Wie lebte es damals in Paris als Künstlerin?
Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne KunstMir hat der Roman um das Leben der lebenslustigen Meret Oppenheim sehr gut gefallen.Der Autorin ist gelungen das damalige Leben in der Kunstszene atmosphärisch sehr gut herüberzubringen. Außerdem wirkt ...
Mir hat der Roman um das Leben der lebenslustigen Meret Oppenheim sehr gut gefallen.Der Autorin ist gelungen das damalige Leben in der Kunstszene atmosphärisch sehr gut herüberzubringen. Außerdem wirkt nicht nur die Darstellung von Meret sehr authentisch und lebendig sondern auch die Freunde bzw. Freundinnen sowie ihre Arbeitgeberin, für die sie nebenberuflich schneidert, kommen äußerst lebensnah herüber. Ich mochte es, wie viel ich über Kunst im allgemeinen, die Rolle der Frau zur damaligen Zeit und die Entwicklung des Nationalsozialismuss, dessen Auswirkungen in Deutschland Meret nur ahnt bzw. durch Zeitungen und Freunde zugetragen bekommt, erzählt wird. Merets Vater ist Halbjude und Meret fühlt sich kein bisschen jüdisch.
Auch in Paris wird der Antisemitismus spürbar, doch es überwiegt die Lebensfreude, die Verliebtheit und die Lust an der Kunst bei Meret. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, wie Meret Oppenheim sich von einer naiven jungen Frau zur lebenstüchtigen, eigenständigen, jungen Frau mit kristischem Blick auf ihre Umgebung mauserte. Eine tolle Künstlerin, die mir vor dem Lesen des Buches leider unbekannt war.
Fünf Sterne!