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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2022

Leider für mich enttäuschend

Stille blutet
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Der Klappentext war vielversprechend. Eine Moderatorin kündigt ihren eigenen Tod an und stirbt tatsächlich kurz darauf. Und schon geht im Netz der Irrsinn los. Mittendrin versuchen Fina und ihr Kollege ...

Der Klappentext war vielversprechend. Eine Moderatorin kündigt ihren eigenen Tod an und stirbt tatsächlich kurz darauf. Und schon geht im Netz der Irrsinn los. Mittendrin versuchen Fina und ihr Kollege den Mörder zu finden und den Überblick zu behalten.

Der Anfang war gut gelungen. Spannend und interessant, doch je weiter die Geschichte, die leider kein Thriller war, voranschritt, desto langsamer und langatmiger wurde es. Die Charaktere waren teilweise sehr klischeebehaftet und nach dem bekannten Strickmuster aufgebaut. Junge Polizistin, die sich gegen den skeptischen Kollegen durchsetzen muss. Die Macken der Ermittelnden sind auch nicht neu und spannend. Die Fehler, die Tibor macht, sind leider vorhersehbar und teilweise auch nicht nachvollziehbar.

Ich mochte den Schreibstil der Autorin und blieb deshalb auch dran. Begeistert hat mich das Buch leider nicht so richtig, obwohl am Ende die Geschichte wieder an Fahrt aufgenommen hatte und sich dadurch auch wieder etwas mehr Spannung aufbauen konnte.

Schade, ich war bisher von Ursula Posnanskis Bücher begeistert gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2022

Hat mich leider nicht überzeugt

Die Assistentin
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Gleich zuerst der Dämpfer. Wer, wie ich, einen Psychothriller erwartet, wird enttäuscht werden. Die Autorin braucht fast die Hälfte der Geschichte, um an Fahrt aufzunehmen. Zwischendurch dachte ich, dass ...

Gleich zuerst der Dämpfer. Wer, wie ich, einen Psychothriller erwartet, wird enttäuscht werden. Die Autorin braucht fast die Hälfte der Geschichte, um an Fahrt aufzunehmen. Zwischendurch dachte ich, dass ich eine typische New Yorker Geschichte mit zwei Frauen in der Hauptrolle a la "Der Teufel trägt Prada" oder ähnliches lese. Es war phasenweise etwas langweilig und ich wartete vergeblich auf die Spannung und den Thrill oder etwas ähnliches, was mich an die Geschichte gefesselt hätte.

Die Charaktere der zwei Frauen waren beide leider etwas blass und auch ein wenig unglaubwürdig in ihren Handlungen. Die Reise nach Marokko konnte noch etwas Schwung in die Geschichte bringen, aber so richtig überzeugen, konnte sie mich nicht. Einzig die vielen kleinen Wendungen und Überraschungen im letzten Drittel des Romans sorgten für etwas Spannung und Tempo. Jedoch war das Finale wieder eher enttäuschend, da es auf mich sehr konstruiert wirkte.

Schade, hier hat der Klappentext mehr versprochen als die Geschichte wirklich geben konnte.

Veröffentlicht am 03.09.2022

Klimakrise, Monokultur, Konsumwahn....

Aufs Land
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Für Lesende, die sich noch nicht sehr stark mit den Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander gesetzt haben, werden die vielen kleinen Kapitel mit Statistiken, Tabellen und persönlichen Erlebnissen ...

Für Lesende, die sich noch nicht sehr stark mit den Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander gesetzt haben, werden die vielen kleinen Kapitel mit Statistiken, Tabellen und persönlichen Erlebnissen vielleicht einen neuen Denkanstoß geben.

Für mich war leider nicht mehr so viel Neues dabei. Zudem empfand ich den Schreibstil als recht trocken und phasenweise zäh. Das kann jedoch daran liegen, dass ich mich mit einigen Themen schon stark auseinander gesetzt und dadurch nur wenig Input durch das Lesen erhalten habe. Viele Themen werden in diesem Buch leider nur angerissen, mal kurz erwähnt, aber selten wirklich ausführlich behandelt. Man erhält eher ein oberflächliches Überblickswissen.

Durch das Abbildungsverzeichnis kann man sich noch zusätzliche Informationsquellen herausziehen. Ich hätte mich über eine Austellung mit Literaturquellen, die der Autor vielleicht empfehlen kann, mehr gefreut.

Veröffentlicht am 14.08.2022

Zu überfrachtet, schade.

Snowflake
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Diese Geschichte lässt mich etwas ratlos zurück. Wie soll ich sie einschätzen? Was war eigentlich der Kern der Geschichte? Ich weiß es nicht. Phasenweise hat mich die Geschichte überrollt, teilweise gut ...

Diese Geschichte lässt mich etwas ratlos zurück. Wie soll ich sie einschätzen? Was war eigentlich der Kern der Geschichte? Ich weiß es nicht. Phasenweise hat mich die Geschichte überrollt, teilweise gut amüsiert und dann wieder schockiert. Es war ein Auf und Ab und manchmal schwer zu lesen und zu ertragen. Immer wieder hatte ich den Drang Debbie bei der Hand zu nehmen und sie aus ihrem familiären Dunstkreis herauszuziehen. Ihr die Möglichkeit zum Luft holen, Durchatmen zu geben.

Die Autorin mutet ihrer jungen Protagonistin einiges zu. Die älteren Familienmitglieder, die eigentlich den kühlen Kopf und die Verantwortung haben sollten, kamen dieser Verantwortung nur schwer nach oder wälzten sie gleich ganz ab. Debbie muss mit ihren Problemen meistens allein klar kommen (schafft sie nur begrenzt), sie muss sich um die Mutter kümmern und hat zudem noch einen kauzigen Onkel, der ihr nur manchmal hilfreich zur Seite steht. Ein Todesfall sorgt für die Eskalation bei der Mutter und weiterem Gefühlschaos bei Debbie.

Debbie schwimmt in diesem Buch, für mich hatte sie kaum einen sicheren Stand. Zwischen Alkoholabstürzen, Parties, Jungs abschleppen (ohne Sex), ganz viel Unsicherheiten und noch weniger Aufklärung sowie wenig Struktur im restlichen Leben kämpft sie sich durch. Ihr Humor ist bissig, sarkastisch und phasenweise auch traurig bis zynisch.

Ich bin ehrlich, ich mochte die Geschichte nicht wirklich. Für mich hat die Autorin auch etwas zu viel gewollt. Ich glaube, dass die Geschichte mit 2-3 "Baustellen" gut geworden wäre. So wirkte sie etwas überfrachtet und zu chaotisch. Debbie ging leider durch die Mutter, den Onkel und die anderen Charaktere etwas unter. Schade.

Veröffentlicht am 27.07.2022

Gute Geschichte mit ein paar kleinen Schwächen

Schwalbenwinter
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Eine große Familiengeschichte, die u.a. die Probleme der Nachkriegszeit deutlich aufzeigen. Sprachlosigkeit und Misstrauen zwischen der Kriegsgeneration und deren Kindern. Was passierte in den Jahren? ...

Eine große Familiengeschichte, die u.a. die Probleme der Nachkriegszeit deutlich aufzeigen. Sprachlosigkeit und Misstrauen zwischen der Kriegsgeneration und deren Kindern. Was passierte in den Jahren? Wer trägt die Schuld? Und hoch ist davon der Anteil der eigenen Eltern?

Thor Hermann und Freya Viktoria sind die Nachkommen von Matthias und Birgit Johannson. Der Vater ein strammer Nationalsozialist der ersten Stunde, der mit eiserner Hand seine Kinder erzogen hat und nun mit dem Nachkriegsgeschehen und dem Verhalten der Kinder hadert. Was hat ihn so hart und nationalistisch werden lassen? Warum verweigert er die Aufarbeitung der Vergangenheit? Welche Machenschaften existieren noch immer? Der Lesende reist durch mehrere Jahrzehnte und erlebt, wie bestimmte Ereignisse einen Menschen prägen können und wie schwer es ist, aus diesen Kreisen auszubrechen. Der Autor lässt dafür mehrere Handlungsstränge parallel laufen und wechselt immer wieder die Jahrzehnte, um die Geschichte voranzutreiben. Die Handlungsstränge werden im Laufe der Geschichte immer enger miteinander verbunden. Immer mehr Schichten werden aufgebrochen und freigelegt. Was sie dabei offenlegen, ist teilweise nur schwer zu ertragen.

Grundsätzlich finde ich verschiedene Zeitebenen sehr gut und hilfreich, um die Emotionen und Handlungen der Charaktere besser verstehen und einordnen zu können, aber bei dieser Geschichte waren mir die Sprünge zwischen den Zeiten zu häufig. Nach nur wenigen Seiten wechselte man wieder in ein anderes Jahr und wurde so zu oft herausgerissen. Leider hat der Autor durch die Zeitsprünge ein wichtiges Ereignis selbst gespoilert und somit auch die Spannung etwas reduziert. Zudem wurden unheimlich viele Absätze eingefügt, die eigentlich nicht notwendig gewesen wären. Dialoge wurden so auseinander gerissen, was mich beim Lesen irritierte. Die Idee des Stammbaumes vor dem Prolog fand ich gut, aber die zusätzlichen Informationen unter den Namen der Familienmitglieder waren, aus meiner Sicht, eher ungünstig gewählt worden.

Jedoch ist die Grundidee der Geschichte sehr gut. Die Aufarbeitung der Familiengeschichte, die Verknüpfungen zu früheren Ereignissen sowie die Wut und Ohnmacht der Kinder gegenüber den Eltern und der Großmutter waren gut beschrieben und interessant. Die Zeitsprünge und die vielen Absätze haben jedoch den Lesefluss bei mir leider erheblich beeinträchtigt. Vielleicht lässt sich hier in der nächsten Auflage noch etwas ändern.