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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2023

Tiefgründig

Flamingo
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4 Sterne von 5 - obwohl es eigentlich 5 verdient. Den ersten Stern hat das Buch auf den ersten Seiten verloren, denn ich habe tatsächlich überlegt, es sofort wieder zur Seite zu legen. Hätte ich vorab ...

4 Sterne von 5 - obwohl es eigentlich 5 verdient. Den ersten Stern hat das Buch auf den ersten Seiten verloren, denn ich habe tatsächlich überlegt, es sofort wieder zur Seite zu legen. Hätte ich vorab eine Leseprobe gelesen, hätte ich dem Buch wohl keine Chance gegeben. Kurze, abgehackt klingende Sätze, die nicht zu mir gesprochen haben, haben mich wirklich abgeschreckt. Aber ich breche selten Bücher ab und so durfte ich erfahren, dass ich geschätzt ab dem dritten Kapitel in einem durchaus interessanten und auch spannenden Buch gefangen war.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Daniel und von Rae in der dritten Form erzählt. Eine Erzählform, die ich grundsätzlich gewöhnungsbedürftig finde und die es mir am Anfang auch so schwer gemacht hat, sollte sich als die perfekte Erzählweise für diese Geschichte herausstellen. Daniel lebt auf der Straße nachdem ihn seine Freundin verlassen und der Vermieter gekündigt hat. Rae erkauft sich die Gesellschaft von Fremden über eine Plattform. Daniel reimt und speibt wenn er sich unwohl fühlt. Rae findet es peinlich, wenn ihre Mutter singt. Beide Erzählungen sind vollkommen losgelöst voneinander - vorerst.

Aber worum geht es eigentlich in dem Buch? Schwierig zu sagen. Beide erzählen einfach ihre Geschichte, geprägt durch die Vergangenheit, ihre Kindheit, ihre Erinnerungen und auch durch Lügen. Teilweise ist es wirr, für mitten im Leben stehende Menschen auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, was hier geschieht. Für mich war das definitiv, dass Daniel auf der Straße lebt, nachdem er sein Hab und Gut gespendet hat. Aber dann erfährt man immer mehr über ihn und über seine Vergangenheit und plötzlich macht es irgendwie Sinn, dass die menschliche Psyche solche Dinge geschehen lässt. Es zeigt, dass es unterschiedliche Dinge oder Menschen braucht, um glücklich zu sein.

Das Buch hat mich oft zum Nachdenken gebracht, hauptsächlich über die Bedürfnisse von Menschen, über die Psyche und über Einsamkeit und Verluste. Für mich war es ein Buch, das tiefer geht, als man auf den ersten Blick vermutet.

Das Ende - nun ja - war sehr offen und auch wieder nicht. Was genau passiert, wird nicht verraten. Ich würde nicht sagen, dass es Interpretationsspielraum gibt, denn den gibt es eigentlich nicht. Es war einfach aus und man weiß nicht, was dann geschah. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich rechne nicht damit, dass eine Fortsetzung der Grund dafür ist. Ein zweiter Band würde für mich nicht passen. Ich habe mich für mich jedenfalls für die positive Möglichkeit entschieden, und das macht mich glücklich.

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Sehr interessant

#DerApotheker für alle Fälle
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Einschlafprobleme, Durchfall oder Schmerzen: #DerApotheker hat bestimmt das richtige ohne dabei auf Pseudomedizin zurück zu greifen.

Der Leser begleitet den Apotheker durch eine Nachtschicht (Notdienst) ...

Einschlafprobleme, Durchfall oder Schmerzen: #DerApotheker hat bestimmt das richtige ohne dabei auf Pseudomedizin zurück zu greifen.

Der Leser begleitet den Apotheker durch eine Nachtschicht (Notdienst) und den darauffolgenden Samstag und nimmt dabei an den Beratungsgesprächen teil. Diese sind durchaus interessant und ich habe das ein oder andere über Pharmazie gelernt. Stellenweise waren es mir dann doch zu viele pharmazeutische Begriffe, die zwar erklärt werden, aber zumindest für mich im Rahmen eines solchen Buches (kein Nachschlagewerk, kein klassisches Sachbuch) nicht komplett verarbeitet werden können. Diesen Anspruch hatte ich aber auch nicht bzw. nach Beginn des Buches habe ich ziemlich beschlossen, diese Passagen zu lesen aber mich nicht intensiv damit zu beschäftigen.

Der Apotheker macht deutlich, was er von Alternativmedizin, die nicht mehr als einen Placeboeffekt bewirkt, hält. Das hatte ich schnell verstanden und man hätte eventuell dann nicht mehr ständig daraufhinweisen müssen. Aber das dürfte eben das große Anliegen des Autors sein (ist ja auch verständlich).

Abgesehen von den oben geschilderten pharmazeutischen Begriffen und Erklärungen liest sich das Buch sehr flott und man bekommt einen guten Eindruck wie einerseits der Arbeitsalltags eines Apothekers aussieht und andererseits erfährt man viel über die korrekte Anwendung und die Wirkung von Medikamenten. Natürlich kann in so einem Buch nicht jeder Art von Symptom und Medikament behandelt werden. So waren in diesem Band nicht unbedingt die Medikamente enthalten, die mich betreffen. Das macht aber nichts, denn wer weiß schon, was kommt. Und man hat genug erfahren, was für alle Arten von Medizin anwendbar ist.

Ich habe das erste Buch nicht gelesen, daher kann ich nicht beurteilen, ob es zu vielen Wiederholungen oder ähnlichem kommt. Bei Gelegenheit würde ich aber das erste Buch auch noch gerne lesen.

Ich bin eigentlich der typische Romanleser, das war also eine eher neue Erfahrung für mich. Mir hat die Mischung zwischen Erzählung und Sachbuch sehr gut gefallen - auf lockere Art und Weise wird Wissen vermittelt.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

So wahr!

Ohne mich
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Liebe, Freundschaft, Erwachsenwerden - Themen, die alle auf ihre eigene Art und Weise betreffen - werden in diesem Buch thematisiert ohne so richtig behandelt zu werden. Die Erzählerin, die Protagonistin, ...

Liebe, Freundschaft, Erwachsenwerden - Themen, die alle auf ihre eigene Art und Weise betreffen - werden in diesem Buch thematisiert ohne so richtig behandelt zu werden. Die Erzählerin, die Protagonistin, deren Namen die Leser tatsächlich nie erfahren, erzählt aus ihrem Leben als junge Anwaltsanwärterin in ihren 20ern.

Beginnend bei der Trennung von ihrem Ehemann (er wird auch der Ehemann genannt) erzählt sie rasant was sie erlebt, was sie beschäftigt, was sie denkt. Es gibt keine Dialoge, nur solche von denen sie erzählt. Die Seiten fliegen nur so dahin - einerseits weil das Buch nicht sonderlich dick ist, andererseits weil die Erzählart für mich ein gewisses Tempo vorgibt. Mal werden ganz kurze Sätze gebildet oder nur einzelne Worte geschrieben, mal sehr lange Sätze, die meistens etwas abgehackt klingen (zumindest in meinem Kopf). Bei diesem Buch habe ich mir unbewusst alles laut im Kopf vorgelesen, weil das für mich einfach so gepasst hat. Manche Worte werden in Großbuchstaben geschrieben, um wohl deutlich zu machen, dass die Erzählerin hier lauter wird. Das war nicht immer ganz nachvollziehbar für mich. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Stil mag, dann wieder fand ich ihn super.

Die Erzählerin führt ein turbulentes Leben, dass trotzdem langweilig und einsam ist. Sie macht ihre Ausbildung, feiert Parties, hat Freunde, die kommen und gehen. Man könnte meinen, dass sie ihr Leben nicht im Griff hat. Den Gedanken hatte ich oft: sie hat ihr Leben nicht im Griff und sie ist richtig unsympathisch. Aber dann, wenn ich so drüber nachgedacht habe, habe ich doch vieles verstanden und in der ein oder anderen Sache habe ich mich auch wiedererkannt.

Nachdem ich das Buch beendet hatte (und auch schon währenddessen), gab es so einiges zum Grübeln für mich. Es ist ein Buch, das beschäftigt. Und ich glaube, dass fast jeder eine Stelle finden wird, die ihn beschäftigt und nachdenklich macht. Es steckt so viel Wahrheit in dieser Erzählung, die oberflächlich betrachtet nur die Gedanken einer Frau wiedergibt.

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Veröffentlicht am 10.10.2022

Der beste Band

Feindesopfer
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Der dritte Fall aus der Serie rund um Jessica Niemi hat mir bisher am besten gefallen. Jessica verarbeitet die Geschehnisse aus dem letzten Buch noch und gibt daher die Rolle als Hauptermittlerin an Jusuf ...

Der dritte Fall aus der Serie rund um Jessica Niemi hat mir bisher am besten gefallen. Jessica verarbeitet die Geschehnisse aus dem letzten Buch noch und gibt daher die Rolle als Hauptermittlerin an Jusuf ab, der sie als Protagonistin würdig vertreten hat.

Jessica ist natürlich trotzdem eine wichtige Person in dem Buch. An der Stelle sei aber gesagt, dass die Handlung aus den vorherigen Büchern nicht wiederholt wird. Wer sie also nicht gelesen hat, könnte daher ein bisschen Lesespaß einbüßen. Ich habe alle Bücher gelesen, kann mich aber auch nicht mehr an alle Details erinnern. Ich habe da stellenweise auch ganz hinten in meinem Hirn kramen müssen und wusste trotzdem nicht mehr alles zu 100%.

Der Fall an sich war sehr spannend und das Buch hat sich extrem schnell gelesen. Nur das Ende wurde aus meiner Sicht ein bisschen in die Länge gezogen, aber das ist mir bei Krimis, vor allem bei skandinavischen, schon öfter untergekommen. Man denkt es ist vorbei, aber nein es passiert noch ganz viel.
Immerhin konnte ich das Ende nicht vorhersehen und ich war das ganze Buch über neugierig auf die weiteren Entwicklungen. Immer wieder habe ich meine eigenen Theorien über den Täter aufgestellt, sie wieder verworfen und doch wieder aufgenommen. Also ich würde sagen, es war eine gelungene Unterhaltung.

Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil (falls es noch einen gibt).

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Keine Bridgertons

Bridgerton - Neues von Lady Whistledown
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Eigentlich dachte ich ja, die Serie rund um die Bridgertons wäre schon abgeschlossen - bis plötzlich dieses Buch erschienen ist. Nach dem Lesen würde ich auch sagen, dass die Reihe abgeschlossen war. Hier ...

Eigentlich dachte ich ja, die Serie rund um die Bridgertons wäre schon abgeschlossen - bis plötzlich dieses Buch erschienen ist. Nach dem Lesen würde ich auch sagen, dass die Reihe abgeschlossen war. Hier handelt es sich mehr um ein zusätzliches Buch, in dem sehr peripher mal ein Bridgerton erwähnt wird (so ala damit das auch erledigt ist). Ansonsten kommt eigentlich nur Lady Whistledown vor, die den Lesern bekannt ist.

Das Buch beinhaltet zwei Geschichten, je 50% vom Buch. Der Inhalt ist der altbekannte: Es soll geheiratet werden! Und das natürlich im ton von London. Wie immer wird dies alles eifrig von Lady Whistledown kommentiert.

Die beiden Geschichten sind sehr kurzweilig und gehen aufgrund ihrer Kürze auch nicht super ins Detail. Sie haben mir sehr gut gefallen.
Mein einziger Minuspunkt ist: Hat es das Buch wirklich noch gebraucht? Die Serie war gut so wie sie ist. Ich habe mich jetzt mehr oder weniger dazu gezwungen gefühlt, das Buch zu lesen, um ja nichts zu verpassen (man verpasst nichts). Also, super Marketingidee, aber nachdem es eigentlich nichts mit den Bridgertons zu tun hat, finde ich das etwas irreführend.

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