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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2022

Parasit

Elternhaus
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„Elternhaus“ klang nach einem ziemlich interessanten Thriller, dessen Konzept jetzt vielleicht nicht völlig neu war, aber mit der Urangst der Menschen spielt, in den eigenen vier Wänden nicht sicher zu ...

„Elternhaus“ klang nach einem ziemlich interessanten Thriller, dessen Konzept jetzt vielleicht nicht völlig neu war, aber mit der Urangst der Menschen spielt, in den eigenen vier Wänden nicht sicher zu sein. Das Konzept hat mich, nach Lesen des Klappentextes, ein bisschen an „Parasite“ erinnert und da mir der Film damals sehr gut gefallen hat, war ich neugierig wie die Umsetzung hier wohl gelingen würde.

Zum Inhalt: Familie Winkler führt ein gut betuchtes Leben, er leitet die Familienfabrik, sie kümmert sich um die vier Kinder. Als er den nächsten Schritt tun und seine eigene Firma gründen will, zieht es die Familie nach Hamburg. Was als Neustart gedacht und von ihr als Rettungsversuch für ihre Ehe erhofft war, wird schnell zum Albtraum. Denn die alte Villa in der die Familie wohnt, scheint sie dort nicht haben zu wollen. Jedes Haus hat eine Geschichte, aber dieses scheint eine geradezu bösartige Aura zu besitzen.

Der Einstieg ins Buch ist mir an sich leicht gefallen, ich fand aber, dass es gerade da ein paar Längen hatte, bis es richtig losging. Es werden auch direkt am Anfang alle relevanten Personen in die Handlung eingeführt, sodass es ziemliche viele Namen waren, die man erstmal in Bezug zueinander setzen musste. Dafür war man im Anschluss direkt startklar für die Haupthandlung. Direkt von Beginn an, wird eine unangenehme Atmosphäre aufgebaut, was das Haus betrifft. Es wird direkt eine Art Beklemmung erzeugt, sobald Aktivitäten im Haus stattfinden. Der Täter/Eindringling ist von Beginn an für den Leser bekannt, weshalb ich beim Lesen immer wieder den Kopf über die Naivität der Familie geschüttelt habe.

Ich muss ja gestehen, dass ich die Story abseits der Thriller-Elemente sehr klischeehaft fand. Das Heimchen am Herd, die scharfe Affäre mit Dienstreisen-Alibi, die Zugehfrau. Ich weiß auch nicht wieso genau, aber irgendwie hat mir das ein bisschen das Buch verhagelt. Alles war so unglaublich vorhersehbar. Selbst der zweite Handlungsstrang mit den Rückblenden in die Vergangenheit hat nichts offenbart, was in der Gegenwart nicht schon ersichtlich gewesen wäre. Die einzige echte Spannung und Überraschung gab es für mich am Ende des Buches. Da hatte ich einen kurzen „Wow“-Moment, der an dieser Stelle aber natürlich nicht mehr weitere ausgeführt wurde, weil das Buch zu Ende war.

Den interessantesten Charakter fand ich eigentlich die Nachbarin, die für ihr Alter noch echt auf Zack war, auch wenn das die anderen handelnden Personen nicht so recht wahrhaben wollten. Zur Haushälterin hatte ich echt gemischte Gefühle, die war mir bis zum Schluss nicht wirklich geheuer. Die Familie selbst fand ich recht unspektakulär, man merkt, dass obwohl es irgendwie um sie geht, sie nur Ausstaffierung für die Handlung sind.

Das Buch hat durchaus Potential und lässt an einigen Stellen durchblicken, was hätte sein können, wenn man auf diverse Klischees und übermäßige Staffage verzichtet hätte. So kam bei mir einfach keine echte Gänsehaut-Spannung auf und das Buch erschien mir zu großen Teilen eher als Roman, denn als Thriller. Von mir daher 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.08.2022

Sehr oberflächlich

Mit dir hatte ich nicht gerechnet
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„Mit dir hatte ich nicht gerechnet“ hat mich durch sein verspielt romantisches Cover angelacht, außerdem hat mich die Liebesgeschichte im Schatten von Hollywood neugierig gemacht. Optisch hält das Buch ...

„Mit dir hatte ich nicht gerechnet“ hat mich durch sein verspielt romantisches Cover angelacht, außerdem hat mich die Liebesgeschichte im Schatten von Hollywood neugierig gemacht. Optisch hält das Buch voll was es verspricht, auch die Kapitel sind mit kleinen Zeichnungen unterteilt. Inhaltlich konnte mich das Buch nicht überzeugen, es hat einfach an Tiefe gefehlt und die Liebesgeschichte war in meinen Augen leider nicht glaubwürdig.

Zum Inhalt: Nachdem Fiona bei der beliebten Fernsehserie „Birds of California“ rausgeflogen ist, führt sie ein bürgerliches Leben. Trotzdem macht es ihr weiterhin zu schaffen, auf der Straße erkannt und von Paparazzi verfolgt zu werden. Als ein Revival der Serie im Raum steht plötzlich ihr alter Drehpartner Sam auf der Matte, der sie überzeugen will, wieder mit einzusteigen. Doch Sam hat seine ganz eigenen Motive Fiona ins Boot zu holen

Man steigt ganz entspannt in die Geschichte ein, deren Perspektive immer zwischen Sam und Fiona wechselt. Dabei wird viel offen gelassen und angedeutet, ohne dass der Leser echte Hintergrundinformationen bekommt. Es wirkt eher so, als würden die Charaktere ganz oberflächlich mit einer Vita ausgestattet, um nicht so flach zu erscheinen. Es geht dann auch ganz schnell um das Kernthema: Sam versucht Fiona zu überreden, sie sagt nein, er drängt weiter. Sam ist mir dadurch von Seite zu Seite unsympathischer geworden, was auch der Hauptgrund war, warum ich dem Buch die Lovestory einfach nicht abgekauft habe. Eben weil sie von Anfang an fake war. In Sams Perspektive wird immer wieder klar, was seine eigentlichen Motive sind und wie selbstsüchtig er ist. Da hilft auch sein Sinneswandel ganz zu Ende nicht, der mir dann auch einfach zu schnell kam.

Fiona hingegen fand ich eigentlich ganz sympathisch und mochte, wie sich in ihr normales, bodenständiges Leben eingefunden hat und den Umgang mit ihrer Familie. Und wenigstens ihr Verhalten konnte man sich zum Schluss halbwegs erklären. Trotzdem fand ich auch ihren Charakter, dafür dass sie die Protagonistin ist, ein bisschen blass. Vieles bleibt ungesagt und sie wirkt bis zum Schluss ziemlich unnahbar, trotzdem ist ihre Entwicklung im Buch für mich als positiv zu betrachten.

Fionas ursprünglicher Rausschmiss wird dann in der zweiten Hälfte des Buches endlich auch noch erklärt, wirkt aber doch sehr gewollt und in die Handlung reingepresst. Es soll mich bitte keiner falsch verstehen, ich finde das angesprochene Thema absolut wichtig, in meinen Augen passt es aber so, wie es hier aufgearbeitet wurde, überhaupt nicht ins Buch und die Handlung. Dem Thema wird hier auch kein Raum gegeben und eine Konfrontation oder ein Abschluss findet auch überhaupt nicht statt, was mich am Ende mit am meisten gestört hat. Es wird einfach in der Raum gestellt und das wars, den Rest darf sich der Leser dann denken.

Ich denke ein guter Ansatz für die Geschichte war auf jeden Fall gegeben und das Buch hat sich leicht und flüssig lesen lassen. Die Sprache ist denkbar einfach und dem Alter der Protagonisten angemessen. Trotzdem hat der Funke im Buch gefehlt und viele der Andeutungen hätten für meinen Geschmack weiter ausgeführt werden müssen, um Tiefe zu erzeugen. Nett für Zwischendurch, mehr leider nicht

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Nicht so eiskalt wie erwartet

Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod
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Bergsteigen ist ein gleichermaßen faszinierender wie gefährlicher Sport- die Höhe, das Adrenalin, die Unvorhersehbarkeit des Geländes. Wenn da auch noch der Tod lauert, kann das mur ein packender Thriller ...

Bergsteigen ist ein gleichermaßen faszinierender wie gefährlicher Sport- die Höhe, das Adrenalin, die Unvorhersehbarkeit des Geländes. Wenn da auch noch der Tod lauert, kann das mur ein packender Thriller werden. Dachte ich zumindest, denn irgendwie hat mich das Buch total kalt gelassen.

Zum Inhalt: Cecily hat die Karrierechance ihres Lebens. Bergsteiger Charles McVeigh will sie auf seiner Tour auf den den letzten der vierzehn Achttauschender-Berge mitnehmen und nach dem Gipfelaufstieg darf sie ein exklusiver Interview mit ihm führen. Doch nicht nur der Berg und die Wetterbedingungen bereiten ihr Probleme. Als ein Mitglied der Gipfeltruppe tot am Seil hängt ist Cecily sicher: ein Mörder befindet sich unter ihnen.

Man merkt total, dass die Autorin Ahnung vom Bergsteigen hat, da kommt echt Expertenwissen durch, was die Handlung absolut authentisch macht. Das hat mir auch mit Abstand am besten am Buch gefallen- ich hatte das Gefühl viel über das Bergsteigen und die Tücken dieses Sports zu lernen. Ich bin mir nicht sicher inwieweit die Autorin ihren eigenen Aufstieg auf den Manaslu als Vorbild genommen hat, aber die ganze Atmosphäre kommt gut rüber.

So sehr ich die Beschreibungen über das Bergsteigen und den Berg an sich mochte, es zieht die Story ganz schön in die Länge, bis endlich mal was passiert, das dem Buch die Eingruppierung als Thriller beschert. Irgendwie ist die Story dahingehend nicht so richtig aus dem Knick gekommen. Auf den letzten Seiten musste es dann aber plötzlich richtig rasant gehen, so als wäre der Autorin aufgefallen, dass sie bereits das halbe Buch mit einem Roman verplempert hat und jetzt noch fix den Thriller unterbringen muss. Das ist schade, vielleicht hat sie sich hier einfach im Genre vergriffen, denn ich glaube ein Roman über die Erfahrung beim Bergsteigen wäre auch super geworden.

Mit der Protagonistin bin ich leider nicht warm geworden, irgendwie war mit ihre Art total unsympathisch. Ist ja auch nicht schlimm, man kann ja auch im echte Leben nicht jeden mögen. Nur habe ich dadurch irgendwie weniger mit ihr mitgefiebert, was ja eh schwierig war, weil die Thrillerelemente erst so spät kamen.

Insgesamt war das Buch für mich ok, hat aber meine Erwartungen nicht erfüllt

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Das Buch über Bücher

Papyrus
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„Papyrus“ hat mich direkt über das wundervolle Cover und den Untertitel „Die Geschichte der Welt in Büchern“ neugierig gemacht. Als Leseratte schrei dieses Buch geradezu nach mir. Auch den Klappentext ...

„Papyrus“ hat mich direkt über das wundervolle Cover und den Untertitel „Die Geschichte der Welt in Büchern“ neugierig gemacht. Als Leseratte schrei dieses Buch geradezu nach mir. Auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend. Die erste Ernüchterung folgte, als ich das Buch dann tatsächlich in den Händen hielt. Das Papier ist sehr dünn und die Schrift sehr klein, sodass das Buch trotz stolzen 750 Seiten vom Umfang her eher wie ein 400 Seiten Roman daherkommt. Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis verriet: die Autorin hat sich in ihrem Buch strak auf die Antike, mit Unterteilung in Griechenland und Rom, fokussiert. Für „Die Geschichte der Welt“ erschien mir das sehr scheuklappenhaft, trotzdem begann ich begeistert zu lesen.

Zum Aufbau: in den zwei übergeordneten Abschnitten gibt es zahlreiche Kapitel, die im Schnitt zwischen 10 und 20 Seiten lang sind und sehr kreative Titel tragen, die manchmal den Inhalt erahnen lassen und manchmal sehr nichtssagend sind. Innerhalb dieser Kapitel gibt es dann noch zahlreiche Abschnitte, die einfach durchnummeriert sind.

Der Aufbau ist tatsächlich mein größtes Manko an diesem Buch, denn obwohl man durch die Struktur das Gefühl bekommt, ein sehr durchgetaktes Buch in den Händen zu halten, gab es für mich keinen roten Faden. Die Autorin springt durch Epochen, kehrt immer mal wieder ganz zum Ursprung zurück und streut zwischendurch moderne Anekdoten und eigene Erinnerungen ein. Für mich hat das den Lesefluss ziemlich gestört und ich musste immer wieder umdenken, wo wir uns inhaltlich befinden und wie das mit dem zuvor gelesenen in Verbindung steht.

Besonders die eigenen Erfahrungen der Autorin und kreuzverweise auf moderne Literatur lockern das Buch auf, sodass es kein klassisches Sachbuch ist. Manchmal wurde sie mir in ihren Ausschweifungen aber auch zu privat, sodass ich ihre Anekdoten unpassend für ein Sachbuch fand. Man merkt auf jeden Fall wie viel Recherche, Herzblut und Liebe zum Detail in diesem Buch steckt, für meinen Geschmack hätte es aber gerne weniger ausschweifend sein können. Besonders das Namedropping habe ich irgendwann geflissentlich überflogen, da ich mit googeln schon gar nicht mehr hinterherkam.

Ich habe wahnsinnig viele interessante Fakten aus diesem Buch mitgenommen und beim Lesen wirklich auch was gelernt. Trotzdem musste ich zwischendurch immer wieder längere Pausen machen, um das gelesene auch irgendwie verarbeiten zu können. Für mich ist dies kein Buch, das man mal eben so weg liest. Viel eher lädt es zum selektiven Schmökern ein, was ich vielleicht, wenn einige Zeit verstrichen ist, nochmal machen werde. Für mich stand im Nachhinein fest, dass ich ein anderes Buch erwartet hatte. Daher nur 3 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Interessant geplottet

Das Letzte, was du hörst
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„Das letzte was du hörst“ ist der neuste Thriller von Andreas Winkelmann. Ich habe bereits einige andere Bücher von ihm gelesen, unter anderem die Oswald&Kerner-Reihe und die Amissa-Reihe und muss sagen, ...

„Das letzte was du hörst“ ist der neuste Thriller von Andreas Winkelmann. Ich habe bereits einige andere Bücher von ihm gelesen, unter anderem die Oswald&Kerner-Reihe und die Amissa-Reihe und muss sagen, dass dies für mich das bisher schwächste Buch ist, als hätte Winkelmann seinen Biss verloren.

Zum Inhalt: Podcasts sind der neuste Audiotrend, zu jedem Thema gibt entsprechende Unterhaltungsbeschallung. Doch was, wenn ein Mörder deinen Lieblingspodcast nutzt um dich zu töten? Was, wenn dieser Podcast das letzte ist, was du hörst?

Was ich an den Winkelmann-Thrillern so mag ist, dass der alltägliche Szenarien aufnimmt und in etwas böses verwandelt. Man hat dadurch als Leser das Gefühl, man selbst könnte ins Visier des entsprechenden Mörders geraten. Das Podcast-Thema fand ich wirklich gut gewählt, bin aber der Meinung man hätte da deutlich mehr draus machen können, denn letztlich war der Podcast nur Ausschmückung.

Die Geschichte war durchaus interessant geplottet. Es gibt zwei Handlungsstränge, von denen einen den aktuellen Fall widerspiegelt. In einer Rückblende nach „damals“ wie eine unbekannte Person in einem Keller gefoltert. Der Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen erschließt sich auch erst ganz am Ende, was ich gut gemacht fand.

Was mich diesmal gestört hat ist, dass bei mir einfach keine Spannung aufkommen wollte. Die Storyline war ok, aber es passiert einfach über weite Strecken nichts, auch an den Morden selbst gab es eigentlich nur einen einzigen Moment an dem bei mir in etwa sowas wie Nervenkitzel aufgekommen ist. Das ist wirklich schade, denn das Buch hätte durchaus Potential zu mehr gehabt.

War ok, hat mich aber diesmal nicht mitgerissen. Daher nur 3 Sterne von mir.

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