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Veröffentlicht am 05.02.2023

Das Fräulein vom Amt ermittlet wieder

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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Nachdem ich bereits Band 1 der Fräulein vom Amt-Reihe sehr gelungen fand, wollte ich unbedingt Band 2 lesen, um zu erfahren, wie es im Leben von Alma Täuber weitergeht. Sie ist für mich eine sehr gelungene ...

Nachdem ich bereits Band 1 der Fräulein vom Amt-Reihe sehr gelungen fand, wollte ich unbedingt Band 2 lesen, um zu erfahren, wie es im Leben von Alma Täuber weitergeht. Sie ist für mich eine sehr gelungene Heldin der Romanreihe: Unabhängig, selbstbewusst, klug, aber zuweilen auch etwas übermütig. Der zweite Fall, den sie in Baden-Baden zu lösen hat, ist wie der erste knifflig angelegt, aber nicht ganz so spannend wie Band 1. Das Ende hat mich dennoch überrascht. Insgesamt geht der Roman etwas stärker auf die historischen Bezüge der damaligen Zeit ein, denn auf den Kriminallfall, der im Mittelteil doch etwas in den Hintergrund gerät. Nichtsdestotrotz ist der historische Hintergrund der Geschichte absolut lesenswert und zeichnet die besondere Situation der Frau zur damaligen Zeit sehr gut nach. Ich konnte mich gut in die Frauenfiguren hineinversetzen und deren Beweggründe zumindest zum Teil nachvollziehen. Wer dies ebenfalls tun möchte, ist beim Fräulein vom Amt gut aufgehoben.
Sprachlich ist der Roman wie sein Vorgänger perfekt verfasst, sodass ein kurzweiliges Lesevergnügen garantiert ist. Ich freue mich auf den nächsten Teil!

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Wie die Vergangenheit das Leben bestimmt

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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"Die Bücher, der Junge und die Nacht" ist nur nicht wegen seines Coverfotos ein gelungener Roman, der mehrere Zeitebenen sinnvoll miteinander verknüpft.
Kai Meyer schafft es mühelos, die im Roman vorkommenden ...

"Die Bücher, der Junge und die Nacht" ist nur nicht wegen seines Coverfotos ein gelungener Roman, der mehrere Zeitebenen sinnvoll miteinander verknüpft.
Kai Meyer schafft es mühelos, die im Roman vorkommenden Zeitebenen (v.a. Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg und 1970er Jahre) detailreich darzustellen, sodass die Lesenden stets das Gefühl haben, mittendrin zu sein. Mir gefiel besonders gut, dass ausnahmsweise die Gegenwart keine Rolle spielt, was in vielen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, oft der Fall war (also zum Beispiel Gegenwart und Drittes Reich).
Der Roman ist so geschrieben, dass er sich flüssig lesen ließ und auch die Sprünge zwischen den Zeitebenen waren problemlos und ohne Verwirrung zu bewältigen. Auch die Figuren sind glaubhaft dargestellt, inklusive ihre Ängste, Sorgen und Nöte.
Die Handlung des Romans gefiel mir durchweg sehr gut. Sie war plausibel und schlüssig. Einzig ganz am Ende des Buches hätte ich mir eine etwas rationalere Auflösung gewünscht. Aber das liegt vielleicht auch an meinem rationalen Verstand. Ansonsten kann ich das Buch allen wärmstens empfehlen, die zeitgeschichtliche Romane mit mehreren Zeitebenen mögen.

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Unterhaltsamer Krimi mit spannendem Zeithintergrund

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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"Fräulein Anna, Gerichtsmedizin. Die Prinzregentenmorde" ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Reihe rund um Anna Zech, die in der Münchner Gerichtsmedizin ihre Arbeit aufnimmt und dem Adligen Friedrich ...

"Fräulein Anna, Gerichtsmedizin. Die Prinzregentenmorde" ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Reihe rund um Anna Zech, die in der Münchner Gerichtsmedizin ihre Arbeit aufnimmt und dem Adligen Friedrich "Fritz" von Weynand, der hobbymäßig ein Skandalblatt alle heilige Zeit publiziert. Auf den ersten Blick ein seltsames Gespann, das sich aber im Laufe des Buches zusammenrauft und sich, wie ich finde, wunderbar ergänzt. Gerade, weil beide aus unterschiedlichen Milieus stammen und ihre jeweils eigene Sicht auf die Dinge der Zeit zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg haben. Mir gefällt, wie Petra Aicher die beiden Figuren zeichnet und wie stark sie Anna Zech im Laufe der Geschichte werden lässt. Nicht nur ihre Stärke bei Autopsien, sondern auch im Alltag haben mir imponiert. Vor allem ihre Reflektionen über die damalige Zeit und deren gesellschaftlichen Normen (Stichwort Heirat) gefielen mir beim Lesen sehr gut.
Der Kriminalfall ist eigentlich recht unterhaltsam und spannend, aber geht zwischendurch ein wenig durch zu viele, für meinen Geschmack, Nebensächlichkeiten unter. Hier hätte die Autorin sparsamer dosieren können, finde ich. Das Ende des Krimis wiederum hat mich überrascht und ich freue mich auf den nächsten Band im kommenden Sommer! Ich kann den Roman allen Fans historischer Kriminalromane empfehlen, die starke Frauenfiguren mögen und gerne ein wenig Zeitgeist beim Lesen einatmen möchten.

ACHTUNG SPOILER - Anfang
Weiterhin finde ich es toll, dass die Autorin die Beziehung der beiden Hauptfiguren auf einem Niveau belässt, welches mal ganz anders ist als ich es sonst aus vielen (Kriminal-)Romanen kenne.
ACHTUNG SPOILER - Ende

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Anders, aber gut

Die versteckte Apotheke
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"Die versteckte Apotheke" hat ein schön gestaltetes Cover und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch immer noch ein Hingucker. Aber auch die Handlung des Romans braucht sich nicht zu verstecken.
Angesiedelt ...

"Die versteckte Apotheke" hat ein schön gestaltetes Cover und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch immer noch ein Hingucker. Aber auch die Handlung des Romans braucht sich nicht zu verstecken.
Angesiedelt Ende des 18. Jahrhunderts und in der Gegenwart gelingt es Sarah Penner mühelos einen Bogen zwischen beiden Erzählsträngen zu spannen, ohne dabei kitschig oder unrealistisch zu werden und ohne, dass die Lesenden dabei den Überblick verlieren. Sicherlich, es gab ein, zwei Momente beim Lesen, die mir dann doch zu weit hergeholt waren, aber insgesamt betrachtet sind Carolines Nachforschungen in der Gegenwart der Geschichte für mich nachvollziehbar. Auch die Erzählung aus dem 18. Jahrhundert war für mich schlüsslig.
Sarah Penner hat neben der Gabe, gute Geschichten zu erzählen, ein Talent unterhaltsam zu schreiben. Dabei empfand ich es als sehr angenehm, dass sie sich nicht in Details verliert, sondern die notwendigen Infos sinnvoll einbaut. "Die versteckte Apotheke" empfehle allen Lesenden, die historische Romane und solche, die mehrere Zeitebenen haben, mögen.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Für mich der schwächste Band der Reihe

Das Antiquariat am alten Friedhof
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"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes ...

"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes Cover, das einen direkten Wiedererkennungswert bietet. Der Roman ist wie seine Vorgänger mit zwei Zeitebenen angelegt und weist mystische Anleihen auf. Er lässt sich flüssig lesen, die Sprünge zwischen den beiden Zeitebenen sind gelungen und ich konnte der Handlung gut folgen. Die angenehme Länge der einzelnen Kapitel half außerdem dabei.

Die Hauptfiguren des Romans blieben für mich leider etwas blass. Ich konnte manche Entscheidungen und Handlungen nur bedingt nachvollziehen. Zudem wurden einige Schicksale nur am Rand, teilweise in Erzählungen Dritter, angerissen. So fiel es mir schwer, eine richtige Verbindung zu den handelnden Personen aufzubauen.

Weiterhin war für mich der Spannungsbogen in diesem Roman, ungewohnt bei Kai Meyer, relativ flach und ein paar Seiten bzw. Kapitel weniger hätten dem Buch meiner Meinung nach keinen Abbruch getan.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher historischer Roman, der eher etwas für eingefleischte Fans des Autors sein dürfte als für Menschen, die den Autor für sich entdecken möchten. Letzteren empfehle ich die ersten Bände der Reihe.

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