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Veröffentlicht am 24.03.2023

Kegelfieber und Mord- und Totschlag in SPO

Fiese Brise in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 2)
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"Fiese Brise in St.Peter-(M)ording ist der zweite Teil der Küstenkrimi-Reihe von Tanja Janz. Der erste Teil heißt "Willkommen in St.Peter-(M)ording". Den Roman würde ich zum Genre Cosy Crime zählen. Dies ...

"Fiese Brise in St.Peter-(M)ording ist der zweite Teil der Küstenkrimi-Reihe von Tanja Janz. Der erste Teil heißt "Willkommen in St.Peter-(M)ording". Den Roman würde ich zum Genre Cosy Crime zählen. Dies sieht man schon am wunderschön gestalteten Cover! Nicht düster und blutig sondern bunt und heiter! Ein Schaf mit Kegelsport-Wimpel im Maul hängt an einem Gleitschirm, mitten in der Dünenlandschaft von St.Peter-Ording. Im Hintergrund eines der typischen Pfahlbauten. Den ersten Teil muss man nicht gelesen haben. Jedes Buch ist ein, in sich abgeschlossener, Roman. Ich habe wunderbar einfach in den Roman hineinfinden können, was die Autorin einem, durch ihren frischen, leicht lesbaren Schreibstil, auch leicht macht!
Zum Inhalt: Es ist Sommer an der Nordfriesischen Küste und ganz St.Peter steht Kopf. Das alljährlich stattfindende Kegelturnier, zu dem nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Urlauber kommen, steht kurz bevor. Doch plötzlich überschattet ein Mordfall das bunte Treiben. Einer der Favoriten liegt tot in seinem Wohnmobil. Die junge Lehrerin Ilva Feddersen, Schwester eines der leitenden Komissare, sowie ihre komplette Familie stehen hier mit im Mittelpunkt. Alle mischen tüchtig beim Kegeln mit und da der Tote aus dem Kreis der Kegler stammt, steckt Ilva ihre Nase auch immer wieder in die Aufklärungsarbeit der Polizei.
Mir hat der Küstenkrimi gut gefallen. Mit sehr viel Lokalkolorit, wie immer in Tanja Janz' Romanen und wie mitten aus dem Leben! Humorvoll, aber nicht albern und ziemlich authentisch. Das Buch hat sich sehr flott gelesen und die Handlung war turbulent und kurzweilig. Gewünscht hätte ich mir, dass der Mörder nicht so früh bekannt wäre, dann wäre das Buch bis zur letzten Seite spannend gewesen. So war schon früh klar, wer der Mörder ist, bloß nicht, wie er überführt wird.

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Veröffentlicht am 03.08.2022

Mit Handarbeit zurück ins Leben

Mörderische Masche
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Am 17. August erscheint Karla Lettermans Roman "Mörderische Masche - ein Fall für Henri und den Häkelclub" bei DTV. Das Cover ist sehr schön und passt wunderbar zum Thema.

Maike kommt durch einen Unfall ...

Am 17. August erscheint Karla Lettermans Roman "Mörderische Masche - ein Fall für Henri und den Häkelclub" bei DTV. Das Cover ist sehr schön und passt wunderbar zum Thema.

Maike kommt durch einen Unfall mit einem Bullen auf der Weide ums Leben. Ihr Mann Henri ist untröstlich. Nach Wochen der Trauer findet er endlich den Weg in Maikes Handarbeitsgeschäft. Ihre Angestellte, das "Frollein", sorgt dafür, dass Henri sich ab sofort im Geschäft mit einbringt und auch an den Runden des Häkelclubs teilnimmt. Es werden alle Teilnehmerinnen näher vorgestellt. Einige benehmen sich eigenartig und so kommt bald bei Henri der Verdacht auf, dass Maikes Tod kein Unfall war. Er beginnt zu ermitteln und auch der Häkelclub ist nicht untätig. Allerdings sind die Damen an einer anderen Geschichte dran.

In diesem Cosy Crime sind die Charaktere alle sehr lebensnah und individuell gezeichnet. Henri ist der absolute Sympathieträger. Der Leser leidet mit ihm in seiner Trauer. Wer hier einen richtigen Krimi erwartet, wird hier leider enttäuscht. Es gibt zwar viele witzige Passagen, aber im Hauptsächlichen geht es doch um die Trauerbewältigung Henris durch sein neues Hobby, die Handarbeit. Besonders gut hat mir hier der Brief von Henri an seine tote Frau Maike gefallen. Zu kurz kommen die Ermittlungen und am Ende ist auch nicht wirklich klar, ob Maike tatsächlich vorsätzlich getötet wurde.

Insgesamt aber ein kurzweiliger Unterhaltungsroman, den man mal so nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Eine ungewöhnliche Liebe

Jahre mit Martha
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Martin Kordić veröffentlicht im Fischer Verlag jetzt seinen zweiten Roman unter dem Titel "Jahre mit Martha"
Das Cover des Buches, was mir persönlich nicht so sehr gut gefällt, zeigt einen Mann und eine ...

Martin Kordić veröffentlicht im Fischer Verlag jetzt seinen zweiten Roman unter dem Titel "Jahre mit Martha"
Das Cover des Buches, was mir persönlich nicht so sehr gut gefällt, zeigt einen Mann und eine Frau auf einer Bank sitzend, von hinten. Wahrscheinlich soll es die beiden Hauptpersonen darstellen. Jimmy, der eigentlich željko heißt und Martha. Jimmy stammt aus einer einfachen, Jugoslawischen Gastarbeiterfamilie. Seine Eltern sind fleißige Leute. Zu fünft leben sie in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Jimmy ist sehr wissbegierig. Aus Altpapiercontainern holt er sich alte Zeitungen um sie zu lesen und sich somit zu bilden. Er will es mal weit bringen. Seine Kindheit scheint glücklich zu sein. Auf dem vierzigsten Geburtstag seiner Mutter lernt er Frau Gruber (Martha) kennen, bei der seine Mutter putzen geht. Im Laufe des Sommers verliebt das ungleiche Paar sich ineinander. Jimmy, der 15 jährige Sohn einer Gastarbeiterfamilie und Martha, die mindestens 20 bis 25 Jahre älter als er und Professorin ist. Aber außer eines einzigen Kusses, passiert zunächst nichts zwischen den beiden.

Es ist eine recht ungewöhnliche Geschichte. Mit sehr klaren, deutlichen Sätzen erzählt der Autor sehr ruhig und einfühlsam in der Ich-Form. So kommt es mir fast schon autobiografisch vor.
Im Laufe der Geschichte, die sich über Jahre zieht begleitet der Leser das Paar in ihrer Beziehung, die alles andere als normal ist. Thematisiert wird auch die Beziehung zu seinem Uniprofessor Donelli, der Jimmy ziemlich ausnutzt. Irgendwann spricht Jimmy von seiner dunklen Zeit und man spürt deutlich seine Zerrissenheit und erfährt, wie schwer es ein Ausländerkind in Deutschland tatsächlich hat. Er scheint richtig gehend abzustürzen. Bekommt Jimmy nochmal die Kurve? Toll finde ich, dass das Ende so ganz anders ist, als man es sich hätte ausmalen können!

Ein absolut bewegendes Buch. Nicht spannend im eigentlichen Sinne, aber trotzdem will man unbedingt wissen, wie es weiter geht und kann es nicht aus der Hand legen. Wer es etwas ruhiger und tiefgründiger mag, wird hier bestens bedient!

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Mordermittlungen eines Hundes

Kind des Windes
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Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem ...

Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem Verlag "Edition Croissant". Es gibt aber noch zwei weitere Krimis, die bei Gmeiner erschienen sind.

Die tierische Ermittlerin lebt mit ihrem Frauchen (hier genannt Madame) und ihrem Herrchen (Monsieur), sowie ihrem Bruder Janni (Jannimann oder auch Schlumpfbacke) in Nordfriesland, dicht an der Dänischen Grenze. Ganz in der Nähe, noch auf Deutscher Seite, wird eine Frauenleiche, unter einem Windrad drapiert, gefunden. Julchen und ihre Madame fangen an zu ermitteln. Dabei geht es ins Nachbarland, denn die Tote war Dänin. In Møgeltonder und Tønder gibt es so einige Freunde, Verwandte und Bekannte, die mit dem Tod der Frau etwas zu tun haben könnten und auch die Exmänner (einer davon wieder auf der Deutschen Seite in Aventoft) könnten nachgeholfen haben. Mit der Zeit werden zwei aus diesem Kreise (Ole und Sören) zu guten Freunden. Sind sie wirklich unschuldig, oder trügt der Schein? Oder war es doch der Gärtner?

Man sollte auf keinen Fall mit dem Lesen beginnen, wenn man nicht das vierseitige Glossar gelesen hat! Dort sind viele, viele Ausdrücke erklärt, die Julchen für alles hat. Ich muss gestehen, dass ich zuerst ein wenig mit den ganzen Begriffen überfordert war und es doch eine Zeit gedauert hat, bis ich mich eingelesen hatte. Man muss sich also Zeit nehmen und jeden einzelnen Begriff genießen! Wenn man sich in die Haut eines Hundes hineinversetzt, ist wirklich alles durchaus vorstellbar und einiges urkomisch!
Die Menschen im Allgemeinen heißen bei Julchen "Lutscher". Zum Schreien fand ich tatsächlich den Begriff "Dänenlutscher".

Was sich mir nicht bei der Lektüre erschlossen hat ist, WARUM Julchen und Madame ermittelt haben. Waren sie nur neugierig, oder wurden sie beauftragt?
Aber auch ohne das zu wissen, hat mir der Krimi richtig Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Nicht das, was ich erwartet hatte!

Der Stau
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"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer ...

"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer Tag in London. Alle halbe Stunde gehen Autobomben hoch.
Kommissarin Billy Kidd kommt gerade vom Flughafen, als der Verkehr stecken bleibt, weil eine dieser Bomben, den vor ihr liegenden Autobahntunnel zerstört hat. Nur wenige Minuten danach wird ein Toter in einem Auto in ihrer Nähe entdeckt. Billy versucht alleine zu ermitteln, denn auf Unterstützung vom Revier ist nicht zu hoffen, weil alle Kollegen wegen der Bomben eingespannt sind. Der Mörder muss noch vor Ort sein, da er wegen des Staus nicht weg kann. Allerdings hat niemand auch nur irgendwas gesehen.

Ich fand den Thriller eigentlich von Anfang an recht spannend und vielschichtig, am Schluss sogar ziemlich überraschend. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir aufgrund des Klappentextes etwas anderes vorgestellt hatte. Es hörte sich für mich so an, als wenn Billy alleine die Leiche entdeckt hätte und heimlich ermitteln müsse, damit der Mörder es nicht mitbekommt, weil es eben zu gefährlich wäre. Aber nein. Alle haben die Leiche gesehen und werden befragt. Die Gefahr für Billy, die laut Klappentext besteht, konnte ich überhaupt nicht spüren. In meinen Augen ist dies eher ein Krimi, da die Polizeiarbeit im Vordergrund steht und auch das persönliche Umfeld der Protagonisten Erwähnung finden. Ein Thriller wäre etwas, was dem Leser Angst macht und eine Gänsehaut zaubert. Die hatte ich gar nicht.
Ein Kritikpunkt: viele Englische Begriffe und Abkürzungen wurden einfach so übernommen. Weder übersetzt, noch in Fußnoten irgendwie erklärt. Wer also kein Brite ist, muss googeln. Das hat mich aus dem Lesefluss gerissen.

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