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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2022

Märchenhaft

Simón
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Simón und sein älterer Cousin Rico wachsen fast wie Brüder auf. Die Eltern sind Geschwisterpaare und betreiben gemeinsam eine Bar in Barcelona. Rico kümmert sich derweil um Simón. An den Sonntag muss Simón ...

Simón und sein älterer Cousin Rico wachsen fast wie Brüder auf. Die Eltern sind Geschwisterpaare und betreiben gemeinsam eine Bar in Barcelona. Rico kümmert sich derweil um Simón. An den Sonntag muss Simón Rätsel lösen oder Schnitzeljagden machen, an deren Ende ein neues Buch vom Flohmarkt auf ihn wartet. Rico ist sein großes Vorbild und sein Halt, aber auch sein Held. Ein Leben voller Abenteuer. Doch eines abends verschwindet der Ältere ohne eine Nachricht oder Spur zu hinterlassen.
Simón macht sich auf die Suche, untertützt vom Nachbarsmädchen Estela mit den "grünen Haaren", deren Mutter Simón weiter die Liebe zu Büchern nahebringt.
In Zweijahresabschnitten vergeht der erste Teil, Simón wird älter. Er verlässt Barcelona, wird Koch, trifft sogar Rico wieder.
Eine poetischer Schriftstil, eine Geschichte, die manchmal ein wenig märchenhaft anmutet oder wie ein Gedicht. Manche Sätze hören sich toll an, bedürfen jedoch einer Interpretation wie ein Gedicht. Ein Buch, das mich gefordert hat und bei dem ich Lust bekomme, meine Spanischkenntnisse zusammen zu kratzen und es im Original zu lesen.

Veröffentlicht am 16.09.2022

Neuauflage der Trilogie

Die Verratenen
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Dieser neue Titel hatte mich erst ein wenig verwirrt, denn dieses Buch ist bereits unter dem Titel "Die Verratenen" vor einigen Jahren erschienen. Es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie.
Erzählt ...

Dieser neue Titel hatte mich erst ein wenig verwirrt, denn dieses Buch ist bereits unter dem Titel "Die Verratenen" vor einigen Jahren erschienen. Es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Ria, die zu Beginn ein tolles Leben führt, bis dieses sich auf einmal komplett ändert. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist aufgeteilt in das Leben in den sogenannten Sphären und in das der Außenbewohnern. Auf der Erde herrschen Kälte, Eis und Schnee und Wärme sowie ein komfortables Leben gibt es nur in den Sphären.
In den Sphären herrschen strenge Regeln, aber keiner muss Mangel erleiden. Die Außenbewohner, die Prims, hingegen müssen mit Kälte und Problemen und Mangel klar kommen.
Ria gehört zu den Privilegierten. Auf der Borwin-Akademie soll sie alles lernen, um einmal eine Führungsrolle inne zu haben. Doch dann befindet sie sich mit fünf weiteren auf der Flucht.
Eine spannende Geschichte über Intrigen, Geheimnisse,... in einer unwirtlichen Welt mit vielen Wendungen.

Veröffentlicht am 16.09.2022

Syphilis und Co an der Charité

Die Charité: Neue Wege
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Zeitlich liegt dieser dritte Band über die Charité zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. Die Handlung spielt sich von 1858 bis 1866 ab.
Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach einer Behandlungsmethode ...

Zeitlich liegt dieser dritte Band über die Charité zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. Die Handlung spielt sich von 1858 bis 1866 ab.
Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach einer Behandlungsmethode gegen die Syphilis und die Abgrenzung gegen andere Geschlechtskrankheiten.
Die Personen bilden wieder einmal eine Mischung aus bekannten historischen Persönlichkeiten wie Dr. Virchow oder Dr. Bärensprung und fiktiven Charakteren wie Sophie, ein ehemaliges Hausmädchen oder Philip, der Sohn der Familie, in der Sophie gearbeitet hat und der später ein Studium der Medizin beim Militär machen und ein Pépin wird.
Durch die wechselnden Perspektiven erhält man auch hier wieder guten Einblick in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Sorgen und Nöte, Wünsche und Träume. Ein ehrgeiziger Arzt, der nicht vor Experimenten an Prostituierten zurück schreckt, ein Mädchen, das überleben möchte und einen Platz zum Schlafen sucht, ein anderes, das sich bei den Gesellschaften langweilt, ein junger Mann, der nicht den vorgezeichneten Weg gehen möchte und weitere. Auch die Charité spielt hier wieder eine Hauptrolle und manche Abläufe kennt man bereits aus den anderen Bänden, anderes ist neu.
Am Ende gibt es noch einen kurzen Überblick über historische und fiktive Personen.
Wie auch die anderen beiden Bücher wurde auch dieses von Svenja Pages gefühlvoll und mit ihrer so variantenreichen Stimme eingesprochen.

Veröffentlicht am 15.09.2022

Tod in der Hochzeitsnacht

Die rätselhaften Honjin-Morde
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Das Original des Buches erschien vor ungefähr 80 Jahren in Japan und das Cover passt super für einen Krimi aus dieser Zeit. Schön gruselig. Die Handlung spielt im Jahr 1937 in einem kleinen, japanischen ...

Das Original des Buches erschien vor ungefähr 80 Jahren in Japan und das Cover passt super für einen Krimi aus dieser Zeit. Schön gruselig. Die Handlung spielt im Jahr 1937 in einem kleinen, japanischen Ort. Der älteste Sohn der Ichiyanagi-Famile wird nun doch endlich heiraten. Die LeserInnen bzw. in meinem Fall HörerInnen werden ausführlich in die Familie und deren Zusammensetzung eingeführt und auch in den Ort und weitere Personen. Da ich des Japanischen nicht mächtig bin, wäre manches für mich sicherlich einfacher gewesen, wenn ich das Buch gelesen hätte, allerdings wäre ich so nicht in den Genuss der tollen Vorlesestimme von Denis Moschitto gekommen. Bei den japanischen Namen musste ich immer gut aufpassen, aber spätestens mit dem Auftritt des Privatermittlers Kosuke Kindaichi kam ich viel besser mit. Dieser locked room Fall, in dem ein Paar in seiner Hochzeitsnacht tot aufgefunden wird, hat es wirklich in sich und man muss genau auf jedes Detail achten. Die Auflösung war genial; alles arbeitete auf diesen Höhepunkt hin.

Veröffentlicht am 13.09.2022

Mademoiselle "Bon appétit"

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Zuletzt konnte mich Petra Durst-Benning mit ihrer Reihe um die Fotografin begeistern und auch der Start der neuen Reihe gefiel mir gut. Außerdem geht es dieses Mal nach Frankreich, an den Canal du Midi, ...

Zuletzt konnte mich Petra Durst-Benning mit ihrer Reihe um die Fotografin begeistern und auch der Start der neuen Reihe gefiel mir gut. Außerdem geht es dieses Mal nach Frankreich, an den Canal du Midi, nach Carcassonne und dann nach Lyon. Neben den geographischen Sehnsuchtsorten lief mir bei der Beschreibung manch eines Gerichts das Wasser im Munde zusammen.
Fabienne ist Tochter eines Schleusenwärters und gemeinsam mit ihrer Mutter bekocht sie die Bootsleute mit einfachen, aber schmackhaften Gerichten. Ihre Mutter lässt sich keine schlechten Lebensmittel andrehen und das wissen die Marktleute auch. Doch nach dem plötzlichen Tod der Mutter und der erneuten Heirat des Vaters, ist alles anders.
Fabienne brennt mit Eric durch, doch auch dieser lässt sie im Stich, so dass sie sich alleine durchbeißen muss.
Nach mehreren Stationen landet Fabi in Lyon und besonders die Beschreibung der traboules und der mères lyonnaises hat mir gefallen. Diese "Mütter" haben alle ursprünglich für bürgerliche Familien gekocht, sich dann aber selbstständig gemacht und kleine Restaurants eröffnet und sich gegenseitig unterstützt.
Fabi ist anfangs noch sehr naiv, lernt aber dazu. IHr großer Traum ist es, einmal ein eigenes Restaurant zu eröffnen.
Insgesamt gesehen hat sie trotz ihrer Probleme immer wieder Glück - bis auf einmal, aber das möchte ich hier nicht erwähnen.
Stéphanie, die Tochter eines Weingutbesitzers, lernt Fabi in Carcassonne kennen und sie verschafft ihr eine Stellung in der Küche des Gutes. Stéphanie ist eine sehr egozentrische Person, die immer denkt, sie würde allen Gutes tun, dabei aber nicht merkt, wie selbstbezogen sie dabei handelt. Aber auch sie entwickelt sich weiter und taucht auch später im Roman zwischendurch auf.
Ein Hörbuch, das auch wie die Fotografinnen-Reihe wieder von Svenja Pages toll vorgelesen wird und mich ins Frankreich des 19. Jahrhunderts "entführen" konnte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.