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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2022

WG-Mitbewohner gesucht

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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Harriet Hatley hat so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job als (Hochzeits-) Fotografin, ihren gut situierten Freund John, der sie anbetet und ihr zur Krönung noch einen Heiratsantrag ...

Harriet Hatley hat so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job als (Hochzeits-) Fotografin, ihren gut situierten Freund John, der sie anbetet und ihr zur Krönung noch einen Heiratsantrag macht.
Wäre da nur nicht Harriets Abneigung gegen das Heiraten.
Es kommt, wie es kommen muss, Harriet trifft bei ihrer Wohnungssuche zufällig auf Cal. Kaum ist sie bei ihm eingezogen, wünschen sich beide, sie würde direkt wieder ausziehen, zu mal ein paar Wahrheiten ans Licht kommen, die beide lieber jeweils für sich behalten hätten.

Im neusten Roman von Mhairi McFarlane geht es vornehmlich um persönliche Schicksale, toxische Beziehungen, böse Schwiegermütter, falsche und echte Freundschaften, gepaart mit viel Witz und auch ernsteren Tönen.
Die Autorin hat einfach ein Händchen für die Ausformung ihrer Charaktere, die ihr hier erneut hervorragend gelungen ist.
Typisch ist auch wieder, dass es keine 08/15 - Lovestory ist, sondern über eine spannungsgeladene, tiefgründige Handlung verfügt.
Lediglich das Ende kommt mir ausnahmsweise etwas überhastet daher.
Wie gehabt, ist auch diesmal die Hörbuchvariante von Britta Steffenhagen gesprochen, die von der Stimme und dem Ausdruck her, einfach perfekt zu den Romanen der Autorin passt und für mich Grund genug ist, das Hörbuch dem Print vorzuziehen.
Ich hätte die Story am liebsten an einem Stück gehört, weil es so schön war.
Daher auf jeden Fall eine Hörbuch- Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Eine TRAUMhaft schöne Geschichte

Die Katze, die von Büchern träumte
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Hinter diesem Titel, der in meinen Augen nicht ganz passend ist, habe ich unerwartet ein wahres Bücherschätzchen gefunden.

Die Hauptrolle spielt dabei nicht, wie man annehmen möchte, eine Katze, sondern ...


Hinter diesem Titel, der in meinen Augen nicht ganz passend ist, habe ich unerwartet ein wahres Bücherschätzchen gefunden.

Die Hauptrolle spielt dabei nicht, wie man annehmen möchte, eine Katze, sondern vielmehr der schüchterne und in sich gekehrte Jugendliche Rintaro Natsuki.
Er verkriecht sich nach dem Tod seines Großvaters in dessen nahezu antiquarische Buchhandlung, bis plötzlich ein sprechender Kater im Laden auftaucht und er ihn auf eine wichtige Mission begleiten soll - Die Bücher zu retten!

Der Klappentext hat mich an dieser Stelle nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht. Die wage Befürchtung, es könnte sehr skurril und zu abstrakt werden, hat sich beim Lesen nicht bestätigt.
Geboten wird hier eine geradezu philosophisch anmutende Handlung, mit einer gewissen Leichtigkeit ohne banal zu sein und lädt sie den Lesenden auf angenehm subtile Art dazu ein, sich genauer mit dem eigenen Buchkonsum auseinander zu setzen und zu reflektieren.
Die Erzählweise ist dabei auf ihre Weise einzigartig und wunderschön flüssig, dass es eine wahre Freude ist, dieses Buch zu lesen.

Aufgrund der jungen Protagonisten erinnert die Handlung stellenweise ein wenig an ein Jugendbuch, was jedoch durchaus vernachlässigt werden kann, betrachtet man die Message, die hinter dieser Geschichte steht.
Und auch wenn sich mir der letzte Handlungsteil nicht in Gänze erschließt, oder viel mehr noch reichlich Interpretationsspielraum liefert, ist es eine wundervolle gelungene, sehr lesenswerte Geschichte die mich bei meiner zunehmend übermannenden Bücherflut zur rechten Zeit erreicht hat.

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Veröffentlicht am 10.11.2022

Hat mir gut gefallen!

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens
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Als Lucien Comte de Chacarasse an das Sterbebett seines Vaters Alexandre gerufen wird,
verspricht er diesem, nun an seine Stelle zu treten und die ungewöhnliche Tradition der Familie, als Auftragsmörder, ...

Als Lucien Comte de Chacarasse an das Sterbebett seines Vaters Alexandre gerufen wird,
verspricht er diesem, nun an seine Stelle zu treten und die ungewöhnliche Tradition der Familie, als Auftragsmörder, fortzuführen. Für den geschäftlichen Teil des Familienunternehmens ist Onkel Edmond zuständig, der auch schon bald den ersten Auftrag für Lucien hat.
Obwohl er von klein auf für diese Aufgabe trainiert wurde, verabscheut Lucien Gewalt und muss nun einen Weg finden, wie er sein Versprechen einhalten kann, ohne dafür Töten zu müssen.
Zunächst einmal bin ich froh, mich ausnahmsweise für die Hörbuchvariante entschieden zu haben. Das liegt vor allem an den zahlreichen französischen Wörtern und Ausdrücken, mit denen man durchweg regelrecht bombardiert wird.
Da ich kein Französisch-Kurs in der Schule belegt habe, hätte ich mit der Print-Variante sicherlich meine Schwierigkeiten gehabt.
Dem Autor möchte ich an dieser Stelle allerdings keinen Vorwurf machen, sowohl Titel als auch Klappentext zeigen schließlich ganz klar auf, es geht nach Frankreich, genauer an die französische Riviera und man möchte meinen, er kennt sich dort aus, wie in seiner Westentasche.
Inhaltlich habe ich nach dem Klappentext etwas andere Erwartungen an die Story gehabt, die nicht ganz erfüllt wurden, dafür finde ich die Hauptakteure um so mehr gelungen.
Insbesondere die schwerhörige und resolute Haushälterin der Familie Chacarasse, Rosalie, hat es mir angetan, amüsant und wunderbar gezeichnet, ebenso wie Francine, die junge Geliebte von Luciens Vater.
Lucien selber wird als charmanter Frauenheld und erfolgreicher Restaurantbesitzer dargestellt und punktet bei mir mit seiner unkomplizierten Art, die sein Handeln noch am ehesten nachvollziehbar machen, im Gegensatz zu dem seiner Widersacher.
Trotz ein paar abstrusen Handlungsabschnitten hat mich Monsieur le Comte schön unterhalten und allein aufgrund der tollen Arbeit des Sprechers Wolfram Koch, habe ich dem Hörbuch von Anfang bis Ende gerne zugehört.

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Veröffentlicht am 01.11.2022

Eine wundersame Entwicklung

Zirkus der Wunder
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Südengland, 1866: Nell ist von Kopf bis Fuß übersät mit Muttermalen, wird von den Dorfbewohnern gemieden und von ihrem gewissenlosen Vater schließlich für 20 Pfund an Jasper Jupiters Zirkus der Wunder ...

Südengland, 1866: Nell ist von Kopf bis Fuß übersät mit Muttermalen, wird von den Dorfbewohnern gemieden und von ihrem gewissenlosen Vater schließlich für 20 Pfund an Jasper Jupiters Zirkus der Wunder verkauft, in dem sie mit ihrem einzigartigen Erscheinungsbild als sogenanntes „Leopardenmädchen“ scharenweise zahlende Zuschauer anziehen soll.
Bereits zuvor macht sie bereits die Bekanntschaft mit Toby, Jaspers jüngerem Bruder, der eine große Schuld mit sich herumzutragen scheint und an die ihn sein Bruder immer wieder erinnert.
Nell lernt mit der Zeit die Vorzüge des Zirkusleben kennen, gewinnt an Selbstbewusstsein und knüpft heimlich erste zarte Bande zum schüchternen Toby.
Für Jasper sind seine „Wunder“ oder auch Kuriositäten, nur Mittel zum Zweck.
Er giert nach Ruhm und Anerkennung und erträgt es nicht, wenn jemand an seiner Stelle in den Mittelpunkt rückt.
Als sich die Aufmerksamkeit der Queen auf den Zirkus und insbesondere auf Nell lenkt, ändert sich das Leben aller Beteiligten schlagartig.

Ein durchweg spannender Roman, abwechselnd aus der Sicht der Hauptcharaktere erzählt, mit einem Finale, dass so vermutlich keiner wirklich erwartet hätte.
Mit der Zeit wird klar, die Autorin ist nicht darauf aus, eine vorhersehbare Handlung zu konstruieren, sondern lässt ihre Protagonisten vielmehr unkonventionelle Wege gehen.
Wie es um die Beziehung der beiden Brüder Toby und Jasper tatsächlich bestellt ist, finde ich an dieser Stelle leider nicht ausreichend herausgearbeitet, sondern aufgrund der eher oberflächlichen Beschreibung, am Ende nicht ganz zufriedenstellend.
Dafür gelingt es Elizabeth Macneal in ihrem Roman hervorragend, die Atmosphäre von damals zu erzeugen und fühlbar in die Gegenwart zu transportieren.
Neben der Spannung macht sich auch immer wieder ein beklemmendes Gefühl breit.
Die Geschichte könnte sich tatsächlich so oder so ähnlich zu dieser Zeit zugetragen haben.

Die Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches spiegeln jedenfalls wider, wie skrupellos und wenig mitfühlend die damalige Gesellschaft ist.
Der Voyeurismus und die Sensationslust wird auf dem Rücken von Menschen ausgelebt, die körperlich nicht der Norm entsprachen oder Besonderheiten aufwiesen und durch ihre Einzigartigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes, zu einer Zirkusnummer werden.

Eine besondere Geschichte, wie die Menschen, von denen sie handelt. Von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Unvorhersehbar und hochspannend

Rachejagd - Gequält
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Unvermittelt erhält Journalistin Anna einen mit Blut befleckten Brief. Die Handschrift erinnert an Edward Harris, den Stalker, der sie und ihre Freundin Natalie drei Jahre zuvor entführt und ...

Unvermittelt erhält Journalistin Anna einen mit Blut befleckten Brief. Die Handschrift erinnert an Edward Harris, den Stalker, der sie und ihre Freundin Natalie drei Jahre zuvor entführt und schwer misshandelt hat.
Als Anna in einem günstigen Moment die Flucht gelingt, muss sie Natalie zurücklassen, die dies anschließend mit ihrem Leben bezahlt.
Nun scheint der Wahnsinnige zurück und auf der Jagd nach ihr zu sein.
Annas Jugendfreund, der FBI-Agent Nick Coleman nimmt in diesem Fall die Ermittlungen auf und auch Profilerin Lynette McKenzie und Arbeitskollege Zane Newton versuchen Anna zu helfen.
Doch Harris entpuppt sich als Bedrohung für ihr gesamtes Umfeld, keiner scheint mehr sicher, am wenigsten Anna selbst, denn trotz Polizeischutz kommt er ihr gefährlich nah.

Den Autoren Stevens & Suchanek ist mit dem ersten Band ein beeindruckender Auftakt zur geplanten Trilogie gelungen, die ich ganz bestimmt weiterverfolgen werde.

Eigentlich wollte ich nur mal eben kurz in die Story reinschnuppern und zack, schon war ich mittendrin und habe eine Seite nach der anderen verschlungen.
Der Schreibstil ist einfach super und konnte mich von Beginn an mitreissen.
Die Handlung ist temporeich und hält für den Lesenden einiges parat, weshalb aufgrund der zahlreichen unglaublichen und dramatischen Wendungen, ein durchweg fesselnder Spannungsbogen vorhanden ist.
Den Autoren ist es absolut gelungen, einen aufregenden Thriller zu konstruieren, in dem nahezu jeder Charakter auf eine gewisse Art und Weise und sei es nur minimal, verdächtig erscheint. Überall lodert ein kleiner Funken Misstrauen.
Nicht ohne Grund, die Karten werden mehrfach komplett neu gemischt, das Feld der Verdächtigen scheint riesengroß und der Täter ist immer ein paar Schritte voraus.
Auch wenn mir das Katz-und Maus-Spiel zwischen allen Beteiligten manchmal leicht übertrieben wirkt, kommen die Gänsehaut-Momente nicht zu kurz.
Die Hauptprotagonisten Anna und Nick wirken auf mich hier etwas farblos, gedanklich war ich nämlich mehr mit der Tätersuche beschäftigt, als mit diesen beiden Charakteren mitzufiebern.
Ein wenig mehr Tiefgang bei der Vorstellung hätte sicher gut getan, aber vielleicht heben sich die Autoren dies noch für die übrigen Teile der Trilogie auf. Es bleibt definitiv spannend!

Ich vergebe in jedem Fall eine Leseempfehlung und freue mich als nächstes auf Band 2, der glücklicherweise bereits im Dezember erscheint.

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