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Veröffentlicht am 28.10.2022

Gelungener Auftakt mit Backlust

Vanilletage – Die Frauen der Backmanufaktur
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Bei diesem Buch hat mich neben der Beschreibung auch gleich das nostalgisch gestaltete Cover mit dem mir bestens bekannten Logo eines großen Backprodukte-Herstellers überzeugt. Auch in meinem Vorratsschrank ...

Bei diesem Buch hat mich neben der Beschreibung auch gleich das nostalgisch gestaltete Cover mit dem mir bestens bekannten Logo eines großen Backprodukte-Herstellers überzeugt. Auch in meinem Vorratsschrank befinden sich die beliebten Helferlein Backin und Vanillin, die seit Generationen aus keinem Haushalt wegzudenken sind.
Schon nach wenigen Seiten hat mich die Autorin mit ihrem gefühlvollen und flüssigen Schreibstil in den Bann der Geschichte gezogen. Dr. Carl Meister, Sohn eines Bäckers, hat nach seiner Lehre als Apotheker, studiert und promoviert. Zusammen mit seiner Frau Josephine, die aus gutem Hause stammt, sowie ihrem Baby Julius leben sie in Charlottenburg. Von je her ist Carls Traum das Betreiben einer eigenen Apotheke und das Entwickeln von Medizin.
Als sein Onkel Louis Dohmen aus Amerika eine Flasche Backtriebmittel mitbringt, ist Carl´s Erfindergeist geweckt. Mit Eifer und Leidenschaft macht er sich daran, eine haltbare und günstige Variante des Mittels für den Hausgebrauch zu erschaffen. Josephine, die aus Liebe unter ihrem Stand geheiratet hat, steht voll und ganz hinter ihm und hat gelernt den Haushalt ohne Dienstboten zu meistern. Als die Firma, an der Carl beteiligt ist, kurz vor dem Ruin steht, eröffnen die beiden mit finanzieller Unterstützung von Josephine´s Mutter in Bielefeld eine Apotheke. Schon kurz nach der Eröffnung findet Carl die perfekte Mischung und Dr. Meister´s Backpulver erblickt das Licht der Welt. Vor Freude hätte ich am liebsten gleich etwas gebacken, doch dann hätte ich nicht weiterlesen können. So musste ich mich in meiner Not an einer Portion Spekulatius vergreifen.
Ich fand es faszinierend mitzuerleben, wie sich der Erfolg des Unternehmens entwickelt hat. Mit welcher Hingabe Carl und auch Josephine sich ganz dem Betrieb gewidmet haben. Josephine hat durch ihr künstlerisches Talent bei der Gestaltung von Plakaten und Verpackungen sowie ihr Verhandlungsgeschick einen großen Beitrag geleistet. Zu einer Zeit, als die Frauenrechte erkämpft wurden, war Josephine ihrer Zeit voraus. Mutig und tatkräftig bewies sie das nicht nur ihrem Mann, sondern auch den Geschäftspartnern und Mitmenschen. Dass sie die Frauenbewegung unterstützte erschien plausibel und untermauerte ihren Charakter.
Für mich stand Carl anfangs, trotz seiner erfolgreichen Erfindungen, immer ein klein wenig im Schatten von der starken und ideenreichen Josephine. So lässt er sich bedauerlicherweise, während einer ehelichen Unstimmigkeit, auf eine kurze Affäre mit einer Angestellten ein, die ihm Jahre später fast zum Verhängnis wird. Doch die herzensgute Josephine zeigt sich in jeder Hinsicht verständnisvoll. Ob ich an ihrer Stelle so gehandelt hätte, mag ich bezweifeln.
Die beteiligten Charaktere empfand ich allesamt sehr facettenreich und liebevoll ausgestaltet. Hier gefielen mir auch sehr das Kindermädchen Nanette und Matthias Wohlgemut, der die Meister´s bei der Entwicklung von Rezepten unterstützte.
Die Autorin hat perfekt historisch belegbare Fakten mit fiktiven Elementen verwoben und daraus eine mitreißende und unterhaltsame Geschichte gestaltet. Vielen Dank Eva-Maria Bast für diesen gelungenen Saga-Auftakt, der mich vollkommen begeistern konnte. Von mir gibt es 5 BACK-Sternchen und eine klare Leseempfehlung.

Mein Fazit:
Ein Buch, welches hält was es verspricht, nämlich einen tiefen ein Blick in die Entstehung einer uns allen bekannte Backdynastie. Die Autorin hat mit Charme, Spannung und Euphorie der Familien- und Firmengeschichte rund um DR. MEISTER Leben eingehaucht. Während des Lesens hatte ich immer wieder den Duft frischer Backwaren sowie einen Hauch von Vanille in der Nase.

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Veröffentlicht am 29.09.2022

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein
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An diesem Buch konnte und wollte ich nicht vorbeigehen. Denn sobald ich wusste, dass die Handlung des Buches aus der Sicht der Dienstbotinnen geschildert wird, war bei mir die Neugier geweckt. Bücher über ...

An diesem Buch konnte und wollte ich nicht vorbeigehen. Denn sobald ich wusste, dass die Handlung des Buches aus der Sicht der Dienstbotinnen geschildert wird, war bei mir die Neugier geweckt. Bücher über die hohen Herrschaften oder Bessergestellten gibt es zur Genüge. Dabei sind es doch gerade die einfachen Personen von ganz unten, die ein herrschaftliches Haus am Laufen halten. Die oftmals bis zu 18-Stunden-Tage sind gefüllt mit anstrengender Arbeit, Freizeit gab es wenig, Unzulänglichkeit und Fehler wurden gleich bestraft bis hin zum Lohnabzug. Auch körperliche Züchtigung war zu Anfang des 20.Jahrhunderts noch sehr gängig. Dies wirkte sich dann auch auf die Familien der Dienerschaft aus, die teilweise von dem minimalen Verdienst mitversorgt wurden. Gerade die Anstellung in einem hoch angesehenen Haushalt war extrem begehrt.

In diesem Buch kann es die 18-jährige Adelheid, Tochter eines Tagelöhners gar nicht fassen, als sie von der Fürstin zu Eulenburg ausgerechnet als Stubenmädchen eingestellt wird. Unter den Dienstboten ist dies ein Skandal, weiß doch jeder, dass man sich die Stellung erarbeiten muss und der Aufstieg streng nach Hierarchie geht. Begonnen wird auf der untersten Stufe als Küchen- oder Hausmädchen, erst darüber kommen die Stubenmädchen. Das ist gerade dem 1. Hausmädchen Lydia Keller ein Dorn im Auge, denn ihr hätte als Aufstieg der Posten des neuen Stubenmädchens zugestanden. Mit viel List und Tücke schafft sie es, dass die fleißige und kluge Adelheid unschuldig zum Hausmädchen degradiert wird. Das bedeutet noch weniger Lohn, um ihre Familie mit dem Kauf von Lebensmitteln und Kohlen zu unterstützen, es reicht einfach hinten und vorne nicht. Gerade Adelheid habe ich gleich in mein Herz geschlossen, sie ist so lieb und unbescholten. Ich habe mich gefreut, dass sie sie sich mit Hedda Pietsch, angefreundet hat, auch wenn diese ihr beibringen möchte, wie man sich ein Stück vom Glück aneignet, ohne dass die Herrschaft etwas davon merkt. Da Hedda jedoch das Herz am rechten Fleck hat, konnte ich ihr die kleinen Vergehen nachsehen. Erstaunlich fand ich, wie wenig die Dienstboten teilweise Privates voneinander wissen. Jeder hat seine besondere Geschichte und meist sein Päckchen zu tragen. Gerade der junge Diener Viktor Nowak trägt ein Geheimnis mit sich herum, welches ihm die Stellung kosten könnte. Auch die Mamsell, Frau Reineke, scheint nicht unfehlbar zu sein. Der oberste Diener Herr Opitz herrscht über alle mit strenger Hand, jeder kleine Fehler landet in seiner -Kartei der Verfehlungen-, welche er sodann als Druckmittel verwendet.

Als Sahnehäubchen des Buches hat Frau Caspian die fiktive Geschichte über die Dienstbot
innen auf Schloss Liebenberg mit dem seinerzeitigen Skandal um den Fürsten Philipp zu Eulenburg und dessen Einfluss auf das Kaiserreich perfekt verwoben. Mehr und mehr verhärten sich die Anschuldigungen des Journalisten Harden, der u.a. den Fürsten der Homosexualität beschuldigt sowie an einer heimlichen Nebenregierung des Kaisers, der sogenannten Eulenburger Tafelrunde, beteiligt zu sein. Welche Folgen hat die Niederlegung aller öffentlichen Ämter von Fürst Eulenburg für die Fürstenfamilie und ihre Angestellten? Wird er weiterhin Stillschweigen bewahren oder sich gegen die Vorwürfe verteidigen? Mit Spannung sehe ich der Fortsetzung entgegen, welche im Frühjahr des kommenden Jahres erscheinen wird. Begründet durch den wunderbar flüssigen Schreibstil bin ich nur so durch die Geschichte geflogen.

Herzlichen Dank Hanna Caspian für die fesselnden und interessanten Lesestunden, die mich sehr begeistern konnten. Von mir erhält Band 1 der neuen Saga eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen.

Mein Fazit:
In diesem Buch wurden historische Gegebenheiten und Fiktion perfekt miteinander vereint. Von der Frau Caspian bestens recherchiert fühlte ich mich zurückversetzt ins Jahr 1906 als stille Beobachterin des Geschehens hinter dem hellen Schein des Schlosses Liebenberg. Wie schön, dass die Autorin in dieser neuen Saga der Dienerschaft das Wort verliehen hat. Sie hat jedem einzelnen Charakter authentisch Leben eingehaucht und diese mit Ecken und Kanten versehen. Es gab Personen, die ich gleich ins Herz geschlossen habe, doch auch solche, für die ich wenig Verständnis aufbringen konnte und deshalb bei mir eher auf Ablehnung trafen. In allem ein absolutes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Das Schicksal sucht sich seinen Weg

Das Goldblütenhaus - Im Licht der Hoffnung
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Ich liebe einfach den bildhaften und feinfühligen Schreibstil von Gabriela Groß, die mir mit Band 1 der Goldblüten-Saga bereits ein Highlight beschert hatte. Vielen ist die Autorin ja bereits unter dem ...

Ich liebe einfach den bildhaften und feinfühligen Schreibstil von Gabriela Groß, die mir mit Band 1 der Goldblüten-Saga bereits ein Highlight beschert hatte. Vielen ist die Autorin ja bereits unter dem Namen Gabriele Diechler bekannt, welche hier unter ihrem Mädchennamen veröffentlicht. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder versunken im Leben rund um die Familie Glanz.

Nachdem die Zwillingsschwestern Ella und Leonie Glanz sich in Band 1 von heute auf morgen um die Firmenleitung des Kosmetikkonzerns kümmern mussten, war ich hoch erfreut, dass sich ihr Mut und Fleiß ausgezahlt haben und das Unternehmen erfolgreich da steht und die Produktpalette erweitert wurde. In diesem Band wird der Fokus besonders auf Ella und ihre Großmutter Hedi gesetzt. Ella, der kreative Kopf der Glanz AG hat in Timo den perfekten Partner gefunden. Sie ergänzen sich gegenseitig und unterstützen sich bei der Umsetzung ihrer Träume. Da Timo mit seinem Bruder Kai in Kopenhagen ein eigenes Restaurant eröffnen möchte, pendeln beide zwischen Tegernsee und Kopenhagen und schaffen sich kleine, intensive Auszeiten. Doch leider bringt das Leben nicht nur Freude, sondern auch Herausforderungen. Denn plötzlich sieht sich nicht nur die Glanz AG mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert, nein auch Ella hat mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen, die ihr Glück in Gefahr bringen.

Ferner hat sich Großmutter Hedi, die nie viel über ihre Vergangenheit erzählt hat, entschlossen, ein dunkles Geheimnis preiszugeben über eine Entscheidung, die sie und Ihr Mann Alfons vor langen Jahren getroffen haben. Hier hat Gabriela Groß perfekt mit zeitlichen Rückblenden in Hedis Vergangenheit Stück für Stück die Wahrheit ans Licht gebracht. Feinfühlig und emotional schildert sie die Reaktionen der Enkelinnen Ella und Leonie sowie der tief getroffenen Annalena, die von über ihre Mutter mehr als entsetzt ist.

Zusammengefasst kann ich nur sagen, in diesem Buch stecken 411 Seiten geballte Achterbahn an Gefühlen. Ich habe gelacht, geweint, gehofft und gebangt, bevor ich das Buch mit einem warmen, für mich tröstlichen Glücksgefühl zur Seite legen konnte. Wenn ich könnte, würde ich hier mehr als 5 Sterne für dieses absolute Lesehighlight vergeben, dessen Inhalt Band 1 sogar noch übertroffen hat. Vielen Dank liebe Gabriela Groß, ich fiebere nunmehr Band 3 entgegen, welches im Frühjahr 2023 erscheint.

Mein Fazit:
Im Licht der Hoffnung ist eine perfekte Fortsetzung rund um die liebgewonnenen Charaktere der Familie Glanz. Im Vordergrund der Handlung stehen Familie, Freundschaft, Liebe und jede Menge Emotionen. Gerade das Miteinander und die leisen Töne in jeder Art von Zauber und Empfindung wurden von Gabriela Groß perfekt in Worte gefasst. Eine Geschichte in die man völlig eintaucht, als wäre man mittendrin.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Bücher geben uns Kraft in schweren Zeiten

Der Buchladen von Primrose Hill
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Genauso bezaubernd wie das stimmungsvolle Cover ist auch die Geschichte, die uns die Autorin Madeline Martin hier geschenkt hat.

Grace Bennett und ihre Freundin Vic verschlägt es aus einem ländlichen ...

Genauso bezaubernd wie das stimmungsvolle Cover ist auch die Geschichte, die uns die Autorin Madeline Martin hier geschenkt hat.

Grace Bennett und ihre Freundin Vic verschlägt es aus einem ländlichen Dorf in die Metropole London. Dort werden sie freundlich im Haus von Mrs. Weatherford, eine Jugendfreundin von Grace´s verstorbener Mutter aufgenommen. Die offene und schillernde Vic bekommt dank eines Empfehlungsschreibens eine Anstellung im Kaufhaus Harrods. Die ruhige Grace soll für die Ausstellung eines Empfehlungsschreibens ausgerechnet in der Buchhandlung des grantigen Mr. Evans 6 Monate aushelfen. Dabei hat Sie mit Büchern und Lesen bisher so gar nichts am Hut gehabt. Die beiden jungen Frauen sind enttäuscht von London, anstelle von Prunk und lebenslustigem Gesellschaftsleben erleben Sie die Beklemmungen der Kriegszeit.

Grace arrangiert sich mit ihrer Arbeit und versucht Ordnung in den Laden zu bringen. Nach einer beeindruckenden Begegnung mit einem jungen Mann, der ihr das Buch Der Graf von Monte Christo ans Herz legt, verliert sie ihr Herz nicht nur an ihn, sondern auch an die Welt der Bücher. Seitdem vergeht keine freie Minute, die sie nicht mit Lesen verbringt. Dank ihr floriert Mr. Evans Buchhandlung und wird eine wahre Goldgrube. Auch ich wäre zu gerne Dauergast bei Primrose Hill Books gewesen.

Mit den Luftangriffen der Deutschen beginnt die Zeit der Entbehrungen, Verluste, Trauer und Ängste. Während Vic sich einer Frauenabteilung der britischen Armee anschließt, betätigt sich Grace sich neben der Buchhandlung als Luftschutzwartin.
Jede Nacht suchen die Menschen Zuflucht in den unterirdischen Gängen des Bahnhofs. Um sich selbst zu beruhigen, beginnt Grace den Menschen nachts vorzulesen. Sie gibt ihnen damit Kraft, Hoffnung und Trost.

Dort draußen retten Sie Leben. Hier drinnen retten Sie Seelen. (Zitat S. 268)

Gerade Grace hat für mich eine ganz besondere Entwicklung durchlaufen. Aus dem schüchternen Mädchen vom Land wurde eine selbstlose, hilfsbereite und mutige Frau. Ein ganz starker Charakter. Nicht nur einmal hatte ich einen Kloß im Hals wegen ihrer aufopfernden Art. Wunderbar sind auch die mütterliche Mrs. Weatherford und Mr. Evans, der sich als wahrer Freund entpuppt.

Mit der Buchladen von Primrose Hill hat Madeline Martin mich mitten ins Herz getroffen und sich fest verankert. Beim emotionalen Finale habe ich meinen Tränen vor Freude und Dankbarkeit freien Lauf gelassen. Volle 5 Sterne von mir.

Mein Fazit:
Dieses Buch kann ich jedem der Bücher liebt nur ans Herz legen. Denn was gibt es Schöneres, als die Liebe zu Büchern zu teilen. Bücher geben uns Kraft, Hoffnung und Liebe. Genau diese Empfindungen hat die Autorin in diesem Buch zum Ausdruck gebracht. Wunderschön!

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Epischer Auftakt mit komplexen magischen Welten

Cursed Worlds 1. Aus ihren Schatten …
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Ich kann nur sagen: WOW ! Es fängt schon an bei der aufwendig gestalteten Klappbroschur mit dem mystischen Cover. Im Innern des Buches befindet sich ein Barcode, scannt man diesen, erhält man einiges an ...

Ich kann nur sagen: WOW ! Es fängt schon an bei der aufwendig gestalteten Klappbroschur mit dem mystischen Cover. Im Innern des Buches befindet sich ein Barcode, scannt man diesen, erhält man einiges an Bonusmaterial: So unter anderem eine Personenliste der Charaktere, die gerade am Anfang sehr hilfreich ist. Aus der Feder von Rena Fischer kannte ich bisher nur ihre Erwachsenen-Romane, was mich als frühere Fantasyliebhaberin extrem neugierig auf die neue Dilogie gemacht hat.

In unserer Welt lerne ich die Geschwister Finn und Sis (Sigard) kennen, die bei ihrer Großmutter Tess leben, seit vor knapp 12 Jahren die Eltern und der Zwillingsbruder Kieran spurlos verschwunden sind. Als diese nach einem Sturz mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, begeben sich die Geschwister mit ihrem Freunde Luke aufgrund des hinterlassenen Wunsches der Großmutter nach Spanien, um den Sohn des Wolfes finden. Den finden sie in Ramón, einem Freund des Vaters, der ihnen die magische Gewandfibel ihrer Familie aushändigt. Mit ihrer Hilfe ist die Reise in eine magische Welt möglich. Gerade der bodenständigen Sis fällt es schwer an Magie zu glauben. Mit Mühe gelingt es Ramón Finn zu überzeugen, der seit seiner Ankunft in Spanien in Gefahr schwebt. Denn um Finn, den Erstgeborenen, rankt sich eine magische Prophezeiung. Als sich die Lage zuspitzt, reisen Finn, Sis und Luke mit Hilfe der Gewandfibel nach Aithér, in die Welt der Weißmagier und treffen dort auf die verschiedensten Charaktere. Sie finden Freunde aber auch Feinde, wobei sich dies teilweise erst nach einiger Zeit herausstellt. Immer wieder gerät Finn, der sehr hitzig und impulsiv ist, erneut in Gefahr.

Parallel lerne ich Kieran kennen, der mit seinen Eltern in Erebos, der Welt der schwarzen Magie lebt. Der dortige Herrscher Damianos erkennt Kierans magisches Potential und macht ihn zu seinem Lehrling. Ist sein Begehren wirklich der Schutz seiner Eltern oder findet er Gefallen an der dunklen Magie? Das solltet Ihr unbedingt selbst herausfinden.

Bis sich die Zwillingsbrüder Finn und Kieran endlich wieder gegenüberstehen, gibt es zahlreiche spannende und gefährliche Abenteuer, die mich immer wieder den Atem anhalten lassen. Band 1 endet in einem spektakulären Showdown an Ereignissen. Ich bin wütend und sprachlos über Damianos Handlungen. So viele Fragen bleiben für mich unbeantwortet. Was wird die Zukunft Finn und Kieran bringen? Wird es möglich sein, Damianos zu besiegen? Was wird aus dem Draugr Oisinn, einem Untoten und seinen immer noch menschlichen Gefühlen? Was für ein Glück, dass bereits heute Band 2 erscheint um meine Fragen zu beantworten!

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind aus wechselnder Sichtweise der Hauptcharaktere verfasst, die sich zu Anfang in unterschiedlichen Welten befinden. An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass unsere Welt der Nichtmagier mit dem Namen Khaos betitelt wird.

Ich mag den detailreichen und bildhaften Schreibstil der Autorin. Bei diesem Buch hat Rena Fischer meine Erwartungen noch um einiges übertroffen. Es ist ihr nicht nur gelungen einen komplexen Weltenaufbau zu präsentieren, bei der jede Kleinigkeit durchdacht ist. Nein, sie hat auch einzigartige und imposante Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher und spezieller nicht sein könnten. Und damit meine ich nicht nur die Hauptcharaktere. Denn auch der kleine geschwätzige Skarabäus Amun und der schwarze Drache Onyx sind mir gleich ans Herz gewachsen. Auch Aswin hat mich mehr als überrascht und konnte mich für sich einnehmen.
Liebe Rena, diese epische Geschichte ist einfach atemberaubend. Sie konnte mich restlos begeistern und erhält von mir geballte 5 Sterne mit drei Ausrufezeichen sowie eine absolute Leseempfehlung.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist mit seinem komplexen Weltenaufbau, den einzigartigen Charakteren und dem starken Wortbuilding nur mit wenigen Büchern zu vergleichen. Es ist gerichtet an die Zielgruppe Jugendliche/Junge Erwachsene. In wessen Brust jedoch ein Fantasy-Herz schlägt, den wird die Geschichte in jedem Alter begeistern. Schließt die Augen und lasst Euch auf Onyx´ Rücken durch die magischen Welten tragen.

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