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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2022

Für den groben Überblick perfekt geeignet

52 kleine & große Eskapaden in Deutschland Mit dem Fahrrad
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Klappentext:

„Allein, mit Freunden oder der Familie – unwiderstehliche Radtouren durch die schönsten Ecken Deutschlands warten. Von der Küste bis zu den Alpen, vom Rhein bis an die Elbe geht´s um Städte ...

Klappentext:

„Allein, mit Freunden oder der Familie – unwiderstehliche Radtouren durch die schönsten Ecken Deutschlands warten. Von der Küste bis zu den Alpen, vom Rhein bis an die Elbe geht´s um Städte herum, auf ehemalige Bahntrassen rauf und an Flüssen entlang. Es ist so einfach, mehr zu erleben als das Bekannte. Also ab nach draußen!“



Gleich vorweg: dieser Reiseführer gibt Inspirationen für die nächste Tour, für genaue Details bitte andere Lektüre nutzen. Warum dieses Buch aber empfehlenswert ist? Die hier aufgelisteten Touren sind wirklich schön ausgewählt und bieten für jeden Anspruch genau das richtige. Entweder mit Anstieg der es in sich hat oder doch eher die Nordsee-Inselchen umrunden - alles dabei was das Radler-Herz begehrt. Die 52 Eskapaden sind wieder gekonnt beschrieben und bieten dem Leser wirklich viel Potential entweder die Routen in den Urlaub mit einzubauen oder sie als Hinweise zu nutzen. Bei den Eskapaden-Büchern immer gern zu erwähnen sind die Bilder, die kleinen Karten und die kurzen und präzisen Texte. Hier ist wirklich alles sehr gut dosiert ohne zu langweilen.

4 von 5 Sterne

Veröffentlicht am 27.09.2022

Schweden aktuell beleuchtet

DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Schweden
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Klappentext:

„In der 6. Auflage des DuMont Reise-Handbuches entführt Autorin Petra Juling ihre Leser auf Inseln und Berggipfel, an Strände und in Urwälder, zu den großen Seen und an die Hohe Küste der ...

Klappentext:

„In der 6. Auflage des DuMont Reise-Handbuches entführt Autorin Petra Juling ihre Leser auf Inseln und Berggipfel, an Strände und in Urwälder, zu den großen Seen und an die Hohe Küste der nördlichen Ostsee. Wanderungen, Boots- und Radtouren erschließen die schönsten Landschaften. Dabei sind auch weniger bekannte unter den 30 schwedischen Nationalparks, vom Söderåsen Nationalpark im Süden bis zum Padjelanta Nationalpark in Lappland, dazu Tipps für Exkursionen u. a. in Naturreservate. Die Autorin macht Vorschläge für Touren beispielsweise mit dem Rad über die Insel Fårö im Norden von Gotland, zu Fuß durch den Nationalpark Tyresta vor den Toren der Hauptstadt Stockholm oder per Kanu auf einsamen Waldseen. Aber Schweden ist nicht nur ein Land für Naturliebhaber. Die Autorin gibt auch Tipps, welche Szeneviertel in den Städten angesagt sind, von Stockholm über Göteborg und Malmö bis zur Kulturstadt Umeå im Hohen Norden. Von den idyllischen Schären bis zu den Wildnisgebieten Lapplands werden alle sehenswerten Regionen und Städte beschrieben.

Zu jedem Kapitel präsentiert eine Doppelseite »Auf einen Blick« die Highlights, die schönsten Routen, aktive Naturerlebnisse und besondere Tipps der Autorin. Ort für Ort hat Petra Juling ausgesuchte Unterkünfte, besonders auch für Camper, Restaurants und Einkaufsadressen zusammengestellt, die in den Cityplänen eingezeichnet sind, ebenso Adressen für den Aktivurlaub im Sommer wie im Winter.

Viel Wissenswertes über Schweden, über die Geschichte und Gegenwart oder den Alltag der Menschen, lässt sich in der einführenden Landeskunde wie in den eingestreuten Themenseiten nachlesen.

Für eine rasche Orientierung sorgen die detaillierte Extra-Reisekarte im Maßstab 1:1.400.000, eine Übersichtskarte mit den Highlights sowie 52 Citypläne, Wander- und Routenkarten.“



Auch dieser Schweden-Reiseführer hat ein neues Outfit vom Verlag erhalten und besticht wieder mit vielerlei Wissen, Geschichten, Ausflugstipps und Sehenswürdigkeiten in Schweden. Mit der Autorin Petra Juling reisen wir vom Norden bis hin zur Mitte Schwedens bis hin in den Süden. Sie zeigt uns neben den recht bekannten Ausflugstipps auch kleine Highlights auf und ihre Beschreibungen dazu, lassen unweigerlich Urlaubsstimmung aufkommen. Ihr Schreibstil ist kompakt und umfasst alles notwendige. Ihre kleinen Ausflüge in die Geschichte des Landes sind wirklich interessant und geben dem Urlauber vor Ort auch ohne Guide hilfreiche Informationen. Die Camping-Tipps finde ich persönlich nicht wirklich nützlich, da sollte man definitiv andere Lektüre zu Rate ziehen aber für den Urlauber per Auto, Bahn oder Flug ist dieser Reiseguide wieder hilfreich und durch sein kompaktes Format gut händelbar. Die aktuellen Karten sind auf dem Stand.

4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.09.2022

4 Sterne

Clara Schumann
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Klappentext:

„Vom Vater wurde sie zum Wunderkind gedrillt und schon früh auf Konzerttournee durch ganz Europa geschickt. Später gelang es ihr, gegen seinen Willen ihre große Liebe Robert Schumann zu heiraten. ...

Klappentext:

„Vom Vater wurde sie zum Wunderkind gedrillt und schon früh auf Konzerttournee durch ganz Europa geschickt. Später gelang es ihr, gegen seinen Willen ihre große Liebe Robert Schumann zu heiraten. Sie komponierte selbst und war eine ausgezeichnete Klavierpädagogin. Clara Schumanns Leben war alles andere als gewöhnlich und entsprach überhaupt nicht den Konventionen ihrer Zeit.



Irmgard Knechtges-Obrecht zeichnet die Stationen ihres Lebens nach, von grandiosen Erfolgen als Konzertpianistin bis zu schweren Schicksalsschlägen, die sie früh zur Witwe und allein verantwortlich für ihre acht Kinder machten.

Friedrich Wieck: Das schwierige Verhältnis zum tyrannischen Vater

Clara und Robert Schumann: Eine vor Gericht erstrittene Ehe

Alleinerziehende Karrierefrau: Der Spagat zwischen Familie und Konzert

Johannes Brahms und Clara Schumann: Eine ungewöhnliche Freundschaft

Die faszinierende Künstler-Biografie jetzt als wbg Paperback

Vom Kinderstar zur Klavierprofessur: wie Clara Schumann die Musikgeschichte prägte



Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie mit neun Jahren: Clara Wieck war von Kindheit an harte Arbeit gewöhnt. Auch nach ihrer Heirat mit dem romantischen Komponisten Robert Schumann gab sie ihren Beruf nicht auf. Nach seinem frühen Tod war sie die Alleinverdienerin, die alles für eine standesgemäße Ausbildung ihrer Kinder- und Enkelschar tat….“



Clara Schuhmann war eine ganz besondere Frau. In dieser Biografie wird ihr Leben nochmal sehr intensiv beleuchtet, zumindest bestimmte Jahre. Die Autorin Irmgard Knechtges-Obrecht versucht ihr Wissen über Clara Schuhmann in kompakte 200 Seiten zu packen. Mit ihrer flüssigen Sprache und ihrem raschen Ton ist ihr das auch gut gelungen. Die vier Sterne gibt es von mir deshalb, weil hier wirklich alles recht „kompakt“ über Clara Schuhmann niedergeschrieben wurde. Dennoch wurden ein paar Parts entweder gar nicht oder stiefmütterlich behandelt aber das ist bei 200 Seiten auch kein Wunder. Es hätte Sinn gemacht entweder dieses Werk in zwei Teilen auf den Markt zu bringen oder eben ein Mal komplett alles Wissen hier einzubringen.

Mein Fazit: um sich grobes Wissen über dieses Künstlerin anzueignen ist dieses Buch wirklich zu empfehlen aber für mehr Tiefgang sollte es eine andere Lektüre sein.

Veröffentlicht am 25.09.2022

Ein Klassiker im frischen Gewand

Das Bett mit dem goldenen Bein
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Klappentext:

„Zunte, ein lettischer Küstenort im ausgehenden 19. Jahrhundert: Noass Vējagals zieht es vom elterlichen Hof aufs Meer und in ferne Länder, während sein Bruder Augusts den heimischen Boden ...

Klappentext:

„Zunte, ein lettischer Küstenort im ausgehenden 19. Jahrhundert: Noass Vējagals zieht es vom elterlichen Hof aufs Meer und in ferne Länder, während sein Bruder Augusts den heimischen Boden bestellt und mit Noass’ Frau einen Sohn zeugt. Dieser stirbt früh, derweil Noass’ leibliche Tochter Leontīne sich zur rebellischen Schönheit entwickelt und mit ihren Eskapaden nicht nur den eigenen Ruf aufs Spiel setzt. Davon unbeirrt fährt ihr Vater weiter zur See und häuft Reichtümer an, um der Familie ein großes Stadthaus zu bauen. Doch Hochzeiten, Kriege und Revolutionen treiben Kinder und Kindeskinder der Vējagali fort von Zunte. Jahrzehnte nach dem Bau seines Hauses stirbt Noass dort ganz allein, und im Ort verbreitet sich eine Legende: Seine Reichtümer müssen sich noch immer auf dem familiären Anwesen befinden, versteckt in einem hölzernen Bettpfosten.

Zigmunds Skujiņš erzählt überbordend und mit feinem Schalk vom wechselvollen Schicksal des lettischen Volks. Seine liebevollen, fein ausgearbeiteten Figurenzeichnungen weisen ihn als großen Menschenfreund und -kenner aus.“



Die Geschichte von Zigmunds Skujiņš hat zugegeben etwas mystisches, etwas das nach der alten Seefahrer-Zeit schreit und dennoch recht modern in unsere Zeit passt. Sein Ton in dieser Geschichte enthält viel teils versteckten Humor und ja, damit muss man als Leser in bestimmten Situationen umgehen können aber auch kalte Töne. Sein Hauptprotagonist Noass gibt gewisse Rätsel auf aber wiederum kann man gewisse Situationen seines Handelns verstehen. Seine Stoischkeit aber geht beim lesen wirklich an die Substanz. Wie hätte man selbst reagiert, wenn man zu erfahren bekommt, dass die eigene Frau ein Kind mit dem eigenen Bruder bekommt? Aber so ist das nunmal wenn man sich für die See entscheidet. Ist das aber wirklich so? Zigmunds Skujiņš gibt dennoch hier und da den Lesern Raum für eigene Gedanken. Die braucht man auch. Die Geschichte spinnt sich weiter und der rote Faden wird hier und da immer wieder neu gespannt, bekommt einen neuen Faden ohnendabei zu dick oder zu überladen zu wirken. Skujiņš nutzt hier und da gekonnt Metaphern um der Situation ein anderes Bild zu geben und dennoch weiß der Leser genau was er meint.

Fazit: ein besonderes Werk mit dem gewissen Anspruch an die Leserschaft. 4 von 5 Sterne hierfür.

Veröffentlicht am 25.09.2022

4 Sterne

Das Apfelblütenfest
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Klappentext:

„Jules war neun Jahre alt, als er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Er suchte damals eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem ...

Klappentext:

„Jules war neun Jahre alt, als er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Er suchte damals eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem Tod seiner Frau alles über den Kopf wuchs.



Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, Jules' Vater ist längst tot, und er selbst hat widerwillig den Hof übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Und plötzlich bewirbt Lilou sich um die längst vergessene Stelle, eine fröhliche, eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der französischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz, für die Schönheit der Natur und auch für die Liebe.



Doch allzu schnell müssen die beiden erkennen, wie zerbrechlich Liebe sein kann, wenn das Schicksal eingreift ...“



Carsten Henn ist ein Autor, bei dem fast immer eine gute Leseunterhaltung garantiert ist. In seiner Geschichte „Das Apfelblütenfest“ war dies auch wieder so zu erwarten und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um die Stellenanzeige (das man dafür eine Baumrinde missbraucht lassen wir mal einfach unbeachtet genau wie die Tatsache das nach mehr als 20 Jahren diese Anzeige auch nicht mehr wirklich sichtbar und lesbar sein sollte) ist wirklich rührend und eben der rote Faden der Geschichte. Jules geht nun seinen eigenen Weg mit dem elterlichen Hof und erlebt so allerlei Schicksalsschläge - mal positive mal negative. Lilous Auftritt war als Leser irgendwie erhofft, ersehnt und bringt endlich den nötigen Schwung in die Geschichte und eben auch in Jules Leben.

Henn zeichnet hier ein wirklich schönes Bild der Gegend in Frankreich nieder und als Leser darf man ein wenig träumen. Seine Figuren haben alle Ecken und Kanten wie das wahre Leben eben und seine Beschreibungen, die er für Lilou bereit hält, was die Erzählungen der Natur betrifft, sind einfach nur herzerwärmend und ohne Kitsch. Hier und da gab es aber klischeehafte Anzeichen und eben der genannte Anfang mit der Stellenanzeige waren nun eher unglaubwürdig. Sei’s drum: die Geschichte hat ein schönes französisches Flair, liest sich rund, bietet viel Leseunterhaltung wenn man über so einige Parts hinweg sieht. 4 von 5 Sterne hierfür!