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Veröffentlicht am 22.09.2022

Harte Zeiten für Mensch und Tier in Schönbrunn ...

Die Frauen von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 1)
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Von der talentierten Autorin Beate Maly nach Wien entführt zu werden, ist doch immer wieder eine Reise wert. Diesmal nimmt sie mich mit in die Tierwelt, eine Welt mit der ich mich bis dato recht selten ...

Von der talentierten Autorin Beate Maly nach Wien entführt zu werden, ist doch immer wieder eine Reise wert. Diesmal nimmt sie mich mit in die Tierwelt, eine Welt mit der ich mich bis dato recht selten auseinandergesetzt hatte. Ich lerne die beiden Moser Schwestern Emma und Greta sowie ihren Vater Karl kennen. Während Greta von der Liebe und einer eigenen kleinen Familie träumt, hat die forsche Emma ganz andere Ambitionen. Ein Medizinstudium möchte sie absolvieren, möchte wie ihr Vater Arzt werden, aber dazu ist die Wiener Welt noch nicht bereit. Doch so schnell gibt sie sich nicht geschlagen und erkämpft sich einen Platz im schon damals ältesten Zoo der Welt, der mitten in der kaiserlichen Sommerresidenz Schönbrunn in Wien liegt. Die Arbeit als Tierpflegerin ist keine Zuckerschlecken, doch sie liebt sie allesamt, des Kaisers Tiere im Zoo. Inzwischen ist der Erste Weltkrieg ausgebrochen und macht auch vor den Männern in ihrer Peripherie keinen Halt. Als erst Gretas Verlobter Gustav und schließlich sogar der Vater eingezogen werden, ringen die Schwestern um das tägliche Überleben. Auch im Zoo hinterlässt der unsägliche Krieg seine Spuren, und das nicht nur bei den Tieren …

Das Buch liest sich so flüssig und flott, dass ich fast Mühe hatte, die Seiten schnell genug umzublättern. Die Autorin hat einfach ein Händchen dafür den Leser schnell für eine Geschichte einzunehmen und ihn das Drumherum vergessen zu lassen. Ich erlebte neben der Geschehnisse rund um Emma und Greta tolle Einblicke in die Geschichte des Tierparks in Schönbrunn, die definitiv Lust auf einen Besuch in der österreichischen Hauptstadt machen. Gerne vergebe ich hier deshalb verdiente vier von fünf Sternen und eine Empfehlung für alle diejenigen, die auch mal eintauchen wollen in das Reich der Tiere in Schönbrunn. Erfreut habe ich gelesen, dass es nächstes Jahr mit „Die Kinder von Schönbrunn“ ein Wiedersehen in Wien geben wird. Bin heute schon gespannt darauf!

Veröffentlicht am 22.09.2022

Nun heißt es langsam Abschied nehmen ...

Der achte Tag
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Lange habe ich mir dieses Hörbuch aufgespart, doch einmal muss das Ende kommen und so freute ich mich sehr darauf, dieses letzte Buch der Reihe um Frieda Klein, geschrieben von Nicci Gerard und ihrem Mann ...

Lange habe ich mir dieses Hörbuch aufgespart, doch einmal muss das Ende kommen und so freute ich mich sehr darauf, dieses letzte Buch der Reihe um Frieda Klein, geschrieben von Nicci Gerard und ihrem Mann Sean French, hören zu dürfen. Nachdem ich die vorherigen sieben Bücher der Reihe genossen hatte, hoffte ich, dass dieser Teil sie zu einem befriedigenden Finale bringen würde. Nun, ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. In „Der achte Tag“ gerät die beratende Psychologin Frieda Klein in eine schwierige Situation, als eine Studentin der Kriminologie sich ausgerechnet ihre Person als Thema für einen Aufsatz aussucht. Frieda hat sich nämlich vor der Welt, vor allem aber vor dem Serienmörder Dean Reeve versteckt. Doch wie wir Dean inzwischen kennen, gibt er nicht auf sie zu finden und fängt an scheinbar willkürlich ausgewählte Personen zu töten um ihren Aufenthaltsort aufzudecken. Die Flüsse Londons scheinen dabei in den Mittelpunkt zu rücken …
Auch dieser letzte Teil konnte wieder überzeugen und bot einen zufriedenstellenden Abschluss einer Geschichte, die viele von uns von Buch zu Buch verfolgt haben. Das Buch ist düster, mysteriös und macht süchtig, und diese Reihe ist es wert, von Anfang an gelesen, bzw. gehört zu werden, um das volle Frieda-Klein-Erlebnis zu bekommen. Frieda ist vielleicht kein Charakter, der Sie sofort überzeugen wird, aber nach und nach wird sie Ihnen ans Herz wachsen und sehr real werden. Fast meinte ich beim Hören, ein wenig zur Familie zu gehören. Ich vergebe für diesen finalen Band satte vier von fünf Sternen und möchte die gesamte Reihe allen Fans spannender Krimireihen ans Herz legen, natürlich der Reihe nach!

Veröffentlicht am 22.09.2022

Wer verbirgt sich hinter der Fotografin Amory Clay - hätten Sie's gewusst?

Die Fotografin
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Was für ein genialer Einfall aus einem auf dem Flohmarkt gefundenen Foto einer namenlosen Frau eine Geschichte zu stricken, die dem Leser/Hörer das Gefühl vermittelt, einer bekannten Persönlichkeit zu ...

Was für ein genialer Einfall aus einem auf dem Flohmarkt gefundenen Foto einer namenlosen Frau eine Geschichte zu stricken, die dem Leser/Hörer das Gefühl vermittelt, einer bekannten Persönlichkeit zu folgen. Immer wieder juckte es mich in den Fingern im Internet mal nach Amory Clay zu suchen und vielleicht einige ihrer Fotos zu entdecken, doch die engagierte Fotografin gibt es nur im Kopf des Autors William Boyd. Er haucht ihr Leben ein und schickt sie ihr Leben lang auf eine spannende Reise, die sie durch viele Länder und Zeiten führt. Sie beginnt ihre Karriere zunächst als Gesellschaftsreporterin in der High Society Londons, dann dokumentiert sie in skandalisierender Absicht die Berliner Sex- und Schwulenszene. Schließlich findet sie sich in Amerika wieder um später im Zweiten Weltkrieg als Journalistin mit den alliierten Truppen nach Deutschland zu ziehen. Ihr Leben ist bunt doch einiges an Familienleben bleibt auf der Strecke, so dass sie sich immer wieder fragt, ob es das wert ist …

Die angenehme Stimme und Art der Hörbuchsprecherin Elisabeth Günther ließen mich Amorys Abenteuer über zehn Stunden lang genießen, wenn ich auch ein kleines Sternchen für einige Längen abziehen muss. Von mir gibt es vier von fünf Sternen für eine brillante Idee des Autors William Boyd.

Veröffentlicht am 29.08.2022

Es sind die kleinen Dinge, die das Leben so lebenswert machen ...

Die Glücksbringerin
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Was für ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das ich hier im Zuge einer Leserunde genießen durfte. Es geht primär um Emma, die zwar das Herz am rechten Fleck trägt, sich deshalb aber schnell mal ausnutzen oder ...

Was für ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das ich hier im Zuge einer Leserunde genießen durfte. Es geht primär um Emma, die zwar das Herz am rechten Fleck trägt, sich deshalb aber schnell mal ausnutzen oder überrumpeln lässt. So ist sie dann auch vor Schreck ganz vor den Kopf gestoßen als Änderungen im Rathaus anstehen, die auch ihr eigenes Leben auf den Kopf stellen werden. Auf einen Schlag muss sie eine Meisterin im Organisieren und Trösten werden und dabei merkt sie nicht, wie ihr eigenes Leben in den Hintergrund gedrängt zu werden scheint. Doch noch ist nicht aller Tage Abend und mit Hilfe ihrer Freude kommt auch sie bald wieder zum Zug, wo sie doch noch so viele Ideen im Kopf hat …

Mehr kann und möchte ich zum Inhalt nicht verraten, doch eine unbedingte Leseempfehlung für alle diejenigen aussprechen, die sich gerne mal entführen lassen in eine Welt der kleinen, aber feinen Geschichten, die das Leben so lebenswert machen. Obwohl dieses Buch eigentlich nicht so wirklich meinem Beuteschema ist, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe gerne wohlverdiente vier Sterne und wünsche der Autorin Maia Franke mit ihrem Debütroman noch eine große Leserschaft und viel, viel Erfolg!

Veröffentlicht am 29.08.2022

Als die Weber aufbegehrten ...

Zwischen zwei Welten
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Ich habe in den letzten Monaten so viel um den ersten und zweiten Weltkrieg gelesen, dass ich mich sehr freute, als mir Izabelle Jardin mit ihrem Roman „Zwischen zwei Welten“ eine interessante Alternative ...

Ich habe in den letzten Monaten so viel um den ersten und zweiten Weltkrieg gelesen, dass ich mich sehr freute, als mir Izabelle Jardin mit ihrem Roman „Zwischen zwei Welten“ eine interessante Alternative anbot. Ich reiste mit ihr zurück ins 19. Jahrhundert nach Schlesien, eine Zeit, in der die Uhren noch anders tickten. Fast schien es als würden die Reichen reicher und die Armen sanken noch unter jedwede Armutsgrenze vorstellbar. So war es dann auch für Elise ein großer Schock mit ansehen zu müssen, wie ihre Familie angegriffen wird und die Weber aufbegehren. Fast scheint es, als wache sie aus einem Dornröschenschlaf und sah zum ersten Mal die Ungerechtigkeit, die sie umgab …
Sehr gut gefallen hat mir, dass auch ihr Umfeld, vor allem ihre Eltern endlich die Augen öffnen und versuchen zu helfen und die desolaten Zustände zu ändern. Ganz anders als der feige Großvater, der sich bei Nacht und Nebel davonschleicht. Der Ausflug nach Schlesien und auch nach London war ganz nach meinem Geschmack und so freue ich mich heute schon auf den nächsten Band der Achenthal Saga. Die Geschichte gibt noch viel her, ist gut recherchiert und stimmig ausgearbeitet. Vielen Dank für dieses Lesevergnügen, für das ich gerne vier satte Sterne vergebe verbunden mit einer Leseempfehlung. Nun freue ich mich übrigens doppelt auf die Warthenberg Saga der Autorin, die noch zu Hause auf meinem SUB schlummert.