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Veröffentlicht am 28.07.2022

Belanglos bis zum Tod

Meine verlorene Freundin
1

Eine namenlose Ich-Erzählerin lebt mit ihren zwei halbwüchsigen Söhnen in Barcelona. Eines Tages überfällt sie plötzlich eine Kindheitserinnerung. Sie versucht, ihr nachzugehen und trifft Schulfreundinnen ...

Eine namenlose Ich-Erzählerin lebt mit ihren zwei halbwüchsigen Söhnen in Barcelona. Eines Tages überfällt sie plötzlich eine Kindheitserinnerung. Sie versucht, ihr nachzugehen und trifft Schulfreundinnen wieder. Doch alle erinnern sich in anderer Weise an die verstorbene Mitschülerin Gema. Aber eigentlich geht es gar nicht um Gema, sondern um den Tod selbst. Deshalb schildert die Autorin alles, was die Protagonistin erlebt und tut, als oberflächlich und willkürlich. Zum Schluss erhält sie ausführliche Information über Gemas Familie. Plötzlich wird ihr Handeln zielstrebig.

Im Alltag der Erzählerin sind Äußerlichkeiten wichtig. Nicht zufällig ist sie mit einem Schauspieler befreundet. Kleidung, Modegetränke, angemessenes Verhalten bestimmen ihren Alltag. Das liest sich ausgesprochen uninteressant. Die Erzählerin ist uninteressant, ihr Leben plätschert belanglos vor sich hin. Man hat auch nicht den Eindruck, dass sie unter der Oberflächlichkeit ihres Lebens leiden und sich mehr Tiefe wünschen würde. Doch zum Schluss ändert sich etwas. Zum ersten Mal besucht sie aufmerksam eine Beerdigung. Warum?

Nicht überzeugend.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2022

Witzig und schwesternreich

Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?
1

Wie findet eine geschiedene Mutter zweier Kinder, Ärztin noch dazu, einen neuen Partner? Emmas Schwestern haben viele gute Ratschläge. Und so ganz getrennt ist sie von ihrem Ex auch noch nicht, denn seine ...

Wie findet eine geschiedene Mutter zweier Kinder, Ärztin noch dazu, einen neuen Partner? Emmas Schwestern haben viele gute Ratschläge. Und so ganz getrennt ist sie von ihrem Ex auch noch nicht, denn seine neuen und gewesenen Affären verletzen sie noch immer. Doch in dieser Geschichte geht es darum, den Alltag zu bewältigen, einen Alltag mit Kindern, Schwiegereltern und Schwestern, mit Kranken und Kollegen und immer wieder mit dem, was die Frauen für Liebe halten und gehalten haben.

Das liest sich teilweise schreiend komisch und witzig, auch wenn es öfter mal unter die Gürtellinie abgleitet. Hier werden keine Probleme gelöst und keine Selbstfindung geschildert. Es gibt viel Aufregung um Tinder- und andere Dates, einen kleinen Jungen mit schwerem Herzfehler, überraschende Söhne und verlorene oder vergessene Höschen. Doch zum Schluss geht alles gut aus: Die Heldin ist in ihrer chaotischen Familie gut aufgehoben und der nächste Märchenprinz ist auch in Sicht.

Das kann man unterhaltsam finden. Oder albern. Es liest sich jedenfalls unterhaltsam.

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  • Humor
Veröffentlicht am 24.05.2026

Oberflächlich

Au revoir und tschüss
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Caro hat einen Ehemann und zwei Söhne. Sie macht einen Sprachurlaub in Südfrankreich. Ihre Ehe kriselt, die Kinder sind erwachsen.
Was vom Setting und auch vom Cover her wie eine Neuauflage von „Bonjour ...

Caro hat einen Ehemann und zwei Söhne. Sie macht einen Sprachurlaub in Südfrankreich. Ihre Ehe kriselt, die Kinder sind erwachsen.
Was vom Setting und auch vom Cover her wie eine Neuauflage von „Bonjour Agneta“ wirkt, ist recht oberflächlich geraten. Die Personen sind eindimensional, auch die Hauptperson Caro bietet keine Überraschungen und wenig Tiefe. Die Geschichte ist vorhersehbar und die Sprache voller Klischees. Die Schilderungen der Kleinstadt, in der Caro ihren Sprachkurs absolviert, könnte auch aus der Werbebroschüre eines Reiseveranstalters stammen. Als Roman ist das etwas langweilig.
Das Buch selbst ist schön gemacht. Der feste Einband ist etwas breiter als normal, und er trägt selber noch ein Titelbild, ähnlich dem auf dem Umschlag. Außerdem gibt es ein Lesebändchen und eine Fotografie im Buch, dazu eine Karte und ein Lesezeichen.
Sehr leichte Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Abstrus Allegorisch Frustrierend

Ich, die ich Männer nicht kannte
0

Der Klappentext verspricht eine feministische Geschichte. Ich habe diese nicht erkennen können.
In einem Keller werden vierzig Frauen in einem Käfig gefangen gehalten, schon seit vielen Jahren. Später ...

Der Klappentext verspricht eine feministische Geschichte. Ich habe diese nicht erkennen können.
In einem Keller werden vierzig Frauen in einem Käfig gefangen gehalten, schon seit vielen Jahren. Später leben sie in einem leeren Land, und ganz ohne Männer. All das erzählt die jüngste von ihnen, die keinerlei Erinnerung an ein Leben „davor“ hat.
Die Handlung ist recht abstrus. Was ist das für ein Land? Wer hat diese Frauen eingesperrt, und warum? Was ist passiert, was war vorher? Ähnlich wie in Haushofers „Die Wand“ erlebt die Protagonistin Dinge, die sie nicht versteht und die bis zum Schluss nicht aufgeklärt werden. Das funktioniert nicht so recht als Geschichte. Nur wenn man willens ist, es als Allegorie zu lesen, findet man zumindest einige Fragestellungen, die spannend und interessant sind.
Die Charaktere der Frauen bleiben bis auf wenige ziemlich nebulös. Mehr als einen Namen erfahren wir meist nicht. Sie alle sind resigniert bis zur Suizidalität. Auch nach dem Verlassen des Käfigs geht es nur ums Überleben. Kein Aufbäumen, keine Sinnsuche, keinerlei Initiative. Nur die namenlose Protagonistin zeigt ein wenig Neugier. Wenn das alles ist, was Feminismus und Emanzipation sein können, dann ist das sehr frustierend.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Reizlos

Schwarzer September
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Gigio erzählt die Geschichte des Sommers, als er zwölf Jahre alt war, und an dessen Ende seine Familie für immer zerstört wurde. Er ist ein Einzelgänger, der sich für Sport interessiert und sich mit allen ...

Gigio erzählt die Geschichte des Sommers, als er zwölf Jahre alt war, und an dessen Ende seine Familie für immer zerstört wurde. Er ist ein Einzelgänger, der sich für Sport interessiert und sich mit allen möglichen Disziplinen gut auskennt. Selber betreibt er aber keinen Sport. Er begeistert sich für die Olympischen Spiele 1972 und für Sammelbildchen, und er verliebt sich zum ersten Mal.
Der Stil ist flüssig und gut zu lesen. Das braucht es auch, denn die Geschichte selbst ist reizlos. Obwohl gesagt wird, dass noch etwas Schlimmes kommt, wird in keiner Weise Spannung aufgebaut. Es ist ein ganz normaler Sommer, das Geschehen plätschert vor sich hin. Die Geschichte funktioniert auch nicht als Coming-of-Age-Story, denn der Protagonist erlebt keine Entwicklung, höchstens eine leichte Irritation, die ein Entwicklung roch sich ziehen könnte. Er ist ein ganz normaler Junge kurz vor der Pubertät, dem bis zur Katastrophe nichts Ungewöhnliches widerfährt.
Auch als diese endlich da ist, kommt die Geschichte immer noch nicht in Gang. Im Gegenteil: Sie endet. Das ist etwas enttäuschend.

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