Der Film des Lebens
DomschattenträumeEine Frau lebt ihren Traum und versucht diesen trotz Schicksalsschlägen in die Tat umzusetzen. Mitfühlend und interessant geschrieben habe ich diesem Roman im Laufe des Lesens immer mehr abgewinnen können. ...
Eine Frau lebt ihren Traum und versucht diesen trotz Schicksalsschlägen in die Tat umzusetzen. Mitfühlend und interessant geschrieben habe ich diesem Roman im Laufe des Lesens immer mehr abgewinnen können. In der Geschichte geht es um die junge Unternehmerstochter Karolina Offermann. Ihr absoluter Lebenstraum ist es Schauspielerin zu werden. Gerade das „zeitlich neuaufkommende“ Massenkulturphänomen Kino hat es ihr angetan. Zusammen mit ihrem Cousin Felix besucht sie in Köln einige Filmvorführungen. Ihr Vater Carl Anton Offermann sieht seine Tochter aber als Hausfrau und Mutter. Dieses stereotypische Frauenbild war leider in den 20er Jahren ein sehr häufiges Bild, welche Väter von ihren Töchtern hatten. Karolina weiß sich aber zur Wehr zu setzen. Doch dann ereignet sich ein Schicksalsschlag und Karolina ist gezwungen Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen. Wird sie es schaffen ihren Traum vom Film zu erfüllen? Die Hauptfigur in der Handlung, Karolina, ist eine junge selbstbewusste und fleißige Frau, welche trotz des familiären Wohlstandes ihr eigenes Geld verdienen möchte. Gerade durch ihre Freundschaft zu Ingrid Pflückbaum, einer jungen Frau aus eher ärmlichen Verhältnissen, beweist sie ihre oft sehr bodenständige Art. Sie arbeitet als Verkäuferin in der Buchhandlung ihres Onkels in Köln und ist bei den Kunden dort allseits beliebt. Neben den bereits genannten Personen sind als weitere Protagonisten noch Karolinas Bruder Arnold, ihre Tante Olga sowie Metha Bär, die Frau eines einflussreichen Kaufhausbesitzers in Köln zu nennen. Am besten haben mir dabei Ingrid Pflückbaum, sowie Arnold Offermann gefallen. Ingrid Pflückbaum ist eine liebenswerte Freundin, welche mit ihrer lokalen liebevollen Verhaltensweise gleich mein Herz gewonnen hat. Ihr hat die Autorin die „kölsche Mundart“ in den Mund gelegt. Umso mehr benötigte ich manchmal die Hilfe meiner Frau, welche liebenswerter Weise als Dolmetscherin fungieren konnte. Arnold Offermann macht im Laufe der Story eine interessante Charakterentwicklung durch. Er wirkte für mich am Anfang fast unerträglich. Im Laufe der Erzählung zeigt er aber immer mehr seinen wahren Charakter und ich empfand für ihn am Ende sehr viel Sympathie. Der Aufbau der Erzählung ist sehr stringent und wird durch keine Zeitsprünge unterbrochen. Die Handlung spielt in Köln sowie in Berlin in den Jahren 1926 und 1927. Als Besonderheit ist ein Personenverzeichnis zu Beginn des Buches zu nennen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, dialogorientiert und gut lesbar. Das Einzige was mir nicht so gut gefallen hat waren die sich am Ende überschlagenden Ereignisse. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang in den letzten Kapiteln gewünscht. Auch hätte ich mir mehr Hintergrundinfos zu einem zentralen Ereignis in der Geschichte erhofft. Diese war mir am Ende zu einfach dargestellt. Das Fazit ist trotz der kleinen Einschränkung positiv. Als Leserinnen oder Leser taucht man ein in das Köln der 20iger Jahre ein und fiebert mit den Träumen von Karolina bis zum Schluss mit.