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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2022

4,5 Sterne

Sieben Tage Sommer
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Klappentext:

„Max Torberg ist ein wohlhabender Mann und besitzt in den Hügeln an der Côte d'Azur ein großzügiges Ferienhaus. Dorthin lädt er fünf alte Bekannte ein, die ihm 30 Jahre zuvor bei einem Überfall ...

Klappentext:

„Max Torberg ist ein wohlhabender Mann und besitzt in den Hügeln an der Côte d'Azur ein großzügiges Ferienhaus. Dorthin lädt er fünf alte Bekannte ein, die ihm 30 Jahre zuvor bei einem Überfall das Leben gerettet haben. Seither sind sie sich nicht mehr begegnet, nun sollen sie eine Woche in seinem Haus verbringen, wo sich seine Angestellte Anja um sie kümmert. Er selbst ist noch verhindert. Bei Rotwein, Gesprächen und gutem Essen beginnen sich seine Gäste zu fragen, worin der Grund ihres Besuchs liegt. Tatsächlich verfolgt der kluge, aufmerksame Torberg ein Ziel – das auch Anja mit einschließt.“



Autor Thommie Bayer hat mich mit seinem Buch „Sieben Tage Sommer“ mehr als begeistert. Seine Geschichte rund um Max, seine Rettung, seine Helfer/Retter ist besonders und klug von Bayer komponiert. Er fügt in feinen Zügen hier Menschen zusammen, die sich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen haben. Bayer verfolgt ein Ziel mit seinen Protagonisten und dies zu erlesen macht mehr als Leselust! Es gibt in diesem Buch kleine Nachrichten (Emails) und eben nicht den immer bekannten Ton des Hauptprotagonisten. Allein das überrascht als Leser und ja, man ist schnell in dieser Mailwirtschaft drin (dennoch muss man gut viele Details zusammen setzen) und versteht sie. Die Töne sind hier wunderbar geschildert, geben viele Details preis, Bilder fügen sich zusammen und geben viele Antworten auf die Fragen die man zu Beginn des Buches hatte. Schnell wird deutlich welche besondere Auffassungsgabe Bayer haben muss, denn solche Beschreibungen schafft nicht jeder. Er beschreibt seine Figuren wunderbar realistisch und klar.

Mein Fazit: Der Schluss der Geschichte rundet das Bild komplett ab und die Geschichte hat mir eine angenehme Leseunterhaltung beschert. Es ist mal etwas anderes und genau das muss auch mal sein. 4,5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 12.09.2022

Rettungsanker Jane Austen - 4,5 Sterne

Teatime im Jane-Austen-Club
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Klappentext:

„1945: Der Krieg ist zu Ende, doch in dem kleinen Dorf Chawton im Süden Englands hat er Spuren hinterlassen. Hier lebte einst Jane Austen und schrieb ihre großen Romane, und die Erinnerung ...

Klappentext:

„1945: Der Krieg ist zu Ende, doch in dem kleinen Dorf Chawton im Süden Englands hat er Spuren hinterlassen. Hier lebte einst Jane Austen und schrieb ihre großen Romane, und die Erinnerung an sie prägt den Ort und seine Bewohner noch immer. Eine Gruppe ungleicher Menschen setzt sich dafür ein, Jane Austens Vermächtnis für die Welt zu erhalten. Sie alle haben mit dem Verlust und dem Trauma des Krieges zu kämpfen und finden Zuflucht in der Literatur. Gemeinsam gründen sie die Jane Austen Society. Werden sie über die Liebe zum Lesen ihre Trauer überwinden und zurück ins Leben finden?“



In diesem Buch geht es nicht direkt um Jane Austen aber um ihre Werke und ihr Tun und Handeln als Autorin. Austen wird hier zum Rettungsanker einer kleinen Gruppe von Menschen die nach dem Zweiten Weltkrieg endlich wieder Licht sehen wollen. Die Mitglieder des Clubs könnten alle unterschiedlicher nicht sein aber dennoch tragen sie das gleiche Schicksal mit sich herum, haben das selbe erlebt und müssen verarbeiten. Für diese Verarbeitung kommen Austens Werke genau richtig und geben Halt, Hoffnung und ein wenig Glück in trüben Zeiten. Die Geschichte bewegt einen als Leser. Die Charaktere sind wirklich stark gezeichnet und hier und da angelehnt an die Romanfiguren bei Austen (das hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen für meine Begriffe). Die Figuren zeigen Emotionen, Charakter und eben die damalige Zeit auf. Viele Erzählungen wirken wie kleine Zeitreisen.

Die Autorin webt den aktuellen Sprachstil mit dem damaligen aus der Zeit Jane Austen‘ zusammen. Der Lesefluss ist von Anfang an da und bietet einen schönen Lesefluss. Ein gewisser Spannungsbogen ist ebenfalls erkennbar aber der steht nicht im Vordergrund. Hier geht es um Austens Geschichten und die Menschen, die auch noch Jahrzehnte später in ihnen Hoffnung und Trost finden. Wenn ich gefragt würde, ob ich diesem Club beitreten würde - ganz klare Antwort: ja! Geschmackvoll und mit Stil wird hier eine besondere Dame gewürdigt, die es wert war und ist.

Fazit: eine wirklich schöne Geschichte mit einem tollen Tenor! 4,5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 05.08.2022

Lesenswert!

Secret Places Italien
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Klappentext:

„Dieser Reisebildband führt Sie zu verborgenen Orten Italiens und offenbart Ihnen einige versteckte Perlen, die etwas abseits des touristischen Trubels liegen – wie dem verschlafenen Bergdörfchen ...

Klappentext:

„Dieser Reisebildband führt Sie zu verborgenen Orten Italiens und offenbart Ihnen einige versteckte Perlen, die etwas abseits des touristischen Trubels liegen – wie dem verschlafenen Bergdörfchen Bussana Vecchia, den versteckten Villen Palladios oder dem kilometerlangen feinen Sandstrand Spiaggia Alberese.

Sie erfahren Geheimtipps und Reiseideen, wo Sie Italien mit seinen wunderbaren Landschaften und kulturellem Erbe als Sehnsuchtsland neu entdecken können.

Ein Muss für alle Italien-Fans!“



Gibt es denn noch geheime Plätze im schönen Italien? Diese Frage muss man wirklich stellen, denn gerade Italien ist ein äußerst beliebtes Reiseziel und gefühlt trifft man dirt an allen Ecken und Winkeln irgendwelche Touristen. In diesem Reisebuch geht es um Tipps die noch nicht unbedingt jedem bekannt sein könnten. Ist das auch so? Ja, das ist so! Sie wollen jetzt wissen welche? Dann müssen Sie schon dieses Buch lesen und genießen! Der Autor bereist jedenfalls das Land in allen Himmelsrichtungen und zeigt wirklich beeindruckende Plätze auf, die nicht in jedem Reiseführer notiert sind, sondern eher die Einheimischen kennen.

Das Buch besticht mit seiner Größe und seinen opulenten Bildern. Diese untermalen die Texte gekonnt und Urlaubsflair kommt unweigerlich auf. Die Texte sind immer aufschlussreich und präzise beschrieben. Die Qualität der Buchseiten ist ebenfalls von ganz toller Qualität und schlussendlich geben sie diesem Buch die gewisse Eleganz. Fazit: ein schönes Reisebuch zu wirklich noch unbekannten Plätzen die jetzt wohl nach diesem Buch mehr in den Fokus rücken werden. 5 von 5 Sterne für dieses Buch!

Veröffentlicht am 08.05.2022

Der Abschluss einer wunderschönen Reihe

Das Haus am Deich – Sicherer Hafen
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Klappentext:

„1961: Der Mauerbau droht die langjährigen Freundinnen Frida und Erna zu trennen. Denn Erna lebt jetzt in Berlin, wo sie eigentlich neue Freiheit zu finden hoffte. Als ihr und ihrer Familie ...

Klappentext:

„1961: Der Mauerbau droht die langjährigen Freundinnen Frida und Erna zu trennen. Denn Erna lebt jetzt in Berlin, wo sie eigentlich neue Freiheit zu finden hoffte. Als ihr und ihrer Familie die Flucht in den Westen gelingt, erweist sich Frida als starke Stütze. Dabei ist auch deren Leben voller Schicksalsschläge: Als ein Jahr später eine schwere Sturmflut die Nordseeküste trifft, wachsen in ihr Zweifel, ob sie an diesem Ort, geprägt von Wind und Meer, alt werden will. Doch in den Stürmen des Lebens geben ihr letztlich nur zwei Dinge Halt: ihre Freundschaft zu Erna und das Haus am Deich, ihr sicherer Hafen.“



Mit dem dritten Band der Reihe „Das Haus am Deich - Sicherer Hafen“ geht nun eine wunderbare Trilogie zu Ende. Im letzten Band erzählt uns Regine Kölpin nochmal mit viel Spannung, gut ausgefeilten Protagonisten und einer stimmigen und runden Handlung den letzten Akt von Frida und Erna. Die Zeiten haben sich geändert, die Damen gehen ihren eigenen Weg aber dennoch umgibt sie ein unsichtbares Band der Freundschaft - egal wie weit sie von einander entfernt sind. Auch im letzten Teil der Reihe ist der Lokalkolorit wieder sehr hoch und die bildhaften Beschreibungen bilden den perfekten Rahmen. Kölpin verbindet auch hier wieder Geschichte und Lebensgeschichten gekonnt und verwebt diese miteinander, auch wieder ohne Kitsch und Schmalz. Das Leben bietet nicht immer Sonnenschein und jeder muss seine Erfahrungen im Leben machen und genau so ergeht es Erna und Frida. Egal ob Haupt- oder Nebendarsteller, alles hat einen runden Verlauf und bietet dem Leser eine ausgezeichnete Lesemöglichkeit. Der Spannungsbogen ist gekonnt aufgebaut und wirkt realistisch. Wenn man wie ich hier an genau diesem Schauplatz der Geschichte wohnt, sind schwere Sturmfluten bekannt und ja, wer mal eine oder mehrere mitgemacht hat, weiß welche Bedrohung das werden kann. Kölpin hat hier nicht übertrieben. Wenn der „Blanke Hans“ sich zeigt, wird man ehrfürchtig und kann Frida mit ihrer Angst nur zu gut verstehen. Auch wenn heute die Deiche höher sind als damals, die Angst bleibt. Und genau so eine Flut wird in der Geschichte zu einer gewissen Metapher: egal welche Wellen des Lebens kommen mögen, die Freundschaft zwischen Frida und Erna hält allem stand, auch wenn es noch so hart scheinen mag. Sie finden das doch etwas kitschig? Mitnichten! Wie gesagt, der Stil der Geschichte ist eindeutig anspruchsvoller als das Cover auf den ersten Blick vermuten mag und genau das macht die Geschichte so lesenswert und besonders. Ich vergebe gern 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 21.04.2022

4,5 Sterne

Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten
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Klappentext:

„Hamburg 1889: Als die junge Brasilianerin Maria den Kaffeehändler Johann Behmer heiratet, fühlt sie sich fremd in Hamburg und einsam in Johanns zerstrittener Familie. Doch Maria ist eine ...

Klappentext:

„Hamburg 1889: Als die junge Brasilianerin Maria den Kaffeehändler Johann Behmer heiratet, fühlt sie sich fremd in Hamburg und einsam in Johanns zerstrittener Familie. Doch Maria ist eine Kämpferin, und als Tochter eines Kaffeeplantagenbesitzers liegt ihr das »schwarze Gold« im Blut. Begierig lernt sie in der neu eröffneten Speicherstadt alles, was man über den Handel mit dem Luxusgut wissen muss. Schon bald erweist sie sich als kluge Geschäftsfrau. Aber dann beginnt der Erste Weltkrieg, der Kaffeehandel kommt fast zum Erliegen, und Maria merkt, dass jemand in der Familie ihren Mann aus der Firma drängen möchte …“



In der heutigen Zeit dreht es sich in der Buchwelt entweder um Tee, Ärzte, Krankenschwestern oder um Kaffee. Hamburg und Kaffee gehören zusammen wie das Amen in der Kirche und es ist für Autoren nicht gerade leicht diese Themen, wenn sie denn bereits von anderen Autoren ebenfalls behandelt worden sind, gekonnt zu verpacken und sich somit aus dieser Masse abzuheben. Anja Marschall hat es versucht und es ist ihr sehr gut mit ihrem Auftakt „Töchter der Speicherstadt“ gelungen. Ihre Protagonistin Maria schließt man schnell ins Herz, man spürt ihr Temperament und ihre brasilianischen Wurzeln und das ist gut so. Die Geschichte rund um sie und ihren Mann Johann und dem Kaffee ist der rote Faden und dieser zieht sich elegant bis hin zum Ende des Buches durch. Der Spannungsbogen ist wirklich gekonnt gezogen und somit erweist sich die Geschichte als echter Pageturner. Es gibt die Guten und es gibt die Bösen, es gibt Frieden und es kommt der Krieg. Die Zeiten werden hart und es wird noch härter kommen. Maria wird zur Kämpferin und auch zur Vorreiterin der Frauen der damaligen Zeit. Was hier ebenso aus dem Kaffee-Nebel heraussticht sind die bildhaften Beschreibungen. Marschall vergisst hier nicht den Kaffeeduft den Lesern immer wieder unter der die Nase zu reiben, wie es bei anderen Autoren gern mal der Fall ist. Als Leser erleben wir nicht nur die Geschichte der Familie Behmer sondern auch eine ganzen Menge zum Kaffee-Handel der damaligen Zeit.

Der Rahmen für die Geschichte ist sehr gut gewählt und ich bin gespannt ob er Anspruch sich auch in den nächsten beiden Bänden der Trilogie fortsetzen wird! Ich vergebe 4,5 von 5 Sterne.