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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2022

Kluger Inhalt, albernes Cover

Als Rangerin im Politik-Dschungel
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Irgendwie schade, dass das Cover nicht im Mindesten eine Ahnung davon vermittelt, dass das kleine Büchlein allerlei Kluges enthält. Das Zebra mit den rosa Streifen finde ich nicht witzig, besser gesagt, ...


Irgendwie schade, dass das Cover nicht im Mindesten eine Ahnung davon vermittelt, dass das kleine Büchlein allerlei Kluges enthält. Das Zebra mit den rosa Streifen finde ich nicht witzig, besser gesagt, ich finde es reichlich albern. Der Inhalt des Buches hätte eine bessere Covergestaltung verdient.

Maria hat einen außerordentlich stressigen Alltag. Sie steht mitten im täglichen Politikgeschehen und kann bzw. muss als Pressereferentin jederzeit schnell und klug die Fäden ziehen, um die Politiker, für die sie arbeitet, gut aussehen zu lassen. Ein Fulltime-Job, der sie im Laufe der Jahre ausgelaugt hat. Da wagt sie es eines Tages, sich eine Auszeit zu nehmen und einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. Sie reist nach Botswana, um eine vierwöchige Ranger-Ausbildung zu absolvieren.

Nun erwartet man eine Schilderung all dessen, was Maria in Afrika erlebt. Ja, stimmt, das erzählt Maria auch, und zwar sehr lebendig, atmosphärisch eindringlich, immer mit einer kleinen Prise Humor. Doch was dieses Büchlein so besonders macht und das Lesen außerordentlich reizvoll werden ließ, war die Tatsache, dass es Maria gelingt, die Erlebnisse in der Wildnis in Relation zum Hamsterrad Politik zu setzen. Was und wer nützt wem und wie. Wer sich zu früh aus dem Dickicht wagt, verliert. Kleidung als Tarnung oder Warnung. Viele reizvolle Gleichnisse stellt Maria an, die interessant und humorvoll gleichermaßen sind. Erhellend auch für den Leser!

Fazit: Das Büchlein ist überraschend interessant und kurzweilig. Doch es hätte ein klügeres Cover verdient.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Humorvoll gemeint oder nicht?

Vilma zählt die Liebe rückwärts
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So recht weiß ich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Es hat mich das eine oder andere Mal durchaus zum Schmunzeln gebracht. Dann wieder fühlte ich mich geradezu abgestoßen von Sequenzen, die vielleicht ...


So recht weiß ich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Es hat mich das eine oder andere Mal durchaus zum Schmunzeln gebracht. Dann wieder fühlte ich mich geradezu abgestoßen von Sequenzen, die vielleicht komisch gemeint waren. Aber zum Beispiel darüber zu lesen, wie die verschiedenen Fluglinien mit Fluggästen umgehen, die während des Fluges gestorben sind, stößt mich ab, befremdet mich. Auf jeden Fall kann ich darüber nicht lachen. Was ich damit sagen will: Der Humor der Autorin wirkt an manchen Stellen sehr bemüht und gewollt. Auf jeden Fall trifft es nicht meine Vorstellung von Humor.


Vilma ist 35, allein lebend, und eine lustlos tätige Klavierlehrerin. Auch diese Tatsache befremdet mich. Wie kann die Autorin als Pianistin eine Figur erschaffen, die sich so freudlos mit dem Klavier und ihren Schülern befasst? Vilma lebt völlig zurückgezogen und hat viel Lebens-Angst. Zumindest ist sie ständig auf der Hut vor (scheinbar oder offensichtlich) lebensgefährlichen Dingen. In ihrer Persönlichkeit scheint sie autistische Züge zu haben. Auch nicht lustig. Überraschend erhält Vilma 18 Briefe ihres bislang unbekannten und auf dem Weg zu ihr verstorbenen Vaters überbracht. Nicht lustig. Allerdings bewirkt die Lektüre der Briefe Stück für Stück bei Vilma über die Zeit hinweg ein Auflockern ihrer selbstgesetzten Grenzen, Sie wagt ganz vorsichtig mehr Leben. Das ist in der Tat von der Autorin gekonnt geschildert, insbesondere durch die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Die Briefe sind meiner Meinung nach sprachlich eindringlicher umgesetzt. Die Szenen aus Sicht Vilmas wirken nicht ganz so überzeugend, wenn auch durchaus oftmals zum Schmunzeln.

Doch welchen Sinn hat der Roman im Ganzen? Ich weiß es einfach nicht. Mein Fazit: Mäßig gut gelungener unterhaltsam-leichter Roman mit skurrilen Zügen.




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Veröffentlicht am 12.08.2022

Moderate Spannung, handwerklich gut geschrieben

Das siebte Mädchen
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Ein Debüt ist für mich stets generell eine spannende Lektüre. Was habe ich von der Autorin zu erwarten? Bietet sie Neues, Ungewöhnliches? Oder betritt sie mehr oder weniger gekonnt bereits ausgetretene ...



Ein Debüt ist für mich stets generell eine spannende Lektüre. Was habe ich von der Autorin zu erwarten? Bietet sie Neues, Ungewöhnliches? Oder betritt sie mehr oder weniger gekonnt bereits ausgetretene Pfade? Alles ist offen bei einem Debüt.

Journalistisch geschult schreibt Stacy Willingham gekonnt, mit atmosphärisch dichten Schilderungen, leicht lesbar und schlüssig in der Handlung. Sehr beeindruckt hat mich die Beschreibung der Kulisse der undurchdringlich sumpfigen Natur rund um Louisiana, die auf unheimliche Weise ihre Geheimnisse verborgen hält. Das Thriller-Debüt ist kein Buch, das mit der Tür ins Haus fällt. Langsam entwickelt sich die Handlung, man erfährt nur schrittweise mehr. Doch leider, ärgerlich und unnötig, bedient die Autorin mit der Hauptperson Chloe, einer promovierten Psychologin in eigener Praxis, die landläufige Klischeemeinung, dass Psychiater oder Psychologen selbst therapiebedürftig seien. Denn Chloe, nach außen hin perfekt, kann ein tiefliegendes Trauma nur mit Tabletten aus ihrem Alltagsbewusstsein heraushalten. Ihr Vater, an den sie nur positive Erinnerungen hat, sitzt im Gefängnis, verurteilt als Serienmörder. Er hatte gestanden, für das Verschwinden von sechs Teenagern verantwortlich zu sein, obwohl deren Leichen nie gefunden worden waren. Exakt 20 Jahre später verschwindet eine von Chloe’s Patientinnen. Ein Bewunderer des Vaters, der ihn zum Jahrestag nachahmt? Oder der wahre Täter, der immer noch frei ist?
Meisterlich schafft es die Autorin, auf intensive Weise innerste Regungen der handelnden Personen zu beschreiben und nachspürbar werden zu lassen. Trotz der oft kleinzelligen Beschreibungen von Umfeld und anderen äußeren Gegebenheiten wächst dadurch ganz leise, fast unbemerkt, die Spannung an, um schließlich gegen Ende des Buches sich geradezu zu überschlagen und das Geschehene in Vergangenheit und Gegenwart aufzulösen – allerdings für den aufmerksamen Leser leider ohne wirkliche Überraschung.

Fazit: Das Debüt hat mir weitgehend gut gefallen, wobei zu hoffen ist, dass die Autorin in Zukunft zu ungewöhnlicheren Plots ohne Klischees findet.



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Veröffentlicht am 09.08.2022

Drohendes Unheil von der ersten Seite an

Elternhaus
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Allein schon die Szenerie einer seit Jahren leer stehenden Villa, dunkel und irgendwie abweisend, vermittelt unangenehme Gefühle, so wie sie das Cover perfekt einfängt. Der Barpianist Tobias Hansen beobachtet ...


Allein schon die Szenerie einer seit Jahren leer stehenden Villa, dunkel und irgendwie abweisend, vermittelt unangenehme Gefühle, so wie sie das Cover perfekt einfängt. Der Barpianist Tobias Hansen beobachtet seit Jahren, im Auto sitzend, das Haus im noblen Hamburger Vorort. Jahre vergehen. Schließlich verliebt sich Yvette Winkler in die Villa, träumt sich weg aus ihrem von der Schwiegermutter bevormundeten Leben in Österreich hin in ihre frühere Heimatstadt, in der sie für ihre Familie das ideale Nest gefunden zu haben glaubt. Viel Platz für ihre vier Kinder, viel Platz für geschmackvolle Neugestaltung. Ihr Mann stimmt dem Umzug zu. Doch was ist mit Tobias Hansen? Er freundet sich mit der Familie an, gibt den Kindern Klavierunterricht. Doch was will er wirklich und warum?

Aus verschiedenen Perspektiven erzählt die Autorin eine Geschichte, die ihre Spannung schöpft aus der nicht greifbaren, aber immanent vorhandenen Bedrohung, die über viele Seiten hinweg nicht erklärbar ist und damit die Spannung immer aufrecht erhält. Für mich ist der Roman eher ein Psychothriller als ein Thriller. Zumindest legt die Autorin sehr viel Wert auf die psychologisch nachvollziehbare Ausgestaltung der Protagonisten, die allesamt auf ganz unterschiedliche Weise beschädigte Seelen sind und im Aufeinandertreffen der Eskalation nicht mehr entkommen können. Dieses schicksalhafte und fast unaufhaltsam wirkende Aufeinander-Zubewegen der ganz unterschiedlichen Menschen mit ihren verborgenen Sehnsüchten, Defiziten und Traumata löst im Leser von Seite zu Seite wachsende spannend-bedrohliche unheilvolle Gefühle aus. Gerade dadurch, dass sich erst im Laufe des Lesens die einzelnen Szenen zu einem Gesamtbild zusammenfügen, dass sich erst nach und nach die Psychogramme der Protagonisten erschließen, wird die unaufhaltsam wachsende Gefahr real.

Fazit: Psychothriller mit sehr spannendem Aufbau, leicht lesbarem und schönem Sprachstil, mit psychologisch interessant dargestellten Protagonisten, dem ich allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Auf jeden Fall eine ideale fesselnde Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 09.08.2022

Für mich nur in Teilen nützlich

WW - Italien
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Die WW-Gruppe an meinem Wohnort war für mich für viele Monate eine sehr wichtige Anlaufstelle, rundum hilfreich, was sich nicht nur in einer beeindruckenden Gewichtsabnahme zeigte. Gerade auch die die ...


Die WW-Gruppe an meinem Wohnort war für mich für viele Monate eine sehr wichtige Anlaufstelle, rundum hilfreich, was sich nicht nur in einer beeindruckenden Gewichtsabnahme zeigte. Gerade auch die die zugewandte und respektvoll-verständnisvolle Kursleitung gewann ich mühelos die notwendige Motivation für eine grundsätzliche Lebensstiländerung. Doch das Studio wurde ohne Nachfolge für immer geschlossen, und dadurch und durch Krankheit verlor ich wieder all das früher Errungene und vor allen Dingen jegliche Motivation. Umso mehr freute ich mich über das vorliegende Buch, von dem ich mir einen neuerlichen Schub in die richtige Richtung erhoffte.

Das Buch tut auch alles dafür, was ein Buch leisten kann: Es informiert über alles Wichtige, um sowohl Gesundheit und Gewicht gleichermaßen im Blick zu haben, und das in wohltuend kurzer Form. Es ist sehr übersichtlich und typographisch ansprechend gestaltet. Gekonnt fotografisch in Szene gesetzte Abbildungen im Rezeptteil machen Appetit. Sicher für WW-Mitglieder wertvoll sind die QR-Codes, mit deren Hilfe angemeldete Mitglieder die jeweiligen Personal-Points zum jeweiligen Rezept sofort auf ihrer App ersehen und das Rezept abspeichern können. Einige wenige QR-Codes verweisen auf die Möglichkeit entsprechender Koch-Tipps, hinter denen sich jedoch einerseits WW-Werbung verbirgt, andererseits auch eine Fülle von Rezepten und Zubereitungs-Tipps, die das Suchen nach einem bestimmten Thema zeitaufwändig machen.
Da ich nicht gerne koche, war ich bisher von den einfachen und schnellen WW-Rezepten stets sehr angetan. In diesem Italien-Kochbuch wurde ich leider nicht so fündig, wie ich erhoffte. Denn mehrheitlich waren die Rezepte in ihrer Zusammenstellung für meine Verhältnisse zu zeitaufwändig. Oder es gibt bestimmte Zutaten in unserem kleinen Ort nicht zu kaufen. Oder ich mag bestimmte Dinge überhaupt nicht. Um dennoch das eine oder andere auszuprobieren, habe ich entweder nur das Gemüse gegart oder nur den Pizza-Belag wie beschrieben, kombiniert mit einem Fertigteig usw. Für mich ein Rezept-Highlight war der Gemüse-Hackbraten. Allerdings mit Rinderhack. Es war letztlich kein einziges Rezept dabei, das ich so wie beschrieben hätte nachkochen können oder wollen. Durch die veränderten Zusammenstellungen war natürlich der Schlankheitseffekt nicht immer so gegeben wie beim Originalrezept. Geschmacklich jedoch war wie immer bei WW alles, was ich probierte, sehr, sehr lecker.

Fazit: Buch sehr klar, übersichtlich und appetitanregend gestaltet, Rezepte für mich jedoch nur in Teilen umsetzbar.

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