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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2022

Anders, aber gut

Die versteckte Apotheke
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"Die versteckte Apotheke" hat ein schön gestaltetes Cover und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch immer noch ein Hingucker. Aber auch die Handlung des Romans braucht sich nicht zu verstecken.
Angesiedelt ...

"Die versteckte Apotheke" hat ein schön gestaltetes Cover und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch immer noch ein Hingucker. Aber auch die Handlung des Romans braucht sich nicht zu verstecken.
Angesiedelt Ende des 18. Jahrhunderts und in der Gegenwart gelingt es Sarah Penner mühelos einen Bogen zwischen beiden Erzählsträngen zu spannen, ohne dabei kitschig oder unrealistisch zu werden und ohne, dass die Lesenden dabei den Überblick verlieren. Sicherlich, es gab ein, zwei Momente beim Lesen, die mir dann doch zu weit hergeholt waren, aber insgesamt betrachtet sind Carolines Nachforschungen in der Gegenwart der Geschichte für mich nachvollziehbar. Auch die Erzählung aus dem 18. Jahrhundert war für mich schlüsslig.
Sarah Penner hat neben der Gabe, gute Geschichten zu erzählen, ein Talent unterhaltsam zu schreiben. Dabei empfand ich es als sehr angenehm, dass sie sich nicht in Details verliert, sondern die notwendigen Infos sinnvoll einbaut. "Die versteckte Apotheke" empfehle allen Lesenden, die historische Romane und solche, die mehrere Zeitebenen haben, mögen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Belastende Lektüre

Schwebende Lasten
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"Schwebende Lasten" von Annett Gröschner ist ein bedrückender Roman über das Leben einer Frau im Laufe des 20. Jahrhunderts in Berlin und vor allem in Magdeburg.
Der Roman fing gut an und ich lernte Hanna ...

"Schwebende Lasten" von Annett Gröschner ist ein bedrückender Roman über das Leben einer Frau im Laufe des 20. Jahrhunderts in Berlin und vor allem in Magdeburg.
Der Roman fing gut an und ich lernte Hanna und ihre spezielle Art kennen. Ihre Leidenschaft sind Blumen, weshalb auch zu Beginn jedes Kapitels eine Blumenart mit einem kurzen Steckbrief vorgestellt wird. Mit den darauffolgenden Kapiteln haben diese Steckbriefe aber meiner Meinung nach nichts zu tun.

Die Autorin nutzt in diesem Roman die Berichtsform, was bei mir leider nur bedingt eine Nähe zur Hauptfigur aufkommen ließ. Dennoch haben mich manche Schicksalsschläge im Roman beim Lesen deprimiert. Dies vor allem, weil ich das Gefühl hatte, dass Hannas Leben nur aus einer Aneinanderreihung solcher Schläge besteht. Das war für mich persönlich zu viel. Ich musste das Buch daher einige Male weglegen und das Gelesene sacken lassen. Trotz dieser Dichte an Ereignissen konnte ich mich nicht richtig in die Gefühlswelt der Hauptfigur einfinden. Dies ist vor allem deshalb schade, weil ich das Ansinnen der Autorin, mit diesem Roman den ungesehenen Frauen eine Geschichte zu geben, gut finde. Allerdings hätte ich mir zum Schluss noch eine ausführliche Darstellung der Recherchearbeit der Autorin gewünscht, um die Handlung jenseits der historisch verbrieften Geschehnisse besser einordnen zu können.

Insgesamt ein solider Roman, der mich deprimiert zurückließ und in meinen Augen mehr Potenzial gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Für mich der schwächste Band der Reihe

Das Antiquariat am alten Friedhof
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"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes ...

"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes Cover, das einen direkten Wiedererkennungswert bietet. Der Roman ist wie seine Vorgänger mit zwei Zeitebenen angelegt und weist mystische Anleihen auf. Er lässt sich flüssig lesen, die Sprünge zwischen den beiden Zeitebenen sind gelungen und ich konnte der Handlung gut folgen. Die angenehme Länge der einzelnen Kapitel half außerdem dabei.

Die Hauptfiguren des Romans blieben für mich leider etwas blass. Ich konnte manche Entscheidungen und Handlungen nur bedingt nachvollziehen. Zudem wurden einige Schicksale nur am Rand, teilweise in Erzählungen Dritter, angerissen. So fiel es mir schwer, eine richtige Verbindung zu den handelnden Personen aufzubauen.

Weiterhin war für mich der Spannungsbogen in diesem Roman, ungewohnt bei Kai Meyer, relativ flach und ein paar Seiten bzw. Kapitel weniger hätten dem Buch meiner Meinung nach keinen Abbruch getan.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher historischer Roman, der eher etwas für eingefleischte Fans des Autors sein dürfte als für Menschen, die den Autor für sich entdecken möchten. Letzteren empfehle ich die ersten Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Toller Ansatz, der mich nicht überzeugen konnte

Das Buch der verlorenen Stunden
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"Das Buch der verlorenen Stunden" ist der Debütroman von Hayley Gelfuso. Die Autorin versucht, in dem Roman die Themen Zeit, Raum, menschliche Verbindungen sowie die Bedeutung von Erinnerung und zeitgeschichtlichen ...

"Das Buch der verlorenen Stunden" ist der Debütroman von Hayley Gelfuso. Die Autorin versucht, in dem Roman die Themen Zeit, Raum, menschliche Verbindungen sowie die Bedeutung von Erinnerung und zeitgeschichtlichen Ereignissen miteinander zu verweben. Ich schreibe bewusst "versucht", weil mich das Buch nicht so ganz überzeugen konnte.

Der Ansatz der Geschichte ist gut und macht neugierig auf die weitere Handlung. Der Roman lässt sich zudem flüssig lesen, was das Vorankommen im Geschehen leicht ermöglicht. Die beiden Hauptfiguren, Lisavet und Amelia, sind interessante Figuren, bei denen mir persönlich aber etwas die Tiefe gefehlt hat. Dementsprechend konnte ich mich nicht besonders gut in die beiden jungen Frauen hineinversetzen.

Die gewählten Zeitebenen im Roman (neben dem zeitlosen Raum) sind mit 1938 und 1965 gut gewählt. Daraus lässt sich zeitgeschichtlich Vieles in die Geschichte mit einbauen. Mir waren die Bezüge auf die Zeitgeschichte irgendwann jedoch ein wenig zu viel. Ich hatte eher auf eine Fantasiewelt abseits der Realität gehofft (als Zuflucht vor allem Negativen) und bin dann doch eher mit einer moralischen Geschichte in den Händen dagesessen. Folglich hat das Buch leider nicht meine Erwartungen erfüllen können. Wer gerne einen Fantasyroman mit starken Bezügen zur Realität lesen möchte, dürfte bei Hayley Gelfuso gut aufgehoben sein. Mich konnte sie leider nicht als Fan gewinnen.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Frauenschicksale im Laufe der Zeit

Das Flüstern der Marsch
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"Das Flüstern der Marsch" von Katja Keweritsch hat ein schönes Cover, das neben der Leseprobe bei mir große Erwartungen weckte. Nachdem ich den gesamten Roman gelesen habe, bin ich leider nicht mehr ganz ...

"Das Flüstern der Marsch" von Katja Keweritsch hat ein schönes Cover, das neben der Leseprobe bei mir große Erwartungen weckte. Nachdem ich den gesamten Roman gelesen habe, bin ich leider nicht mehr ganz so begeistert wie zu Beginn.

Aber immer der Reihe nach. Der Roman hat mehrere Erzählstränge, die erst am Ende ein stimmiges Bild ergeben. An sich mag ich solche Konstellationen, weil sie meine Neugier wecken und ich auf die Auflösung am Ende gespannt bin. Hier haben die einzelnen Protagonistinnen der Erzählstränge leider nicht dazu beigetragen, dass ich unbedingt weiterlesen wollte.
Mir fiel es beim Lesen schwer, mich in die Frauen hineinzufühlen, sodass stets eine gewisse Distanz zwischen mir und ihnen blieb. Alle Figuren blieben für mich, trotz teilweise harter Schicksale, blass. Das ist vor allem deshalb schade, da ernste Themen behandelt werden, die die Rolle der Frau unter anderem sowohl in den 1960er Jahren als auch heute betreffen. Ein ambitioniertes und lobenswertes Unterfangen, das sich bei mir leider nicht verfing.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher Roman, der meiner Meinung nach mehr Potenzial gehabt hätte.

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