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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2022

Ein Buch über den Beginn einer Freundschaft

Karlchen. Kleiner Mann aus Schnee. Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft
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Der Schneemann Karlchen läuft durch den verschneiten Wald. Als es schon dämmert, will er schnell nach Hause zu seiner Mama. Da hört eine piepsige Stimme und entdeckt am Boden ein kleines schwarz-weißes ...

Der Schneemann Karlchen läuft durch den verschneiten Wald. Als es schon dämmert, will er schnell nach Hause zu seiner Mama. Da hört eine piepsige Stimme und entdeckt am Boden ein kleines schwarz-weißes Tier mit einem Schnabel. Er hält es zunächst für einen Pinguin, doch dann entpuppt es sich als Julio, die Rauchschwalbe. Julio hat den Flug in den warmen Süden verpasst und friert nun sehr. Karlchen will ihm helfen.

Angelica Rissmann erzählt eine Geschichte über Hilfsbereitschaft. Karlchen und Julio helfen sich gegenseitig und werde Freunde. Julio schafft es doch noch nach Afrika und Karlchen findet nach Hause. Zu Weihnachten gibt es dann noch eine Überraschung für den hilfsbereiten Schneemann. Die Illustrationen von Christian Kämpf machen das Buch zu einem sehr schönen Bilderbuch. Die wunderbaren Zeichnungen lassen die Kinder in eine Winterwelt eintauchen, während sie der Geschichte lauschen. Am Ende des Buches gibt es noch 6 Postkarten zum Ausschneiden und Verschicken.

Das Buch für für Kinder ab 3 Jahren gedacht, wobei der Text für dieses Alter recht anspruchsvoll ist. Uns gefällt das Buch sehr gut und wir vergeben 4 von 5 Sterne.

Hinweis: Das Buch ist eine Neuauflage des Buches "Schneemann Karlchen" aus dem Jahre 2012.

Veröffentlicht am 21.10.2022

Verliebt unter grünem Himmel

Küsse in der Polarnacht
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Mit "Küsse in der Polarnacht" geht die "Liebe auf Schwedisch"-Reihe in die vierte Runde. Diesmal begleiten wir Elina und Niklas durch das winterliche Lillaström. Die Geschichte wird im Wechsel aus der ...

Mit "Küsse in der Polarnacht" geht die "Liebe auf Schwedisch"-Reihe in die vierte Runde. Diesmal begleiten wir Elina und Niklas durch das winterliche Lillaström. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Elina und Niklas erzählt und vermittelt dadurch einen guten Einblick in die Gefühlswelt der beiden Hauptprotagonisten.

Elina leitet nach dem Tod ihrer Mutter und dem Fortgang ihrer Schwester Lovisa das Bed & Breakfast. Doch es steht schlecht um den Familienbetrieb. Es muss viel renoviert werden. Doch durch fehlende Gäste fehlt auch das nötige Geld. Elina steckt ihre ganze Kraft in das B&B und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Zusätzlich muss sie sich noch um ihren Pappa kümmern, der gestürzt ist. Und zu allem Überfluss hat auch noch ein neues Hotel in der Nähe eröffnet.

Niklas und Elina haben als Kinder viel Zeit miteinander verbracht, doch vor zehn Jahren ist Niklas nach Amerika gegangen und hat damit einen Traum verwirklicht, den sie eigentlich zusammen hatten. Nun ist er zurück und hat das besagte Hotel eröffnet. Bislang haben es die beiden geschafft, sich aus dem Weg zu gehen. Doch als sich kurz vor Weihnachten die Eventtermine der beiden überschneiden, steht eine wütende Elina plötzlich in der Lobby des Hotels.

Während Elina ihren ganzen angestauten Frust loswerden will, beschwört Niklas, dass die Termingleichheit keine Absicht gewesen ist und er ihnen mit dem Hotel auch keine Konkurrenz machen will. In der Folge treffen die beiden immer wieder aufeinander. Niklas liebt Elina immer noch und würde gern einen Neuanfang wagen. Auch Elina hat noch tief in sich Gefühle für Niklas, doch sie kann die Vergangenheit nicht ausblenden. Als die beiden unfreiwillig im IKEA einschneien, sieht es nach einer Versöhnung aus, doch auch danach geraten sie immer wieder aneinander. Doch Niklas gibt alles. So sorgt er für eine romantische Nacht im Iglu mit Polarlichtern am Himmel. Als Elina jedoch eine Nachricht einer anderen Frau auf Niklas Smartphone entdeckt, scheint der Versuch einer Beziehung endgültig gescheitert.

Auch im vierten Band geht es um die Gefühlswelt zweier Menschen aus Lillaström. Natürlich begegnen uns auch wieder zahlreiche Charaktere aus den vorangegangenen Büchern.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig. Die Story hat mir gut gefallen, doch das hin und her zwischen den Protagonisten ging mir teilweise dann doch etwas zu schnell und abrupt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es hat mir einige schöne Lesestunden beschert. Ich vergebe 4 Sterne.

Das Buch "Küsse in der Polarnacht" kann unabhängig von den anderen Büchern der Reihe gelesen werden. Ich empfehle aber zunächst die anderen drei zu lesen. Nun bin ich gespannt, wie es im letzten Teil der Reihe "Glück unter Sternschnuppen" von Ellen McCoy weitergeht.

Veröffentlicht am 25.08.2022

Der Erlebnisführer für Kinder und Eltern

Stralsund, Rügen, Hiddensee
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Wer mit Kindern verreist kennt sie vielleicht, die Frage "Was machen wir morgen, Mama?". Unter dem gleichnamigen Titel sind im Hinstorff Verlag mehrere Bücher erschienen. Wir haben das Buch für die Region ...

Wer mit Kindern verreist kennt sie vielleicht, die Frage "Was machen wir morgen, Mama?". Unter dem gleichnamigen Titel sind im Hinstorff Verlag mehrere Bücher erschienen. Wir haben das Buch für die Region Stralsund, Rügen, Hiddensee mit in den Urlaub genommen.

Das Buch bietet einen guten Überblick, was man bei gutem und schlechtem Wetter alles unternehmen kann. Für eine bessere Übersicht ist das Buch nochmal in fünf Regionen unterteilt. Da es für uns nach Sellin ging, interessierte uns in erster Linie der Bereich Südost-Rügen.

Wie bei jedem Familienurlaub an der Ostsee durfte auch diesmal ein Besuch bei Karls nicht fehlen. Das Karls Erlebnis-Dorf Rügen in Zirkow wird im Buch gut beschrieben. Ergänzen könnte man vielleicht noch die Preise für die Attraktionen bzw. der Tages- oder Jahreskarte.

Nächste Station aus dem Buch war für uns der Park mit Wildgehege in Putbus. Hier sollte man noch erwähnen, dass das Wildgehege nicht betreten werden kann. Die Rehe und Hirsche waren aber auch gut vom Zaun aus zu sehen.

Fehlen durfte auch eine Fahrt mit dem Rasenden Roland nicht. Dank 9-Euro-Ticket, nutzen wir die Gelegenheit mehrmals mit der historischen Bahn zu fahren.

Ein weiteres Ziel war für uns das Ahoi Rügen, eine Bade- und Erlebniswelt.

Der Erlebnisführer für Kinder und Eltern bietet einen guten Überblick. Die einzelnen Ausflugsziele sind jeweils mit einem kurzen Text beschrieben. Dazu gibt es Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sowie die genaue Adresse. Da die aktuelle Auflage bereits aus dem Jahre 2017 ist, empfiehlt es sich bezüglich der aktuellen Eintrittspreise ggfs. nochmal im Internet nachzusehen. Insgesamt gibt es den Erlebnisführer für acht verschiedene Regionen.

Insgesamt gefällt uns das Buch gut und wir vergeben 4 Sterne.

Veröffentlicht am 23.07.2022

Wo ist Tshala?

Das vermisste Mädchen
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In Menden im Sauerland verschwindet die siebenjährige Tshala. Die Tochter von Upenyu und Feza Kiwanika kommt nach der Schule nicht mehr zuhause an. Da vor kurzen ein anderes Mädchen in der Region tot aufgefunden ...

In Menden im Sauerland verschwindet die siebenjährige Tshala. Die Tochter von Upenyu und Feza Kiwanika kommt nach der Schule nicht mehr zuhause an. Da vor kurzen ein anderes Mädchen in der Region tot aufgefunden wurde, hat die Polizei schnell einen Verdächtigen. Doch Upenyu glaubt nicht, dass es der selbe Täter war. Daher beauftragt er Helena Briest, seine Tochter zu finden. Helena hat gerade erst ihre Detektei im Haus der Afrikaner eröffnet. Dies ist ihr erster Fall. Obwohl die Familie kaum Geld hat, um sie zu bezahlen, nimmt sie den Auftrag an.

Ihr Freund ist gar nicht davon begeistert, das Helena eine Entführungsfall angenommen hat. Während ihrer Recherchen holt sie immer mehr ihre eigene Vergangenheit ein. Hinzu kommt, dass die Polizei alles andere als froh darüber ist, dass eine Detektivin sich in ihre Arbeit einmischt. Kommissar Nienstedt will ihr auch keinen Einblick in die Ermittlungen geben. Bei ihren eigenen Befragen, speziell innerhalb der Familie Kiwanika, wird sie das Gefühl nicht los, dass sie ihr nicht alles sagen. Im Gegenzug macht Upenyu aber ständig druck und will ihr sagen, wie sie ihre Arbeit machen soll.

Der einzige, der ihr scheinbar die Wahrheit sagt, ist Fezas Sohn Mugambi. Mit der Zeit erfährt sie, dass Feza aus dem Kongo und Upenyu aus Kenia stammen. Sie haben sich in Deutschland kennengelernt. Diese Konstellation sorgt offenbar für Spannungen innerhalb der Familie, die nicht direkt etwas mit dem Verschwinden von Tshala zu tun haben.

Im Laufe der Geschichte stößt Helena auf einen ausländerfeindlichen Nachbarn. Auch der Hausmeister äußert sich sehr herablassend über die Familie. Steckt einer der beiden hinter der Entführung? Doch wo könnte das Mädchen versteckt sein.

Die Tage vergehen und die Gefahr, dass Tshala nicht mehr lebt, steigt immer mehr.

Bettina Lausen lässt den Leser bis zum Ende im Ungewissen. Zum Ende klärt sich aber alles auf und alle offenen Fragen werden geklärt. Mit hat das Buch gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sie schafft es, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu halten. Im Rückblick lässt sich sagen, dass ein wichtiges Thema angesprochen wird, unter dem auch in der heutigen Zeit noch viele afrikanische Mädchen und Frauen zu leiden haben. Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne zu spoilern. Von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Oumuamua, der interstellare Gast

Außerirdisch
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Im Oktober 2017 reiste ein unbekanntes Flugobjekt durch unser Sonnensystem. Das besondere hierbei war, dass es von außerhalb des Sonnensystems kam und dieses auch wieder verließ. Unter den Wissenschaftlern ...

Im Oktober 2017 reiste ein unbekanntes Flugobjekt durch unser Sonnensystem. Das besondere hierbei war, dass es von außerhalb des Sonnensystems kam und dieses auch wieder verließ. Unter den Wissenschaftlern gab es rege Diskussionen, worum es sich bei "Oumuamua", wie das Objekt genannt wurde, wohl handelt. Der renommierte Astronom Avi Loeb vertritt die These, dass es sich um kein natürliches Objekt handelt, sondern um Weltraumschrott einer außerirdischen Kultur.

In seinem Buch "Außerirdisch" berichtet Avi Loeb von den gesammelten Fakten zu Oumuamua. Leider gibt es keine scharfen Aufnahmen des Objektes. Doch anhand der Daten wurden einige Anomalien aufgezeigt, die den Astronomen zu der Annahme führen, dass es sich nicht um ein natürliches Objekt handeln kann.

Doch das Buch handelt nicht nur von diesem Objekt. Es ist eine Mischung aus Biografie und wissenschaftlicher Arbeit. Der Leser erfährt, wie Avi Loeb zum Astronom geworden ist. Neben seiner Professur an der Harvard University hat er noch weitere Funktionen, die letztlich alle mit der Astronomie zu tun haben. Dies macht ihn zu einem der renommiertesten Astronomen unserer Zeit. Im Laufe des Buches kommt er immer wieder auf Oumuamua zurück. Dabei stellt er auch einige wissenschaftlichen Arbeiten vor, die Grundlage für seine Überlegungen zu Oumuamua waren. Dabei macht er wiederholt deutlich, dass ein Astronom demütig sein sollte.

"Besonders Astronomen sollten von Bescheidenheit beseelt sein. Wir sind gezwungen, uns mit unserer Bedeutungslosigkeit im kosmischen System des Universums auseinanderzusetzen, und wie begrenzt ist doch unser Verständnis im Vergleich zum unermesslichen Umfang aller physikalischen Phänomene."

Avi Loeb stellt fest, dass es auf der Erde inzwischen zwar zahlreiche großartige Teleskope gibt, dass die Nutzungszeiten aber begrenzt sind und streng kontrolliert werden. Dabei kritisiert er die Art der Vergabe dieser Nutzungszeiten. Gerade Wissenschaftler, die mit ihren Arbeiten nicht dem Mainstream folgen, haben es oft schwer für ihre Beobachtungen entsprechende Zeitfenster zu bekommen. Dabei beruft er sich auch auf alte Astronomen wie Galilei oder Kopernikus. Letzterer hat gegen die damals allgemeingültige Ansicht seine Meinung vertreten, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Auch wenn das heliozentrische Kosmos-Modell lange ignoriert wurde, ist es heute allgemein anerkannt. Avi Loeb wünscht sich daher in der heutigen Zeit, mehr Offenheit gegenüber neuen Ideen. So auch die Möglichkeit, dass wir nicht allein im Universum sind.

Das Buch hat mir gut gefallen. Auch als Nichtfachmann, ist alles gut verständlich erklärt. Worum es sich bei Oumuamua genau handelt, werden wir wohl nie erfahren, aber vielleicht wird man zukünftige Objekte bereits eher entdecken und entsprechend untersuchen können. Ich vergebe 4 Sterne.

"Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher."
Albert Einstein