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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2022

Erschreckend realitätsnah

Die Filiale
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Nachdem ich „das Loft“ gelesen hatte, war ich begeisterter Anhänger von Veit Etzold und habe mich sehr auf „Die Filiale“ gefreut. Das Cover finde ich, auch der Farbgestaltung geschuldet, ein bisschen beunruhigend. ...

Nachdem ich „das Loft“ gelesen hatte, war ich begeisterter Anhänger von Veit Etzold und habe mich sehr auf „Die Filiale“ gefreut. Das Cover finde ich, auch der Farbgestaltung geschuldet, ein bisschen beunruhigend. Vor allem weil es erstmal nichts mit dem Thema Bankfiliale zu tun hat. Aber das ist nun mal Geschmackssache. Veit Etzold hat hier einen realitätsnahen Plot geschaffen, der so oder so ähnlich jedem einzelnen von uns passieren könnte. Ob das Buch wirklich ein Thriller ist, darüber kann man streiten, ich würde es vermutlich eher Finanzkrimi nennen.
Zum Inhalt: Laura ist Bankangestellte und eigentlich recht zufrieden mit ihrem Job und ihrem ruhigen Leben. Doch plötzlich hält sie ein Schreiben ihrer Bank in der Hand, dass sie und ihr Mann aus dem Haus, das sie von Bank mieten, ausziehen müssen. Laura ist erschüttert, schließlich haben sie an dem Haus einiges auf eigne Kosten renoviert. Sie sucht krampfhaft nach Möglichkeiten das Haus zu behalten und merkt dabei erst viel zu spät, wen sie sich damit zum Feind macht. Denn die Bank, so scheint es, will die Häuser unbedingt verkaufen und ist bereit, alle notwenigen Schritte dafür zu gehen.
Ich mag die Struktur des Buches, die sehr übersichtlich und gut nachvollziehbar ist. Die Kapitel stellen die einzelnen Wochentage dar, sodass die Handlung nur knapp eine Woche umreist. Die Unterkapitel geben dann die unterschiedlichen Handlungsorte wieder, sodass Teile der Handlung parallel verlaufen. So kann man gut am Ball bleiben und kommt vor allem auch am Anfang direkt gut in die Handlung rein.
Das Thema Finanzen finde ich persönlich ja etwas trocken und hier im Buch wird zwischenzeitlich viel mit Fachbegriffen und Diskussionen zum Thema Geldanlage, Aktien-Trading und den Bezug zum Dark Web um sich geworfen. Es wird zwar versucht, die Themen für den Leser knapp und verständlich aufzuschlüsseln, ich muss aber gestehen, spätestens beim Thema Dark Pool hab ich den Anschluss verloren. Das tut prinzipiell der Geschichte keinen Abriss, weil man die Handlungen um Laura auch so verstehen kann, aber ich fand die Passagen dadurch auch einfach anstrengend zu lesen.
Was mir richtig gut gefallen hat, ist die Schikane, der Laura sich ausgesetzt sieht, nachdem sie sich gegen den Bescheid der Bank stellt. Das ist fantastisch beschrieben und war sehr beunruhigend zu lesen. Die unterschwellige Feindseligkeit von Seiten der Bank kommt da sehr gut durch und hat mir beim Lesen großen Spaß bereitet. Auch wie Laura, unter Aufsicht eines befreundeten Polizisten, die Grenzen der Legalität auslotet, um für sich selbst Gerechtigkeit zu schaffen, ist wirklich spannend und toll zu lesen.
Das Buch ist ein Auftaktband und endet mit einem echt fiesen Cliffhanger, sodass ich sehr gespannt bin, wie die Geschichte wohl fortgesetzt wird, denn an sich war der „Fall“ für mich abgeschlossen. Wer auf einen rasanten und vielleicht blutigen (weil in der Beschreibung ein Mord angeteasert wird) Thriller hofft, ist hier aber fehl am Platz. Es ist aber ein sehr kurzweiliges Buch zum Thema Finanzkriminalität.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Catch me if you can

Catching up with the Carters - In your words
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„Catching up with the Carters- in your words“ ist der zweite Band einer Reihe über den Nachwuchs einer Reality TV Familie. Und obwohl man den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben muss, da es in diesem ...

„Catching up with the Carters- in your words“ ist der zweite Band einer Reihe über den Nachwuchs einer Reality TV Familie. Und obwohl man den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben muss, da es in diesem Buch hauptsächlich um einen anderen Spross der Familie geht, so würde ich es doch empfehlen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Zum Inhalt: Alice Gold ist Journalistin. Wobei, eigentlich wäre sie gerne Journalistin, verdingt sich allerdings als Klatschreporterin. Als ihr die Kündigung droht, bekommt sie eine letzte Chance. Sie soll Reality Star Hadrian Carter aufspüren und eine Enthüllungsstory über seinen Weggang aus der Show schreiben. Doch das ist leichter gesagt als getan. Und noch schwerer wird die Situation, als sie plötzlich Zuneigung für Hadrian empfindet.

Das Buch hat wieder eine sehr schöne Aufmachung, die auch gut zum ersten Band passt. Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Hadrian und Alice erzählt, die als Ich-Erzähler fungieren. So wird viel von der inneren Zerrissenheit der beiden Protagonisten offenbart. Ich fand, dass dieses Buch deutlich mehr Tiefe hatte als der erste Band, was mir gut gefallen hat. Beide Protagonisten haben ihr emotionales Päckchen zu tragen und leiden mehr oder weniger unter einer Identitätskrise. Dazu kommen alltägliche, sehr nachvollziehbare Probleme, was die Figuren sehr nahbar macht.

Verpackt wurde die Story in einer Art Schnitzeljagd durch die USA, was ich sehr unterhaltsam fand. Besonders die Chats zwischen Hadrian und Alice haben mir sehr gut gefallen und waren stilistisch toll ins Buch integriert. Im Ebook war manchmal schlecht ersichtlich, wann die Chatnachricht endete.
Tatsächlich kommt das Buch genau wie Band 1 wieder mit einem familiären Drama daher, besonders auf der Seite von Alice. Schade fand ich allerdings, dass der Konflikt und dessen Eskalation nur angedeutet und nicht aufgelöst wurden. Ich hätte mir da zum Abschluss eine Konfrontation oder so gewünscht.

Das Buch lässt sich wieder sehr schön lesen, auch wenn die Nebencharaktere im Vergleich zu Buch 1 diesmal sehr blass bleiben. Eine solide Fortsetzung, die genau wie eine Realityshow Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Atmosphärisch und voller Twists

Abendrot
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„Abendrot“ überzeugt mit einem stimmungsvollen Cover und einem düsteren, geheimnisvollen Klappentext. Die ganze Aufmachung ist eine Einladung für einzutreten und sich in den Geheimnissen des Hauses am ...

„Abendrot“ überzeugt mit einem stimmungsvollen Cover und einem düsteren, geheimnisvollen Klappentext. Die ganze Aufmachung ist eine Einladung für einzutreten und sich in den Geheimnissen des Hauses am Ende der Straße zu verlieren. Lucy Foley hat hier ein absolut stimmungsvolles Buch geschaffen. Ob ich es wirklich ins Thriller-Genre stecken würde, bin ich allerdings unsicher.

Zum Inhalt: nachdem ihr Job in London eskaliert ist, muss Jess dringend da weg. Zuflucht will sie bei ihren Bruder Ben in Paris suchen. Doch als sie dort eintrifft fehlt von Ben jede Spur. Und Jess beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und seine Nachbarn zu befragen. Und die verhalten sich zusehends merkwürdiger. Schnell stellt Jess fest, dass in dem Haus in dem Ihr Bruder lebte, nichts so ist wie es scheint.

Das Buch ist aus den wechselnden Perspektiven der Bewohner des Hauses geschrieben. Alles Figuren sind als Ich-Erzähler angelegt, wodurch der Leser auf den jeweiligen Informationsschatz der erzählenden Personen zugreifen kann und so die Geschichte nach und nach zusammenpuzzelt. Dabei wird nicht nur das mysteriöse Verschwinden von Ben aufdeckt, sondern auch die einzelnen Geheimnisse der Hausbewohner- und davon gibt es jede Menge.

Das Haus und seine Bewohner sind wirklich erstklassig beschrieben. Ein altes, stattliches Herrenhaus, mit geheimen Gängen und verschlossenen Türen- allein das sorgt schon für eine gewisse Gänsehaut-Atmosphäre. Mit den Informationen aus dem Prolog miss der Leser erstmal vom schlimmsten ausgehen und so wirkt jede Begegnung und jedes Gespräch potentiell verdächtig. Lucy Foley spielt hier mit Leser, gibt ihm Informationshappen und führt ihn an der Nase herum, nur um mit der nächsten Enthüllung alle Theorie zunichte zu machen.

So richtiges Thrillerfeeling ist bei mir einfach nicht aufgekommen. Ja, der Fall ist total interessant und verdüstert sich immer mehr. Aber für mich war es bestenfalls ein Kriminalroman. Was ja absolut nicht verkehrt ist, aber wer einen rasanten, nervenaufreibenden Thriller erwartet, könnte vielleicht enttäuscht sein. Mir hat das Buch trotzdem wieder gut gefallen.

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Veröffentlicht am 02.09.2022

Cold Case für Andrea Oliver

Die Vergessene
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Karin Slaughter ist für mich eine absolute Thriller-Queen. Ich liebe ihre Bücher und habe mich entsprechend sehr gefreut, als „Ein Teil von ihr“ als Netflix-Serie rauskam. Nun gibt es ein Wiedersehen mit ...

Karin Slaughter ist für mich eine absolute Thriller-Queen. Ich liebe ihre Bücher und habe mich entsprechend sehr gefreut, als „Ein Teil von ihr“ als Netflix-Serie rauskam. Nun gibt es ein Wiedersehen mit Protagonistin Andrea Oliver. Das sollte aber niemanden abhalten, der Band 1 nicht gelesen. Alles was man an Vorwissen braucht, wird in diesem Buch erneut zusammengefasst.

Zum Inhalt: 1982 wird die schwangere Emily Vaughn auf dem Weg vom Schulball nach Hause brutal zusammengeschlagen und erliegt später ihren Verletzungen. Der Fall wird nie aufgeklärt, genauso wie die Vaterschaft ihres Kindes. Vierzig Jahre später wird Andrea Oliver verdeckt auf den Fall angesetzt. Und das hat einen guten Grund: der Vater von Emilys Kind, könnte auch ihr eigener Vater sein. Und der sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Berufungsanhörung.

Für einen Karin Slaughter Thriller hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch sehr langsam und ruhig startet. Die Geschichte wird in zwei Handlungsebenen erzählt, die 1982 und in der Gegenwart spielen und beide den Fall Emily Vaughn beleuchten. Dabei empfand ich besonders die Episoden aus Emilys Alltag sehr eindringlich und berührend. Was sie durchmachen musste ist mir direkt unter die Haut gegangen und das Mädchen tat mir unglaublich leid.

Andrea Oliver ist eher unnahbar, das habe ich schon bei „Ein Teil von ihr“ so empfunden. Im Gegensatz zum ersten Band ist sie aber weniger unsicher und tritt deutlich selbstbestimmter auf. Der Fall hat für sie eine große persönliche Komponente und zudem ist es ihr erster Fall als Marshalls, sie versucht also alles besonders korrekt zu machen. Oft tat sie mir aufgrund der hinterwäldlerischen Gehässigkeiten leid. Zur Seite steht ihr zum Glück der liebenswürdige, leicht kauzige Bible, den ich direkt ins Herz geschlossen habe.

Für meinen Geschmack war der Mittelteil etwas zäh, da sich die Ermittlungen wirklich ziehen und zwischendurch nicht wirklich was passiert. Gegen Ende nimmt das Buch wieder rasant an Fahrt auf und überzeugt mit einer überraschenden Auflösung des Falls. Generell ist der Fall logisch konstruiert und wird schlüssig rübergebracht. Es gibt ein paar Nebenschauplätze, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte, die die Handlung aber zusätzlich ausschmücken.

Insgesamt ist es nicht meine Lieblingsreihe von Karin Slaughter, wer aber bereits Teil 1 mochte, dem kann ich dieses Buch nur ebenfalls ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 01.09.2022

Achterbahn der Gefühle

Zehn Jahre du und ich
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„Zehn Jahre du und ich“ hat so ein richtig kitschiges Cover. So richtig Romcom-kitschig, dass man eigentlich schon weiß man zu erwarten hat, nämlich einen Katherine Heigl Film im Buchformat. Und was soll ...

„Zehn Jahre du und ich“ hat so ein richtig kitschiges Cover. So richtig Romcom-kitschig, dass man eigentlich schon weiß man zu erwarten hat, nämlich einen Katherine Heigl Film im Buchformat. Und was soll ich sagen- genau so war es. Das Buch ist eine klassische Romcom in Stile Enemies to Lovers und sie hat mich zum Lachen, zum Weinen und zum Verzweifeln gebracht. Dieses Buch war eine echte Achterbahnfahrt.

Zum Inhalt: Becca und Ally sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Und auch nachdem Ally David gefunden hat, dem Becca nichts abgewinnen kann, bleiben die beiden eng verbunden. Bis Ally stirbt und sich plötzlich alles ändert. Das sollte das Ende von Beccas und Davids Geschichte sein, aber es gerade erst der Anfang. Denn Ally hat einen Plan für die beiden.

Die Charaktere sind einfach fantastisch ausgearbeitet und Becca und David sind so richtige „Typen“, bedienen das eine oder andere Klischee und wirken einfach wahnsinnig plastisch. Zu Anfang vielleicht nicht unbedingt sympathisch, dafür fand ich beide zu eigensinnig, aber mit dem Verlauf der Geschichte lernt man beide schätzen und lieben. Auch wenn es mit David bei mir länger gedauert hat, nachdem er ziemlich zu Anfang einen saublöden Kommentar in Beccas Richtung bringt, der einfach so typisch Macho ist, dass ich ihn kurz mal richtig ätzend fand.

Die Geschichte bewegt sich sehr geschmeidig zwischen humorvollen, bissigen und emotionalen Episoden und hat von allem etwas. Es wird gelacht, geweint, getrauert, geliebt, gehasst und gehofft. Und bei mir als Leser ist wahnsinnig viel davon angekommen, was ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Natürlich alles wahnsinnig idealisiert, dass der Plan der toten Freundin so 1a aufgeht und das Leben ihrer zwei liebsten Menschen sich in genau den Bahnen bewegt, die sich sich erhofft hat. Aber für diese Vorhersehbarkeit liest man ja teils auch solche Bücher.

Abgesehen davon, dass das Buch thematisch halt absolut nichts neues war, hat es mich sehr gut unterhalten und sich fantastisch lesen lassen. Starke 4 Sterne.

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