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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2023

Zwar nicht atemberaubend, aber gut

Die Wahrheit
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„Die Wahrheit“ ist der Titel des neuen Romans von Mattias Edvardsson Gleichzeitig ist das Wort ein dehnbarer Begriff. Was nach außen als Wahrheit angenommen wird, ist es nicht automatisch. Zwei der Hauptpersonen, ...

„Die Wahrheit“ ist der Titel des neuen Romans von Mattias Edvardsson Gleichzeitig ist das Wort ein dehnbarer Begriff. Was nach außen als Wahrheit angenommen wird, ist es nicht automatisch. Zwei der Hauptpersonen, Regina und Steven Rytter leben in einem großen Haus. Hier wird Karla, eine Studentin, als Putzhilfe arbeiten. Sie wohnt bei Bill, einem Witwer und Vater einer kleinen Tochter. Ja, und dann ist da noch Jennica, die ehemalige Freundin von Bills verstorbener Frau. Alle meinen, dass sie die Wahrheit kennen…

Der ausführliche Klappentext irritierte mich zwar zunächst, je weiter ich aber im Buch vorankam, desto mehr schätzte ich ihn. Es gibt so viele Personen und deren Geschichten. Sie finden sich zwar alle irgendwie zusammen, aber das dauert. Eine Tochter, die für meinen Geschmack zu viel Rücksicht auf die Alkoholkranke Mutter nimmt, ist eine davon. Oder Bill als Vater, der für seine Tochter alles tun würde und dabei sich selbst vergisst.

Ja, spannend war das Buch schon und der Schreibstil angenehm zu lesen. Der Schluss gefiel mir aber überhaupt nicht. Für meinen Geschmack zu konstruiert und es gibt noch immer offene Fragen. Und nein, atemberaubend war er ebenfalls nicht.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

„Mein Leben liegt in der Hand Gottes, nicht in der Macht eines raffgierigen Papstes.“

Der Teufel von Rom
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Vinzenz ist Mönch und lebt in einem Kloster der Dominikaner. Mit sich und der Welt zufrieden hätte er niemals gedacht, dass ein Mensch so böse und ohne Skrupel sein könnte. Bis er den Kardinal Rodrigo ...

Vinzenz ist Mönch und lebt in einem Kloster der Dominikaner. Mit sich und der Welt zufrieden hätte er niemals gedacht, dass ein Mensch so böse und ohne Skrupel sein könnte. Bis er den Kardinal Rodrigo Borgia kennenlernt. Da Vinzenz ihm den Gehorsam verweigert und das immer wieder, wird er verhaftet und in einen Kerker unterhalb der Engelsburg gebracht.
„Der Teufel von Rom“ beschreibt das Leben des Widerlings Rodrigo, der am 03. August 1482 zum Papst gewählt wurde und als Alexander VI in die Geschichte einging.

Bevor Vinzenz Mönch wurde, erlebte er bereits Entbehrung, Tod und schwerste Arbeit. Nachdem sein Vater starb und die Not in der Familie immer größer wurde, schickt ihn die Mutter in ein Kloster. Da war er 12 Jahre alt. Der gottesfürchtige Junge verlor nie seine Bescheidenheit und predigte immer wieder gegen die Genusssucht von Lateran und Adel. Die Feinde ließen nicht lange auf sich warten und sein ärgster war dieser Rodrigo Borgia. Sein unerschütterliches Gottvertrauen war es wohl, was ihn so stark machte, dass Vinzenz Borgia die Stirn bieten konnte.

Die Schilderung der Machenschaften des späteren Papstes ließen mich sprachlos und erschüttert zurück. Alles in lebendiger und bildhafter Sprache geschrieben und kurzweilig. Bei der Sprache waren diese Kraftausdrücke, teilweise ins Vulgäre abdriftend, so gar nicht mein Fall. Auch die minutiöse Beschreibung der Geschlechtsakte haben in einem historischen Roman nichts verloren. Das Cover wiederum passt ausgezeichnet zum Genre.

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Als Autor von Alpenkrimis gefällt er mir besser

Shorty
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Shorty, 42 Jahre alt, bezeichnet sich selbst als „Jobhopper“. Nein, nicht dass er faul ist. Er wechselt halt gerne seine Arbeitgeber und auch privat mag er keinen langweiligen Trott. Immer dann, wenn er ...

Shorty, 42 Jahre alt, bezeichnet sich selbst als „Jobhopper“. Nein, nicht dass er faul ist. Er wechselt halt gerne seine Arbeitgeber und auch privat mag er keinen langweiligen Trott. Immer dann, wenn er eintönige Arbeiten zu erledigen hat, verfolgt er spannende Hörbücher. Damit er nicht einschläft. Ja und dann hört er plötzlich aus seinem Headphone den Lieblingssprecher Simon Jäger. Der spricht ihn direkt an und gibt ihm eine Aufgabe. Er soll mit einer einzigen Aktion die Welt retten. Ein aufreibendes Abenteuer beginnt.

Jörg Maurer war mir als Autor netter Alpenkrimis bekannt. Dieses Buch kann man damit nicht vergleichen und es fiel mir schwer, der Story zu folgen. Ja, sprachlich gibt es nichts zu kritisieren. Aber die Handlung war mir dann doch zu weit hergeholt. Zu abstrakt und abgehoben. Keineswegs glaubwürdig. Schade, aber ich hoffe, dass bald wieder ein Alpenkrimi des Autors erscheint. Als Science-Fiction-Autor konnte er mich nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Vorhersehbar und unrealistisch

Du entkommst mir nicht
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Fräulein Johanna Talbach ist wieder Single. Sie trennte sich von ihrem Freund und sucht eine eigene Wohnung. Die findet sich rasch. In einem Hochhaus. Frisch renoviert und mit einem sehr sympathischen ...

Fräulein Johanna Talbach ist wieder Single. Sie trennte sich von ihrem Freund und sucht eine eigene Wohnung. Die findet sich rasch. In einem Hochhaus. Frisch renoviert und mit einem sehr sympathischen Nachbarn. So denkt sie. Er wohnt über ihr, ist Mitte 40 und ein Angeber. Er ist auf jeden Fall von Johanna besessen und das wird bald zu einer tödlichen Falle für die junge Frau.

"Du entkommst mir nicht" ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Johanna spricht in der Ich-Form und das Agieren Arthurs wurde in der dritten Person geschrieben. Die Story beginnt mit der Suche nach einer Wohnung und der Enttäuschung über die Verwahrlosung. Wie ein helfender Engel erscheint Arthur und lässt sie renovieren. Sofort empfindet Johanna Dankbarkeit für ihn. Dabei gefällt sie ihm und er will sie für sich gewinnen. Ein leider sehr vorhersehbares Katz- und Mausspiel beginnt.

Leichte Lektüre, die mich nicht überzeugte. Das lag einmal an der sehr schlichten Ausdrucksweise und zum anderen an der nicht vorhandenen Spannung. Die Story ist brutal und das macht für mich aber keineswegs einen guten Thriller aus. Ein Plus sind die gut recherchierten Fakten zu psychischen Erkrankungen, die hier aber auch übertrieben oder gar unglaubwürdig dargestellt werden.

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Mäßig spannend und nicht immer schlüssig

Das Haus der stummen Toten
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Sie hat sich mit ihrer Großmutter verabredet. Irgendwie war die in den letzten Tagen beunruhigt und wartete auf ihre Enkelin. Das passt so gar nicht zu dieser selbstbewussten, taffen Seniorin. Als Enkelin ...

Sie hat sich mit ihrer Großmutter verabredet. Irgendwie war die in den letzten Tagen beunruhigt und wartete auf ihre Enkelin. Das passt so gar nicht zu dieser selbstbewussten, taffen Seniorin. Als Enkelin Eleanor dann vor ihrer Haustüre steht, kommt eine Gestalt aus dem Flur. Eleanor kann keine Gesichter erkennen und kann auch diese Person nicht zuordnen. Sie betritt die Wohnung und sieht, dass Vivianne, die Großmutter, auf dem Boden liegt. In einer Blutlache. Tot, mit einer Schere ermordet. Der Schock sitzt tief und Eleanor fällt in ein Loch. Sie begibt sich in Therapie. Bis sie den Inhalt des Testaments erfährt. Sie soll ein Anwesen geerbt haben, von dem Sie vorher niemals hörte. Warum hat Vivianne nie darüber gesprochen?

„Das Haus der stummen Toten“ ist in zwei Zeitschienen erzählt. Dem Hier und Jetzt und dem ab den Jahren 1962. Verwirrend sind dabei die vielen Namen, von denen einige mit gleichen Buchstaben anfangen. Aber auch die ganze Story ist nicht immer schlüssig. Zu oft gibt es ausführliche Schilderungen von Nebenschauplätzen, die meiner Meinung nach das Ganze unnötig in die Länge ziehen.

Spannend ist die Story zwar auch, aber wiederum nicht immer schlüssig. Das gilt besonders für das Ende. Die Idee fand ich gut. Mal anders als momentan üblich und nicht die momentan üblichen „Geheimnisse“ vom Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Auch wenn die Story nicht wirklich gefangen nimmt, es ist kurzweilige Unterhaltung, bei der man sich nicht so sehr konzentrieren muss.

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