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Veröffentlicht am 05.07.2017

Interessante Stellungnahme einer Polizistin

Deutschland im Blaulicht
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Im Buch berichtet die Autorin aus ihrer täglichen Arbeit als Polizistin über die aktuelle Problematik im schwierigen Umgang mit v.a. männlichen Migranten. Sie ist auf Streife in einem sozialen Brennpunkt ...

Im Buch berichtet die Autorin aus ihrer täglichen Arbeit als Polizistin über die aktuelle Problematik im schwierigen Umgang mit v.a. männlichen Migranten. Sie ist auf Streife in einem sozialen Brennpunkt Deutschlands unterwegs, so dass sie selbst damit konfrontiert wird.

Manchmal laufen mir in der Bücherei mal Bücher über den Weg, von denen ich schon mal gehört hatte und die ich generell interessant finde. So ging es mir auch nun mal wieder. Generell sollte ich vielleicht sagen, dass ich nicht mehr genau wusste, um welche Thematik es sich beim Buch genau handelt, zuerst hatte ich angenommen, es ist eine Art Schilderung von Einsatzberichten. Jedoch ist dies definitiv nicht so der Fall – das sollte man sich vor dem Lesen dann auch bewusst sein.

Generell ist der Schreibstil angenehm, jedoch schon so, dass es nicht leicht zu lesen ist. Die Sätze sind manchmal lange ausformuliert, man hat viele Informationen in einen langen Satz hinein gepackt. Generell ist es auch keine einfache Sprache, man merkt, dass hier ein gewisser Anspruch vorausgesetzt wird, was ich aber völlig in Ordnung finde. Von den Fremdwörtern oder Fachbegriffen ist es gut lesbar, meiner Ansicht nach sind hier keine großartig unklaren Begriffe dabei.

Die Autorin selbst wurde als Tochter einer griechischstämmigen Familie in Bochum geboren, entsprechend ist es interessant zu lesen, was hier wie falsch läuft. Sie ist hier geboren und aufgewachsen und lebt in unserem Kulturkreis – und schreibt davon, wie hier manches leider nicht passt. Dass Sitten und Bräuche hier nicht akzeptiert werden bzw. vielmehr Regelungen nach dem Gesetz – denn dort „wo man her kommt“, oftmals Osteuropa, gilt eben eher das Faustrecht. Oder eben auch die Tatsache, dass Frauen nichts zu sagen haben, verheiratet werden sollen, etc. All diese Gepflogenheiten gibt es in unserem Kulturkreis hier in Deutschland eben nicht – und damit müssen sich auch Migranten auseinander setzen und diese Regeln hier eben akzeptieren. Leider ist dies wohl ganz oft nicht der Fall, so wird auch die Polizei nicht wirklich respektiert, was sie eingangs im Buch direkt auch schildert. (Mann möchte keine Polizistin, diese schickt man wieder weg um nach männlichen Polizisten zu telefonieren).

Mir war nicht bewusst, um welche Thematik es hier genau geht, es ist durchaus sehr aufrüttelnd, was Tania Kambouri hier schreibt, leider ist es aber ja doch auch eher so, dass der einzelne Mensch da nicht unbedingt etwas bewegen kann, was echt schade ist.

Mir ist das Lesen teilweise etwas schwer gefallen, weil ich eine Zeit lang das Gefühl hatte, dass hier kein neues Kapitel etc. kommt, zumindest nicht merklich. Inhaltlich war es durchaus interessant zu lesen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 03.07.2017

Der Mittagsmörder von Nürnberg

Das Hannibal-Syndrom
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Serienmörder – ein großes Wort, doch was steckt genau dahinter, wer sind die Täter und wie sind sie? Im Buch schreibt Stephan Harbort über alle 75 deutschen Serienmörder seit 1945 und erläutert, was die ...

Serienmörder – ein großes Wort, doch was steckt genau dahinter, wer sind die Täter und wie sind sie? Im Buch schreibt Stephan Harbort über alle 75 deutschen Serienmörder seit 1945 und erläutert, was die Motivation für die verschiedenen Taten war, den Tathergang und über den Täter.

Über Kriminalfälle lese ich ja immer wieder „gerne“ etwas. Das Thema generell finde ich interessant, vor allem eben die Einblicke, die man hier manchmal auch erhält, wenn es um die näheren Umstände des Todes geht.

Vom Phänomen des Serienmord hatte ich auch hin und wieder schon etwas gehört, jedoch fand ich es nun spannend das Thema mal etwas zu vertiefen. Im Buch wird über die verschiedensten Fälle berichtet, da gibt es Mörder, die im Wald mit der Pistole schießen, sich durchaus willkürlich ihr Opfer suchen, dann aber auch Täter, die aus reinem persönlichen Frust handeln. Im Buch werden die unterschiedlichsten Fälle erläutert und auch aus psychologischer Sicht näher betrachtet und erklärt.

Die Schilderungen waren für mich gut verständlich, die Sprache ist nicht großartig kompliziert, es ist aber auf keinen Fall ein Buch, das man einfach mal eben so liest. Man sollte sich hier schon Zeit dafür nehmen, eine leichte Lektüre sieht anders aus. Oftmals kommen auch Fachbegriffe zum Einsatz, wobei diese nachvollziehbar sind.

Nicht so gut gefallen hat mir teilweise die Art und Weise wie hier manches erläutert wird. Für mich war es einfach zu tiefgehend, ich bin dann wohl eher der Fan einer nur oberflächlichen Antwort bzw. muss nicht alles genau hinterfragt wissen. Mir war hier manche Schilderung einfach ein wenig zu ausführlich, zu langwierig.

Alles in allem ist „Das Hannibal-Syndrom“ ein wirklich spannendes und informatives Buch über die verschiedenen Serienmörder, das fachlich super gut recherchiert ist, man merkt hier, wie man sich definitiv Zeit genommen und Mühe gemacht hat. Die Fälle sind soweit verständlich geschildert und geschrieben, jedoch ist es nicht unbedingt eine Lektüre, die man mal eben so verschlingen sollte, man sollte dem ganzen schon Aufmerksamkeit widmen. Ich habe das Buch manchmal für ein bißchen zu ausführlich empfunden, es geht mir manchmal zu sehr in die Tiefe, psychologisches Wissen, das ich nicht unbedingt für mich als nötig ansehe. Ansonsten wurde ich aber wirklich spannend unterhalten.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Glück kann auch eine Schüssel voll bunter gesunder Lebensmittel sein

Rainbow Buddha Bowls
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In diesem Buch sind die verschiedensten Rezepte enthalten, mit denen man eine Schüssel voll mit buntem, leckerem und gesundem Gemüse zaubert. Im Mittelpunkt all dieser Rezepte stehen neben den regionalen ...

In diesem Buch sind die verschiedensten Rezepte enthalten, mit denen man eine Schüssel voll mit buntem, leckerem und gesundem Gemüse zaubert. Im Mittelpunkt all dieser Rezepte stehen neben den regionalen und saisonalen Produkten auch die Superfoods.

Kochen ist etwas, was ich generell gerne mache – vor allem wenn ich richtig schön Zeit dafür habe. Oftmals muss es schnell gehen, aber auch dann soll noch was sättigendes und vor allem gesundes auf dem Tisch stehen. Auf diesen neuen Essenstrend der „Rainbow Buddha Bowls“ war ich nun echt gespannt – ich esse gerne gesunde Zutaten – und farbenfrohes Essen spricht einen natürlich noch einmal mehr an. Hier verbindet man satt machendes Getreide mit knackigem Salat, frischem Gemüse und crunchigen Nüssen – darüber eine leckere Soße – fertig.

Zu Beginn werden im Buch erst einmal ein paar der verschiedenen Zutaten erläutert – z.B. Tempeh, Quinoa, Edamane, schwarzer Knoblauch oder eben auch Chia(samen). Dann geht es direkt los mit den verschiedensten Rezepten. Diese sind auf einer Seite in kurzen, verständlichen Schritten erklärt, direkt daneben findet man die nötigen Zutaten für meist vier Portionen und darunter die Zubereitungszeit. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Endergebnis dann abgebildet – alles ist wirklich ansprechend und recht natürlich wirkend fotografiert. Durch raffinierte Zutaten (gelbe und marmorierte Bete) wird alles wirklich super aufgepeppt – jedoch ist es meiner Ansicht nach auch teilweise schwierig diese Zutaten zu bekommen.

Rezepte findet man so z.B. für die „Underground Bowl“ – mit gelber und marmorierter Bete, Zwiebel, Knoblauch, Wildreis, Sprossen, Wildkräutersalat, Kumquats, Minimöhren sowie verschiedenen Würzzutaten (Limetten-Saft und Abrieb, Olivenöl, Apfeldicksaft, Dijonsenf, Meersalz, Pfeffer, zerstoßene Fenchelsamen). Außerdem gibt es eine leckere Gingerbread Bowl, hier verwendet man zum schwarzen Reis dann ein Lebkuchengewürz, kocht aber außerdem mit Knoblauch, Wirsing und getrockneten Sauerkirschen.

Man merkt es vielleicht an der Aufzählung der benötigten Zutaten für das erste (Beispiel-)Rezept – es werden unheimlich viele verschiedene Zutaten benötigt, was ich als recht aufwendig ansehe. Ich bin wirklich ein großer Fan von Gemüse und leckeren Zutaten rund herum, aber ich freue mich auch, wenn ich etwas in 25 Minuten zubereitet habe – weil ich dann eben auch einfach Hunger habe… Ich setze mich auch gerne mit den verschiedensten ungewöhnlichen Zutaten auseinander, finde es aber auch einfach toll, wenn ich alle Zutaten zusammen unkompliziert bekomme und dies in einem Laden machen kann – wo ich hier ein bißchen Zweifel habe.

Alles in allem hat mir dieses Kochbuch wirklich gut gefallen, eine wirklich tolle optische Aufmachung, die Rezepte sind toll bebildert und die Fotos wirken natürlich. Auch die verwendeten Zutaten finde ich toll, jedoch ist es für mich ein bißchen arg aufwendig, dies alles so nachzukochen. Wenn man mal richtig viel Zeit hat, dann kann man sich damit beschäftigen – für jeden Tag finde ich es ein wenig zuviel Aufwand. Ansonsten kann ich das Buch wirklich empfehlen, von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.06.2017

Träumen wir nicht alle von einer kleinen feinen Buchhandlung?

Der kleine Laden der einsamen Herzen
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Posy Morland erbt in Bloomsbury eine kleine Buchhandlung, die leider nicht wirklich erfolgreich läuft. Doch nun scheint sich das Blatt für sie zu wenden, sie, die es nie einfach hatte möchte nun den Laden ...

Posy Morland erbt in Bloomsbury eine kleine Buchhandlung, die leider nicht wirklich erfolgreich läuft. Doch nun scheint sich das Blatt für sie zu wenden, sie, die es nie einfach hatte möchte nun den Laden etwas umgestalten und eine Buchhandlung eröffnen, die nur auf Liebesromane spezialisiert ist. Lauter Geschichten mit Happy End soll man hier kaufen können. Jedoch ist es so, dass Sebastian, der Enkel der ehemaligen Besitzerin, ihr immer wieder in die Quere kommt und ihr Steine in den Weg legt, wo es nur geht. Sie rächt sich auf ihre Art daran - sie schreibt selbst einen Roman, in dem Sebastian den Held zum Verlieben gibt...

Der Buchtitel hat mich schon sehr neugierig gemacht, die Geschichte klang aber eben auch einfach gut. Entsprechend gespannt war ich auf die Umsetzung der Autorin.

Der Schreibstil hat mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen, es liest sich angenehm, eine locker-leichte Lektüre, die aber doch immer wieder ganz eigene raffinierte Kniffe mit sich bringt. So gibt es wirklich spannende Hinweise auf andere Bücher ("Stolz und Vorurteil", etc.), aber auch interessante Begrifflichkeiten. (Bewusstseinsstromtechnik; machiavellistisch) Hier muss ich ganz ehrlich sagen, dass diese Begriffe für mich teilweise neu waren bzw. ich auch nicht alle Bücher gelesen habe, die so existieren.

Die Geschichte an und für sich hat meiner Ansicht nach ein wenig gebraucht, bis sie so richtig in die Gänge kam. Die ersten einhundert Seiten plätscherte alles mehr oder weniger so hin, ich hätte mir hier ein bißchen mehr Pfiff gewünscht. Die Einwürfe im Buch, in denen der von Posy geschriebene Roman abgedruckt ist, sind spannend zu lesen, aber auch einer ganz anderen Epoche zuzuordnen. Es war durchaus abwechslungsreich, wobei dies sonst gar nicht mein Genre ist.

Ebenso kommt es meines Empfindens nach später auch mal zu Verwechslungen, da wird Sophie, die junge Aushilfe im Laden, dann auch als "Little Sophie" angesprochen, wie es sonst nur im Roman-Teil der Fall ist. Vielleicht mag das auch Absicht sein, ich fand es komisch.

Generell wurde ich hier wirklich gut unterhalten, eine amüsante, bewegende Geschichte, die sowohl emotional als auch sehr lustig war. Ich habe von interessanten Zitaten aus Büchern gehört, generell noch mehr über manche Bücher erfahren, hätte mir aber noch eine Prise mehr Pfiff erwartet. Einfach auch, damit die Geschichte schneller in Schwung kommt.

Von mir gibt es für diesen unterhaltsamen und emotionalen Frauenroman 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Haben Sie vielleicht irgendwas Veganes?

Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen
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Der Tod ist ein kurioser Geselle – verrückt aber durchaus auch emotional. Das wird einem in diesem Buch durchaus bewusst, in dem der Tod immer mal wieder mit Martin unterwegs ist, auf Tour quasi. Ebenso ...

Der Tod ist ein kurioser Geselle – verrückt aber durchaus auch emotional. Das wird einem in diesem Buch durchaus bewusst, in dem der Tod immer mal wieder mit Martin unterwegs ist, auf Tour quasi. Ebenso trifft man aber auch auf ein Einhorn, das am Ende der Welt eine durchaus tragende Rolle spielt. Alles in allem also eine bunte Mischung, die einen hier erwartet…

Ein Buch mit einem solch kuriosen Titel hat mich durchaus neugierig gemacht. Bislang hatte ich noch nichts von diesem Autor gelesen – zumindest nicht bewusst. Dieses Buch besteht wohl aus den drei Büchern „Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich“, „Ein Gott. Drei Könige und zwei Milliarden Verrückte“ sowie „Das Ende der Welt ist auch nicht mehr, was es mal war“. Von allen drei Büchern habe ich bislang nichts gehört.

Der Schreibstil gefällt mir soweit ganz gut, es lässt sich gut lesen, ist gut verständlich, nicht großartig kompliziert geschrieben. Manchmal wirken die Sätze für mich ein wenig zu arg in die Länge gezogen bzw. können mich dann einfach nicht so begeistern.

Inhaltlich ist das Buch wirklich kurios. Die Geschichten finde ich sehr unterhaltsam, sie sind durchaus lustig, teilweise auch emotional, ebenso aber auch teilweise recht informativ. Etwas dazu lernen finde ich ja auch immer wieder spannend, neues Wissen „gewinnen“. (Das war hier eben auch gelegentlich der Fall.) Im Großen und Ganzen ist es ein Buch, das wirklich gut unterhält, die Geschichten haben mich oft und viel zum Lachen gebracht, manchmal war es dann aber einfach sehr abstrus. Ich mag es gerne, wenn es komisch und kurios ist, aber zu arg ist dann auch nichts, finde ich. Entsprechend ziehe ich für manches in die Länge-ziehen sowie gelegentliches extremes übertreiben gesamt einen Stern ab. Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen, ein Buch für alle, die einfach mal was ganz anderes lesen möchten.

Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.