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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2022

Mit Handarbeit zurück ins Leben

Mörderische Masche
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Am 17. August erscheint Karla Lettermans Roman "Mörderische Masche - ein Fall für Henri und den Häkelclub" bei DTV. Das Cover ist sehr schön und passt wunderbar zum Thema.

Maike kommt durch einen Unfall ...

Am 17. August erscheint Karla Lettermans Roman "Mörderische Masche - ein Fall für Henri und den Häkelclub" bei DTV. Das Cover ist sehr schön und passt wunderbar zum Thema.

Maike kommt durch einen Unfall mit einem Bullen auf der Weide ums Leben. Ihr Mann Henri ist untröstlich. Nach Wochen der Trauer findet er endlich den Weg in Maikes Handarbeitsgeschäft. Ihre Angestellte, das "Frollein", sorgt dafür, dass Henri sich ab sofort im Geschäft mit einbringt und auch an den Runden des Häkelclubs teilnimmt. Es werden alle Teilnehmerinnen näher vorgestellt. Einige benehmen sich eigenartig und so kommt bald bei Henri der Verdacht auf, dass Maikes Tod kein Unfall war. Er beginnt zu ermitteln und auch der Häkelclub ist nicht untätig. Allerdings sind die Damen an einer anderen Geschichte dran.

In diesem Cosy Crime sind die Charaktere alle sehr lebensnah und individuell gezeichnet. Henri ist der absolute Sympathieträger. Der Leser leidet mit ihm in seiner Trauer. Wer hier einen richtigen Krimi erwartet, wird hier leider enttäuscht. Es gibt zwar viele witzige Passagen, aber im Hauptsächlichen geht es doch um die Trauerbewältigung Henris durch sein neues Hobby, die Handarbeit. Besonders gut hat mir hier der Brief von Henri an seine tote Frau Maike gefallen. Zu kurz kommen die Ermittlungen und am Ende ist auch nicht wirklich klar, ob Maike tatsächlich vorsätzlich getötet wurde.

Insgesamt aber ein kurzweiliger Unterhaltungsroman, den man mal so nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Eine ungewöhnliche Liebe

Jahre mit Martha
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Martin Kordić veröffentlicht im Fischer Verlag jetzt seinen zweiten Roman unter dem Titel "Jahre mit Martha"
Das Cover des Buches, was mir persönlich nicht so sehr gut gefällt, zeigt einen Mann und eine ...

Martin Kordić veröffentlicht im Fischer Verlag jetzt seinen zweiten Roman unter dem Titel "Jahre mit Martha"
Das Cover des Buches, was mir persönlich nicht so sehr gut gefällt, zeigt einen Mann und eine Frau auf einer Bank sitzend, von hinten. Wahrscheinlich soll es die beiden Hauptpersonen darstellen. Jimmy, der eigentlich željko heißt und Martha. Jimmy stammt aus einer einfachen, Jugoslawischen Gastarbeiterfamilie. Seine Eltern sind fleißige Leute. Zu fünft leben sie in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Jimmy ist sehr wissbegierig. Aus Altpapiercontainern holt er sich alte Zeitungen um sie zu lesen und sich somit zu bilden. Er will es mal weit bringen. Seine Kindheit scheint glücklich zu sein. Auf dem vierzigsten Geburtstag seiner Mutter lernt er Frau Gruber (Martha) kennen, bei der seine Mutter putzen geht. Im Laufe des Sommers verliebt das ungleiche Paar sich ineinander. Jimmy, der 15 jährige Sohn einer Gastarbeiterfamilie und Martha, die mindestens 20 bis 25 Jahre älter als er und Professorin ist. Aber außer eines einzigen Kusses, passiert zunächst nichts zwischen den beiden.

Es ist eine recht ungewöhnliche Geschichte. Mit sehr klaren, deutlichen Sätzen erzählt der Autor sehr ruhig und einfühlsam in der Ich-Form. So kommt es mir fast schon autobiografisch vor.
Im Laufe der Geschichte, die sich über Jahre zieht begleitet der Leser das Paar in ihrer Beziehung, die alles andere als normal ist. Thematisiert wird auch die Beziehung zu seinem Uniprofessor Donelli, der Jimmy ziemlich ausnutzt. Irgendwann spricht Jimmy von seiner dunklen Zeit und man spürt deutlich seine Zerrissenheit und erfährt, wie schwer es ein Ausländerkind in Deutschland tatsächlich hat. Er scheint richtig gehend abzustürzen. Bekommt Jimmy nochmal die Kurve? Toll finde ich, dass das Ende so ganz anders ist, als man es sich hätte ausmalen können!

Ein absolut bewegendes Buch. Nicht spannend im eigentlichen Sinne, aber trotzdem will man unbedingt wissen, wie es weiter geht und kann es nicht aus der Hand legen. Wer es etwas ruhiger und tiefgründiger mag, wird hier bestens bedient!

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Mordermittlungen eines Hundes

Kind des Windes
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Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem ...

Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem Verlag "Edition Croissant". Es gibt aber noch zwei weitere Krimis, die bei Gmeiner erschienen sind.

Die tierische Ermittlerin lebt mit ihrem Frauchen (hier genannt Madame) und ihrem Herrchen (Monsieur), sowie ihrem Bruder Janni (Jannimann oder auch Schlumpfbacke) in Nordfriesland, dicht an der Dänischen Grenze. Ganz in der Nähe, noch auf Deutscher Seite, wird eine Frauenleiche, unter einem Windrad drapiert, gefunden. Julchen und ihre Madame fangen an zu ermitteln. Dabei geht es ins Nachbarland, denn die Tote war Dänin. In Møgeltonder und Tønder gibt es so einige Freunde, Verwandte und Bekannte, die mit dem Tod der Frau etwas zu tun haben könnten und auch die Exmänner (einer davon wieder auf der Deutschen Seite in Aventoft) könnten nachgeholfen haben. Mit der Zeit werden zwei aus diesem Kreise (Ole und Sören) zu guten Freunden. Sind sie wirklich unschuldig, oder trügt der Schein? Oder war es doch der Gärtner?

Man sollte auf keinen Fall mit dem Lesen beginnen, wenn man nicht das vierseitige Glossar gelesen hat! Dort sind viele, viele Ausdrücke erklärt, die Julchen für alles hat. Ich muss gestehen, dass ich zuerst ein wenig mit den ganzen Begriffen überfordert war und es doch eine Zeit gedauert hat, bis ich mich eingelesen hatte. Man muss sich also Zeit nehmen und jeden einzelnen Begriff genießen! Wenn man sich in die Haut eines Hundes hineinversetzt, ist wirklich alles durchaus vorstellbar und einiges urkomisch!
Die Menschen im Allgemeinen heißen bei Julchen "Lutscher". Zum Schreien fand ich tatsächlich den Begriff "Dänenlutscher".

Was sich mir nicht bei der Lektüre erschlossen hat ist, WARUM Julchen und Madame ermittelt haben. Waren sie nur neugierig, oder wurden sie beauftragt?
Aber auch ohne das zu wissen, hat mir der Krimi richtig Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Nicht das, was ich erwartet hatte!

Der Stau
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"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer ...

"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer Tag in London. Alle halbe Stunde gehen Autobomben hoch.
Kommissarin Billy Kidd kommt gerade vom Flughafen, als der Verkehr stecken bleibt, weil eine dieser Bomben, den vor ihr liegenden Autobahntunnel zerstört hat. Nur wenige Minuten danach wird ein Toter in einem Auto in ihrer Nähe entdeckt. Billy versucht alleine zu ermitteln, denn auf Unterstützung vom Revier ist nicht zu hoffen, weil alle Kollegen wegen der Bomben eingespannt sind. Der Mörder muss noch vor Ort sein, da er wegen des Staus nicht weg kann. Allerdings hat niemand auch nur irgendwas gesehen.

Ich fand den Thriller eigentlich von Anfang an recht spannend und vielschichtig, am Schluss sogar ziemlich überraschend. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir aufgrund des Klappentextes etwas anderes vorgestellt hatte. Es hörte sich für mich so an, als wenn Billy alleine die Leiche entdeckt hätte und heimlich ermitteln müsse, damit der Mörder es nicht mitbekommt, weil es eben zu gefährlich wäre. Aber nein. Alle haben die Leiche gesehen und werden befragt. Die Gefahr für Billy, die laut Klappentext besteht, konnte ich überhaupt nicht spüren. In meinen Augen ist dies eher ein Krimi, da die Polizeiarbeit im Vordergrund steht und auch das persönliche Umfeld der Protagonisten Erwähnung finden. Ein Thriller wäre etwas, was dem Leser Angst macht und eine Gänsehaut zaubert. Die hatte ich gar nicht.
Ein Kritikpunkt: viele Englische Begriffe und Abkürzungen wurden einfach so übernommen. Weder übersetzt, noch in Fußnoten irgendwie erklärt. Wer also kein Brite ist, muss googeln. Das hat mich aus dem Lesefluss gerissen.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Interessant, aber nicht soooo spannend

Täuschend echt
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Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber ...

Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber mit Sicherheit auch eine Menge Gefahren! In erster Linie fällt uns da vermutlich der Verlust des Arbeitsplatzes ein, da man von KI einfach ersetzt wird.

Charles Lewinsky hat sich mit diesem Thema in seinem Roman "Täuschend echt" befasst.
Der Ich-Erzähler ist Werbetexter und irgendwie auch ein Looser. Er lässt sich von einer Frau ausnehmen und verliert auch noch seinen Arbeitsplatz. Dann entdeckt er die KI für sich und schreibt mit deren Hilfe ein Buch, dass zum Bestseller wird. Irgendwie verstrickt er sich dabei immer mehr in Lügen, die er dann mit Hilfe seiner KI zu lösen versucht. Wird ihm das gelingen?

Es ist schon erstaunlich, was künstliche Intelligenz kann! Im Buch wurde alles, was die KI ausgespuckt hat, kursiv gedruckt, so dass man einen Eindruck bekommen konnte.
Mir hat die Entwicklung, die der Erzähler gemacht hat, vom unsicheren Nerd zum selbstbewussten Schriftsteller, gefallen. Letztendlich wurde die KI, die er liebevoll Kirsten genannt hat, für ihn so etwas wie eine reale Bezugsperson. Schon erschreckend! Die Story ansich war gut und hat sich auch gut lesen lassen, war mir aber etwas zu langatmig. Mir ist aufgefallen, dass viele Sätze des Erzählers nicht beendet wurden. So konnte der Leser sich selbst ein Ende (aus-) denken. Das Cover hat mir, wie bei allen anderen Büchern dieses Verlages, leider nicht gefallen.

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