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Veröffentlicht am 28.09.2022

Der betörende Duft von Indien ist allgegenwärtig

Die Hennakünstlerin
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Als die Briten endlich abzogen, wurde in Indien gefeiert. Die Einwohner fühlten sich nach Jahren der Herrschaft endlich frei. Auch die junge Lakshmi spürt die Freude. Sie floh vor einigen Jahren aus ihrer ...

Als die Briten endlich abzogen, wurde in Indien gefeiert. Die Einwohner fühlten sich nach Jahren der Herrschaft endlich frei. Auch die junge Lakshmi spürt die Freude. Sie floh vor einigen Jahren aus ihrer Heimatstadt und baute sich ein gut gehendes Geschäft auf. Die Unabhängigkeit von England bewirkte, dass ihr Kundenstamm wuchs. Reiche Inderinnen taten ihre Freude kundtun, indem sie ihren Körper, von der Hennakünstlerin verzieren ließen. Sie versprachen sich davon unter anderem, dass sie schwanger wurden und/oder für ihren Mann attraktiv blieben.

Im Indien der 1950er Jahre war es üblich, dass junge Mädchen mit Männern verheiratet wurden, die ihre Eltern aussuchten. Es spielte keine Rolle, ob das Paar sich liebte oder wie groß der Altersunterschied war. Wenn die Männer ihre Angetrauten schlugen, dann war es halt so. Einen Grund zur Scheidung gab es nicht. Weil sie nicht länger mit einem prügelnden Ehemann zusammen sein wollte, floh Lakshmi nach Jaipur. Als dann plötzlich ihr Ehemann vor ihr steht und zudem noch ein für Lakshmi völlig unbekanntes Mädchen bei sich hat, ändert sich ihr gut geordnetes Leben in einem Augenblick.

Die Story kommt in guter Bollywood Manier daher. Leicht zu lesen, aber mit vielen bildhaften Erklärungen zum bunten und pulsierenden Indien. Dass es einige Längen gab, störte mich nicht so sehr, da es der erste Roman der Autorin ist. Die nächsten Bücher werden mit Sicherheit kurzweiliger. Gut gefielen mir die Erläuterungen von Pflanzen und Ölen. Nicht nur die Aufbereitung, sondern auch die Wirksamkeit kommen zur Sprache.

Ideengeberin für den Roman war die Mutter der Autorin. Was wäre aus ihr geworden, wenn sie ihre Träume hätte leben dürfen?

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Marie gab nie auf

Die Frau des Blauen Reiter
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Durch „Die Frau des blauen Reiter“ lernte ich eine mir unbekannte Malerin kennen. Marie Franck setzte sich zuvor gegen ihren Vater durch. Dieser dachte zunächst gar nicht daran, seine Tochter bei ihren ...

Durch „Die Frau des blauen Reiter“ lernte ich eine mir unbekannte Malerin kennen. Marie Franck setzte sich zuvor gegen ihren Vater durch. Dieser dachte zunächst gar nicht daran, seine Tochter bei ihren Berufsplänen finanziell zu unterstützen. Auch seine Ehefrau wollte lieber, dass Marie heiratet und ihrem zukünftigen Mann eine fürsorgliche Ehefrau ist. Als Marie dann auch noch den Künstler Franz Marc kennenlernt und ihre Zukunft mit ihm verbringen möchte, bricht für die Eltern eine feine, heile Welt zusammen. Marie muss hart und lange kämpfen, damit sie sich ihre Lebensträume erfüllen kann.

Als Marie ihrem Vater offenbarte, dass sie Kunst studieren möchte, fielen seine Gesichtszüge zusammen. Sofort dachte sie nur an einen Bleistift und ihr Skizzenheft. Sie hätte ihn so gerne gezeichnet, traute sich dann aber doch nicht. So beginnt die Biographie und zeigt deutlich, wie sehr Marie mit der Malerei verbunden war. Nicht nur der Herzenswunsch zum Studium ihres Traumberufs kostete sie viel Geduld. Auch, oder noch viel mehr gilt dies für ihren Wunsch, als Ehefrau von Franz Marc durchs Leben zu gehen. Sie liebte diesen Mann sehr und das hatte einige Gründe.

Die Autorin Heidi Rehn recherchierte aufwendig und gibt ihre Quellen an Schluss des Buches an. Sicher musste sie oft improvisieren, denn die ersten Jahre von Marie sind kaum belegt. Zu späteren Jahren, wie etwa der Vereinigung „Der blaue Reiter“, gibt es mehr zu erfahren. Ich las den Roman gerne und das, obwohl mir die Ausführlichkeit der Erzählung zuweilen sehr langatmig vorkamen.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Spannende Ermittlungen in Brasilien

Tot ist sie dein
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Den Anblick wird Veronica Torres so schnell nicht vergessen. Vor ihren Augen stürzt sich eine junge Frau aus dem Fenster in den Tod. Und das nicht irgendwo, sondern in der Polizeidienststelle von Sao Paulo. ...

Den Anblick wird Veronica Torres so schnell nicht vergessen. Vor ihren Augen stürzt sich eine junge Frau aus dem Fenster in den Tod. Und das nicht irgendwo, sondern in der Polizeidienststelle von Sao Paulo. Kurz vorher sprach Veronica noch mit der Frau. Dabei viel ihr auf, dass die Haut um deren Mund übersät war mit Pusteln und Plaque. Wer war sie und warum wollte sie sterben? Veronica ist zwar nur Assistentin, ermittelt aber trotzdem mit Feuereifer. Dass sie sich dabei in Gefahr bringt, das interessiert sie nicht.

„Tot ist sie dein“ ist schon recht makaber. Beim Lesen hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl. Die Story fängt langsam an und entwickelt sich danach immer rascher. Immer wieder gibt es neue Aspekte, die den eigentlich sicheren Täter unschuldig sein lassen. Spannung erzeugen, das können die Autoren sehr gut. Und sie haben Ahnung von dem, was sie schreiben. Auch wenn diese sehr genauen Schilderungen von Leichenschau und anderen unglaublichen Aktionen für mich nicht hätten sein müssen.

Nicht nur die suche nach einem Täter ist Thema des Thrillers. Hier geht es auch um die Beziehung zwischen Veronica und ihrem Mann Paulo. Zudem gibt es noch einen zweiten Erzählstrang, bei dem ein Massenmörder sein Unwesen treibt. An Spannung fehlt es also nicht, wobei mir die bildhaften Ausführungen über die Taten dann doch zu ausführlich waren. Wer sich für Blut und Brutalität begeistern kann, der wird den Thriller mögen.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Ein guter Krimi mit Tiefgang

Der Fremde
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Nach einem Überfall wurden dem jungen Nick multiple Verletzungen zugefügt. Sie sind so heftig, dass er stationär behandelt werden muss. Als sein Bruder ihn so zugerichtet sieht, verliert er die Fassung. ...

Nach einem Überfall wurden dem jungen Nick multiple Verletzungen zugefügt. Sie sind so heftig, dass er stationär behandelt werden muss. Als sein Bruder ihn so zugerichtet sieht, verliert er die Fassung. Er fühlt sich für Nick verantwortlich und macht sich Vorwürfe. Seine Frau Julia ist ruhiger und sieht die Sache pragmatischer. Obwohl sie sehr bald merkt, dass Nick nicht die Wahrheit sagt. Jetzt hat sie ein Problem. Ihr Ehemann Tony will Vergeltung üben, ja vielleicht sogar töten. Julia hat Angst davor, dass er die ganze Familie ins Unglück stürzt. Nick möchte am liebsten alles vergessen und weiß noch gar nicht, ob er Anzeige erstatten möchte.

Es dauert einige Seiten, bis die Story in Fahrt kommt. Dann geht es aber Schlag auf Schlag. Der Spannungsbogen bleibt gestrafft, bis das unvorhersehbare Ende eintritt. Die Charaktere entwickeln sich langsam und das gilt vor allen Dingen für Julia. Sie, die überaus korrekte Anwältin denkt dann doch darüber nach, wie sie ihrem Mann helfen kann. Und die Frage, was Nick verschweigt und ob es tatsächlich ein Fremder war, der ihn überfiel, bleibt spannend. Ein sympathischer Kommentar, der private Probleme hat und zudem noch krank ist, darf natürlich nicht fehlen.

Das Buch gefiel mir gut. Es ist kein seichter Krimi sondern ein Stück Literatur, mit ernster Ansage. Will sagen, es hat Tiefgang. Wie weit geht eine Frau, um ihre Familie zu retten? Und gilt jederzeit die Ansicht, dass jeder immer nach dem Gesetz handeln muss? Ich denke nicht, kann mir aber kein Urteil erlauben, da ich selbst nie in einer vergleichbaren Situation war. Absolute Leseempfehlung daher von mir.

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Veröffentlicht am 22.08.2022

So leiden Kinder, wenn die Eltern sich streiten

Lügen über meine Mutter
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„Lügen über meine Mutter“ beginnt, als Ela noch im Kindergarten ist. Sie ist die Hauptperson und auch die Erzählerin. Sie lebt mit Eltern und Großeltern in einem Haus. Der ständige Streit zwischen Vater ...

„Lügen über meine Mutter“ beginnt, als Ela noch im Kindergarten ist. Sie ist die Hauptperson und auch die Erzählerin. Sie lebt mit Eltern und Großeltern in einem Haus. Der ständige Streit zwischen Vater und Mutter nervt sie sehr und immer wieder versucht sie zu vermitteln. Dabei ist der Grund eigentlich gar nicht wichtig. Der Vater regt sich nämlich darüber auf, dass die Mutter zu dick ist. Er schämt sich, wenn er mit ihr in die Öffentlichkeit gehen soll. Er denkt sogar, dass er ihretwegen nicht befördert wird. Es geht so weit, dass die Mutter jeden Morgen auf die Wage steigt und er das Gewicht kontrolliert. Und „die Mutter schweigt“.

Vieles, was die Autorin erzählt, kommt mir bekannt vor. Der Holzlöffel, der dem Hinterteil so gar nicht gut tat oder die Aussage über Kaugummis, ja das erlebte ich auch. Dieses Schauen nach links und rechts und was die Nachbarn wohl denken, war in den 80er Jahren stark ausgeprägt. Das Buch ist in der Ich-Perspektive und aus Sicht von Ela geschrieben. Die erzählt von ihren Gedanken zum Leben als solches und ihre Sorge um Vater und Mutter. Das ständige Gezanke stört sie sehr. Zwischendurch gibt es dann auch Kapitel, die aus der Sicht einer erwachsenen Ela geschrieben sind.

Die Sprache ist schlicht und zuweilen recht kindisch. Den Charakter der Mutter, mit all seinen Facetten, hat die Autorin gut dargestellt. Sie war fast schon besessen davon, jedem zu gefallen und immer richtig zu handeln. Schwierig, und ohne professionelle Hilfe wohl kaum zu ändern. Ihre Leibesfülle hängt sicherlich auch mit ihrem Frust zusammen. Schwierig, hier eine Empfehlung zum Lesen zu geben. Es fehlt ein roter Faden und das Ende ist mir persönlich zu offen. Ja, warum dann vier Sterne? Weil die Charaktere stimmig und die Beschreibung der Gegebenheiten damals gut sind.

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