Diese wunderbare Familie...
Sehnsucht nach Whale IslandMit der Familie Cameron und ihrem Hotel, der Cameron Lodge auf Whale Island in Nova Scotia (Kanada), hat Miriam Covi ganz wunderbare Charaktere geschaffen, die man am liebsten im wirklichen Leben um sich ...
Mit der Familie Cameron und ihrem Hotel, der Cameron Lodge auf Whale Island in Nova Scotia (Kanada), hat Miriam Covi ganz wunderbare Charaktere geschaffen, die man am liebsten im wirklichen Leben um sich hätte. Die drei Brüder Duncan, Aidan und Glenn sowie ihre Schwester Skye sind Hauptpersonen in der Romanreihe rund um die „Walinsel“ und alle vier sind auf ihre jeweils eigene Art sympathisch.
In diesem dritten und letzten Teil der Reihe geht es in der Hauptsache um Glenn, der sich in Halifax als Barista durchschlägt, während er daran arbeitet, dass sein großer Traum - die Veröffentlichung eines eigenen Romans - in Erfüllung geht. Bisher leider mit wenig Erfolg.
Aufgrund einer schweren Krankheit seiner Mutter kommt Glenn zurück zur Familie nach Whale Island und lernt dort Viola kennen. Zwischen Viola und Glenn entwickeln sich schnell Gefühle - aber ein Missverständnis hemmt die Love Story und bis zum Happy End müssen einige Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden...
Die Geschichte zwischen Glenn und Viola war - wie ich das von Miriam Covi gewohnt bin - wunderbar zu lesen. Bei ihren Büchern fliegt man immer durch die Seiten und vergisst alles um sich herum. Sie beschreibt ihre Schauplätze und Charaktere mit so viel Wärme und Liebe, dass man am liebsten selbst Teil der Geschichte wäre. Deshalb mag ich ihre Romane so gern und freue mich immer, sobald ein neues Buch angekündigt wird. Auch die Whale Island Trilogie habe ich deshalb regelrecht verschlungen.
Müsste ich allerdings ein Ranking der drei Bücher aufstellen, würde dieser Abschlussband für mich den dritten Platz einnehmen. Nicht falsch verstehen - wir reden hier lediglich davon, welches Buch 5 Sterne, 4,5 Sterne oder „nur“ 4 Sterne von mir bekommt - denn toll sind sie alle drei!!!
Von den drei Brüdern aus Band 1-3 war allerdings Glenn derjenige, dessen Charakter ich am wenigsten spannend fand. Da es in der ersten Hälfte des Buches raumgreifend um das Thema geht, ob er homosexuell ist oder nicht (und man sich angesichts der Art des Buches denken kann, dass er das nicht ist), war das für mich keine so spannende Entwicklung. Oder anders gesagt - (Achtung Spoiler!), ich hätte mich gern davon überraschen lassen, dass er vielleicht Männer und Frauen gleichermaßen mag und nach einer Beziehung mit einem Mann sich jetzt in eine Frau verliebt. Das wäre für mich eine frische, nicht vorhersehbare Entwicklung gewesen (wie man merkt, war es aber dann doch die „klassische“ Verwechslungsgeschichte).
Auch das Happy End ist mir etwas zu süß ausgefallen. Das war Sahne UND Zuckerguss - mir war‘s etwas viel heile Welt (obwohl ich natürlich verstehe, dass man bei einer dreibändigen Reihe möglichst viele offene Fragen beantworten und möglichst viele Handlungsstränge zu einem Abschluss bringen möchte). Das ist natürlich Geschmackssache. Klar, es rundet die Reihe ab und sorgt dafür, dass viele Leser das Buch äußerst zufrieden zuklappen. Ich habe mich allerdings gefragt, wie realistisch es ist, wenn sich alles in Wohlgefallen auflöst und hätte mir an mancher Stelle auch ein bittersüßes Ende vorstellen können.
Dennoch: die Whale Island Reihe ist, wie ich finde, eine der besten Wohlfühlroman-Reihen, die es derzeit gibt auf dem deutschen Buchmarkt und mit dem wunderbaren Setting Nova Scotia sticht sie aus den vielen Ost-/Nordseeromanen heraus (liebe Verlage - bitte mehr Vielfalt bei den Schauplätzen!!!). Also - „bucht“ euch einen Kurztrip nach Kanada und genießt die tolle Landschaft und diese herzliche Familie!