Zwischen Emotion und Oberflächlichkeit – mein Eindruck zu Falling for No. 89
Falling for No. 89Alicia Sommer überzeugt auch in Falling for No. 89 wieder mit einem richtig angenehmen, flüssigen Schreibstil, der einen schnell in die Geschichte hineinzieht. Ich mochte die Atmosphäre und das Gefühl, ...
Alicia Sommer überzeugt auch in Falling for No. 89 wieder mit einem richtig angenehmen, flüssigen Schreibstil, der einen schnell in die Geschichte hineinzieht. Ich mochte die Atmosphäre und das Gefühl, in die Welt von Shy und Kayce einzutauchen, sehr. Trotzdem konnte mich dieser zweite Band nicht ganz so stark fesseln wie der erste Teil – da war für mich einfach mehr Tiefe und Emotion spürbar.
Einige Erzählstränge blieben mir leider etwas zu oberflächlich, insbesondere die Handlung rund um Shys Großvater, die viel Potenzial hatte, aber letztlich zu wenig Raum bekam. Auch der medizinische Aspekt hat mich nicht ganz überzeugt. Ich hatte mir einen realistischeren und spannenderen Einblick in die Arbeit eines Sportmediziners erhofft, wurde aber eher enttäuscht – die Darstellung von Shys „Wunderhänden“ bzw. dem beinahe magischen Heilvermögen wirkte auf mich eher wie Scharlatanerie.
Schwierig fand ich auch, dass Kayces schlechtes Verhalten Shy gegenüber zwar thematisiert, aber nie wirklich aufgearbeitet wird. Natürlich hat er seine eigenen Traumata, doch das entschuldigt nicht, wie er mit ihr umgeht – hier hätte ich mir mehr Reflexion und Konsequenz gewünscht.
Optisch ist das Buch ein Hingucker – das Cover ist zwar ziemlich tacky, aber der Farbschnitt ist wirklich schön gelungen und macht sich toll im Regal.
Insgesamt ein solides Buch mit schönen Momenten und gutem Schreibstil, das aber inhaltlich für mich nicht ganz an den Vorgänger heranreicht.