Profilbild von emkeyseven

emkeyseven

Lesejury Star
offline

emkeyseven ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit emkeyseven über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2022

Mutter-Tochter-Beziehung in der letzten Wildnis

Die neue Wildnis
0

Überbevölkerung und Umweltverschmutzung - die Städte werden immer ungemütlicher und so viele Menschen wie es gibt, lässt das Gesundheitssystem zu wünschen übrig. Als ihre Tochter Agnes dann krank wird, ...

Überbevölkerung und Umweltverschmutzung - die Städte werden immer ungemütlicher und so viele Menschen wie es gibt, lässt das Gesundheitssystem zu wünschen übrig. Als ihre Tochter Agnes dann krank wird, beginnt ein Experiment, in dem zwanzig Menschen in der letzten Wildnis ums Überleben kämpfen. Bei der sauberen Luft wird Agnes zwar wieder gesund, aber dafür gibt es dann zahlreiche neue Komplikationen.

Zu Beginn der Geschichte sind Bea und ihre Gruppe schon seit einigen Jahren in der Wildnis und mussten schon einige Verluste erleiden. Sie haben sich den rauen Lebensumständen schon angepasst, aber es ist immer noch ein Kampf und die Ranger, die in der Wildnis die Regeln durchsetzen, machen es nur noch schwieriger. Ich hätte da eigentlich erwartet, dass wir die Wildnis zusammen mit der Gruppe betreten und ihre ersten Erfahrungen miterleben, aber diese Perspektive fand ich auch ganz interessant. Die Zeit vergeht unterschiedlich schnell, was mich einige Male etwas aus der Handlung geworfen hat.

Es ist zwar eine Dystopie, aber man merkt schon, dass der Fokus auf der Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Bea und Agnes liegt, die Welt ist eher eine spannende Kulisse, die uns all die Schwierigkeiten unter extremeren Umständen präsentiert. Zu Beginn begleiten wir noch Bea, die an ihren Entscheidungen zweifelt, bevor wir zu Agnes wechseln, die sich in der Wildnis sehr wohlfühlt und hier schnell erwachsen wird.

Bea hat für ihre Tochter alles aufgegeben und auch wenn das schon Jahre zurückliegt, zweifelt sie oft an ihren Fähigkeiten als Mutter, da sich Agnes manchmal anders verhält, als Bea es erwartet. Agnes ist schon "wild", denn sie ist in der Wildnis aufgewachsen und hat eine stärkere Intuition als die Erwachsenen, ist mehr mit der Natur verbunden und hält sich selbst für älter, als sie ist.

Man hat sich schon Mühe gegeben, komplexe Charaktere zu erschaffen, deren Handlungen man nicht oft vorhersehen kann, und trotz unerwarteter Entwicklungen war ich meistens nicht so richtig gespannt, wie es weitergeht, sondern meistens eher nachdenklich gestimmt. Es hat sich für mich ein bisschen so angefühlt, als würde ich eine Doku schauen, obwohl die Gefühle und Gedanken der Protagonisten auch sehr gut beschrieben wurden.

Sehr gut gefielen mir auch die Vor- und Nachteile der Wildnis verglichen mit dem Leben in der Stadt und wie man spürt, dass auch die Charaktere hin- und hergerissen sind. Die Dynamik in der Gruppe fand ich oft etwas chaotisch, aber auch sehr interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2022

Ungelöste Todesfälle, Familie und Identität

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
0

In der Gemeinschaft der Brujx gibt es sehr klare Geschlechterrollen und nicht jeder akzeptiert vollkommen, dass Yadriel ein Junge ist. Um zu beweisen, dass er ein Brujo ist, möchte Yadriel einen Geist ...

In der Gemeinschaft der Brujx gibt es sehr klare Geschlechterrollen und nicht jeder akzeptiert vollkommen, dass Yadriel ein Junge ist. Um zu beweisen, dass er ein Brujo ist, möchte Yadriel einen Geist ins Jenseits schicken, aber Julian ist noch nicht bereit, zu gehen, solange er nicht weiß, was mit ihm geschehen ist und ob es seinen Freunden gut geht.

Da die Handlung nur wenige Tage umfasst, kam sie mir sehr kurz vor. Gerade bei der Liebesgeschichte ging es mir da ein wenig schnell, weil man zwar erfährt, was die Charaktere bewegt, aber zwischen den Protagonisten konnte ich kaum romantische Gefühle spüren.

Aber vielleicht lag das auch daran, dass mir Julian einfach nicht so richtig sympathisch wurde. Seine Freunde und Familie sind ihm sehr wichtig und auch nach seinem Tod ist er entschlossen, sich noch ein letztes Mal um seine Verbliebenen zu kümmern. An Yadriels Schule gehörte er mit seinen Freunden schon zu den Außenseitern und er ist sehr leicht reizbar, was ich schon ein wenig anstrengend fand.

Yadriel fand Julian schon schnell faszinierend und versucht, Julian zu helfen, den er spätestens am Día de Muertos ins Jenseits schicken muss, damit er selbst als neuer Brujo an den Feierlichkeiten teilnehmen kann. Seine Verwandten haben zwar scheinbar verstanden, dass er ein Junge ist, aber er wird trotzdem von vielem ausgeschlossen, dabei bedeuten ihm die Familie und ihre magischen Traditionen so viel. Er kämpft also um seinen Platz in der Familie, aber auch darum, seine Geschlechteridentität richtig ausleben zu können.

Yadriel habe ich schnell ins Herz geschlossen und ich mochte auch die Magie rund um Geister und den Día de Muertos. Die Handlung um ungelöste Todesfälle, Familie und Identität hat mich mitreißen können, auch wenn ich sie teilweise schon vorhersehbar fand und es mir ein wenig zu schnell ging.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2022

Spannendes Finale des mitreißenden Fantasy-Abenteuers

A Psalm of Storms and Silence. Die Magie von Solstasia
0

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Ich kam wieder sehr gut in die Geschichte und finde es schade, dass das Abenteuer mit diesem Buch auch schon wieder vorbei ist. Durch die Erzählperspektiven von Karina und ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Ich kam wieder sehr gut in die Geschichte und finde es schade, dass das Abenteuer mit diesem Buch auch schon wieder vorbei ist. Durch die Erzählperspektiven von Karina und Malik, die auf verschiedenen Seiten stehen und auch räumlich voneinander getrennt sind, wird das abwechslungsreiche Fantasy-Abenteuer um Geister, Magie und geheimnisvolle Vorfahren noch spannender.

Während wir und auch Karinas Verbündete von Farids Plänen wissen, lässt sich Malik von ihm manipulieren. Malik versucht nur, seine Geschwister in Sicherheit zu bringen und sein neuer großer Bruder verspricht ihm so vieles. Er steht zwischen den Fronten, weil er auch Karina lange vertraut hat und trotz all der Beweise nicht so richtig daran glauben kann, dass sie ihn und das Volk so verraten haben soll. Dann hat Malik noch den Geist des Gesichtslosen Königs in sich, der versucht, sich wieder zu befreien und außerdem lernt Malik immer mehr über seine magische Fähigkeit, Illusionen zu erschaffen.

Karina wollte auch nur alles richtig machen, aber jetzt, da Farid ihre Schwester zurückgeholt hat, merkt sie, wie falsch es war, das Ritual selbst ausführen zu wollen. Nun will sie ihr Reich vor Farid beschützen und uralte Fehler korrigieren, aber sie ist auf der Flucht und mehr oder weniger auf sich allein gestellt, findet aber auch unerwartete Verbündete.

Fazit
"A Psalm of Storms and Silence" war ein spannendes Finale und die Abenteuer der Protagonisten konnten mich wieder mitreißen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2022

Verlust, Vergebung und Liebe

Lost-Moments-Reihe, Band 1 - The Moment I Lost You
0

Mia hat lange gebraucht, um sich vom schrecklichen Verlust ihres besten Freundes zu erholen. Vier Jahre nach jener Party wird sein Mörder vorzeitig entlassen und das reißt all diese schlecht verheilten ...

Mia hat lange gebraucht, um sich vom schrecklichen Verlust ihres besten Freundes zu erholen. Vier Jahre nach jener Party wird sein Mörder vorzeitig entlassen und das reißt all diese schlecht verheilten Wunden wieder auf. Sie erträgt den Gedanken nicht, dass er ganz in ihrer Nähe frei herumläuft, aber als sie sich öfter begegnen, merkt sie, dass auch Nathan leidet.

Dass Mia nach dem Tod ihres besten Freundes verstört ist und unfassbar wütend auf denjenigen ist, der ihn verursacht hat, ist nachvollziehbar. Sie hat sich ein Bild vom Geschehen und vom eiskalten Mörder gemacht, doch das gerät ins Wanken, als sie sieht, wie schlecht es Nathan geht, wie sehr er alles bereut und wie einsam er ist, da die Öffentlichkeit so ein schlechtes Bild von ihm hat.

Nathan hat sich mit seinem Schicksal abgefunden und erwartet schon, dass jeder ihn hasst, während er gleichzeitig immer ruhig bleibt und alles auf sich zukommen lässt. Dass Mia plötzlich Mitleid mit ihm zu haben scheint und daher weniger feindselig ist, überrascht ihn schon und er wagt kaum zu hoffen, dass sein Leben mal wieder eine andere, bessere Richtung einschlagen könnte.

Die Entwicklung von Mia und Nathans Freundschaft fand ich sehr gelungen und sie konnte mich wirklich berühren. Es geht um Fehler, Reue und Vergebung und zwischen Mia und Nathan fand ich das auch gut thematisiert. Bei den meisten anderen Charakteren ging es mir da aber anders, ich fand es entweder zu einfach oder zu übertrieben, um einen Gegensatz zu Mias Gefühlen darzustellen, damit sie auch merkt, wo sie selbst eigentlich steht und wie sich ihre Gefühle entwickelt haben.

Fazit
"The Moment I Lost You" hat mir besser gefallen, als ich erwartet hätte. Die Reue und Vergebung der Protagonisten konnte mich berühren und die Entwicklung ihrer Gefühle, sowohl romantisch als auch hinsichtlich des tödlichen Vorfalls, ist auch sehr gut gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2022

Eine naive Prinzessin, ihre schöne Liebesgeschichte und der Anfang eines Abenteuers

Midnight Princess 1: Wie die Nacht so hell
0

Als hundertste Prinzessin ist Vanya seit dem Krieg die erste magiebegabte Südganderin und das macht sie zu einer Zielscheibe, darum lebt sie schon immer versteckt. Sie hat sich ein Leben als Heilerin aufgebaut ...

Als hundertste Prinzessin ist Vanya seit dem Krieg die erste magiebegabte Südganderin und das macht sie zu einer Zielscheibe, darum lebt sie schon immer versteckt. Sie hat sich ein Leben als Heilerin aufgebaut und hat nur manchmal Schwierigkeiten, ihre Magie zu verbergen. Als ihre Eltern sie dann gegen ihren Willen verheiraten wollen, reist sie nach Nordgand, um zu beweisen, dass sie sehr gut alleine zurecht kommen kann.

Vanyas Naivität hat mich unglaublich gestört. Im Grunde weiß sie nichts über das Nachbarreich Nordgand, in dem die Fae leben, nur dass sowohl Nordgand als auch Südgand seit dem Krieg vor vielen Generationen verflucht sind, und dass der König Nordgands für den Frieden alle drei Jahre drei junge Frauen fordert. Es gibt etwas Handel und die Frauen schicken manchmal Briefe in ihre Heimat - und eigentlich bezweifelt Vanya sogar, dass diese Briefe wirklich echt sind.

Obwohl sie nichts über die Fae und ihre Sitten weiß, reist sie nach Nordgand in der Erwartung, dass ihr dort geholfen werden kann und dass sie problemlos zurückkehren kann, und an diesem Glauben hält sie lächerlich lange fest, obwohl all ihre Erfahrungen dagegen sprechen. Ich kann ihr diese Naivität nur ein kleines bisschen verzeihen, weil sie aus einem Königreich stammt, in dem seit Jahrhunderten Frieden herrscht und in dem es kaum Verbrechen oder Armut gibt - und auch keine Magie, die die Dinge verkompliziert.

Abgesehen davon ist Vanya aber auch sehr mutig, wissbegierig und eine leidenschaftliche Heilerin. Im Nachtfae und Heiler Kenric findet sie einen Gleichgesinnten, auch wenn sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensumstände viele Schwierigkeiten haben. Ich mochte ihre Liebesgeschichte, die sich schön langsam entwickelt, und auch Vanyas Erfahrungen am Hof der Ewigen Mitternacht, aber es werden viele Fragen gestellt und Geheimnisse angedeutet, mit den Antworten wird jedoch gegeizt und ich hätte mir mehr Spannung gewünscht.

Fazit
In "Midnight Princess - Wie die Nacht so hell" fand ich Vanyas Naivität schon nervig, aber sie war mir trotzdem sympathisch und ich mochte auch ihre Liebesgeschichte. Das Fantasy-Abenteuer hätte aber auch gern etwas spannender sein können!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere