Tages einen Brief geschrieben mit ihrem eigenen Blut erhält, ist klar: Edward Harris, der Mann, der sie 3 Jahre zuvor zusammen mit ihrer Freundin Natalie entführt und gequält hat, ist wieder da. Anna konnte damals fliehen, musste ihre Freundin allerdings zurücklassen und fühlt sich wegen deren Tod unendlich schuldig. FBI Agent Nick Coleman, Annas Jugendliebe, übernimmt den Fall zusammen mit IT Experte Zane und Profilerin Lynette. Doch nichts ist wie es scheint und eine überraschende Wendung folgt der nächsten.

Anna und Nick sind sympathische Protagonisten, wobei die toughe Anna nach den vielen Ereignissen eigentlich ein Wrack sein müsste. Die Story enthält ein paar überraschende Wendungen und ist ab Seite 1 spannend. Ungefähr in der Mitte des Buches bricht die Spannung für einige Zeit ab, die Story dümpelt dahin und man fragt sich wie das Autorenduo die restlichen Seiten noch füllen will. Die beiden bekommen die Kurve und schaffen es, auch in der zweiten Hälfte wieder Spannung aufzubauen. Das große Finale war mir persönlich ein wenig zu übertrieben, musste aber wohl so sein um einen Übergang zu den beiden Nachfolgerbüchern zu schaffen.

Insgesamt ist Rachejagd ein spannender Thriller, flott geschrieben, und für Krimifans ein gutes Buch für ein regnerisches Wochenende.

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Veröffentlicht am 26.07.2022

hochaktuell

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Um ihre Schulden abzuzahlen nimmt Kayleigh einen recht gut bezahlten Job als Qualitätsmanagerin bei der Firma Hexa an. Sie soll Texte, Fotos und Videos, die von Usern einer Plattform als anstößig gemeldet ...

Um ihre Schulden abzuzahlen nimmt Kayleigh einen recht gut bezahlten Job als Qualitätsmanagerin bei der Firma Hexa an. Sie soll Texte, Fotos und Videos, die von Usern einer Plattform als anstößig gemeldet wurden, nach teilweise absurden Kriterien beurteilen und ggf. löschen. Dieser "Content" ist teilweise erschreckend und verstörend, doch Kayleigh schafft es das Ganze von sich weg zu schieben. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihr und einige Kollegen und sogar eine Romanze mit Kollegin Sigrid. Doch die Beiträge und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen setzen alle, scheinbar bis auf Kayleigh, immer weiter zu.

Vom Klappentext her habe ich einen Roman über Kayleigh erwartet, der Fokus liegt jedoch auf das Aufzeigen der harten Arbeitsbedingungen und auf die psychologischen Folgen vom Sichten des verstörenden Contents. Ein absolut wichtiges Thema, das nicht nur hochaktuell ist aber auch generell viel zu kurz kommt. Das Buch zählt nur 112 Seiten und bei einer solch geringen Seitenanzahl muss man sich natürlich für einen Schwerpunkt entscheiden. Dieser Part wird auch ausreichend beleuchtet. Allerdings bricht der Roman abrupt ab und lässt einen mit sehr vielen Fragen zurück. Das mag Absicht sein, mir wären allerdings weitere 20 Seiten mit einem rundem Abschluss lieber gewesen.
Die Protagonistin selbst wirkt distanziert, nicht nur in der Geschichte, auch dem Leser gegenüber. Sie war mir weder sympathisch noch unsympathisch, was gar nicht so einfach zu realisieren ist als Autor/in.
Aufgrund der geringen Seitenanzahl ist man mit der Lektüre recht schnell durch, dafür hallt der Inhalt noch eine Weile nach. Kann man mal schnell zwischendurch lesen, damit hätte man das Ziel der Autorin wohl verfehlt, die zum Nachdenken anregen möchte.
Mein Fazit: interessant, hochaktuell und spannend, wenn auch weitere 20 Seiten der Geschichte (nicht dem Thema) gut getan hätten.