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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2022

Carter as his best

Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
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Ein neuer Chris Carter. Her damit. Ich war mal auf einer Lesung dieses überaus coolen und sympathischen Autors. Man merkt seinen Romanen an, dass er vom Fach ist und jahrelang als Kriminalpsychologe arbeitete ...

Ein neuer Chris Carter. Her damit. Ich war mal auf einer Lesung dieses überaus coolen und sympathischen Autors. Man merkt seinen Romanen an, dass er vom Fach ist und jahrelang als Kriminalpsychologe arbeitete und Forensiker gelernt hat. Beides kann er wunderbar in seine harten Thriller einbringen, in deren Zentrum mal wieder ein brutaler Serienkiller steht, den das eingespielte Hunter-Garcia-Team finden und aufhalten muss.

Es klingt schräg das von so blutigen Geschichten zu sagen, aber es macht einfach Spaß sie zu lesen. Weil sie spannend und kreativ erzählt sind. Weil es zur Sache geht aber ein leiser Humor und liebenswerte Ermittler einen nicht in den Abgrund stürtzen lassen. Weil das flattern der Nerven und der leise Ekelfaktor einfach zu den Büchern von Chris Carter dazu gehören. Und weil er mich noch nie enttäuscht hat. Auch diesmal nicht.

Veröffentlicht am 21.08.2022

Lecker!

Hensslers schnelle Nummer 2
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Ich nehme mal an, wenn Sie gerne kochen, dann kennen sie den Steffen. Also den Henssler Steffen. Der ist ja seit ein paar Jahren wahnsinnig präsent im Fernsehen. Und sein Grill/Koch den Henssler hat das ...

Ich nehme mal an, wenn Sie gerne kochen, dann kennen sie den Steffen. Also den Henssler Steffen. Der ist ja seit ein paar Jahren wahnsinnig präsent im Fernsehen. Und sein Grill/Koch den Henssler hat das Genre des TV-Kochens um eine laute und einmalig unterhaltsame Show bereichert. Aber der Mann kann nicht nur laut und ehrgeizig und ungestüm. Er kann vor allem gut kochen und hervorragend einfache Gerichte zubereiten, die man problemlos und schnell nachkochen kann. Und das macht ihn keiner so schnell nach.

Auch das zweite Kochbuch der Reihe "Hensslers schnelle Nummer" besticht durch Gerichte, die man kennt und liebt und gerne auch abends nach der Arbeit mal zubereitet.

Das Kochbuch hat eine solide Aufmachung mit einer guten Mischung aus Bildern, Rezepten und ein wenig Show vom Großmeister der Kochshows. Also alles wie gehabt aber immer noch gut und unterhaltsam.

Lecker!

Veröffentlicht am 21.08.2022

Leseempfehlung

Sturmrot
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Olof Hagström wurde als Teenager für Vergewaltigung und Mord eingesperrt. Als er nach seiner Entlassung in sein Heimatdorf zurückkommt, findet er seinen Vater ermordet auf. Als Leser weiß man, dass er ...

Olof Hagström wurde als Teenager für Vergewaltigung und Mord eingesperrt. Als er nach seiner Entlassung in sein Heimatdorf zurückkommt, findet er seinen Vater ermordet auf. Als Leser weiß man, dass er es nicht wahr. Aber natürlich wird er sofort zum Hauptverdächtigen.

Die Polizistin Eira Sjödin war schon damals in den Fall involviert und ermittelt den aktuellen Mord erst mit Widerwillen und Vorurteilen. Aber nach und nach findet sie heraus, dass beide Fälle miteinander zusammenhängen und nicht alles so ist, wie das Dorf und die Gerichtsbarkeiten es annehmen.
Besonders gefallen hat mir die Sprache und die Intensität, mit der Tove Alsterdal die Gefühle und Gedanken vor den LeserINNen ausbreitet. Das hat Niveau und Tiefgang und der Vergleich mit einem Wallander ist durchaus berechtigt.

Leseempfehlung und Vorfreude auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 05.08.2022

volle Punktzahl

Lincoln Highway
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Schon lange bin ich um diesen Autor herumgeschlichen und jetzt endlich durch das Hörbuch in den Genuss eines Buches von ihm gekommen.

Der LIncoln Highway führt quer durch die USA von Ost- zu Westküste. ...

Schon lange bin ich um diesen Autor herumgeschlichen und jetzt endlich durch das Hörbuch in den Genuss eines Buches von ihm gekommen.

Der LIncoln Highway führt quer durch die USA von Ost- zu Westküste. Von New York nach San Francisco. Die eine Stadt habe ich schon besucht, die andere steht im Herbst auf meinen Urlaubsplan. Also perfekte Geschichte. Die Handlung spielt in den 60gern des Zwanzigsten Jahrhunderts. Hauptpersonen sind 4 Jugendliche, die aus unterschiedlichsten Gründen auf gemeinsam auf dem Highway unterwegs sind. Dabei erleben sie abenteuerliche Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und reifen an ihren Erfahrungen.

Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und jedem wurde ein eigener Sprecher oder eine Sprecherin gegönnt. Das fand ich besonders schön. Die Erzählung ist sehr intensiv und man kommt den Gefühlen und Gedanken der Protas sehr nahe. Dadurch werden anfängliche Animositäten zu dem ein oder anderen im Laufe des Buches immer schwächer und am Ende hat man alle mehr oder weniger ins Herz geschlossen oder versteht zumindest, warum sie so und nicht anders handeln und auch mal die Freunde überfordern.

Ein wirklich wunderbares Buch, welchem ich ganz viele LeserINNen wünsche. Volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 25.07.2022

tolle Sommerlektüre

Ein unendlich kurzer Sommer
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Für das Buch hatte ich mal wieder ganz genaue Vorstellungen, wie es sein könnte. So was ist immer gefährlich bei mir, denn man muss sich doch auf jede Geschichte neu einlassen. Aber ich hatte Glück. All ...

Für das Buch hatte ich mal wieder ganz genaue Vorstellungen, wie es sein könnte. So was ist immer gefährlich bei mir, denn man muss sich doch auf jede Geschichte neu einlassen. Aber ich hatte Glück. All meine Wünsche und Erwartungen wurden erfüllt.

"Ein unendlich kurzer Sommer" ist einerseits ein leicht und luftig geschriebener Roman über einen langen Urlaub, eine Auszeit aus dem Alltag, die verschiedene Menschen sich nehmen und auf einem Campingplatz zusammen treffen. Das Setting war erfrischend und für mich ungewöhnlich genug, dass ich mich richtig wohlfühlte an diesem Ort.

Die Dialoge waren sehr wichtig in diesem Buch. Und sie transportierten wunderbar die verschiedenen Charakter und auch die Unsicherheiten und Gefühle der Protas. Alle hatten ein wenig an ihrem Vorleben zu knabbern und alle hatten kleine oder größere Geheimnisse, die sie erst langsam preisgaben.

Der Plot ist mitten aus dem Leben gegriffen und braucht keine spektakulären Actionszenen oder gewaltige Dramatik um zu berühren. Die Stärke des Buches sind die leisen intensiven Töne und der Raum, den man dem Leser zum selber Denken einräumt.

Das Ende war für mich sehr schön ausgewogen. Traurig aber auch optimistisch, auch ein bisschen offen und ein bisschen überraschend. Für mich war es wirklich perfekt.