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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2022

Medizinisches Wissen sehr kurzweilig vermittelt

Ein Muskelkater will auch gekrault werden
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Die Ärztin hat in diesem Buch wissenswerte Fakten über die verschiedensten Funktionen und Phänomene des menschlichen Körpers zusammengetragen. Dabei beantwortet sie Fragen, die sich wohl viele im Lauf ...

Die Ärztin hat in diesem Buch wissenswerte Fakten über die verschiedensten Funktionen und Phänomene des menschlichen Körpers zusammengetragen. Dabei beantwortet sie Fragen, die sich wohl viele im Lauf ihres Lebens stellen, beispielsweise wieso der Magen knurrt, wenn man Hunger hat, was es mit Schluckauf auf sich hat und wann Schnarchen gesundheitlich bedenklich sein kann. Manches, was unser Körper veranstaltet, ist uns peinlich, dabei ist es ganz normal, und auch wenn es nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert wird, betrifft es uns doch alle.
Im zweiten großen Abschnitt räumt die Autorin mit Mythen rund um die Gesundheit und Medizin auf. Kann beispielsweise Kaugummi den Magen verkleben, wie wir es in unserer Kindheit oft zu hören bekamen? Macht das Lesen im Dunkeln die Augen kaputt? Enthält Spinat besonders viel Eisen? Macht Schokolade Pickel? Diese und viele weitere Fragen werden beantwortet, viele Behauptungen dieser Art dabei entkräftet.
Im dritten großen Teil erfahren wir, was uns gut tut und worauf wir achten sollten. Superfood ist im Trend, aber es müssen nicht immer die exotischen Zutaten sein, die gut für uns sind. So kann man statt Acerola auch Sanddorn zu sich nehmen und Hirse statt Quinoa.
Auch auf Stress, Schlaf und langes Leben geht die Autorin ein. So gibt es beispielsweise zwei unterschiedliche Schlaftypen, gesteuert durch die individuelle innere Uhr, nämlich die Lerchen und die Eulen. Die Ausführungen dazu helfen, sich selbst und seinen Körper besser zu verstehen.
Mit 190 Seiten ist das Buch nicht übermäßig dick und schnell gelesen. Außerdem ist der Inhalt sehr kurzweilig und leicht verständlich dargestellt. Da die Autorin hier quasi eine Erklärungsreise durch den gesamten Körper macht, kann sie auf die einzelnen Punkte jeweils nur kurz und eher oberflächlich eingehen. Aber ich finde es gut so, denn in diesem Büchlein erfährt man viel Neues, und gerade weil die einzelnen Themen nicht in die Tiefe gehen, ist es eine interessante Lektüre für Laien.

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Veröffentlicht am 12.10.2022

Bunte und gesunde Rezepte, die ich mit Einschränkungen empfehlen kann

Meatless
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Zu Beginn erzählt der Autor aus seinem Leben. Der türkischstämmige Gastronom reiste sehr viel und besuchte alle möglichen Länder der Erde. Entsprechend international sind die Gerichte in seinem Kochbuch ...

Zu Beginn erzählt der Autor aus seinem Leben. Der türkischstämmige Gastronom reiste sehr viel und besuchte alle möglichen Länder der Erde. Entsprechend international sind die Gerichte in seinem Kochbuch zusammengestellt. Bei der Zusammenstellung der Rezepte legte Cihan Anadologlu viel Wert auf gesunde Küche, denn aus eigener Erfahrung kann er berichten, wie stark die Gesundheit vom Ernährungs- und Lebensstil abhängt.
Dann geht es auch schon mit den vielfältigen Rezepten aus aller Welt los.
Sie sind in fünf große Bereiche aufgegliedert:

• Auf die Hand
• Auf die Schnelle
• Aus Pfanne und Topf
• Aus dem Ofen
• sowie Cihans Specials.

Gerade im ersten Kapitel lernt man Fingerfood in seiner ganzen Vielfalt kennen. Dieses Essen to go findet man wohl in jedem Land, und die Mischung, die der Autor uns hier kredenzt, ist bunt und abwechslungsreich.
Im Kapitel „Auf die Schnelle“ dominieren einfache Gerichte wie Suppen, Salate aber auch Häppchen und Sandwiches, die vielleicht ein klein wenig mehr Aufwand erfordern oder nicht einfach aus der Hand gegessen werden können.
Im dritten Kapitel finden sich ebenfalls Suppen, daneben aber auch Risotto, Menemen, Pilaw, Tacos, Tortilla und vieles mehr.
Das Kapitel „Aus dem Ofen“ kann mit so schönen und leckeren Gerichten wie gefülltem Gemüse, Zwiebeltarte, Gemüselasagne und anderen aufwarten. Auch hier ist wieder ein Rezept für Tacos dabei. Aber auch Klassiker wie Pinsa, Shakshuka oder Gemüselasagne findet man hier.
Bei den Specials im letzten Kapitel geht es im wahrsten Sinn des Wortes noch einmal quer durch den Gemüsegarten. Von Burger über ein Rote-Beete-Hummus bis hin zu Ramen-Suppe, Manti oder asiatischen Dumplings, hier findet wohl jeder etwas für sich. Auch ich wurde fündig und habe mir schon bei der ersten Durchsicht einige Gerichte notiert, die ich gerne ausprobieren möchte.
Alle Rezepte sind vegetarisch, manche auch vegan, und die vegetarischen Speisen kann man auch oft vegan abwandeln bzw. die tierischen Produkte austauschen. Manches kannte ich bereits und habe es nach ähnlichen Rezepten schon früher gekocht. Aus Cihans Specials habe ich dann das erste Gericht ausgewählt, das ich probieren wollte; es war die Ratatouille, denn dafür hatte ich gerade alles im Haus. Nun ist dies ein Gericht, das viele von uns schon selbst gekocht haben, auch ich, und letztendlich ist es ja mit einem Eintopf vergleichbar. Um Ratatouille a‘la Cihan auszuprobieren, habe ich mich genau an die angegebenen Zutaten gehalten. Allerdings musste ich beim genaueren Durchlesen des Rezepts stutzen, denn als Zubereitungszeit sind 30 Minuten angegeben, im Rezept steht aber dann, man solle das Gemüse zwei Stunden schmoren. Ehrlich gesagt, daran ist dieses „Special“ dann gescheitert, denn ich habe es einfach nicht über mich gebracht, das schöne, frische und bunte Gemüse zwei Stunden lang garen zu lassen. Ich hatte meine Zweifel, ob das eine Besonderheit bei Ratatouille sein könnte oder vielleicht ein Druckfehler, aber die zwei Stunden werden nicht nur einmal, sondern an zwei Stellen im Rezept erwähnt. Daraufhin habe ich alle möglichen Rezepte zu Ratatiouille gesucht. Nirgends war so eine lange Garzeit angegeben, und ich muss sagen, nach zwei Stunden hätte man wohl nur noch einen undefinierbaren Brei im Topf. Mit dem farbenfrohen Foto im Kochbuch hätte das Ergebnis dann wohl kaum noch Ähnlichkeit gehabt. Ich habe mich auf eine Garzeit von 20 Minuten beschränkt, und meine Ratatouille war dann sehr lecker. Aber Cihans Rezepte unterziehe ich nun immer erst einer genauen Prüfung, bevor ich mich ans Vorbereiten mache, denn mit seinen Garzeiten gehe ich nicht immer überein.
Was ich auch nicht so ganz nachvollziehen kann, ist die Einteilung, denn wie bereits gesagt, gibt es in verschiedenen Kapiteln Suppen, und auch andere Gerichte tauchen in mehreren Kapiteln auf, wenn auch in etwas abgewandelter Form, so die bereits erwähnten Tacos.
Am Ende gibt es noch informative Ausführungen zu einigen besonders gesunden Lebensmitteln.
Trotz der kleinen Irritationen, die ich erwähnt habe, ist dies insgesamt ein schönes, buntes Kochbuch mit vielen leckeren Rezepten. Man sollte nur nicht ganz unbedarft an die Gerichte herangehen und sich vor dem Kochen bzw. Zubereiten erst einen Überblick über die Zutaten und die Zubereitungszeiten verschaffen.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Die Geschichte einer Außenseiterfamilie zur Zeit des ersten Weltkriegs

Die Bagage
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Monika Helfer beschreibt in diesem Roman die Geschichte ihrer eigenen Großeltern. Josef und Maria Moosbrugger sind „Die Bagage“, denn sie leben abgeschieden, außerhalb der Dorfgemeinschaft. Als Josef im ...

Monika Helfer beschreibt in diesem Roman die Geschichte ihrer eigenen Großeltern. Josef und Maria Moosbrugger sind „Die Bagage“, denn sie leben abgeschieden, außerhalb der Dorfgemeinschaft. Als Josef im ersten Weltkrieg eingezogen wird, vertraut er seine Frau und die Kinder dem Schutz des Bürgermeisters an. Während Josefs Abwesenheit kommt Georg aus Hannover in die Gegend und macht auch Marias Bekanntschaft. In dieser Zeit wird Maria schwanger. Sie erwartet ein kleines Mädchen, das die Mutter der Autorin ist. Nach dem Krieg wird Josef nie das Wort an die kleine Grete richten.
Die Ereignisse sind mit einfachen Worten erzählt. Die Autorin schreibt wie die Menschen wohl damals gesprochen haben, und doch hat ihre Erzählung etwas Poetisches. Dass ihre Großeltern Josef und Maria hießen, erscheint fast gleichnishaft. Die Geburt der kleinen Grete steht unter keinem guten Stern, und der Unterschied zu dem gleichnamigen Paar aus der Bibel ist, dass Josef Moosbrugger seiner Maria anscheinend kein großes Vertrauen entgegenbrachte. Er vertraute lieber auf den Bürgermeister. Die Wahrheit erkennt Josef zu spät, am Ende seines Lebens.
Der Roman hat Eindruck bei mir hinterlassen. Monika Helfer beschreibt das damalige Leben mit einfachen Worten und doch sehr plastisch. Zwischendurch gibt es immer wieder Zeitsprünge in spätere Jahrzehnte, die zeigen, dass die damaligen Ereignisse ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen, denn innerhalb der Familie spielen sich noch einige Tragödien ab. Manchmal hatte ich kleinere Probleme, mich bei den Wechseln in den Zeiten zurecht zu finden, aber die Irritation war jeweils nur von kurzer Dauer, zu bewegend ist das, was Monika Helfer hier erzählt. Mit 160 Seiten ist dies ein kleines, feines Buch über eine außergewöhnliche Familiengeschichte aus alter Zeit.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Zweiter Teil einer Familiengeschichte, der 1964 im Zonenrandgebiet spielt

Die Dorfschullehrerin
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Leider habe ich erst zu spät gemerkt, dass dieser Roman bereits der zweite Teil einer Dilogie ist. Aber ich muss sagen, ich habe mich trotzdem schnell in der Geschichte zurecht gefunden. Es gibt viele ...

Leider habe ich erst zu spät gemerkt, dass dieser Roman bereits der zweite Teil einer Dilogie ist. Aber ich muss sagen, ich habe mich trotzdem schnell in der Geschichte zurecht gefunden. Es gibt viele Rückblicke und Erinnerungen, so dass mir schnell klar wurde, was vorher geschah. Es ist nicht das erste Mal, dass Helene nach Kirchdorf zieht, denn schon einmal hat sie dort gelebt und an der Schule unterrichtet. Ich muss gestehen, dass zwar Gründe genannt sind, wieso sie damals den Ort verlassen hat, aber so ganz schlüssig war diese Entscheidung nicht für mich. Vielleicht hätte ich sie nachvollziehen können, wenn ich die Vorgeschichte ausführlicher gekannt hätte. Als Helene nun die Stelle der Schulleitung in Kirchdorf angeboten wird, hat sie zuerst ihre Zweifel, denn sie befürchtet, ihre Tochter Marie könnte unglücklich darüber sein, wieder in den Ort zu ziehen, wo sich das Mädchen schon damals nicht wirklich wohlgefühlt hat. Aber hier merkt man bald, dass Marie inzwischen in einem Alter ist, wo sie viel über die Gegebenheiten nachdenkt und auch schon mal ihre Meinung revidiert. Als Helene ihre neue Stelle antritt, bleibt es nicht aus, dass sie auch Tobias, dem Landarzt, wieder begegnet. Mit ihm hatte sie anscheinend bereits in Band 1 eine Liebesbeziehung. Die Geschichte der beiden wirkte stellenweise etwas konfus auf mich, denn vor allem die vernünftige Lehrerin und Schulleiterin benimmt sich manchmal wie ein Teenager und weiß so gar nicht was sie will.

Der Zeitgeist im Roman ist sehr gut und lebendig dargestellt. Es werden einige Themen aufgegriffen, die damals, in den 60er Jahren, problematisch waren. So zum Beispiel eine Liebesbeziehung zwischen Schwarz und Weiß oder eine uneheliche Schwangerschaft. Gerade im ländlichen Raum war das alles vermutlich noch schwieriger als in den Städten, denn gerade in Kirchdorf war der Dorfklatsch sehr aktiv, es gab jede Menge Vorbehalte, und einige Zeitgenossen benahmen sich extrem selbstgerecht. Es war die Zeit des Kalten Krieges, und gerade im Zonenrandgebiet, wo der Roman spielt, kam es damals immer wieder zu kritischen Vorfällen. Ich weiß es noch aus meiner Kindheit, denn auch wir hatten nur wenige Kilometer bis zur Zonengrenze, und wenn wir damals ab und zu dort in der Gegend spazieren gegangen sind, hat mich immer ein mulmiges Gefühl beschlichen. Es ist heutzutage direkt unfassbar, was zu dieser Zeit geschah und dass damals Deutsche an der Grenze auch schon mal auf Deutsche geschossen haben. Auch wenn man erfährt, was Helene und ihre Familie schon erlebt haben, ist dies erschütternd aber eben sehr realistisch dargestellt. Über das damalige Schulsystem und geplante Änderungen erfährt man ebenfalls ein wenig, allerdings läuft dieses Thema eher nebenher. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Schicksale von Helene, Marie, Tobias aber auch von Helenes Freundin Isabella und ihrer verbotenen Liebe, von Tobias‘ Sprechstundenhilfe Agnes und ihrer Familie und noch einige mehr. Auch liegt die Vergangenheit wie ein dunkler Schatten über Helene und holt sie wieder ein.

Der Roman liest sich weitgehend sehr fesselnd. Nur sind sehr viele Dialoge im Dialekt geschrieben, und ich muss gestehen, das hat meinen Lesefluss manchmal ziemlich ausgebremst, denn einiges musste ich mehrmals lesen, um zu verstehen, was gemeint ist.

Wer sich für die beschriebene Zeit und die damalige Lebensweise interessiert, als Deutschland noch geteilt war, wird sicher Gefallen an diesem Roman finden, allerdings empfehle ich, dann doch beide Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.06.2022

Amüsanter, ein wenig skurriler Regionalkrimi

Bächle, Gässle, Katzenjammer
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Dies ist bereits der sechste Band um die Journalistin Katharina Müller. Für mich ist es die erste Begegnung mit dieser Krimireihe, was aber dem Lesefluss und dem Verständnis keinen Abbruch getan hat, denn ...

Dies ist bereits der sechste Band um die Journalistin Katharina Müller. Für mich ist es die erste Begegnung mit dieser Krimireihe, was aber dem Lesefluss und dem Verständnis keinen Abbruch getan hat, denn es handelt sich hier um einen abgeschlossenen Fall. Katharinas privates und berufliches Umfeld wird so weit erklärt, dass man auf jeden Fall gut folgen kann. Ereignisse in der Vergangenheit sind für diesen aktuellen Fall nicht relevant.

Katharina ist mit dem Hauptkommissar Jürgen Weber gut bekannt, und die beiden scheinen auch in der Vergangenheit schon „zusammengearbeitet“ zu haben. Es gibt zwar auf beiden Seiten ein Berufsgeheimnis, aber ein wenig gegenseitige Unterstützung ist trotzdem möglich. Außerdem spielt auch der schwarze Kater Romeo eine wichtige Rolle, und auch er ist allem Anschein nach nicht zum ersten Mal in einen Kriminalfall verwickelt.

Kurz vor Halloween tauchen gleich mehrere Probleme auf. Zum einen benimmt sich der Chef der Freiburger Konditorei Waldvogel, bei der Feier zum hundertsten Firmenjubiläum, sehr seltsam, als sei er betrunken. Dann wird eine junge Frau in dem Haus, wo auch Romeo mit seinem Frauchen wohnt, umgebracht. Die Recherchen ergeben, dass sie mit der Familie Waldvogel verwandt ist. Durch ihren Beruf hatte das Opfer natürlich sehr viele Kontakte, entsprechend gibt es auch zahlreiche Verdächtige für den Mord an der Psychotherapeutin. Der Krimi kann mit einem rätselhaften, spannenden Plot aufwarten und ist sehr unterhaltsam, denn die Charaktere sind zum Teil recht spleenig. Kater Romeo hat so seine eigenen Ansichten zum Fall und bringt sich auf ungewöhnliche Weise ein. Bei Katharina kommt auch noch ein persönliches Problem dazu, denn sie steht kurz vor ihrem 50. Geburtstag, was ihr sehr zu schaffen macht. Alles in allem ist dies ein kurzweiliger und amüsanter Regionalkrimi, der sich flott liest und mit dem man richtig gut abschalten kann.

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