Mir fehlte etwas Tiefgang
Die KaiserinNachdem mir die Netflix-Serie „Die Kaiserin“ vor allem von der Aufmachung her extrem gut gefallen hat, wollte ich gerne auch das Buch dazu lesen. Damit habe ich mir vor allem mehr Gedankengänge und Charakter-Feinheiten ...
Nachdem mir die Netflix-Serie „Die Kaiserin“ vor allem von der Aufmachung her extrem gut gefallen hat, wollte ich gerne auch das Buch dazu lesen. Damit habe ich mir vor allem mehr Gedankengänge und Charakter-Feinheiten gewünscht, die in Verfilmungen ja doch oft untergehen. Darüber hinaus habe ich aber auch versucht das Buch losgelöst zu betrachten - sowohl von der Netflix-Serie als auch von der biografischen Geschichte von Sissi und Franz. Die Serie beziehungsweise das Buch sind nämlich eher unterhaltsam aufbereitetet, was mir zum Glück bewusst sein.
Durch das Buch bin ich richtig gut und auch recht flott gekommen. Der Schreibstil ist zwar entsprechend eines historischen Romans, aber locker und leicht und die Kapitel sind sehr kurz, was definitiv zu dem schnellen Lesefluss beigetragen hat. Ich bin persönlich kein Fan von der Perspektive aus dritter Person - aber das ist ja Geschmackssache. Es hat dennoch zu der Geschichte gepasst und nicht aufgehalten.
Mich hat etwas überrascht, wie früh das Buch endete - die erste Staffel der Serie ging noch viel weiter. Andererseits habe ich mir viele Gedankengänge und Erklärungen gewünscht, die ich im Laufe des Buches immer mehr bekommen habe. Anfangs war es etwas zäh, aber das wurde mit der Zeit besser und es wurde durch Monologe, Gedanken und ein paar wenige zusätzliche Szenen aufgestockt. Es kamen auch noch weit mehr geschriebene Zeilen, also Gedichte, von Elizabeth in dem Buch vor, was ich ebenfalls sehr mochte.
Für mich kamen die Charaktere und der Kern der Geschichte durch das Buch gut rüber. Besonders die Sicht von Elizabeth (Sissi) ist gut gelungen und, dass Helene eine eigene Sicht bekommen hat, mochte ich extrem gerne! Sie kam mir etwas negativ vor und ich hätte mir besonders bei ihr noch viel mehr Inhalt beziehungsweise Charaktertiefe gewünscht. Aber man konnte Helene durch das Buch definitiv weitaus besser verstehen, als durch die Serie. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es als unterhaltsamen historischen Roman empfehlen mit dem Hinweis, dass die Geschichte vermutlich schon recht teilweise stark von der biografischen Geschichte abweicht. Nichtsdestotrotz ein gelungener Unterhaltungsroman, dem etwas mehr Tiefe aber nicht geschadet hätte.
3,5 von 5 Sternen