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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2022

Wundervoll illustriert

ministeps: Wie klingt deine Welt?
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Alleine schon das Cover ist wirklich toll und niedlich gestaltet. Auch die Haptik des Buches ist kindgerecht und somit auch nicht leicht kaputt zu machen. Es ist schon für die ganz Kleinsten ab 9 Monate ...

Alleine schon das Cover ist wirklich toll und niedlich gestaltet. Auch die Haptik des Buches ist kindgerecht und somit auch nicht leicht kaputt zu machen. Es ist schon für die ganz Kleinsten ab 9 Monate geeignet, aber auch kleinere Babys können schon ihren Spaß daran haben. Man kann mit der ganzen Familie Geräusche nachahmen und über die Bilder reden und schafft eine wertvolle, pädagogische Bindung. Das Buch ist schnörkellos und bindet direkt Bilder aus dem alltäglichen Leben mit ein. Ravensburger hat ihr ein tolles Bilderbuch geschaffen, das den Kleinsten riesig Spaß macht und diese nicht überfordert. Der wenige Text ist genau richtig für junge Säuglinge und Kinder und überfordert sie nicht. Auch die Länge des Buches ist nicht zu viel und nicht zu wenig. Es lädt jedoch auch dazu rein noch weiter zu spinnen. Welche Geräusche gibt es noch im Alltag?

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Veröffentlicht am 12.12.2023

Manipulationen

Shitmoves
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"Shitmoves" hat ein sehr einfaches Titelbild. Die Farben, die bestechen sind Gold und Schwarz. Durch das Gold wirkt es edel, steht jedoch im Kontrast mit dem Motiv eines Kackhaufens. Das passt ...

"Shitmoves" hat ein sehr einfaches Titelbild. Die Farben, die bestechen sind Gold und Schwarz. Durch das Gold wirkt es edel, steht jedoch im Kontrast mit dem Motiv eines Kackhaufens. Das passt natürlich zum Titel, aber ich frage mich doch, ob etwas anderes nicht aussagekräftiger gewesen wäre.

Der Schreibstil ist locker und man merkt, dass die Autoren einen Podcast führen. Man kann sich alles auch perfekt als Hörbuch vorstellen. Allerdings ist es mir teilweise zu flapsig geschrieben. Das ist aber natürlich Geschmackssache. Die rhetorischen Manipulationsmittel sind gut und realitätsnah erklärt. Es wird erklärt warum sie benutzt werden und mit Beispielen unterlegt. Zudem werden gute Tipps gegeben wie man auf bestimmte Aussagen reagieren kann. Das Buch ist gut gegliedert und zeigt gute Zusammenfassungen zum Ende eines jeden Kapitels.

Fazit: Als Einstieg ins Thema Manipulationstechniken zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Spannendes Familiendrama

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
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Schon das Cover ist ansprechend gestaltet und übt einen Sog aus. Der Klappentext ist spannend und man möchte daraufhin sofort in die Geschichte eintauchen.

Allerdings hat man hier meiner Meinung nach ...

Schon das Cover ist ansprechend gestaltet und übt einen Sog aus. Der Klappentext ist spannend und man möchte daraufhin sofort in die Geschichte eintauchen.

Allerdings hat man hier meiner Meinung nach eine Triggerwarnung vergessen. Die Ermittlerin litt unter Psychosen und muss deshalb Tabletten nehmen. Ich finde darauf hätte man als Warnung für Betroffene hinweisen müssen!

Ansonsten liest sich der Thriller ganz gut. Der Schreibstil ist meist flüssig, stockt nur manchmal. Es wird sehr gut auf die Gefahren von Social Media eingegangen. So liest man zwischendurch nicht nur Kommentare aus einem MamaForum, sondern auch welche aus einem Pädophilen-Forum im DarkNet. Das Buch weiß dadurch auf jeden Fall zum Nachdenken anzuregen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wenn auch nicht durchweg sympathisch. Alles in allem ist das Buch mehr Drama, als Thriller.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Mehr Endzeit als Emanzipation

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Verstörend. Beklemmend. Und ganz sicher nicht das feministische Werk, als das es aktuell vermarktet wird.

"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman wird derzeit unter dem Label ...

Verstörend. Beklemmend. Und ganz sicher nicht das feministische Werk, als das es aktuell vermarktet wird.

"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman wird derzeit unter dem Label feministische Literatur präsentiert. Genau dieses Marketing halte ich für fragwürdig. Frauen, die patriarchalen Strukturen nachzutrauern scheinen, kaum Eigeninitiative entwickeln und selten so etwas wie Lebensfreude entfalten, mit dem Begriff Feminismus zu verbinden, empfinde ich als problematisches Narrativ. Es ist kein positiver Spiegel für das aktuelle Weltgeschehen und keine kraftvolle Fortschreibung feministischer Diskurse.

Vierzig Frauen leben eingesperrt in einer Zelle. Viele hängen gedanklich der alten Welt und den Männern nach. Sie wirken nicht wie Figuren, die sich aus alten Mustern befreien, sondern wie aus ihnen herausgerissen und orientierungslos zurückgelassen. Gelernt wird das Überleben. Nicht das Leben.

Ich bin mit starken weiblichen Figuren wie in Buffy the Vampire Slayer oder Charmed aufgewachsen. Kämpferinnen, die trotz Dunkelheit Hoffnung verkörpern. Andere Genres, ja. Allerdings auch aus den 90ern wie dieses Werk. Diese hoffnungsvolle Energie fehlt hier fast vollständig. Die einzige Figur mit erkennbarem Erkenntnisdrang ist die namenlose Erzählerin, die Kleine. Sie kennt keine Männer, stellt Fragen, sucht Sinn und findet vor allem Leere.

Als philosophischer Endzeitroman entfaltet das Buch hingegen eine enorme Wucht. Es geht weniger um Geschlechter als um Identität. Weniger um Befreiung als um Existenz. Was bleibt vom Menschen ohne Kultur, ohne Geschichte, ohne Verbindung? Welche Bedeutung haben Identität, Fantasie und Gefühl, wenn es keine Gesellschaft mehr gibt, die sie spiegelt?

Wir begleiten eine Frau von der Jugend bis ins hohe Alter. Der titelgebende Satz fällt im Text. Am Ende drängte sich mir jedoch ein anderer Gedanke auf: „Ich, die ich mich nicht kannte.“

Äußerlich passiert wenig. Innerlich passiert alles. Der Roman ist dicht, schwer und frei von Trost. Selbst ruhige Passagen tragen einen dunklen Schatten. Ich musste das Buch mehrfach zur Seite legen, weil es keine Atempause zulässt.

Hinzu kommen logische Brüche, die entweder bewusst gesetzte Leerstellen sind oder erzählerische Schwächen. Wie ein schwarzes Loch, das Leser*innen komplett einsaugt und ähnlich wie die Protagonistin taumelnd und fragend zurück lässt.

Mein Fazit:
Als philosophisches Gedankenexperiment stark. Dafür hätte ich 4-5 Sterne vergeben.
Als feministische Lektüre sehr fragwürdig. 1-2 Sterne. Gerade weil das aktuelle Marketing Erwartungen weckt, die der Text nicht einlöst, vergebe ich 3 Sterne.

Ein Roman, der Diskussionen auslösen wird. Aber keiner, den ich bedenkenlos empfehle. Wer Hoffnung sucht, wird sie hier kaum finden. Wer sich auf existenzielle Leere einlassen möchte, wird lange darüber nachdenken.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Nicht ganz überzeugend

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Die Ideen des Romans sind interessant, doch die Umsetzung zieht sich stellenweise sehr in die Länge. Man merkt deutlich, dass es sich um einen Debütroman handelt. Vieles wirkt gewollt, manches ...

Die Ideen des Romans sind interessant, doch die Umsetzung zieht sich stellenweise sehr in die Länge. Man merkt deutlich, dass es sich um einen Debütroman handelt. Vieles wirkt gewollt, manches dadurch überfrachtet oder zu stark ausgeschmückt, sodass unterwegs immer wieder Spannung verloren geht. Zudem hatte ich mir inhaltlich etwas anderes erhofft, insbesondere einen stärkeren Fokus auf Geister statt auf Krieg. Im Zentrum steht Nizzara, die für ihren tyrannischen Vater die kalte und beherrschte Kriegerin spielt, innerlich jedoch barmherzig ist und dem eisernen Palast nur zu gerne entfliehen würde. Dagen, ein sogenannter Deathwalker, soll ihre reine Seele stehlen, um selbst frei zu werden. Daraufhin beobachtet er sie zunächst lange, beginnt mit ihr zu sprechen, und so verläuft ihre erste Begegnung eher sanft als dramatisch.

Allgemein wird man wie durch einen Strudel aus kleineren und größeren Ereignissen in eine Welt gezogen, in der Vertrauen Mangelware ist. Der Fokus liegt stark auf dem bloßen Erhalt der eigenen Person, denn jeder falsche Schritt kann buchstäblich den Kopf kosten. Zuneigung zeigt sich in kleinen Momenten und vermehrt durch Gesten. Das gefiel. Die langsame Annäherung der Figuren und der Umstand, dass die Beziehung nicht sofort von null auf Liebe springt, haben mir ebenfalls gefallen. Dennoch empfand ich Daggen und Nizarra als Hauptfiguren nicht als interessant genug, um dauerhaft zu fesseln.

Das Buch weist einige deutliche Längen auf, und dranzubleiben wurde stellenweise fast zu einer Ausdauerprobe. Zwar wird man zwischendurch belohnt, doch es dauert zu lange, bis die Handlung eine Dynamik entwickelt, die einen wirklich nicht mehr loslässt. Meistens fiel es mir leicht, das Buch zur Seite zu legen, ohne groß weiter darüber nachzudenken. Was bei mir eher selten vorkommt.

Sprachlich ist der Roman gut geschrieben, emotional gepackt hat er mich jedoch nicht. Worldbuilding und Magiesystem sind zwar durchdacht, trafen in den Details aber schlicht nicht meinen Geschmack. Das betrifft sowohl die Beschreibungen als auch die Art, wie die Magie eingesetzt wird. Jeder scheint eine sogenannte Vessel zu besitzen, an die Geister gebunden und im Kampf genutzt werden, wobei sich die Magie häufig in Form von energetischen Kugeln äußert. Auch Nizarras persönlicher Konflikt konnte mich nicht vollständig überzeugen. Sie soll auf Befehl ihres Vaters heiraten, will das jedoch nicht und sehnt sich nach Freiheit. Obwohl sie weiß, was sie nicht will und auch dafür kämpft, bleibt sie ihrem Vater gegenüber oft sehr passiv. Das ist angesichts seines unberechenbaren Charakters nachvollziehbar, dennoch fehlte mir eine klarere Positionierung und Entwicklung ihrer Figur.

Insgesamt bin ich sehr unsicher, ob ich den zweiten Teil lesen werde. Zeitweise hatte ich beim Lesen kaum Freude und fühlte mich eher, als müsste ich mich durchkämpfen. Dabei sind einige gute Ideen vorhanden, für meinen persönlichen Geschmack jedoch nicht stimmig umgesetzt.

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