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Veröffentlicht am 15.09.2016

Verprechen leider nicht gehalten

Die Säulen des Lichts
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Das Cover hat mich vom ersten Moment an gereizt, es ist meiner Meinung nach einfach wunderschön, schlicht und dennoch für einen Roman über einen Kreuzzug angemessen. Denn wenn ich ehrlich bin, kann ich ...

Das Cover hat mich vom ersten Moment an gereizt, es ist meiner Meinung nach einfach wunderschön, schlicht und dennoch für einen Roman über einen Kreuzzug angemessen. Denn wenn ich ehrlich bin, kann ich die klassischen Cover von historischen Romanen (Frauen auf dem Bucheinband) nicht mehr sehen, da ist ein solches Cover eine schöne und attraktive Abwechslung.
Auch der Klappentext hörte sich vielversprechend an: „gemeinsam versuchen die drei jungen Menschen – ein Christ, eine Muslima, ein Jude – in einer Stadt zu überleben“. Ganz ehrlich viel mehr gemeinsam gibt es nicht. Zwar verliebt sich die Muslima in den Juden, aber die beiden sind in der belagerten Stadt und der Christ ist in dem Heer, dass die Stadt Akka belagert. Somit hatte ich immer das Gefühl, dass zwei Geschichten erzählt werden und nicht eine Geschichte.
Insgesamt wird der Roman sogar weites gehend aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt: John, der junge Christ, erzählt aus der Ich-Perspektive der Besatzer. Nathanael, der Sohn des jüdischen Medicus und Zorah, das muslimische Mädchen schildern zuerst getrennt das Gesehen in der Stadt, durch ihre Liebe und Zuneigung wird dieser Erzählstrang im Verlauf des Romans immer mehr zu Einem. Aus der vierten Perspektive erzählt uns Malek Zorahs Bruder, einer der Leibgardisten des Sultans. Er gewährt uns einen Einblick hinter die Palastmauern und das politische Geschehen.
Alle vier Erzählstränge laufen dem Höhepunkt mit unterschiedlicher Intensität entgegen. Am Meisten gefesselt hat mich die Perspektive und Geschichte von Nathanael und Zorah, nicht das mich das politische Geschehen nicht interessiert hätte, aber Zorahs und Nathanaels Geschichte hatte meiner Meinung nach mehr Tiefgang und Facetten. Ich hätte mir eine engere Verzahnung der politisch, strategischen Vorkommnisse mit den menschlichen Nöten in der besetzten Stadt gewünscht. Denn mich haben gerade die Menschen in dieser Stadt berührt, die dieser Belagerung Stand gehalten haben. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Schade finde ich es, dass es eher ein nebeneinander der Religionen war, als das gemeinsame Kämpfen der Religionen ums Überleben.
Dieses Buch kann ich daher nur bedingt empfehlen, wer sich für die Belagerung von Akka interessiert und dem es eher um politische und strategische Entscheidungen aus Sicht der verschiedenen Parteien geht, der kann dieses Buch durchaus lesen. Wer aber lieber einen historischen Roman lesen möchte, der das gemeinsame der Religionen in diesem Kampf betont und vor allen Dingen die menschliche Seite zeigt, dem kann ich dieses Buch leider nicht empfehlen. Für mich war es ein interessanter Roman, aber leider nicht mehr, vor allen Dingen konnte er mich nicht in dem Überzeugen, was er versprochen hatte.
Ich danke der Verlagsgruppe RandomHouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Reise der Giraffen

Die Sonne von Sannar
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Über das Buch:
Im Jahr 1825 machen sich ägyptische Jäger auf, im Auftrag des Vizekönigs Muhammad Ali Pascha zwei Giraffenkinder einzufangen. Diese sollen als Geschenk an den französischen und englischen ...

Über das Buch:
Im Jahr 1825 machen sich ägyptische Jäger auf, im Auftrag des Vizekönigs Muhammad Ali Pascha zwei Giraffenkinder einzufangen. Diese sollen als Geschenk an den französischen und englischen Königshof verschickt werden. Zwei junge Sklavinnen, die Schwestern Najah und Zahina, begleiten die Tiere auf ihrer abenteuerlichen Reise. Doch in dem fernen Europa verläuft ihr Schicksal ganz anders als erhofft, und ihre zarten Träume vom Glück scheinen sich keineswegs zu erfüllen ... (Quelle: www.luebbe.de" target="_blank">www.luebbe.de)

Über die Autorin:
Judith Knigge ist der bürgerliche Name von Linda Belago. Während sie mit ihren Lesern als Linda Belago ins exotische Surinam reist, legt sie als Judith Knigge einen historischen Schmöker mit besonderem Flair vor: eine Geschichte mit einem wahren Kern, die von der Reise zweier Giraffen aus Afrika quer durch Europa erzählt und vor allem das Schicksal der Menschen beleuchtet, welche die Tiere begleiten. (Quelle: www.luebbe.de" target="_blank">www.luebbe.de)

Meine Meinung:
„Die Sonne von Sannar“ ist meiner Meinung nach ein ganz besonders Buch, es hat einen wahren historischen Kern und erzählt eine ganz außergewöhnliche Geschichte, die Geschichte zweier Giraffen die ihren Weg als Geschenk nach Europa antreten.
Das Cover stimmt uns schon mal auf Afrika ein und spiegelt meiner Meinung nach sehr gut wieder, um was es eigentlich geht.
Die Giraffen sind der Dreh und Angelpunkt dieser Story, die Menschen werden teilweise zu Nebenfiguren, denn es geht immer nur um die Giraffen. Dies soll nicht negativ gemeint sein, aber ich denke wir alle können uns vorstellen, dass eine Giraffe nicht so einfach zu transportieren ist und erst recht nicht vor Beginn des 19. Jahrhunderts.
Die Menschen, die die Giraffen begleiten werden somit zu einer verschworenen Gemeinschaft, die alles tut um ihren Schützlingen optimale Bedingungen zu liefern. Aber auch das Zwischenmenschliche bleibt nicht aus. Eine zarte und tiefe Liebe bahnt sich an, die nicht sein darf und kann. Im Laufe des Romans geht es auch zunehmender um die Menschen, dennoch bleiben die Giraffen ein wichtiger Bestandteil.
Alles läuft auf das eine Ziel hin, die Giraffen gut nach Paris bzw. London zu bringen, wobei der Transport nach Paris im Vordergrund steht. Doch mit der bloßen Ankunft belässt es die Autorin nicht, die Giraffen sollen sich natürlich einleben und die Menschen, die sie bisher begleitet haben, rücken nun sukzessive in den Vordergrund.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, wobei hier erzählende Passagen deutlich überwiegen. Die Autorin zeichnet zu jeder Sekunde des Romans ein sehr genaues Bild der Umgebung ihrer Protagonisten. Wer auf spritzige Dialoge aus ist, wird enttäuscht werden. Dennoch fand ich es immer interessant und war neugierig, wie es denn nun weitergehen möge.
Das Buch kann ich allen Lesern ans Herz legen, die mal gerne einen historischen Roman vor afrikanischer Kulisse lesen mögen und bisher immer einen Bogen um die Love-&-Landscape-Romane gemacht haben. Denn diesen Roman können auch durchaus Männer lesen, denn wie gesagt, der Hauptteil der Handlung nimmt nicht die Liebesgeschichte ein.
Fazit: Ein gelungener historischer Roman vor exotischer Kulisse, für die Leser und Leserinnen, die mal etwas abseits des Mainstreams lesen wollen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Köln, Therme und Mord

Rheines Gold
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Meine Meinung:
Ich mag die Bücher von Andrea Schacht sehr, ob Begine Almut, Myntha oder auch die Romane wie die „Kreuzblume“, ich habe sie alle verschlungen. Dieser Roman war quasi Pflichtlektüre, doch ...

Meine Meinung:
Ich mag die Bücher von Andrea Schacht sehr, ob Begine Almut, Myntha oder auch die Romane wie die „Kreuzblume“, ich habe sie alle verschlungen. Dieser Roman war quasi Pflichtlektüre, doch leider muss ich sagen, dass er für mich nicht an die vorangegangenen Romane heranreicht.
Dabei hatte der Roman eigentlich alles, was ich an den Büchern von Andrea Schacht so liebe, eine nicht allzu tägliche Geschichte (100 n. Chr. ist nun wirklich mal ein anderes Setting), Köln (die Stadt die ich so mag), eine großartige Frau (alle Romanfiguren von Andrea Schacht bekommen ein unverwechselbares Profil) und eine spannende Story (Gold im Vater Rhein und dazu ein Toter der in der Therme angeschwemmt wird, das riecht förmlich nach Mord). Und trotz all dem der Funke ist bei mir irgendwie nicht übergesprungen. Was könnten Gründe dafür sein? Zum einem vermute ich, dass mir die Zeit irgendwie nicht gelegen hat, es sind doch andere politische Strukturen. Ich brauchte hier eine ganze Weile um die Zusammenhänge zu erfassen und mich in der Gesellschaft zu Recht zu finden. Zum anderen muss ich sagen, dass für mich die Spannung nicht so da war, wie in den anderen Romanen, ich hatte aus irgendwelchen Gründen nicht so das Gefühl unbedingt wissen zu wollen, was genau dahinter steckt. Wer der Bösewicht in diesem Roman ist, war für mich ziemlich schnell klar, vielleicht hat mir dies auch die Spannung geraubt. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, woran es gelegen hat, dass mir der Übertäter quasi so ins Auge sprang.
Das Cover passt meiner Meinung nach sehr gut in die Zeit, es ist dem Leser sofort klar, dass dieser Roman nicht im Mittelalter spielt. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt wunderbar, doch leider kann er das Manko der fehlenden Spannung für mich nicht aufwiegen.
Ein historischer Roman, der sich für mich im Mittelfeld platziert, man kann ihn lesen, aber man muss es nicht. Meiner Meinung nach gibt es wesentlich bessere Bücher von Andrea Schacht, nichts destotrotz bleibt sie eine meiner Lieblingsautorinnen.

Veröffentlicht am 22.01.2023

Boston Noir Krimi

All die kleinen Sünden. Ein Fall für Felix Cain
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Ein klassischer Noir-Krimi im Stil der 50iger Jahre sorgt für kurzweilige Unterhaltung beim Lesen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story es um den Privatdetektiv Felix Cain, welcher von seinem Kunden ...

Ein klassischer Noir-Krimi im Stil der 50iger Jahre sorgt für kurzweilige Unterhaltung beim Lesen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story es um den Privatdetektiv Felix Cain, welcher von seinem Kunden Norman Campbell beauftragt wird dessen Ehefrau nach einigen Jahren ausfindig zu machen. Nach kurzer Zeit findet er diese mysteriöse Ehefrau namens Mary und erhält alsbald einen neuen Auftrag von dieser ihre verschwundene Schwester Nora ausfindig zu machen. Cain gerät in einen äußerst verwirrenden Fall, welcher sich nicht so klar darstellt, wie er zuerst gedacht hat. Irgendetwas stimmt nicht mit seinen Auftraggebern oder hat er sich gar ganz verrannt?

Eine intensive Such nach der Wahrheit beginnt. Cain ist ein typischer Detektiv wie sich Leser einen Privatermittler aus den 50iger Jahren vorstellt. Mit Ecken und Kanten in seinem Charakter versehen agiert er manchmal am Rand der Grauzone bei seinen Ermittlungen was mir gut gefallen hat. Allerdings hätte ich mir noch ein wenig mehr charakterliche Tiefe bei ihm gewünscht. Vielleicht ist dieser Umstand auch Teil einer Strategie der Autorin um dieser Figur eine gewisse „mysteriöse Aura zu verleihen“. Als wesentliche Nebendarsteller sind neben Norman Campbell, seine Ehefrau Mary sowie Gerda zu nennen. Gerade Mary hat mir dabei am besten gefallen weiß sie doch Felix auf ihre Art zu beeinflussen und dem Roman so einen gewissen Spannungsbogen zu verleiten. Der Roman spielt im Boston der 50iger Jahre und ist für den Leser sehr gut einordbar. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, dialogorientiert und gut lesbar. Als Zielgruppe des Romans kommen Krimifreunde sowie Anhänger der 50iger Jahre in Betracht. Kurzweilig und spannend ist dieser Krimi durchaus empfehlenswert und sorgt für nahezu verfliegende Lesestunden.

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Veröffentlicht am 01.10.2022

Flucht ist keine Lösung

Die Gärten von Heligan - Ruf der Fremde
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Cornwall, Sommer, Sonne und eine spannende Liebesgeschichte verbunden mit einer alten Familiengeschichte, dies waren meinen Vorstellungen von diesem Roman. Leider konnte der Roman meinen Ansprüchen nicht ...

Cornwall, Sommer, Sonne und eine spannende Liebesgeschichte verbunden mit einer alten Familiengeschichte, dies waren meinen Vorstellungen von diesem Roman. Leider konnte der Roman meinen Ansprüchen nicht standhalten.

Mir waren die beiden Geschichte zu sehr nebenher und zu wenig ineinander verwoben. Lexi die Hauptfigur im Gegenwartsstrang stößt bei Recherchen auf die Familie Tremayne, welche die Gärten von Heligan angelegt hat. Der Vergangenheitsstrang erzählt dann diese Geschichte.

Ich muss gestehen, dass ich auch mit Lexi nicht warm geworden bin. Ich bin definitiv kein Typ, der vor etwas wegläuft, aber genau dies macht Lexi und lügt dabei sogar ihre Eltern an. Aber Flucht hat noch nie die Dinge ungeschehen gemacht, Problemen muss man sich stellen. Die wenigsten lösen sich in Wohlgefallen auf, in den meisten Fällen muss man aktiv nach einer Lösung suchen und dies habe ich bei Lexi vermisst. Da konnte ich mit Damaris der Hauptfigur im Vergangenheitsstrang schon wesentlich mehr anfangen, sie war mir von Anfang an sympathisch.

In dem Roman geht es um Flucht und Neuanfang, um den englischen Adel, um Gärten und um Mythen. Teilweise war mir der Schreibstil zu ausufernd und langatmig. Ich mag zwar sehr gerne Pflanzen und pflege unseren eigenen Garten auch sehr gerne, doch die Beschreibungen gingen mir im Allgemeinen zu weit. Somit hatte das Buch für mich einige Längen. Die Männer in der Geschichte spielen keine aktive Rolle, am meisten noch Julian Harrington, der Schiffsbrüchige, den Damaris am Strand findet.

Der Roman wird aus der Sicht von Lexi, Damaris und Allie erzählt. Allie ist Damaris Schwester im Vergangenheitsstrang. Julian Harrington erzählt den Prolog und den Epilog. Der Roman ist mit einigen Zeitsprüngen versehen und dies muss man einfach mögen. Mein Problem war viel eher, dass im Gegenwartsteil kein roter Faden meine Meinung zu finden war.

Leider konnte mich dieser Auftakt nicht überzeugen und ich werde die Reihe wohl nicht weiterverfolgen. Ein Roman für Garten- und Cornwall-Fans, die nicht all zu große Ansprüche haben und sich von einem daher plätschernden Plot nicht abschrecken lassen.

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