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Veröffentlicht am 25.08.2022

Ein Mann, beschmiert mit dem Blut einer seit zwei Jahren verschwundenen Frau

Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe
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Max Bischoff ist neu beim KK11 in Düsseldorf . Doch an einem seiner ersten Tage dort taucht ein blutüberströmter Mann auf dem Polizeipräsidium auf. Es stellt sich heraus, dass das Blut nicht seins ist, ...

Max Bischoff ist neu beim KK11 in Düsseldorf . Doch an einem seiner ersten Tage dort taucht ein blutüberströmter Mann auf dem Polizeipräsidium auf. Es stellt sich heraus, dass das Blut nicht seins ist, sondern das einer seit mehr als zwei Jahren verschwundenen Frau. Doch der Mann kann sich nicht mehr daran erinnern, was vorgefallen ist. Ist er für den Mord verantwortlich? Oder ist er das Opfer? Max und sein Partner Horst Böhmer stehen vor einem schwierigen Fall.

Arno Strobels Schreibstil ist wirklich gut. Ich habe die Handlung immer gut verstanden. Das einzige, was ich etwas kritisiere ist, dass Max' Gefühle in der Liebesgeschichte, die für die Handlung sehr wichtig ist, nur wenig dargestellt werden. Sonst schreibt Arno Strobel wirklich gut und anschaulich.
Max wurde als Hauptcharakter auch gut beschrieben. Er ist mir wirklich sympathisch und ich freue mich darauf, im nächsten Buch mehr über ihn zu erfahren. Leider hätte ich mir eine bessere Beschreibung von Horst Böhmer gewünscht. Er kam mir sehr blass gestaltet vor, dabei nimmt er als Max' Kollege eine wichtige Rolle ein.
Das Verhalten des Täters hat mich so sehr angeekelt, vor allem, weil es ab und zu kurze Kapitel gibt, die er erzählt und darinnen es teilweise sehr brutale Beschreibungen gibt. Ich frage mich, wir man als Autor*in sich eigentlich so brutale Morde in Thrillern ausdenken kann. Leider hat mich die Auflösung am Ende nicht so sehr überrascht. Ab einem bestimmten Punkt war mir einfach klar, wer der Täter sein muss.

Insgesamt ist "Tiefe Narbe" ein gut geschriebener Thriller mit einem sympathischen Ermittler und ich freue mich darauf, den nächsten Teil zu lesen!

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Veröffentlicht am 17.08.2022

Einige der letzten Menschen auf der ISS

Der letzte Außenposten
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Kurz vor Weihnachten schlägt ein Asteroid auf der Erde ein und zerstört sie. Einige Menschen schaffen es, sich in Bunkern in Sicherheit zu bringen. Auf der ISS ist kurz vorher ein Team aus Astronauten ...

Kurz vor Weihnachten schlägt ein Asteroid auf der Erde ein und zerstört sie. Einige Menschen schaffen es, sich in Bunkern in Sicherheit zu bringen. Auf der ISS ist kurz vorher ein Team aus Astronauten und Forschern angekommen. Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, wann die Erde wieder bewohnbar ist. Reicht der Sauerstoff und die Nahrung überhaupt so lange? Schon bald gibt es auf der ISS Streitigkeiten...

Die Idee hinter dem Buch klingt nach einer spannenden Science-Fiction Story und das ist sie auch. Sonst gibt es ja oft Geschichten, die auf der apokalyptischen Erde spielen, diesmal geht es hier aber um Astronauten, die das den Meteoriteneinschlag aus dem Weltall aus beobachten und eigentlich die letzten Menschen sind.
Es gibt mehrere verschiedene Perspektiven von den Menschen auf der ISS, aus denen erzählt wird, aber nicht alle kommen zu Wort. Durch die Er/Sie-Perspektive wusste ich auch meistens, wer gerade das Kapitel erzählt. Die Charaktere sind gut gestaltet, sie haben alle verschiedene Meinungen und Dinge, für die sie sich einsetzten. Das hat mir auch gut gefallen.
Spannung fehlt hier auch nicht: Am Schluss habe ich einfach nur noch mitgefiebert. Es gibt zwar häufig technische Details, aber das stört nicht und führt auch dazu, dass ich mehr über die ISS erfahren habe. Leider war es bei den spannenden und etwas hektischeren Stellen so, dass ich nicht alles wirklich verstanden habe, was gerade passiert.
Es gibt noch eine Sache, die mir nicht gefallen hat: Eigentlich steht die ganze Geschichte im Präteritum. Allerdings gibt es manchmal einige Verben, die plötzlich im Präsens stehen. Da bin ich häufig drüber gestolpert.

Insgesamt ist "Der letzte Außenposten" ein schöner, spannender Auftakt zu einer Science-Fiction Reihe. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

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Veröffentlicht am 10.08.2022

Wer hat die Kontrolle im Hintergrund?

Invisible
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Hamburg wird von einer Reihe brutaler Morde erschüttert. Einem Mann wird während einer Operation ins offene Herz gestochen, ein anderer wird tot geprügelt und noch einer niedergestochen. DIe Täter sind ...

Hamburg wird von einer Reihe brutaler Morde erschüttert. Einem Mann wird während einer Operation ins offene Herz gestochen, ein anderer wird tot geprügelt und noch einer niedergestochen. DIe Täter sind schnell gefasst, aber niemand von ihnen hat ihr Opfer wirklich gekannt. Das einzige, was sie verbindet, ist eine extreme Wut auf ihr Opfer. Die Kriminalkommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon glauben an eine Person im Hintergrund, die die Opfer manipuliert. Aber wer ist das und wie stellt diese Person das an?


Den Schreibstil von Ursula Poznanski und Arno Strobel finde ich gut. Alles Dinge waren mir klar und auch die hektischen Szenen wurden genau beschrieben, sodass ich alles verstanden habe und auch nachvollziehen konnte.

Der Thriller wird aus der Ich-Perspektive von den Kommissaren Daniel Buchholz und Nina Salomon erzählt. Leider steht über den Kapiteln nicht, aus welcher Sicht nun erzählt wird und das hat mich irritiert. Manchmal wusste ich nicht, wer denn jetzt nun das Kapitel erzählt, dabei sollten sich die Perspektiven eigentlich abwechseln.

Daniel und Nina finde ich beide sympathisch. Sie haben für mich sowohl sympathische als auch unsympathische Charakterzüge und das macht beide zu gut konstuierten Charakteren.

Die Handlung ist zu keiner Zeit langweilig. Es tauchen noch mehr Tote auf, als die auf dem Klappentext, neue Verdächtige werden festgenommen oder eine private Geschichte aus Daniels Umfeld steht kurz im Vordergrund. Das sorgt für Abwechslung zwischendurch.

Die Auflösung am Ende ist sehr unerwartet, aber auch traurig. Diese Richtung war überhaupt nicht in einer meiner Theorien enthalten.

Eine andere Sache hat mir auch nicht so gut gefallen: Es kommen so viele Namen vor. Täter, Opfer und Zeugen, die alle Namen haben. Das hat mich zwischendurch ein bisschen gestört, weil ich manchmal überlegen müsste, wer denn diese Person nochmal ist.


Insgesamt ist "Invisible" ein schöner zweiter Teil, in dem zwei sympathische Kommissare in einem scheinbar unlösbaren Fall ermitteln, der ein unerwartetes Ende hat.

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Veröffentlicht am 05.08.2022

In ganz Europa fällt das Internet aus

Systemfehler
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In Europa fällt das gesamte Internet aus. Krankenhäuser können keinen richtigen Betrieb mehr aufrecht erhalten, Flugzeuge können nicht mehr starten und landen und die Kommunikation läuft nicht mehr. Der ...

In Europa fällt das gesamte Internet aus. Krankenhäuser können keinen richtigen Betrieb mehr aufrecht erhalten, Flugzeuge können nicht mehr starten und landen und die Kommunikation läuft nicht mehr. Der neue Ermittler beim BND, Nelson Carius, vermutet ein komplexes Computervirus hinter dem Ganzen. Eine Spur führt ihn zu dem Münchner IT-Experten Daniel Faber. Doch Daniel ist unschuldig und versucht, seine Unschuld beweisen, während Europa im Chaos versinkt.


Der Thriller wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Einmal aus der von Nelson Carius; Daniel Faber; seinem Sohn Ben; seiner Schwester Claudia, einer Ärztin und von seiner Mutter, Renate. Harlanders Schreibstil ist gut, ich könnte alle Handlungsschritte nachvollziehen. Ein großer Einblick in die Gefühle der Hauptfiguren wird nicht gegeben, was aber bei dieser Art von Buch nicht stört.

Der Autor erklärt unbekannte Begriffe aus dem Bereich der IT gut, sodass ich sie immer verstehen konnte.
Das Szenario, ein gesamtes Europa ohne Internet, ist sehr erschreckend, kommt mir aber nach dem Lesen des Buches schon realistisch vor. Der Autor schildert ausführlich die Auswirkungen.

Leider sind mir die Charaktere teilweise zu klischeehaft. Zum Beispiel entpuppt sich der anfangs sympathische, muslimische Ethik-Professor als Islamist.



Abgesehen davon, ist ein Systemfehler von Wolf Harlander ein spannender Thriller über ein nicht sonderlich unrealistisches Szenario.

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Veröffentlicht am 20.07.2022

Der dritte Fall für Joona Linna

Flammenkinder
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In einer Einrichtung für Mädchen mit psychischen Problemen werden eine der Patientinnen und eine Betreuerin brutal ermordet vorgefunden. Ein anderes Mädchen ist verschwunden und in ihrem Zimmer wird die ...

In einer Einrichtung für Mädchen mit psychischen Problemen werden eine der Patientinnen und eine Betreuerin brutal ermordet vorgefunden. Ein anderes Mädchen ist verschwunden und in ihrem Zimmer wird die Tatwaffe gefunden. Kurz darauf wird ein Auto von einem Mädchen entführt - mit dem kleinen Sohn der Besitzerin auf dem Rücksitz. Joona Linna muss sich beeilen, das Mädchen zu finden.

Der Schreibstil der Autoren ist wie bei den beiden Vorgängern gut, ich konnte alles verstehen und nachvollziehen, was in der Handlung passiert.
Leider ist es bei diesem Teil der Reihe so, dass mir Joona Linna ein bisschen unsympathisch ist. Obwohl seine Vorgesetzen ihm mehrmals verbieten, in dem Fall zu ermitteln, tut er es trotzdem.
Am Ende des zweiten Teils wurde ja enthüllt, dass Joona eine Tochter hat und so tut, als wäre sie tot. Am Anfang vom dritten Band wird das Ganze nochmal aufgegriffen, aber erst am Ende aufgelöst. Dadurch erfährt man auch noch mehr über Joona und er bekommt auch mehr die Charakterzüge eines Menschen statt nur als eines Ermittlers ohne richtiges Privatleben.
Leider lässt in diesem Teil die Spannung etwas zu wünschen übrig. Der Anfang und das Ende sind wirklich spannend, der ganze Rest plätschert nur vor sich hin. Dafür habe ich die Auflösung am Ende nicht so richtig erwartet, obwohl diese Möglichkeit sehr naheliegend ist.
Insgesamt ist der Thriller "Flammenkinder", der dritte Teil der Reihe um Kommissar Joona Linna gut gelungen, aber leider wenig spannend.

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