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Veröffentlicht am 30.08.2022

Hält nicht das, was der Klappentext verspricht – weder eine dramatische Familiengeschichte noch eine ungeheuerliche Lüge sind hier zu finden

Mutters Lüge
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Erst nach dem Tod ihrer Mutter erfährt die Psychiaterin Marta, was im Leben dieser wirklich passiert ist. Dafür muss sie sich ihrer eigenen Familiengeschichte stellen, die in ihrer frühen Kindheit, in ...

Erst nach dem Tod ihrer Mutter erfährt die Psychiaterin Marta, was im Leben dieser wirklich passiert ist. Dafür muss sie sich ihrer eigenen Familiengeschichte stellen, die in ihrer frühen Kindheit, in Polen, begann.

Auf den ersten paar Seiten wird vor allem die gesellschaftliche Situation (1970-84) Polens aufgezeigt. Marta ist zu dieser Zeit ein Kind – ein sehr neugieriges Kind, das viel nachfragt und viel wahrnimmt. Durch ihre Augen erhascht man einen Blick auf das damalige Polen.

Ziemlich schnell flüchtet die Familie nach Deutschland. Bis dahin konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen, da ich zu Marta trotz ihres wissbegierigen Wesens eine unüberbrückbare Distanz fühlte. Zudem gab es bis zu dem Zeitpunkt praktisch keine Hinweise zu dieser »Lüge«, die im Klappentext gross aufgefahren wird.

Leider wurde es nicht besser. Von Spannung wage ich gar nicht zu sprechen, denn alles, was wir bekommen, ist eine Biografie von Martas Werdegang: Ihr Studium, ihre erste Arbeitsstelle, Weiterbildungen, usw. Es interessierte mich kein bisschen, was sie in ihrem Studium lernte und weshalb sie sich für diese Richtung entschied. Von der dramatischen Familiengeschichte, die ebenfalls im Klappentext erwähnt wird, spürte man nichts – von gelegentlichen Streitereien abgesehen, die jedoch nicht im Zusammenhang mit der »Lüge« standen.

Das einzig spannende war die Beziehung zu ihrer Mutter, aber auch diese wurde entgegen meinen Erwartungen nicht tiefer behandelt. (Obwohl es das Hauptthema des Buches ist.)

Dementsprechend fehlt in dieser Geschichte ein roter Faden. Mal befindet man sich in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, in Polen, in Deutschland, und dann in der Schweiz. Zu viele Details, die einen nicht packen, wurden in dieses Buch reingeworfen, die mich einfach nicht packten. Martas Vergangenheit wurde so sehr gestreckt, dass es mich während des Lesens gelangweilt und ermüdet hat. Auch ist die Sprache im Buch sehr einfach gehalten, was der Gesamtqualität nicht zugutekommt.

Das Finale war wie zu erwarten sehr enttäuschend. Über die Entlarvung dieser »Lüge« ihrer Mutter bin ich während des Lesens fast drüber gestolpert und hätte sie fast nicht mitbekommen, da diese ganze Reise in die Vergangenheit überhaupt nichts mit dem Leben ihrer Mutter zu tun hatte.

Fazit
Ich frage mich: Für was habe ich Martas gesamte Biografie gelesen? Damit man im Finale noch zusammenhanglos erzwungene Lügen und Intrigen hineinwerfen kann? Es war keine Spannung enthalten, keine Tiefe und kein roter Faden. Leider hat mich das Buch sehr enttäuscht und verwirrt zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Monotone Erzählweise, einfältige Charaktere und langweilige Beschreibungen – einzig das Finale weist ein wenig Spannung auf

Ein Moment der Unachtsamkeit
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Cora befällt immer häufiger das Gefühl zu versagen – bei der Arbeit und auch Zuhause. Leistet sie beruflich genug? Vernachlässigt sie ihr Kind? Cora ist grossem Stress ausgesetzt, der sie beeinträchtigt ...

Cora befällt immer häufiger das Gefühl zu versagen – bei der Arbeit und auch Zuhause. Leistet sie beruflich genug? Vernachlässigt sie ihr Kind? Cora ist grossem Stress ausgesetzt, der sie beeinträchtigt und sie einen unverzeihlichen Fehler machen lässt.

Dem Klappentext zufolge erwarte ich in diesem Buch Spannung, die einen durch die Seiten fliegen lässt. Machtspiele in der Versicherungsgesellschaft, die einen überraschen. Und eine Protagonistin, die einen gefangen nimmt und moralische Fragen aufwirft.

Es gibt Bücher, die schleppend starten, einen dann aber beeindrucken. Also las ich die ersten zehn Seiten, die nichts anderes als Beschreibungen aufwiesen ohne grosse Hintergedanken. Als jedoch nach 50 Seiten immer noch nichts passierte und die Situationen, in denen Cora sich befand fortwährend monoton geschildert wurden, begann ich mich langsam zu langweilen. Es wird von ihren vergangenen Beziehungen, von der Geburt ihrer Tochter und ihrer momentanen Berufssituation erzählt, was spannend sein könnte, aber in diesem Fall bin ich immer wieder mit meinen Gedanken abgedriftet, was mir nie beim Lesen passiert.

Nach 100 Seiten gab ich die Hoffnung auf und kämpfte mich durch. Es half nicht, dass andauernd neue Personen hinzukamen, von denen ich die meisten beim besten Willen nicht voneinander unterscheiden konnte, weil sie einfach keine Persönlichkeit hatten, keine Farben. Hinzu kommt, dass sich nichts von dem, was erzählt wurde auf irgendeine Art und Weise wichtig anfühlte. Alles war gefühlslos, schwarz-weiss, langweilig.

Das gesamte Buch schildert, was passiert; als Leserin hatte ich nie das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Manchmal, wenn ich beim Lesen gerade eine Szene hinter mir habe, die sehr viele Erklärungen enthält, die Seite umblättere und sehe, dass nun ein Dialog folgt, freut mich das. Dialoge sind in Büchern wie Luftholen; sie dienen dem Verständnis, bringen die charakteristischen Eigenschaften der Protagonisten hervor und sind eine erwünschte Abwechslung.

In dieser Geschichte gab es praktisch keine Dialoge. Ich habe umgeblättert und fand jedes Mal aufs Neue eine Doppelseite, die von links bis rechts voll beschrieben war. Und wenn in äusserst seltenen Fällen mal statt einer Erklärung, was die Person gesagt hat oder einer indirekten Rede tatsächlich mal Anführungs- und Schlusszeichen auftauchten, dann ohne Absatz. Das wird nicht in meine Bewertung einfliessen, aber für mich wäre es eine willkommene Abwechslung gewesen, wenn ich auch mal das Weiss der Seite erblickt hätte.

Ab Seite 350 wurde es langsam spannend – wirklich! Es gab keine unnötigen Details mehr, sondern man befand sich mit Cora mitten in ihrem stressbeladenen Alltag, in ihrem innerlichen Zerwürfnis. Das Problem war, dass mich über die Hälfte der Geschichte nicht interessiert hatte – weshalb sollte mich das jetzt interessieren? Obwohl ich endlich in Coras Geschichte eintauchte und sie besser kennenlernte, konnte mich das Buch nicht mehr rumreissen.

Als es auf das Finale zuging, flog ich durch die Seiten und war überrascht und entsetzt. Diese wenigen Seiten hatten es geschafft, mich für kurze Zeit zu packen und zu zwingen, über die Konsequenzen von Coras unverzeihlichen Fehler nachzudenken. Aber mehr kam dann auch nicht, weil es einfach zu wenige Seiten waren, die mich bewegt hatten.

Um fair zu sein: Am Schluss erfährt man, weshalb das Buch so geschrieben ist, wie es geschrieben ist, aber es ist keine Entschuldigung. Wenn, dann fühlt es sich wie eine Rechtfertigung an. Und meiner Meinung nach macht der gesamte Aufbau der Geschichte keinen Sinn.

Was ich an Büchern sehr mag, und was in diesem der Fall war, ist, wenn sich die Bedeutung des Titels erst mit der Zeit entfaltet. Diese Geschichte ist eine schöne Demonstration dieses Spielens mit den Leser:innen.

Fazit
Die gesamte Geschichte wird in einer monotonen Erzählweise geschildert, die keinerlei Spannung erzeugt und auch die Charaktere unzureichend skizziert. Es gibt praktisch keine Dialoge und Cora ist keine Protagonistin, die einen an der Hand packt und mitzieht. Erst gegen Ende wurde es ein bisschen spannend, was zwar moralische Fragestellungen in den Raum warf, mich aber nicht mehr überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

Eine Geschichte ohne Tiefgang, Spannung oder greifbare Charaktere

10 Wahrheiten und ein Happy End
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Nach den Abschlussprüfungen sind Partys angesagt! Doch dann erfährt Olivia, dass ihr Lehrer ihre Note noch nicht eingetragen hat. Zusammen mit ihren Freunden schmiedet sie einen Plan, den Kurs heimlich ...

Nach den Abschlussprüfungen sind Partys angesagt! Doch dann erfährt Olivia, dass ihr Lehrer ihre Note noch nicht eingetragen hat. Zusammen mit ihren Freunden schmiedet sie einen Plan, den Kurs heimlich nachzuholen. Neben dem ganzen Stress ist da noch Leo, der ihre Gefühle verrückt spielen lässt …

Meine Meinung
Der Anfang des Buches konnte mich leider nicht überzeugen: Zu viele Namen, es ist zu viel Chaos und ich verstand nicht genau, was los ist.

Direkt in die Geschichte einzusteigen, ist nie eine schlechte Entscheidung, um die Leser:innen so schnell abzuholen. Aber hier wirkt es zu gewollt auf mich. Olivia, die Protagonistin, hat eine grosse Familie, die alle in der Nähe voneinander wohnen. Sie kennen sich sehr gut und haben alle eine enge Bindung zueinander. Bis zu einem gewissen Grad finde ich dieses Szenario realistisch. Aber in dieser Geschichte kommt es mir zu gewollt rüber, als hätte die Autorin diesen familiären Aspekt unbedingt in diesem Ausmass in diese Geschichte integrieren wollen.

Wenn sich Olivia mit anderen, wie zum Beispiel mit ihren Freundinnen oder ihren Cousins und Cousinen unterhält, wirken die Gespräche sehr kindisch. Was ich akzeptieren würde, da es sich um ein Young Adult Buch handelt, aber nicht nur waren sie kindisch, sondern auch unlogisch. Manche Sätze wirken so, als wären sie einfach ohne grossen Zusammenhang hineingeschrieben worden, was mich während des Lesens sehr verwirrt hat.

Auch die Art und Weise, wie sie reden, finde ich nicht ganz realistisch. Es werden unnötige Fragen gestellt, nur um den Leser:innen eine Antwort zu liefern, und nicht, weil der Charakter diese Frage wirklich gestellt hätte.

Manche Figuren werden auch sehr «überdramatisiert». Nonna, die Grossmutter beispielsweise, wird als allwissend dargestellt. Es wird unzählige Male erwähnt, dass sie «Geheimnisse schon aus weiter Ferne riecht» und «die Gefühlslage anderer Menschen auf einen Blick erkennt». Klar, es gibt Menschen, die das können, aber ich denke nicht, dass andere diese Charakterstärke so handhaben würden …

Den Schreibstil finde ich sehr einfach gehalten, aber er liest sich flüssig. Jedoch hätte ich nichts gegen mehr Abwechslung einzuwenden gehabt. Auch von einem richtigen Spannungsbogen habe ich nichts gespürt. Tiefgang? Definitiv nicht.

Im Grunde ist meine Kritik, dass die Charaktere einfach nicht echt wirken. Vor allem die Protagonistin ist ein grosses Mysterium für mich: Sie ist die zweitbeste des Jahrgangs, alle beschreiben sie als verantwortungsbewusst und zuverlässig, aber dann kommt sie drei von vier Mal zu spät zur Arbeit? Wie passt das zusammen?

Diese Geschichte ist einfach nur eine Geschichte, ohne richtige Charaktere. Die Personen in diesem Buch wurden der Geschichte angepasst und nicht umgekehrt (wie es eigentlich sein sollte).

Und die Moral der Geschichte finde ich auch sehr fragwürdig, aber ich gehe da nicht weiter drauf ein, weil ich nicht spoilern möchte.

Fazit
Die Charaktere in diesem Buch wurden einfach nur der Geschichte angepasst, deshalb wirkt der gesamte Verlauf des Buches sehr erzwungen und gewollt. Sie wirken absolut nicht greifbar und sehr klischeehaft. Schade!

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Vorhersehbare Handlung, flache Charaktere und unglaubwürdige Entwicklungen – wichtige Themen wie Depression und Angststörungen wurden nicht richtig behandelt

Das Avery Shaw Experiment
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Avery ist seit Jahren in ihren besten Freund Aiden verliebt. Als sie ihm ihre Gefühle gesteht und er ihr Herz bricht, weiss sie sich zu helfen: Sie durchlebt die sieben Phasen der Trauer und heilt somit ...

Avery ist seit Jahren in ihren besten Freund Aiden verliebt. Als sie ihm ihre Gefühle gesteht und er ihr Herz bricht, weiss sie sich zu helfen: Sie durchlebt die sieben Phasen der Trauer und heilt somit Herz – das macht sie zusammen mit Aidens grossen Bruder Grayson als Wissenschaftsprojekt für die Schule. Doch plötzlich passiert etwas, mit dem Avery nicht gerechnet hat …

Meine Meinung
Das Buch beginnt, indem man als Leser einen Protokolleintrag von Avery liest und gleich mit dem Experiment vertraut gemacht wird, indem sie beweisen will, dass ein gebrochenes Herz durch die sieben Trauerphasen des Verlusts geheilt werden kann. Natürlich lernen wir auch den Verursacher dieses gebrochenen Herzens kennen: Nämlich Aiden, den sie seit ihrer Geburt kennt. Ein paar Kapitel später sehen wir den ersten Protokolleintrag von Grayson, der seinen kleinen Bruder Aiden beim Wissenschaftsprojekt ersetzt und Avery durch die sieben Phasen hilft.

Ich war ein wenig neugierig – vor allem aber war ich gespannt auf diesen wissenschaftlichen Aspekt und wie genau dieser in ein Young Adult Buch eingebaut werden kann.

Schon nach dem ersten Kapitel, nämlich Averys Protokolleintrag hegte ich erste Zweifel wie wissenschaftlich das Ganze wirklich werden würde. Von diesem Punkt abgesehen, wirken die zwei Familien etwas flach. Die Mütter der beiden Brüder und von Avery sind beste Freundinnen und haben ihre Kinder zusammen aufwachsen lassen. Das ist auch so ziemlich alles, was man als Leser von den Familien erfährt. Leider sind mir auch Aiden und Grayson sehr klischeehaft gehalten. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn man sich an Klischees orientiert. Hier wirkt es aber so, als hätte die Autorin die Charaktere auf den Klischees aufgebaut.

Ausserdem wurde erwähnt, dass Avery eine Angststörung hat. Weiter thematisiert wurde dieser wichtige Aspekt aber nicht.

Trotzdem muss ich sagen, dass es einige Szenen gab, die mich zum Lachen gebracht haben. Der Schreibstil der Autorin war ebenfalls sehr angenehm zu lesen, wenn auch etwas trocken und wenig tiefgründig. Hin und wieder kam ein wenig Spannung auf, aber leider nie genug, dass mich das Buch wirklich packen konnte.

Je weiter ich mit dem Lesen voranschritt, desto mehr Enttäuschung machte sich in mir breit, was vor allem an den Charakteren und der Entwicklung der Geschichte lag. Während Graysons Persönlichkeit eine 180 Grad Wendung einlegte, suchte ich nach ein wenig Vernunft bei den erwachsenen Personen, die alle so naiv waren, dass ich es kaum glauben konnte – von den Jugendlichen möchte ich gar nicht anfangen. Auch war das Buch sehr vorhersehbar.

Nun komme ich zu meinem grössten Kritikpunkt: Das Experiment, das ohne zu zögern von der Schule bewilligt wird. Avery hat ein gebrochenes Herz und möchte ein Selbstexperiment machen, um sich zu heilen – okay, das kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Aber eine Phase dieser sieben Phasen, die sie durchlaufen möchte, ist die Depression. Und dass diese Schule so ein Experiment einfach bewilligt, mit der Voraussetzung, dass eine Schülerin in eine Depression fallen wird, finde ich unglaubwürdig. Aber was mich fast noch mehr gestört hat, war die Art und Weise, wie die Autorin mit dieser Trauerstufe umgegangen ist. Avery hatte in diesen Wochen(!) einige Abschiffer in der Schule und der zuständige Lehrer wusste, dass es am Experiment liegt und unternimmt absolut nichts dagegen. Sie wurde sogar mit dieser Erklärung entschuldigt.

Jedenfalls beschrieb man Avery immer als «deprimiert» was nicht das korrekte Adjektiv für «Depression» ist, da Deprimiertheit ein Symptom ist, das nicht automatisch auf eine Depression schliessen lässt. Und natürlich war die Depression nach einem emotionalen Museumsbesuch wie von Zauberhand verschwunden. Dieses Thema wurde viel zu schnell abgehandelt – und vor allem nicht richtig behandelt.

Fazit
Obwohl ich mich auf den wissenschaftlichen Aspekt in dieser Geschichte gefreut hatte, konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen. Die Charaktere waren mir viel zu flach und die Handlung zu vorhersehbar. Am meisten gestört hat mich aber die Aufmachung des wissenschaftlichen Projekts. Sie war unglaubwürdig und überhaupt nicht gut durchdacht; die sieben Phasen der Trauer wurden meiner Meinung nach nicht wirklich ernst genommen und zu leicht abgehandelt.

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Trotz Fantasy keine Magie

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni)
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Blair ist die Tochter einer Valkyre. Valkyren sind Nachfahrinnen der nordischen Götter, doch Blair hat keine Kräfte – bis ihre Mutter bei einem Autounfall umkommt. Doch Blair ist sich sicher, dass es kein ...

Blair ist die Tochter einer Valkyre. Valkyren sind Nachfahrinnen der nordischen Götter, doch Blair hat keine Kräfte – bis ihre Mutter bei einem Autounfall umkommt. Doch Blair ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Trotzdem glaubt ihr niemand, nicht einmal ihr bester Freund Ryan. Also muss sie sich allein auf die Suche nach der Wahrheit machen.

Meine Meinung
Der Prolog war mitreissend und spannend – ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, was es mit den Geschehnissen rund um diesen mysteriösen Schurken auf sich hatte. Als dann die Geschichte begann, konnte mich die Thematik mit den Valkyren auch sehr begeistern. Ich liebe jegliche Art von Mythologie und die nordische zählt da natürlich dazu.

Die Thematik war wie gesagt sehr vielversprechend, aber je mehr Kapitel ich aus Blairs Sicht las, desto mehr schwand mein Interesse daran. Die Protagonistin in diesem Buch war zu wenig greifbar, ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr oder ihren Gefühlen identifizieren. Auch Ryan, von dem man auch einige Kapitel aus seiner Sicht liest, ist meiner Meinung nach zu flach gehalten.

Auch der Schreibstil gefiel mir nicht sonderlich. Praktisch jeder Gedankengang, den Blair tätigte, wurde bis ins kleinste Detail auserklärt, was dazu führte, dass es viel zu schnell viel zu langweilig wurde. Ausserdem fand ich den Schreibstil sehr trocken und emotionslos.

Spannung gab es in diesem Buch leider nur zu Beginn, spätestens ab der Mitte war gar kein Nervenkitzel mehr zu spüren. Vermutlich lag das daran, dass mir diese ganze geschaffene Welt um die Valkyren herum zu gewollt wirkte. In einem Fantasy-Buch sollte eine gewisse Magie zwischen den Zeilen herrschen, die man nicht richtig erklären kann. Es sollte offene Fragen geben, aber hier verspürte ich nichts von dem Zauber.

Und wenn mal ein wenig Action aufkam, da wurde das Geschehen mehr erklärt, als dass es wirklich passierte. Es gab mir also definitiv zu viele Erklärungen – auch bei den Beschreibungen der Welt, die ich mir leider trotz der enorm zahlreichen Beschreibungen nicht vorstellen konnte. Normalerweise überspringe ich Beschreibungen nie, aber da sie hier so oft vorkamen und sich die ganze Geschichte mehr in Blaires Gedankenwelt abspielte, tat ich es hier doch.

Weiter möchte ich kurz auf die weiteren Charaktere eingehen: Die Valkyren. Einige leben seit Jahrtausenden, besitzen unendliche Lebenserfahrung und Weisheit. Und doch konnten sie nicht mal ansatzweise die kommende Gefahr spüren, die ich schon 200 Seiten im Voraus hätte vorhersagen können.

Sowohl die Liebesgeschichte zwischen Blair und Ryan, als auch die Handlung mit den Valkyren waren sehr vorhersehbar.

Fazit
Obwohl mir die Thematik mit der nordischen Mythologie sehr zusagt, konnte mich das Buch nicht überzeugen. Es gab zu viele Erklärungen und Beschreibungen, die die gesamte Spannung vorwegnahmen. Auch der Schreibstil war mir zu trocken und emotionslos, weshalb ich mit den Charakteren im Buch nicht warm wurde.

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