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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2022

Die erschütternde Akte Daniel

Geschichte eines Kindes
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Im Bundesstaat Wisconsin bringt im Jahr 1953 die junge Carol Truttmann ein Kind zur Welt und gibt es sofort zur Adoption frei. Kurz darauf hegen die betreuenden Schwestern des Babys den verheerenden Verdacht, ...

Im Bundesstaat Wisconsin bringt im Jahr 1953 die junge Carol Truttmann ein Kind zur Welt und gibt es sofort zur Adoption frei. Kurz darauf hegen die betreuenden Schwestern des Babys den verheerenden Verdacht, dass es sich bei dem Säugling um ein farbiges Kind handeln könnte, auch wenn die Mutter beteuert, es wäre weiß. Das ist ein Skandal, denn es gilt die totale Rassentrennung. Die Behörden begeben sich auf die Suche nach dem Vater des Kindes.
Diese, auf einem wahren Fall beruhende Geschichte über Rassismus und Adoption, wird unter Zuhilfenahme von Originaldokumenten erzählt. Sie schildert die fatale Auswirkung der totalen Rassentrennung, die es auch heute noch in einigen Teilen der USA gibt. Der Roman erzählt in zwei Erzählsträngen. Einmal geht es um die Ich-Erzählerin Franziska, einer österreichischen Autorin, die in den USA bei einer alten Dame lebt. Zum anderen um die Umstände einer Adoption eines farbigen Kindes. Im Vordergrund stehen die Bemühungen des Sozialdienstes, den Kindesvater auszumachen. Dabei werden alle Tabus gebrochen, Privatsphären durchdrungen, ja sogar Familien und Existenzen zerstört. Der Autorin ist es gelungen, dieses eindringlich zu schildern.
Mein Fazit:
Ein erschütternder Roman, der nachdenklich stimmt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Ullas Weg

Ulla und die Wege der Liebe
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Nach Kriegsende kommt Heinrich Dehmel zurück nach Hause. Obwohl Ulla ihre künstlerische Unabhängigkeit nicht aufgeben will, gibt sie Heinrich ihr Ja-Wort. Als ihre Tochter Fine geboren wird, ist Ulla gezwungen, ...

Nach Kriegsende kommt Heinrich Dehmel zurück nach Hause. Obwohl Ulla ihre künstlerische Unabhängigkeit nicht aufgeben will, gibt sie Heinrich ihr Ja-Wort. Als ihre Tochter Fine geboren wird, ist Ulla gezwungen, ihr Leben mit Kind, Haushalt und Kunst unter einen Hut zu bekommen.
Wie im zweiten Teil, dreht sich auch in diesem Band alles um Ursula, genannt Ulla. Wir begleiten sie durch die Jahre 1919 bis 1924. Dieser fiktive Roman basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Ursula Dehmel, geb. Stolte. Viele Begebenheiten und Personen sind historisch belegt. Gekonnt hat die Autorin die Geschichte mit dem zweiten Band verknüpft. Liebevoll und detailliert sind die relevanten Protagonisten dargestellt. Der Schreibstil ist flüssig und führt bildhaft durch diese Lektüre. Schon jetzt bin ich sehr gespannt darauf, wie es mit der nachfolgenden Generation weiter gehen wird.
Mein Fazit:
Eine gelungene Familien-Saga, die man jedoch mit dem ersten Band „Paulas Liebe“ beginnen soll, da die Bände aneinander anschließen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.09.2022

Verheerender Großbrand in Chicago

Chicago in Flammen
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Dieser sehr gut recherchierte Roman schildert die Ereignisse um das vernichtenden Großfeuer in Chicago vom 8. bis 10. Oktober 1871.
Die junge Louisa, die von ihrem Vater als Hurdy-Gurdy- Girl in die USA ...

Dieser sehr gut recherchierte Roman schildert die Ereignisse um das vernichtenden Großfeuer in Chicago vom 8. bis 10. Oktober 1871.
Die junge Louisa, die von ihrem Vater als Hurdy-Gurdy- Girl in die USA verkauft wurde, musste in Barkerville mit den Goldgräbern tanzen. Jetzt ist sie in Chicago. Ihr Vater ist verstorben und ihre Mutter kommt mit ihrer kleinen Schwester Cora aus Deutschland zu ihr. Gleichzeitig lernt sie den Einwanderer Wilhelm kennen, einen zuvorkommenden jungen Mann. Doch sie weiß nicht, das er ein Dieb ist. Durch ihn gerät Louisa in große Schwierigkeiten und landet vor Gericht. Kurz darauf bricht das große Feuer aus und Louisa muss um ihr Leben und das ihrer Familie kämpfen. Doch sie bekommt Hilfe, mit der sie nicht gerechnet hat.
Die Geschichte um den Brand ist geschichtlich belegt und hat ca. 8 Quadratkilometer Chicagos in Schutt und Asche gelegt. Lediglich die Story von Louisa ist fiktiv, könnte sich jedoch auch so abgespielt haben.
Die Handlung ist fesselnd und mit Fortschreiten der Geschichte erfährt der Leser nach und nach mehr über das Leben Louisas als Hurdy-Gurdy-Girl und ihrer Flucht nach Chicago. Die verschiedenen Charaktere hat die Autorin sehr gut beschrieben, doch konnte ich so manches Mal Louisas Verhalten nicht nachvollziehen. Der Schreibstil führt flüssig und locker durch das Buch.
Mein Fazit:
Ein sehr gut recherchierter Roman, der auf historischen Geschehen beruht. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Das Leben einer ungewöhnlichen Frau

Dian Fossey - Die Forscherin
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Dieses Buch schildert das Leben von Dian Fossey (1932-1985), einer außergewöhnlichen Frau, die als Verhaltensforscherin nach Afrika ging und um das Leben der von der Ausrottung bedrohten Berggorillas kämpfte. ...

Dieses Buch schildert das Leben von Dian Fossey (1932-1985), einer außergewöhnlichen Frau, die als Verhaltensforscherin nach Afrika ging und um das Leben der von der Ausrottung bedrohten Berggorillas kämpfte. Es beschreibt ihren Lebensweg ab ihrem zweiten Lebensjahr. Obwohl sie gesundheitlich angeschlagen war, lebte sie jahrelang im ruandischen Regenwald und gewann das Vertrauen der sanften Bergriesen. Sie kämpfte gegen Wilderer, teilweise mit einer ihr eigenen fragwürdigen Methode. Durch ihre Dokumentarfilme und Artikel mit Fotografien im „National Geographic Magazine“ wurde sie weltweit bekannt.
Susanna Leonard hat mit diesem Buch eine Biografie von Dian Fossey geschrieben, die bildhaft und fesselnd das Wirken dieser eigenwilligen Frau darstellt. Und deren Lebensinhalt das Beobachten der Gorillas war. Eine Frau, die ihr Wirken über ein eigenes privates Glück stellte. Ihr Tod konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.
Mein Fazit:
Ein hervorragend recherchiertes Buch über eine starke und eigenwillige Frau, das ich sehr gerne weiter empfehle. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Neuanfang in Dänemark

Svendborg 1937
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Im Jahr 1937 flüchtet die jüdische Familie Dinkelspiels mit ihren zwei heranwachsenden Töchtern Ricarda und Meret und dem vierjährigen mongoloiden Sohn Friedrich nach Svendborg. Sie werden von der angeheirateten ...

Im Jahr 1937 flüchtet die jüdische Familie Dinkelspiels mit ihren zwei heranwachsenden Töchtern Ricarda und Meret und dem vierjährigen mongoloiden Sohn Friedrich nach Svendborg. Sie werden von der angeheirateten Tante, die dort lebt, aufgenommen. Für sie alle ist es nicht einfach, sich in ihr neues Leben einzufinden. Ricarda freundet sich mit der Schauspielerin Ruth Berlau an, einer Freundin Berthold Brechts. Meret lernt Grete kennen, eine junge Frau, die in Brecht verliebt ist. Diese zwei Frauen werden für die Mädchen richtungsweisend. Ricarda und Meret können sich jedoch nicht damit abfinden, Deutschland für immer verlassen zu haben und entschließt sich Ricarda, nach München zu ihrem Verlobten zu reisen.
In einem ruhigen Schreibstil erzählt Tanja Jeschke in leisen Tönen über den inneren Kampf von Ricarda und Merat, überall als Juden abgestempelt zu werden. Auch durch den behinderten Sohn Friedrich wird die Familie skeptisch angesehen. Doch mit der Zeit fanden die Schwestern langsam ihre Lebensfreude zurück. Dabei waren Brechts wichtigste Frauen für sie ein Meilenstein.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas fehlte es teilweise nicht an leichtem Humor.
Mein Fazit:
Absolut lesenswert. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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